
Der
11. September - ein Jahr danach, ein wenig verspätet denkt auch der
Express über die Folgen nach. In einem langen Gespräch
erklärt Arthur Miller, warum er die Ereignisse noch nicht literarisch verarbeiten kann. Zu dem geplanten
Einsatz im Irak sagt er: "Diejenigen die sich in der Frage einer militärischen Intervention im Irak gegen Bush wenden, machen das nicht aus reiner Menschlichkeit, sondern aus Angst bei den nächsten
Wahlen zu verlieren. Die wahre Debatte in Amerika beginnt erst jetzt. Sie ist weniger ideologisch, vielmehr pragmatisch und betrifft Themen wie die beunruhigend hohe
Arbeitslosigkeit, die
Affairen, die
Korruption, all das, was beginnt die Meinung der Leute zu ändern. Das heißt wir müssen dafür beten, dass es nicht zu einem solchen Einsatz kommt, denn sobald die US-Force in irgendeinen Einsatz verwickelt ist, werden alle Grundrechte verschwinden, das Land wird sich hinter seinen
Präsidenten stellen und aufhören zu denken."
Weitere Artikel zum 11. September:
18 amerikanische Schriftsteller hat Francois Busnel in New York getroffen und zu den Ereignissen des 11. September
befragt. Welche Haltung sollen die westlichen, postreligiösen Gesellschaften gegenüber dem
Islam einnehmen? Diese heikle Frage hat sich Eric Conan
gestellt und dazu einiges an Lesestoff gewälzt. Darunter "Qu?est-ce qu?il passe? L?Islam, l?Occident et la modernite" von
Bernard Lewis. (Einen Auszug lesen Sie
hier.) Der pakistanische Schriftsteller
Ziauddin Sardar hat sich in seinem neuen Buch Gedanken darüber
gemacht, warum die Amerikaner keiner mehr ausstehen kann. Er nimmt sie in Schutz, wenn er anmerkt: "Die Eliten in der Dritten Welt - insbesondere in den islamischen Ländern - haben ihren eigenen Anteil an der Armut, die in den Ländern herrscht. Sie instrumentalisieren den
Antiamerikanismus und benutzen Amerika als Sündenbock."
Außerdem in der Bücherschau: Michel Grisolia
lobt die Familiengeschichte
"Numero Six" von Veronique Olmi. Jacques Attali
faselt mal wieder was über eine abwesende Anwesende, im Grunde genommen meint er seine geheime Obsession: die Frau. Nur ein klein wenig
'macho' ist der Titel seines neuen Buches:
"Nouv?elles". Besprochen werden
"Amants" von Catherine Guillebaud (die Besprechung finden Sie
hier und einen Auszug lesen Sie
hier),
"Chair" von Yves Bichet (
hier) und
"La tache" von Philipp Roth (die Besprechung finden Sie
hier und einen Auszug lesen Sie
hier).
Und: Das Centre Pompidou
zeigt eine Hommage an
Max Beckmann, der in Frankreich größtenteils unbekannt geblieben ist.