
Der Express steigt ein in die Debatte um die
neuen Reaktionäre, die
Daniel Lindenberg mit seinem Buch "Le rappel a l'ordre" losgetreten hat (mehr
hier). Eric Conan erklärt, dass hier eine "alte Tradition aufgegriffen wird: die Liste der
Schlecht-Denkenden". Der Express wolle, so Conan weiter, "den Angeklagten das Wort geben, nicht um einer Vorgehensweise zu antworten, die übrigens keine Diskussion sucht, sondern um gegen die
Einschüchterung durch die Zensoren zu
protestieren und die Freiheit des Denkens, für alle, zu verteidigen."
In einem
kollektiven Manifest erklären die angeklagten Intellektuellen (
Alain Finkielkraut, Marcel Gauchet, Pierre Manent,
Philippe Muray, Pierre-Andre Taguieff, Shmuel Trigano und Paul Yonnet), über diese
Indexierung als "neue Reaktionäre" gleichermaßen empört, überrascht und geehrt zu sein. Empört über die von Lindenberg benutzten "Mittel, die "an die schönsten Tage des
Stalinismus erinnern". Überrascht, sich "auf diese Art unter derselben Anklage wiederzufinden. Wir dachten, wir seien
verschieden, in unseren Ansätzen, unseren Schlussfolgerungen, da unter uns Diskussionen, Widersprüche, Polemiken und Widerstände keineswegs Mangelware sind." Das Einzige, was sie wohl gemeinsam haben, sei die
kritische und - im Gegensatz zu Lindenberg -
demokratische Auseinandersetzung mit der Realität. Es sei also der
Konformismus, der hier den Antikonformismus anklage, und mit dem Begriff des "reactionnaire" versuche "die Sorge und das freie Denken als
faschistisch hinzustellen". Daher "sind wir
stolz darauf, zur Zielscheibe zu werden."
In einem Interview
wundert sich der in Tschechien geborene Regisseur
Milos Forman, dass es so viele Leute gibt, die sich in einem
totalitären Regime wohlfühlen. Das sei für ihn wie "ein Leben
im Zoo".