
Gilles Medioni
porträtiert den 27-jährigen Schauspieler
Jamel Debbouze, der in Frankreich als junger Wilder, als
'beurgois rebelle' bekannt ist (hier ein paar
Fotos). "Würde mich Jacques Chirac eines Tages nach einer Lösung für die sozialen Probleme in den
Banlieus fragen", sagt er im Gespräch mit dem
Express, "dann würde ich ihm antworten, dass sich die Leute, die dort leben, normal verhalten würden, würde man sie nur normal behandeln. Die Professoren, die Polizisten, die Ärzte müssen nur an uns glauben. Wir tragen kein kriminelles Gen in uns."
Azouz Begag, Soziologe und Autor des Buches
"Les Derouilleurs", lobt Jamels Beitrag zu einem kollektiven Gedächtnis und zur Integration der Beurs in die französische Gesellschaft.
Wieder keine bemerkenswerten Skandale auf dem französischen Buchmarkt: Olivier Le Naire
langweilt der Roman
"Hell" von Lolita Pille, obwohl oder gerade weil
Frederic Begbeder das Werk der jungen Autorin in seiner Literatursendung feierte und es sogleich an den Verlag "Grasset" vermittelte. Nicht einmal ein
Skandalroman, schreibt Le Naire entrüstet, und dann auch noch vorgelegt von einer Autorin mit einem solchen Vornamen. Francois Busnel
empfiehlt die Lektüre des Bandes
"Conversations avec mon clone sur la passion amoureuse" von Pascal Nouvel. Dass der Gesprächspartner im Buch ausgerechnet ein Klon ist, muss wohl daran liegen, dass Nouvel nicht nur Philosoph, sondern auch Biologe ist. Die ersten Seiten lesen Sie
hier. Jacques Duquesne
empfiehlt eine Biografie von Eric Roussel, die sich dem politischen Leben
Charles de Gaulles mit reichhaltigem Archivmaterial und unveröffentlichten Texten nähert.
Außerdem:
Junun, eine Inszenierung des Regisseurs
Fadel Jaibi aus Tunesien, hat Marion Vignal auf dem
Theaterfestival in Avignon
gesehen. 30 000 Tunesier haben die Inszenierung bereits in Jaibis Heimatland gefeiert. Frank Erikson ist im Großen und Ganzen
enttäuscht von den Inszenierungen in
Aix-en-Provence. Einzig
Irina Brook mache mit
"Eugen Onegin" dem berühmten Namen ihres Vaters alle Ehre.
Und: Der
Express setzt die Reihe über
französische Verlagshäuser fort: Olivier Le Naire irrt diesmal in den labyrinthischen Räumlichkeiten von
Flammarion umher, dort wo Monsieur Henri und Monsieur Charles regieren. Man verständigt sich per E-Mail, ansonsten würde man sich anscheinend ständig verlaufen. Eine Fortsetzung der kulturhistorische Reihe über die
Liebe bringt der
Express auch in dieser Woche: Dominique Simonnet unterhält sich mit
Jacques Sole über das Liebesleben während des
Ancien Regime. Don Juan, Casanova und Romeo und Julia spielen darin die Hauptrollen.