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Heute in den Feuilletons

Kein roher oder harter Mensch

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
19.02.2009. In der FR erklärt Herbert Rosendorfer, was ein Unsittenstrolch ist. In der Welt plädiert Wolfgang Sofsky für Untreue in Zeiten der Krise. Die FAZ ist böse. Conde Nast-Verleger Newhouse hat sie belogen, die deutsche Vanity Fair macht zu, und schuld sind mal wieder die Amerikaner. In der Zeit will sich Juri Andruchowytsch aber noch nicht ganz von Amerika verabschieden. In der SZ kritisiert der Theologe Friedrich Wilhelm Graf die Position der Kirchen zur Patientenverfügung.

Welt, 19.02.2009

Die Artikel der Welt waren heute morgen leider nicht online aufzurufen.

Der Soziologe Wolfgang Sofsky schreibt eine Variation über die Untreue, die gerade in Zeiten der Krise zu einem - von Sofsky durchaus positiv eingeschätzten - Wandel allzu stabiler gesellschaftlicher Formationen beitrage. Aber Vorsicht: "Unter den Verlassenen grassieren Ärger, Wut und Ressentiments. Abtrünnige werden als Verräter oder Deserteure beschimpft. Auf Emigranten war man in der deutschen Provinz schon immer schlecht zu sprechen. Statt auf Leistungskorrektur setzt man lieber auf Propaganda. Man appelliert an Verantwortung, verunglimpft Überläufer und Billiganbieter. Als sei der freie Bürger irgendeiner teuren Institution zu Treue verpflichtet. Die kaltschnäuzige Verrechnung von Beitrag und Gegenleistung möchte man um jeden Preis verhindern."

Weitere Artikel: Michael Stürmer freut sich, dass das Land Baden-Württemberg und das darbende Haus Baden ein Arrangement gefunden haben. Berthold Seewald liest eine Studie des Wirtschaftsministeriums über den Kultur- und Kreativmarkt. Michael Pilz porträtiert den Filmkomponisten A.R. Rahman, der von Bollywood kommt und jetzt Musik für Filme wie "Slumdog Millionär" macht. Eckhard Fuhr schreibt über neu aufgefundene Dokumente aus dem Leben Heinrich Manns, die am Dientagabend in der Akademie der Künste vorgestellt wurden. Und Kai-Hinrich Renner schreibt über das Ende der deutschen Vanity Fair.

Besprochen werden Filme.

FR, 19.02.2009

Zu Herbert Rosendorfers 75. Geburtstag druckt die FR seinen Text über den "Unsittenstrolch": "Die Untiefe ist nicht analog der Unsumme, der Unzahl usf. eine besonders tiefe Tiefe sondern eine - von den Seefahrern gefürchtete - seichte Stelle. (Ein anderes Beispiel ist der Ungar, als der ein besonders weicher, kein roher oder harter Mensch bezeichnet wird.) Der Unsittenstrolch strolcht also durch die Lande, fröhlich pfeifend und verbreitet, wo er geht und steht, Sitte."

Weiteres: Harry Nutt sieht in der Times mager viel Rost durch das Berliner Blattgold hervorschimmern. Auf der Medienseite begräbt Hans-Hermann Kotte die deutsche Vanity Fair: "Vanity Fair blieb bis zuletzt auf der Suche nach einem Profil auf dem Hochglanz-Boulevard, man hatte mit dem beschränkten Glamour-Faktor des deutschen VIP-Wesens zu kämpfen."

Besprochen werden Gus van Sants Biopic "Milk", Paul Schraders Verfilmung von Yoram Kaniuks "Adam-Hundesohn"-Roman "Ein Leben für ein Leben", die Jim-Carrey-Komödie "Der Ja-Sager", eine Schau japanischer Holzschnitte aus der Edo-Zeit im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt. Rüdiger Rossigs Kulturführer zu "Ex-Jugos", ein Bruckner-Konzert mit Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern.

Tagesspiegel, 19.02.2009

Zum 100. Jahrestag von Marinettis "Manifeste du Futurisme" ist in Europa ein "stiller Konkurrenzkampf um das Vorrecht am Futurismus" entbrannt, berichtet Bernhard Schulz. "Das Pariser Centre Pompidou hat ihn unlängst ganz der französischen Kunst einverleibt, aus dem frühen Kubismus hervorgehend und von Robert Delaunay wieder eingeholt. Das Moskauer Puschkin-Museum hat zuvor bereits auf die Konfrontation von italienischen Werken und genuin russischen, vorrevolutionärem 'Kubo-Futurismus' gesetzt, zwei industriell unterentwickelte Länder über das bewusste Ungestüm ihrer Kunstäußerungen in Beziehung setzend. Und in Deutschland erinnert man sich gern - demnächst erneut im Sprengel-Museum Hannover - der Verbindungen, die sich vom süddeutschen Expressionismus des 'Blauen Reiter' über Delaunay nach Frankreich und zum Futurismus spannten. Im Herbst zeigt auch der Berliner Gropius-Bau eine Schau."
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NZZ, 19.02.2009

Bora Cosic macht sich Gedanken um eine Tasche mit Werkzeug, die eine Astronautin im Weltraum verloren haben soll. Sieglinde Geisel beschreibt das Berliner Nicolaihaus, in das bald der Suhrkamp Verlag einziehen wird. Angela Schader schreibt zum Tod des sudanesischen Schriftstellers Tajjib Salich. Michael Wenk schreibt zum 100. Geburtstag von Heinz Erhardt.

Besprochen werden eine Schau des Modemachers Hussein Chalayan im Design Museum London, ein Konzert des Tonhalle-Orchesters Zürich mit Yefim Bronfman, Ursula Meiers Film "Home" und Gus Van Sants Biopic "Milk".

Aus den Blogs, 19.02.2009

Einen kleinen Ausflug in die Geschichte des Blogs unternimmt Alexander Missal in Carta: "Es ist ein bisschen merkwürdig, dass Blogs als medienhistorisches Thema bisher kaum gewürdigt wurden. Im deutschen Sprachraum ist der Wiener Karl Kraus (1874-1936), dessen Blog Die Fackel 37 Jahre lang existierte, das naheliegendste Beispiel. Der Moralist Kraus legte sich darin mit Gott und der Welt an und natürlich auch mit den etablierten Medien, die er 'Pressmafia' und 'Journaille' nannte. (Letzteren Begriff hat er berühmt gemacht, allerdings zuvor von einem Freund geklaut, was er auch gern zugab.) Als Fabrikantensohn war Kraus finanziell unabhängig, was ihm als Publizist fuckyouability (die Abkürzung FUA stammt von Michael Kinsley) zusicherte: Die Gewogenheit anderer konnte ihm gleichgültig sein."

Zu einem bedauerlichen Gewaltvorfall kam es laut Gawker im Libanon. Der Kolumnist Christopher Hitchens wurde von syrischen Nationalisten geschlagen, berichtet Gawker: "Hitch was beaten by local thugs affiliated with the crazy Syrian Social Nationalist Party, an either left- or right-wing group wishing to see basically all of the middle east joined as 'Greater Syria'. All because-like our very own Poster Boy!-he defaced a poster. Unfortunately it was a poster for the SSNP, and Hitch defaced it by writing 'Fuck the SSNP' on it..."

FAZ, 19.02.2009

Auf der Medienseite nimmt Michael Hanfeld Abschied von der gestern plötzlich und zu diesem Zeitpunkt doch unerwartet dahingegangenen deutschen Vanity Fair. Schuld daran sind die Amerikaner: "Diese Krise aber, das sollte man nicht vergessen, kommt aus Amerika, dem Land der unbegrenzten Schuldenmacherei, das zuerst die Finanz- und dann die Weltwirtschaft in den Abgrund gezogen hat. Und so ist es auch bei Conde Nast und der deutschen Vanity Fair, auf die der Verlag angesichts von Investitionen, die sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen dürften, nie und nimmer verzichten würde, ginge nicht auch dort die Malaise von den amerikanischen Verhältnissen aus." Im Interview entschuldigt sich Conde-Nast-Chef Jonathan Newhouse vielmals dafür, dass er noch vor elf Wochen an selber Stelle behauptet hatte, der Zeitschrift gehe es prächtig.

Weitere Artikel: Rainer Hank kündigt an, dass statt eines Romans in den nächsten Tagen die Radioansprachen des nachfrageorientierten Ökonomen John Maynard Keynes aus der Zeit der Depression abgedruckt werden. Dort lernen wir, dass der "Staat als Ersatznachfrager einspringen und mit viel Geld klotzen soll" (In eigenartigem Kontrast dazu steht Carsten Knops Kommentar zu GM und Opel auf Seite 1 des politischen Teils: "Es ist Zeit für eine Insolvenz... Ein Konkurs von General Motors aber wäre auch für deren deutsche Tochtergesellschaft Opel die beste Lösung. Nur dann könnte man versuchen, aus der Konkursmasse die Teile von GM zusammenzubauen, die man braucht, um aus Opel tatsächlich wieder einen eigenständigen, mittelgroßen Anbieter von Mittelklasseautos zu machen.")

Dirk Schümer hat sich schon vor der Premiere am Freitag ein Bild von der historischer Aufführungspraxis sich nähernden Inszenierung von Händels Oper "Radamisto" in Karlsruhe machen können. Rainer Hermann erklärt, was es mit der nun tatsächlich kommenden Istanbuler Künstlerakademie Tarabya auf sich hat. Tobias Rüther weiß, wie man mit "Durchhaltefibeln" durch die Krise kommt. In der Glosse meditiert Edo Reents über Eier- und Propellerköpfe. Auf der Kinoseite porträtiert Rüdiger Suchsland den amerikanischen Drehbuchautor ("Taxi Driver") und Regisseur ("Affliction") Paul Schrader, den er anlässlich des Deutschlandsstarts seines neuen Films "Ein Leben für ein Leben" zum Gespräch traf.

Besprochen werden Karsten Wiegands Inszenierung von Charles Gounods "Faust" an der Berliner Lindenoper, Thomas Langhoffs Inszenierung von Federico Garcia Lorcas Stück "Dona Rosita" am Berliner Ensemble, kurz und knapp: Calixto Bietos "Lulu"-Inszenierung in Basel und eine Aufführung von Haydns "Orlando paladino" in Gießen, außerdem die "Rothko/Giotto"-Ausstellung in der Berliner Gemäldegalerie, eine Vitrinenausstellung von neu aufgefundene Dokumenten aus dem Leben Heinrich Manns in der Berliner Akademie der Künste, ein Konzert der Band Bloc Party in Köln, Pierre Morels Thriller "96 Hours" und Bücher, darunter Hari Kunzrus Roman "Revolution" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

TAZ, 19.02.2009

In einem Interview über seinen außergewöhnlichen Holocaust-Film "Adam Resurrected - Ein Leben für ein Leben" auf der Grundlage des Romans "Adam Hundesohn" von Yoram Kaniuk erklärt Paul Schrader, weshalb Jeff Goldblum allein für diese Rolle geboren worden sei und warum der Film, wie wir ihn kennen, inzwischen eine Sache des 20. Jahrhunderts ist. Ronald Berg begeistert sich für das minimalistische Setting der Ausstellung "Rothko/Giotto" in der Berliner Gemäldegalerie, die aus nur drei Bildern besteht und zum eingehenden Vergleich einlädt. Vor allem Sean Penn in der Hauptrolle von Gus van Sants Film über den ersten homosexuellen amerikanischen Politiker Harvey "Milk" überzeugt Diedrich Diederichsen von diesem Biopic, das auch auf aktuelle Backlash-Trends wie massiv homophobe Kampagnen gegen gleichgeschlechtliche Ehen reagiert. Und Thomas Schramme erinnert an Filippo Marinetti und sein erstes Futuristisches Manifest, das am 20. Februar 1909 erschien; der Text erscheint in voller Länge in der April-Ausgabe der Zeitschrift Polar.

Auf den Tagesthemenseiten erklärt Kommunikationswissenschaftler Friedrich Krotz, warum sich der Kapitalismus selbst ruiniert habe und die derzeitigen Rettungsmaßnahmen die eigentliche Krise darstellen. "Warum aber, so eine der Fragen, über die Medien und Regierung hinweggehen, warum werden dann die Banken mit Geld gefüttert und nicht die Familien und Haushalte, die ihre Kreditzinsen nicht mehr bezahlen können? Dann bekäme das Banksystem Geld, und zugleich würden Eltern und Kinder nicht aus ihren Häusern gejagt. Vermutlich würde dann allerdings deutlich werden, dass die sogenannten faulen Kredite nicht mehr als ein kleiner Auslöser der Krise waren."

Hier Tom.

SZ, 19.02.2009

Dass die deutsche Vanity Fair möglicherweise doch nicht vom bösen Internet oder den Amerikanern ruiniert wurde, sondern von deutschen Redakteuren und Managern, erfahren wir auf der Medienseite von Marc Felix Serrao: "Es gibt viele Gründe, weshalb Vanity Fair weder unter Poschardt noch unter dem etwas bescheideneren Albrecht profitabel wurde. Der wohl wichtigste Grund, heißt es auch intern, war die eigenartige Vermarktungsstrategie des langjährigen deutschen Conde-Nast-Chefs Bernd Runge, die so gar nicht zur angestrebten elitären Leserschaft passen wollte."

Im Feuilleton geht der Theologe Friedrich Wilhelm Graf beim Thema "Patientenverfügung" recht hart mit den Kirchen in Deutschland ins Gericht: "Im Streit um Sterbebegleitung sind die Kirchen den gesellschaftlichen Erwartungen nicht gerecht geworden. Lange Zeit ignorierten sie die Sorgen und Nöte jener Bürger, die an ihrem Lebensende nicht zum wehrlosen Objekt sinnloser 'Apparatemedizin' werden möchten. Und im aktuellen Streit um Reichweite und rechtliche Verbindlichkeit von Patientenverfügungen setzen sie abermals auf autoritäre Bevormundung freier Bürger. Ihre paternalistische Sprache der 'Fürsorge' kann nicht verdecken, dass nur das Grundrecht auf freie Selbstbestimmung unterlaufen wird."

Zwei ganze Sonderseiten widmet das Feuilleton, zu dessen 100. Veröffentlichungstag, dem Futuristischen Manifest und seiner Bedeutung damals und heute. Holger Liebs verortet Marinetti in der Kunst, Lothar Müller untersucht seine Beziehung zur englischen Avantgarde und Reinhard J. Brembeck schreibt über futuristische Musik und ihre Probleme. Kia Vahland erklärt, wie die Futuristen den Humanismus überwinden wollten, Gerhard Matzig weiß, dass nicht Anarchie, sondern nur Ökonomie aus dem Futurismus wurde und Thomas Steinfeld informiert darüber, wie das Jubiläum in Italien begangen wird.

Weitere Artikel: Andrian Kreye kommentiert einen ersten Teilsieg der Filesharing-Schweden aus der Pirate Bay, zweifelt aber ohnehin grundsätzlich am Sinn des Prozesses: "Mehreren Millionen Kleindiebe wird man per Gesetz sowieso nicht Herr." Till Briegleb kann der Hamburger Hafencity aus architektonischer Sicht wenig abgewinnen. Aus der Begeisterung (?) für den neuen Wirtschaftsminister Karl Theodor et cetera Freiherr von und zu Guttenberg glaubt Johan Schloemann ein zum Positiven gewandeltes Adelsbild ablesen zu können. Petra Steinberger weiß, was die Designforschung an Plakaten aus dem libanesischen Bürgerkrieg interessiert. Lothar Müller gratuliert dem Filmemacher und Schriftsteller Thomas Harlan zum Achtzigsten. Auf der Literaturseite schreibt Stefan Weidner den Nachruf auf den sudanesischen Erzählers Tajjib Salich.

Auf der Kinoseite gibt es ein Interview mit Gus van Sant und Dustin Lance Black, Regisseur und Drehbuchautor von "Milk", sowie ein Gespräch mit Josef Hader, der in der dritten Wolf-Haas-Verfilmung "Der Knochenmann die Hauptrolle spielt. Fritz Göttler weist auf Neues von Straub &, postum, auch Huillet hin.

Besprochen werden ein Münchner Konzert des Schlagzeug-Stars Martin Grubinger, Gounods "Faust" an der Berliner Staatsoper, Pierre Morels Film "96 Hours" und Bücher, darunter Egyd Gstättners Roman "Der Mensch kann nicht fliegen - der letzte Tag des Carlo Michelstaedter" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Zeit, 19.02.2009

Im Interview mit Giovanni di Lorenzo und Claus Spahn spricht der Pianist Maurizio Pollini über die Gewissenhaftigkeit italienischer Künstler, die deprimierende politische Lage und den Konservatismus der Jugend: "Was ich bei vielen jungen Künstlern bedaure, ist ihr spärliches Interesse an der zeitgenössischen Musik. Die heute 20- bis 30-Jährigen müssten sich doch unbedingt dafür interesieren. Es wäre außerordentlich wichtig, dass die große und geniale Musik aufgeführt wird, die im zwanzigsten Jahrhundert und bis heute geschrieben wurde. Dass Publikum muss dafür sensibilisiert werden. Bedenken Sie: In den bildenden Künsten genießt die Moderne eine weit größere Aufmerksamkeit als in der Musik."

In der Reihe "Was kommt nach Amerika?" misstraut der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch dem Abgesang auf die USA. Das könnte den Menschenfresser-Regimen dieser Welt so passen, denen eine solch glorreiche Zukunft vorausgesagt wird: "Oh, konstatiere ich, immer dieselben: Brasilien, Russland, Indien, China. Eine ganz einfache private Recherche (per Google, wie Sie sich denken können) führte mich zu den Quellen. BRIC haben 2003 die Analysten der amerikanischen Investmentbank Goldman & Sachs erfunden. Jim O'Neill und seine Leute hatten zweifellos Erfolg - das von ihnen injizierte 'geoökonomische Gedankenvirus' erwies sich als äußerst attraktiv. Am besten gefiel es den Russen. Brasilien, Russland, Indien, China - BRIC. Das sieht ganz zufällig aus - wie eine Qualifikationsgruppe bei der Fußballweltmeisterschaft oder vielleicht eher beim Rasenhockey. Tatsächlich aber ist es viel ernstzunehmender: eine Gruppe von Supermächten, die, folgt man Jim O'Neill und Wladimir Putin, die Welt in einigen Jahrzehnten dominieren werden."

Weitere Artikel: Christiane Grefe besucht Mumbais Elendsviertel Dharavi, über dessen Darstellung in Oscar-nominierten "Slumdog Millionaire" angeblich so große Empörung in Indien herrscht. Katja Nicodemus preist Tilda Swinton für die "Leichtigkeit und unprätentiöse Eleganz", mit der sie über die Berlinale präsidierte. Jens Jessen stellt klar, dass Heinz Erhard nicht harmlos war. Und auch die japanische Free-Jazz-Piansitin Aki Takase verehrt den Wirtschaftswunder-Komiker.

Besprochen werden die Degas-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle und Calixto Bieitos "Lulu"-Inszenierung in Basel.

Im Aufmacher des Literaturteils empört sich Iris Radisch über Tilman Jens' Abrechnung mit seinem Vater Walter Jens. Im Politikteil durchschreitet Wolfgang Büscher 90 Jahre deutscher Geschichte. Im Dossier beschreiben Stephan Lebert und Stefan Willeke, wie die Öffentlich-Rechtlichen sich mit ihrem miesen Programm gerade selbst abschaffen.