Laura Ewert
berichtet in
monopol von der 15. Biennale im Emirat Schardscha: "Es geht um
Post-
Kolonialismus, Flucht, Ausbeutung, Vertreibung, Diaspora. Die Suche nach
Identität in einer Welt, in der man nicht sein soll. Geschichten aus Turkmenistan, aus Madagaskar, Armenien, Palästina, Ägypten, Indien, Pakistan, Südafrika, Peru, Kolumbien, Korea, Australien sind zu hören und zu sehen. Es geht um Arbeitsbedingungen von
Haushaltshilfen in Indien in den Arbeiten von Prajakta Potnis, es geht bei Kader Attia um Architektur in der algerischen Wüste, die vom Westen plagiiert wurde. Es geht um
vom Krieg zerrissene Landschaften in Vietnam in den Fotografien von Pipo Nguyen-Duy. Die Suche nach der afro-kubanischen Familiengeschichte bei María Magdalena Campos-Pons. Um
Landnahme von Native Americans bei Wendy Red Star. Die Zeit des auf den Westen zentrierten Blickes ist eindeutig vorbei." Bleibt für Ewert noch die Frage, "wie man damit umgeht, dass Besucher hier viel über postkoloniale Unterdrückung und Ausbeutung lernen können, aber so gar nichts über die Arbeitsbedingungen von
Arbeitsmigranten in den Vereinigten Arabischen Emiraten."
Weitere Artikel: Büşra Delikaya hat für den
Tagesspiegel eine Ausstellung der iranischen Künstlerinnen
Ghazal Abdollahi,
Farzane Vaziritabar und
Golnar Tabibzadeh in der Berliner Galerie Wentrup
besucht (auf deren Webseite sich leider keine Spur von der Ausstellung findet). Allen dreien geht es darum, die Realität der Frauen im Iran einzufangen und dabei die Individuen aus der Masse zu hervorzuheben: "Die
Auflehnung gegen die Unterdrückung der islamistischen Republik war immer da, die Frauen spielten dabei nie eine passive Rolle. Das drückt auch die Kunst von Ghazal Abdollahi aus.
Benutzte Kaffeefilter wollte sie nicht einfach wegschmeißen, also skizzierte sie darauf Frauen, die
in iranischer Haft sitzen. Die Fotos hatte ihr ihre Mutter zugeschickt, die ebenfalls im Gefängnis ist." Ceyda Nurtsch
stellt auf
Qantara das Online-Portal
"Islamic Art" des Museums für Islamische Kunst in Berlin vor, die im November freigeschaltet wurde: Es ist "die erste Onlineplattform im deutschsprachigen Raum, die auf Deutsch, Englisch und Arabisch Material über die
islamisch geprägten Kulturen fundiert und unterhaltsam aufbereitet hat". Im
Tagesspiegel annonciert Aleksandra Lebedowicz das Festival
European Month of Photography, das im März in Berlin stattfindet. Julia Voss unerhält sich für die
FAS anlässlich der Hamburger Ausstellung "The F* word -
Guerrilla Girls und feministisches Grafikdesign" mit einigen Mitgliedern der femistischen Truppe.
Olafur Eliasson soll an einem Küstenabschnitt von West-Cumbria einen monumentalen "Spiegel des Himmels" bauen,
berichtet Mark Brown im
Guardian: "In Zusammenarbeit mit dem Naturschriftsteller
Robert Macfarlane hat Eliasson einen Wettbewerb gewonnen, bei dem es darum ging, ein wegweisendes öffentliches Kunstwerk für die Küste West-Cumbrias zu schaffen. Das Werk wurde aus vier Ideen ausgewählt, zu denen auch Vorschläge der Künstler Rachel Whiteread und Roger Hiorns sowie des Gartengestalters Piet Oudolf gehörten."
Besprochen werden die
Banksy-Wanderausstellung, die
Zürich erreicht hat (
NZZ) und
Margaret Raspés Ausstellung, "Automatik" im
Haus am Waldsee in Berlin (
FAZ).