Im Geisterreich des Zwanzigsten Jahrhunderts: "Märchen" von Alexander Sokurow "Märchen" ist wohl AlexanderSokurows letzte Filmarbeit. Der vergangenes Jahr in Locarno präsentierte Animationsfilm führt "in ein Schattenreich, wo Europas Protagonisten des Zweiten Weltkriegs, Hitler, Stalin, Mussolini, aber auch Churchill auf Gottes Urteilsspruch warten", schreibt Kerstin Holm in der FAZ. In Russland wurde dem Film die Verleihlizenz verwehrt, wohl auch weil Stalin in dem Film so gar nicht gut wegkommt - auf Youtube ist der Film allerdings, wenn auch ohne vernünftige Untertitel, zu finden. "Es ist eine schwarze Komödie über die Unbesiegbarkeit des Bösen. Die Helden verdoppeln, verdrei- und vervierfachen sich wie durch Knospung, sie reden aneinander vorbei in banalenRepliken, die Sokurow aus Originalzitaten kompiliert hat, jeder in seiner Sprache: Hitler, der Redseligste, verspottet Christus auf Deutsch und schwatzt, die Deutschen müssten die Welt beherrschen, weil sie die besten Soldaten, Baumeister, Musiker, Denker seien - es störten nur die Juden. Stalin fragt ironisch auf Georgisch, wie es wohl seinem geliebten russischen Volk gehe, und brummelt, er habe viel gemetzelt, aber das sei stets verdient gewesen, ein Rasen müsse kurz geschnitten werden bis auf die Graswurzeln. Mussolini schwadroniert auf Italienisch über schöne Uniformen und erscheint mal mit nacktem Oberkörper, mal zu Pferd."
Das Team von critic.de (darunter auch einige für den Perlentaucher tätige Autoren) sendet Notizen mit ihren Entdeckungen auf dem Hofbauerkongress, der sich wie jedes Jahr Anfang Januar in Nürnberg zugetragen hat. Es ist wohl das einzige Festival, bei dem "Animationsfilm neben Schmachtfetzen, Schwulenporno neben Bollywood, Dokumentarfilm neben argentinischem Noir stehen kann, als sei es das Selbstverständlichste der Welt", schwärmt etwa Florian Widegger. "Das Kino wird hier zum derzeit vielbeschworenen Safe-Space - aber unter anderen Vorzeichen: Die Filme selbst sind es, die hier unter 'Schutz' stehen und mit ihnen die Offenheit, Neugierde und die Intelligenz des Publikums." Beeindruckend war etwa DieterGeisslers "Wunderland der Liebe" (1970): Dieser Film "hätte ein peinlicher Pseudo-Report werden können", doch "legt der Film ein gebührliches Maß an Ernsthaftigkeit an den Tag, bei dem sich die Macher tatsächlich für die Menschen und ihre jeweiligen Einstellungen zu interessieren scheinen. Ob Happenings im Pfarrhaus, Performances diverser Bürgerschrecks (u. a. Otto Mühl), der Lebens- und Liebesalltag in einer Kommune - wo ähnlich gelagerte Filme sonst den moralischen Zeigefinger heben und alles, was nicht der Norm entspricht, verurteilen, legen Geissler & Co eine ungewöhnliche Offenheit an den Tag."
Weitere Artikel: Florian Weigl berichtet für critic.de das Berliner Festival "Unknown Pleasures", das aktuellesUS-Indiekino zeigt. Irene Genhart resümiert im Filmdienst die SolothurnerFilmtage. Der Tagesspiegelfragt sich und seine Experten, ob die zweieinhalb deutschen Oscarnominierungen (Wim Wenders geht bekanntlich für Japan ins Rennen) wirklich einein Ego-BoosterfürdendeutschenFilm darstellen. Welt-Kritikerin Marie-Luise Goldmann hältGretaGerwigs nicht als "bester Film" nominierte Komödie "Barbie" (unsere Kritik) für klüger als alle in dieser Kategorie nominierten Filme zusammen. Susan Vahabzadeh porträtiert für die SZ die Schauspielerin KarolineHerfurth. Die vor 80 Jahren uraufgeführte Pennälerklamotte "Die Feuerzangenbowle" mit HeinzRühmann sei nur vordergründig ein harmloser Spaß, aber in Wirklichkeit - "die autoritären Fantasien, der heitere Opportunismus, die Flucht in eine Vergangenheit, die es so nie gab" - ein getarntes Vehikel für NS-Propaganda, schreibt Sonja Zekri in der SZ - dass mittlerweile eine AfD-Politikerin die Rechte daran hält und also mit jeder Auf- und Vorführung daran verdient, komme noch erschwerend hinzu.
Besprochen werden die Amazon-Serie "The Expats" mit NicoleKidman (Tsp) und DitoTsintsadzes Russenmafia-Film "Roxy" mit DevidStriesow (SZ).
Die Zukunft des deutschen Film liegt in der Lust am Intellektuellen: "Wo keine Götter sind, walten Gespenster" von Bastian Gascho (dffb) "Hier ist sie noch, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft des deutschen Films", freut sich Rüdiger Suchsland auf Artechock nach dem Besuch des Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken. "Wo keine Götter sind, walten Gespenster" des dffb-Absolventen BastianGascho etwa entpuppte sich als echte Entdeckung, bis oben hin vollgepackt mit Referenzen für Filmkenner: "Man muss es sehen, denn alles Erzählen kratzt hier nur an der Oberfläche", der Film "ist erkennbar von Godard, Lemke und Thome, aber auch von der Berliner Volksbühne und von Max Linz und Julian Radlmaier beeinflusst. ... Allerdings ist dieser Film besser als Radlmaiers letzte Filme, und auch wenn hier kaum je eine Figur lacht (oder genau darum?), humorvoller. Kamera und Schnitt sind fehlerlos, Kostüme, Ausstattung, Musik sind in Auswahl und Einsatz exzellent, am meisten bewundern muss man aber das Buch und die Regie des Ensembles, bei dem keiner abfällt. ... Ein großartiger Film, genau das, was das deutsche Kino so dringend braucht: Leichtigkeit, LustundSpielfreude, auch Lust am Intellektuellen, ohne dass es in deutsche Schwere und Schwerblütigkeit mündet." In der ARD-Mediathek gibt es ein viertelstündiges Filmgespräch.
Außerdem: Die deutsche Produzentenallianz fordert laut Verdi empfindlicheHonorarsenkungen und die Möglichkeit, zusätzlich kostensenkend KI einsetzen zu können, berichtet Rüdiger Suchsland auf Artechock. Für Artechocksprach Thomas Willmann mit dem Schauspieler PaulGiamatti, der aktuell in AlexanderPaynes "The Holdovers" (besprochen in Tagesspiegel und bei uns) zu sehen ist. Andreas Scheiner resümiert in der NZZ das Schweizer Filmangebot der SolothurnerFilmtage.
Besprochen werden IsaWillingers Dokumentarfilm "Plastic Fiction" (FAZ), die von StevenSpielberg und TomHanks mitproduzierte Apple-Serie "Masters of the Air" (Tsp), HirokazuKore-edas "Die Unschuld", der bei uns erst Ende März anläuft (TA, NZZ), die Paramount-Serie "Sexy Beast" (FAZ) und eine Musicalneufilmung von "Mean Girls" (Tsp, Standard). Und hier der Überblick mit den aktuellen Kritiken von Artechock.
Erneut ein Blick auf die Opfer: "Stella. Ein Leben" mit Paula Beer Mit "Stella. Ein Leben" erzählt KilianRiedhof (mit PaulaBeer in der Titelrolle) die Geschichte von StellaGoldschlag, einer jüdischen Kollaborateurin in Nazi-Deutschland, die vor ein paar Jahren bereits durch Takis Würgers kontrovers diskutierten Roman "Stella" in Erinnerung gerufen wurde. "Die Ambivalenz zwischen Opfersein und Täterschaft ist so sehr Mittelpunkt der Erzählung, dass jede andere Ambivalenz dahinter verloren geht", schreibt Robert Wagner im Perlentaucher. "Zuweilen lässt sich kaum das Gefühl abschütteln, dass wir Argumente Für und Wider geliefert bekommen, die vor allem uns, die Zuschauer, dazu befähigen sollen, auszudiskutieren, ob sie eher Täter oder Opfer war." Mitunter gerät der Film "zur Kitsch-Experience des hundertfachGesehenen", ärgert sich Andreas Kilb in der FAZ. "Weil er für alles, was er zeigen will, eine Formel findet, findet der Film für nichts eine Form."In der tazlobt Wilfried Hippen PaulaBeers schauspielerische Leistung: "Da stimmt jeder Ton und jede Geste. "
"Durchaus zu Unrecht" wurde der Film bei seiner Premiere beim Filmfest Zürich verrissen, findet Gunda Bartels im Tagesspiegel: "Nicht psychologisieren, sondern nachspüren, wie aus Stella die 'Greiferin' werden konnte, das ist die durchaus angreifbare, aber erzählerisch überzeugend ausgeführte Haltung des Dramas." Riedhof "zeigt die spätere Antisemitin Goldschlag, die von 1943 bis 1945 für den Tod hunderter, womöglich tausender Menschen verantwortlich war, als Menschen. Was könnte beunruhigender sein?" Sophie Albers Ben Chamo sah den Film für die Jüdische Allgemeine bei einem Special Screening, bei dem auch MichelFriedman zu Gast war. Dieser "entschuldigt sich zuerst höflich, vernebelt die Köpfe mit ein paar Abschweifungen, sagt, dass er nichts bewerten wolle, um dann in aller Schärfe rauszuhauen, was er denkt: Die Nachfahren der Täter sollten endlich damit beginnen, sich die Taten in ihren eigenen Familien anzusehen, anstatt auf die Opfer zu starren, die zu all dem rein gar nichts konnten. 'Damit wir lernen, wie das Gift des Hasses überhaupt in die Menschen eindringen konnte.'"
Immer perfekt auf der Kippe: Dominic Sessa (re.) neben Paul Giamatti in "The Holdovers" AlexanderPaynes "The Holdovers" erzählt von einem Internat um 1970. Perlentaucher Kamil Moll ist nicht nur begeistert vom großartigen PaulGiamatti in der Hauptrolle ("ein Richard Dreyfuss unserer Zeit" mit einer "eigenen Comedy-Methodik"), sondern auch vom ganzen Film, der seinen Regisseur nach einer kurzen, aber irrigen Blockbuster-Phase wieder ganz auf dem Pfad der Tugend angekommen zeigt mit diesem "charakterzentrierten Dramenkino mit Komödiensensibilität": "Möglicherweise ist dieser Rückgriff auch ein Blick nach vorne: Zu einem Zeitpunkt, an dem das den amerikanischen Mainstream dominierende Franchise-Kino der letzten anderthalb Jahrzehnte kommerziell immer weiter ausbrennt, ist 'The Holdovers' einer der bislang entschiedensten und gelungensten Versuche einer restaurativen Besinnung auf lange brachliegendeGenre-Traditionen, die wieder einen neuenAnfang verheißen könnten." Bert Rebhandl freut sich in der FAZ über die Entdeckung von DominicSessa, der hier in der Rolle des Angus sein Kinodebüt gibt: Er spiel "vibrierend, immer perfekt auf der Kippe."
Weitere Artikel: Dass bei den Oscarnominierungen zwar RyanGosling als Ken, aber nicht MargotRobbie als Barbie und vor allem nicht GretaGerwig als "Barbie"-Regisseurin nominiert wurden, sorgt bei vielen für erwartbaren Ärger, schreibt Beate Hausbichler im Standard. Valerie Dirk formuliert im Standard zu diesem Eklat (den Pascal Blum im Tagesanzeiger einfach nur peinlich findet) drei Thesen und zwei Fragen. Katrin Gottschalk lässt in der taz zumindest ein bisschen die Luft aus dem Ärger raus: Dass Margot Robbie nicht als beste Schauspielerin nominiert ist, findet sie völlig in Ordnung, aber Greta Gerwig wurde hier um eine verdiente Chance auf ihren ersten Goldjungen gebracht. Leonie C. Wagner porträtiert für die NZZSandraHüller.
Besprochen werden StephanKomandarevs rumänischer Film "Eine Frage der Würde" (taz), KatrinRothes Animations-Biopic "Johnny & Me" über JohnHeartfield (Freitag), die "Mean Girls"-Neuverfilmung in Form eines Musicals (Presse) AntoninSvobodas MeToo-Drama "Persona Non Grata" (Standard), SebastianBrauneis' "Die Vermieterin" (Standard), die Netflix-Serie "Griselda" (taz) und die Apple-Serie "Masters of the Air" (Zeit Online). Außerdem informiert uns das SZ-Team welche Filme sich in dieser Woche lohnen und welche nicht. Und hier der Überblick über alle Filmkritiken des Filmdiensts zur aktuellen Kinowoche.
Hat gut lachen: Sandra Hüller in "Anatomie eines Falls" Die Oscarnominierungenstehen fest - und SandraHüller ist für "Anatomie eines Falls" (unsere Kritik) tatsächlich in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin" nominiert. Außerdem sind İlkerÇatak (für seinen Film "Das Lehrerzimmer", außerdem hier im Gespräch mit Zeit Online) und WimWenders (für "Perfect Days") für den besten internationalen Film nominiert - Wenders geht allerdings für Japan ins Rennen. Das "Barbenheimer" benannte Blockbuster-Konkurrenz der letzten Sommer-Saison zwischen "Oppenheimer" und "Barbie" ist im übrigen fast schon vorab entschieden: 13 Nominierungen sind es für Nolans Atombombenverfilmung, lediglich acht für Greta Gerwigs Spielzeugverfilmung - Andrey Arnold in der Pressemit Details. Außerdem freut sich Arnold riesig über die internationale Anerkennung, die Sandra Hüller in den letzten Monaten zuteil wurde: Ihr liegt das "Rollenfach der stetsUneindeutigen. In einer Zeit, in der das Symbol- und Typenhafte regiert, lassen sich ihre Filmfiguren selten auf eine Interpretation reduzieren. Das floskelhafte Adjektiv 'vielschichtig' trifft auf sie wirklich zu. Und paart sich mit einer emotionalen Intensität, die nicht nur im deutschen Film ihresgleichen sucht, weil ihr das Deklamatorische fehlt. ... Beide mimischen Pole, das Verkrampfte, Verlegene und das Impulsive, Eruptive, beherrscht Hüller aus dem Effeff."
"Hüller darf durchaus als eine der Favoritinnen gelten", ist sich Daniel Kothenschulte in der FR sicher, "auch wenn die Konkurrenz beachtlich ist: darunter LilyGladstone, die als erste amerikanische Ureinwohnerin als Beste Schauspielerin nominiert wurde, für ihre bezwingende Darstellung in Martin Scorseses 'Killers of the Flower Moon'. Ebenfalls nominiert sind EmmaStone, die in 'Poor Things' einer Kunstfigur zu enormer physischer Präsenz verhalf, und Carey Mulligan, die in 'Maestro' mit leiser Hand ihren Filmpartner und Regisseur Bradley Cooper geradezu an die Seite der Leinwand spielte." Heide Rampetzreiter ärgert sich in der Presse, dass "Barbie"-Regisseurin GretaGerwig nicht für die beste Regie nominiert ist.
Georg Seeßlen schreibt auf Zeit Online zum Tod des kanadischen Hollywood-Regisseurs NormanJewison. "Im Gedächtnis der Filmkultur wird er nicht nur wegen einiger herausragender und, wie im Falle des Südstaaten-Rassismus-Cop-Thrillers 'In der Hitze der Nacht', auch wagemutigerFilme bleiben, sondern ebenso als Repräsentant einer Zwischengeneration." Er wollte "die heiligen Kühe der Traumfabrikation nicht um jeden Preis in ihrer ewigen Unantastbarkeit bewahren, er hatte aber auch nicht vor, sie berserkerhaft zu schlachten, wie es Jewisons Nachfolgegeneration versuchte. Bei ihm wurden Stars wieder das, woraus sie ursprünglich entstanden waren, nämlich Schauspielerinnen und Schauspieler, und bei ihm wurden die Hollywood-Genremythen ebenso wie die großen Showelemente nicht zerstört, öffneten sich aber stets zu einem menschlichen und sozialen Hintergrund." Weitere Nachrufe schreiben Edo Reents (FAZ) und Harry Nutt (FR).
Weiteres: Thomas Abeltshauser spricht für den Freitag mit dem Regisseur AlexanderPayne über dessen (in der tazbesprochenen) Film "The Holdovers". Die DeutscheKinemathek wird, nachdem das Berliner Filmhaus 2025 seine Tore schließen wird, zumindest fürs Erste im nahegelegenen Umspannwerk eine Übergangsheimat finden, meldet Andreas Busche im Tagesspiegel. Besprochen werden KilianRiedhofs "Stella" mit Paula Beer (FD, SZ), die Musical-Neuverfilmung von "Mean Girls" (Welt), Dito Tsintsadzes "Roxy" (FD) und die Netflix-Serie "Boy Swallows Universe" (taz).
Gestern hat die Berlinale ihr Programm präsentiert. Hier der Youtube-Stream der Pressekonferenz in voller Länge, Andreas Kilb (FAZ) und Christiane Peitz (Tsp) fassen aber auch die wichtigsten Informationen bündig zusammen. Felicitas Kleiner räumt im Filmdienst gerne ein, dass sie anfangs skeptisch war, ob dieser Abschlussjahrgang für das Duo Rissenbeek/Chatrian nicht etwas sehr in der Luft hängen werde - doch am Ende spricht das Programm für sich: Filme von unter anderem BrunoDumont, OlivierAssayas, MatthiasGlasner, AndreasDresen, ViktorKossakowski sowie SeverinFiala und VeronikaFranz locken ein informiertes Arthauspublikum nach Berlin. "Stolz können die Programm-Macher nicht zuletzt darauf sein, dass es ihnen gelungen ist, AbderrahmaneSissako, den Grand Seigneur des afrikanischen Kinos, mit seinem jüngsten Film für den Wettbewerb zu gewinnen."
Andreas Busche hält im Tagesspiegel schon mal Rückschau auf die nur fünf Jahrgänge währende Ära der Festival-Doppelspitze: "Zwar hat Chatrian durchaus gezeigt, wie man ein Filmfestival von der Größenordnung Berlinale kuratorisch gestalten kann. Er hat aber auch kein Mittel gegen die Unwägbarkeiten des globalen Kinomarktes und die Konkurrenz Cannes und Venedig gefunden. Das sind Hoffnungen, die sich künftig auf die NachfolgerinTriciaTuttle fokussieren. ... Wobei sich das Berliner Publikum, das zeigt schon die Zahl der verkauften Tickets im vergangenen Jahr, durchaus bereit gezeigt hat, der cinephilen Neugier des Festivalchefs zu folgen. ... Dass Chatrian und Rissenbeek in ihrem letzten Jahr eine Art Mangelwirtschaft verwalten müssen (ohne Not übrigens, wie sich nach der kurzfristigen Budgetaufstockung durch Roth heraugestellt hat), ist leider bezeichnend für ihre glückloseAmtszeit, die von globalen Krisen geprägt war." Außerdem berichten Tim Caspar Boehme (taz) und Thomas Hummitsch (Intellectures) von der Programmpräsentation.
Außerdem: Andreas Scheiner hat für die NZZ mit dem Schauspieler PaulGiamattigeplaudert, der aktuell als Scheusal in "The Holdovers" zu sehen ist. Die Agenturen melden, dass Hollywood-Regisseur NormanJewison im Alter von 97 Jahren gestorben ist. Besprochen werden RomanPolanskis "The Palace" (Welt, unsere Kritik) und die Paramount-Serie "The Curse" mit EmmaStone (Presse).
Alles ist ausgeschnitten: "Johnny & Me" von Katrin Rothe (Real Fiction) Wolfgang Hamdorf spricht für den Filmdienst mit der Animationsfilmerin KatrinRothe über den Collagenkünstler JohnHeartfield, dem sie sich in ihrem zwischen Doku und Fiction sowie zwischen Real- und Trickfilm changierendem "Johnny & Me" nähert. Gegenstand und Form passen da ganz wunderbar zusammen, immerhin ist Heartfield "ein Collagenkünstler, den man wunderbar mit Collagenanimationsfilm zum Leben erwecken kann. ... Mein Film ist handgemacht, alles ist ausgeschnitten. Ich bewege die Teile Bild für Bild einzeln via Stop-Motion unter der Kamera. Die Bilder werden dann in den Computer übertragen. Man sieht das Ergebnis sofort, man kann es kontrollieren. Der gestalterische Prozess ist intuitiver, das spürt man im Film; die Animationen sind von ganz großartigen Animatoren gemacht, die diese Pappe unwahrscheinlich lebendig werden lassen und John Heartfield dadurch ganz nahebringen. Der Film ist auch eine Einladung zu eineinhalb Stunden 'digital detox'; man sieht alte Scheren und alte Schachteln."
Hin und weg ist Marcus Hammerschmitt in der Jungle World von den vier auf Geschichten von RoaldDahl basierenden Kurzfilmen, die WesAnderson für Netflix gedreht hat: Nicht nur, wie Anderson die Puppenstubenhaftigkeit seiner Ästhetik immer weiter dekonstruiert, imponiert ihm, sondern auch, wie der Filmemacher Dahl vor Dahl rettet: Zu sehen gibt es in den Filmen "Kritik an Klassendünkel, Rassismus und Grausamkeit", aber "wurde Roald Dahl in den vergangenen Jahren nicht vorgeworfen, er habe in seinen Geschichten und in Interviews selbst Rassismus, Antisemitismus und Sexismus verbreitet? In der Tat, und die Vorwürfe lassen sich gut begründen. Den Hass auf Israel und die Juden, den Dahl vor allem in späteren Jahren geäußert hat, kann man fast als Blaupause für die derzeit wieder einmal aufblühende antisemitische Hetze sehen. Wes Anderson ist mit seinen neuen Dahl-Verfilmungen eine schwierige Mission geglückt: Er hat den wunderbaren Erzähler vor dem hasserfüllten Schwätzer Dahl in Schutz genommen und das an Dahl gerettet, was gerettet werden konnte und sollte."
Nachdem die Grimmepreis-Jury mitgeteilt hat, dass sie zu wenig gutes Material vorliegen hatte, um ihre vollen 15 Nominierungsplätze auszuschöpfen, gibt es in der deutschen Filmbranche wieder schlechte Stimmung. Auf Welt+ kann Marie-Luise Goldmann das gar nicht verstehen: Ob in den Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen oder im Streamingangebot der kommerziellen Anbieter - selten habe es geballt so viele überzeugende deutsche Produktionen gegeben wie in den letzten Monaten. Auch künstlerisch stimme die Lage: "Wann hatten wir zuletzt eine Schauspielerin mit solch internationaler Strahlkraft wie SandraHüller? Wann war Deutschland bei einer Oscar-Verleihung je so präsent wie in den vergangenen zwei Jahren? So viele Probleme Deutschland aktuell auch hat - reden wir uns nicht schlechter als wir sind."
Außerdem: Matthias Lerf erzählt im Tages-Anzeiger von seiner Begegnung mit dem Schauspieler PaulGiamatti. Mariam Schaghaghi spricht für die Presse mit WillemDafoe über dessen neuen Film "Poor Things" (unsere Kritik). Die Filmkritikerin (unter anderem für den Perlentaucher) Olga Baruk kommt als junge Mutter zwar kaum mehr zum Filmeschauen, erzählt sie auf Zeit Online, aber dafür entschädigen sie die Geräusche aus der Nachbarwohnung. Besprochen werden RomanPolanskis "The Palace" (FAZ, unsere Kritik) und KaoutherBenHanias Dokumentarfilm "Olfas Töchter" (FAZ).
Das Berlinale-Forummeldet auf Facebook, dass nun auch SuneilSanzgiri ihre Installation "Two Refusals" wegen Unterstützung der Kampagne "StrikeGermany" aus dem Festivalprogramm abgezogen hat. Zuvor hatte AyoTsalithaba seinen Film "Atmospheric Arrivals" zurückgerufen, um damit ein Zeichen gegen die angebliche "rassistische und faschistische Zensur der deutschen Regierung" zu setzen (für das Elend, zu dem die Hamas die Menschen im Gazastreifen, mit denen er sich angeblich solidarisiert, seit vielen Jahren verdammt, findet der Filmemacher allerdings keine vergleichbar deftigen Worte). Die unterwürfige Reaktion der Festivalsektion ärgert wiederum den Filmemacher ChristophHochhäusler in einem Facebook-Kommentar darunter: "Es ist mir unverständlich, warum ihr so einfühlend von 'Respekt" und 'Gewissensfreiheit' schreibt, während Ayo Tsalithaba (...) eine maximal diffamierende, uniformierte Position einnimmt, die eine Diskussion gar nicht mehr zulässt. Das sanfte Säuseln eures Bedauerns gegenüber diesem Affront passt für mich nicht zu der Tatsache, dass ihr ein öffentlich finanziertes Festival seid."
Außerdem: Elmar Krekeler spricht für die Welt mit dem Schauspieler FelixKramer, der in der ARD-Mysteryserie "Oderbruch" (besprochen in der FAZ) die Hauptrolle spielt. Bei einem Abend in Wien wurden neue, geförderte Drehbücher vorgestellt, berichtet Valerie Dirk im Standard. Magdalena Pulz porträtiert für den Tages-Anzeiger den Schauspieler JacobElordi. Bully Herbig dreht 2024 eine Fortsetzung seines Blockbusters "Der Schuh des Manitu", meldet David Steinitz in der SZ.
Besprochen werden KaoutherBenHanias "Olfas Töchter" über junge Tunesierinnen, die sich dem IS anschließen (Tsp), Adrian Goigingers "Rickerl" mit VoodooJürgens (Standard), die indische Netflix-Serie "Killer Soup" (Presse) und die auf Paramount gezeigte Serie "The Woman in the Wall" (FAZ).
Rüdiger Suchsland wundert sich auf Artechock darüber, dass das Aus für die beiden Vorstände der BabelsbergerFilmstudios auffallend zögerlich nach Außen kommuniziert wurde. Um die Studios, in den Neunzigern noch als Hoffnungsträger für einen international attraktiven Produktionsstandort Deutschland gehandelt, steht es in letzter Zeit sehr schlecht: "Die Pandemie hat Babelsberg getroffen, die allgemeine Kinokrise ist viel stärker geworden. Es gab Kurzarbeit und Auftragsmangel. Und es gab 2023 keine einzige Hollywoodproduktion - natürlich haben da die Streiks in den USA auch nicht geholfen. Zugleich leiden Filmstudios heute keineswegs unter Auftragsmangel. Studios sind im Prinzip gut beschäftigt. Aber die deutschen Studios können - auch wegen der VersäumnissederFilmförderung - nicht mit der scharfen internationalen Konkurrenz mithalten. Selbst deutsche Produktionen - Kino wie Serien - drehen in Budapest und Prag oder in Rumänien. In diesen Ländern locken nicht zuletzt Steuervorteile die Produzenten."
Rettet den Stummfilm, ruft Patrick Holzapfel in der NZZ anlässlich des Stummfilmfestivals im Filmpodium Zürich. Dabei geht es ihm zwar auch, aber beileibe nicht nur ums Archivieren und Verwalten. Sondern vor allem ums freudige Wiederentdecken und Schöpfen aus den Vollen: Denn "im Stummfilm herrscht ein ungetrübter Glaube an die visuellen Möglichkeiten vor. ... Sieht man Stummfilme, kann man nicht aufs Handy schauen oder bügeln, denn man würde alles verpassen. Lässt man sich auf sie ein, merkt man erst, wie vollgetextet die meisten Bilder sind, die heute produziert werden. Ständig werden uns potenzielle Bedeutungen vorgekaut und Interpretationen ins Ohr gesetzt. Seien es Sportkommentatoren, unzählige Podcasts und Talkshows oder Filme, in denen mehr geredet wird, als man hören kann. Oft wird von unerträglichen Bilderfluten berichtet, längst aber sind es die Interpretationen der Bilder, vor denen man sich retten muss. Stummfilme bieten da trotz den bisweilen erklärenden Zwischentiteln einen anderen, durchaus befreienden Ansatz", in ihren hält sich "eine aufregendeAmbiguität".
Weitere Artikel: Der Londoner Filmemacher AyoTsalithaba hat im Zuge der "Strike Germany"-Kampagne seinen Film "Atmospheric Arrivals" aus dem Programm des Forum Expanded der Berlinaleabgezogen. Anna Bitter führt auf Artechock durch die Filme von CatherineBreillat, deren "Im letzten Sommer" (unsere Kritik) gerade in den Kinos läuft. Lukas Foerster resümiert für Cargo das Kölner Symposium "Prozessieren" über juristische Verfahren im Dokumentarfilm. Dunja Bialas empfiehlt auf Artechock die Retrospektive ClaireSimonim Filmmuseum München. Arne Koltermann blickt für den Filmdienst auf die Geschichte des Radios im Film. Marian Wilhelm informiert sich für den Standard, was es mit dem neuen Berufsfeld der IntimitätskoordinationbeiDreharbeiten auf sich hat. Eva Dinnewitzer schaut sich für die Presse den Hype um Jeremy Allen Whites Muskelpakete genauer an.
Besprochen werden YorgosLanthimos "Poor Things" (Welt, unsere Kritik), FrancoRossos Musikfilm "Babylon", der laut Robert Wagner auf critic.de "jede Menge trotzigen Groove" bietet, und die ARD-Serie "Oderbruch" (Tsp). Hier außerdem der Überblick über die Artechock-Kritiken zur aktuellen Kinowoche.
Unzeitgemäß, aber in seiner Mechanik komisch: "The Palace" von Roman Polanski In der SZ verteidigt FritzGöttlerRomanPolanskis neue, nicht nur beim Filmfestival Venedig, sondern jetzt auch zum Kinostart ziemlich verrissene und allem Vernehmen nach ziemlich derbe Satire "The Palace". Ohne den Druck eines Festivals im Rücken jedoch "kann man den Film gelassener sehen, sogar Spaß an ihm haben", meint er. "Das Lachen bleibt einem oft im Hals stecken, so absurd und klamottig, derb und zotig ist das alles - so wie das Kino einst angefangen hatte, bevor Chaplin, Laurel & Hardy und Keaton dem Slapstick Eleganz verpassten. ... Gnade aber verlangt der Film gar nicht, nur die Bereitschaft, sich auf die schöne Mechanik des Komischen einzulassen. Vielleicht ist das der simple Affront, auf den Polanski aus war: einen Film abzuliefern, der - keine sogenannte ehrenwerte Abschiedsvorstellung - alle Festivalstandards ignoriert." Karsten Essen vom Filmdienst indessen hält den Film "angesichts der Unmenge an Unzeitgemäßem sowie vieler handwerklicher Fehler" für "schlicht aus der Zeit gefallen". Perlentaucher Michael Kienzl hingegen findet: "So schlecht ist der Film nun auch nicht. Im Vergleich zu Ruben Östlunds thematisch ähnlich gelagerter Reichensatire 'Triangle of Sadness' kann man Polanski seine klassizistischeGenügsamkeit zugute halten." Allerdings wirke Polanskis Schabernack "ein bisschen zu steif, gediegen und angestaubt, um das Potenzial wirklich auskosten zu können".
Weitere Artikel: Hanns-Georg Rodek unterhält sich für die Welt mit der Schauspielerin HannahHerzsprung. In Hollywood halten Stars bei Preisverleihung immer häufiger die Hand vor den Mund, bemerkt Silke Wichert in der NZZ. David Steinitz amüsiert sich in der SZ (online nachgetragen vom Tages-Anzeiger) darüber, dass die Serie "Better Call Saul" es mittlerweile zwar auf 53Emmy-Nominierungen gebracht hat - aber noch nie auch nur einen einzigen Emmy gewonnen hat. Eva Dinnewitzer erklärt in der Presse, warum sich derzeit alle nach dem muskelgestählten Körper von JeremyAllenWhite umdrehen. Der unter anderem für die beiden Meta-Medien-Komödien "Piratensender Powerplay" und "Die Einsteiger" (beide mit ThomasGottschalk und MikeKrüger) bekannte Regisseur SiegfriedRothemund ist tot, melden die Agenturen. Im Dlf Kulturerinnert Ulrich Mannes von der (nach Rothemunds Pseudonym benannten) FilmzeitschriftSigiGötz-Entertainment an den Filmemacher.
Besprochen werden YorgosLanthimos' "Poor Things" (Perlentaucher, FR, FAS, Standard, mehr dazu hier), Behrooz Karamizades "Leere Netze" ("ein eindrucksvoller Film über die Perspektivlosigkeit" im "Leben junger Erwachsener im Iran", schreibt Fabian Tietke in der taz), die DVD-Ausgabe von Erblin Nushis "I Love You More" ("den Namen Erblin Nushi muss man sich merken", versichert Ekkehard Knörer in der taz), WillGlucks Hochzeitskomödie "Wo die Lüge hinfällt" (FR), die ARD-Serie "Oderbruch" (taz) und die auf Disney gezeigten Serie "The Artful Dodger" (FAZ) und "Cristóbal Balenciaga" (Presse). Außerdem informiert das SZ-Team, welche Filme sich in dieser Woche lohnen und welche nicht. Der Filmdienstbietet hier seinen Überblick über alle aktuellen Filmstarts mit Filmkritiken.
Neugierig und getrieben vom Willen zum Wissen: Emma Stone in "Poor Things" Yorgos Lanthimos' Frankenstein-Variante "Poor Things" nach dem gleichnamigen Roman von AlasdairGray hatte schon beim Filmfestival in Venedig alle Herzen und den wichtigsten Preis gewonnen (unser Resümee), nun kommt der Film auch regulär ins Kino. EmmaStone spielt darin das künstliche menschliche Wesen Bella vor prächtigen Sets, sehr zur Begeisterung von FAZ-Kritiker Dietmar Dath: "Die Kulissen dieser Welt haben erfreulicherweise mehr mit Enki Bilal, Moebius und Yacek Yerka zu tun als mit dem abgebrauchten Steampunk-Dekor gängiger Kino-Retrophantastik; in ihnen lebt eher Grandville als Wes Anderson, und das Paris von 'Poor Things' stammt gar aus BenjaminsPassagenvisionen, es ist ein Ort, der 'mit jedem Pflasterstein, jedem Ladenschild, jeder Stufe und jeder Torfahrt in den Traum des Passanten eingehen' kann. Bella vögelt diesen Ort zunächst in Grund und Boden. Dann schält sie sich aus der Brunft als ein Wesen, dem selbst eigener körperlicher Schmerz weniger nahegeht als das Elend anderer, ein Geistgeschöpf aus Neugier und frischer Urteilskraft." Und "wer sich der Übermacht Emma Stones in diesem Film in den Weg wirft, ist verloren." Auf SZ-Kritiker Tobias Kniebe wirkt die Wucht und Spielfreude dieser unbeugsamen Bella wie ein Befreiungsschlag: Der Film "wird angetrieben von der Lust auf Erkenntnis, einem unbedingten Willen zum Wissen, der sich für nichts mehr entschuldigen muss. ... Unvorstellbar, dass Neugier, Offenheit und Unerschrockenheit wieder die Welt beherrschen?" Ein "sehenswertes Spektakel", lobt auch tazlerin Arabella Wintermayr, gibt aber auch zu bedenken, dass der Film dem "malegaze" zuweilen ein bisschen zu sehr nachgibt. Andrey Arnold erinnert in der Presse an Lanthimos' Wurzeln im neuengriechischenAutorenfilm um 2010.
Mathis Rabe sieht auf Zeit Online die Phase der Streaming-Wars an ihre Ende geraten - mit dem lange Zeit angeschlagenen Netflix als möglichem Gewinner. Dort jedenfalls steigen die Abozahlen und Umsätze, während die von den Kinofilm-Konzernen lancierten Streamingdienste - insbesondere Disney - vor einem immer größer werdenden Milliardengrab stehen. Ein Grund dafür ist sicher auch, dass die etabliertenPopkultur-Franchises, auf die Disney vor allem setzt, derzeit allesamt straucheln. "Ein wenig erinnert die Situation an die große Publikumsermüdung der Sechzigerjahre. Auch damals verschwanden die Menschen aus den Kinos, weil die Hollywoodstudios alte Erfolgsrezepte ewig zu wiederholen versuchten. Die Filmemacher der New-Hollywood-Bewegung brachten schließlich durch inhaltliche und ästhetische Experimente die Wende, Klassiker wie 'Die Reifeprüfung', 'Easy Rider' und 'Der Pate' entstanden als Alternativen zum ewigen Western- und Komödien-Einerlei des alten Hollywoods. Damals waren es nicht die großen etablierten Studiobosse, die kreative Antworten auf die Krise ihrer Branche hatten. Und alles deutet darauf hin, dass diese auch heute keine Antworten haben werden. Für den Film an sich muss das keine schlechte Nachricht sein."
Außerdem: Reinhard Kleber hört sich für den Filmdienst bei den Kinos um, wie diese die Coronapandemie verkraftet haben. Während einerseits der GenZ vorgeworfen wird, allzu prüde zu sein und kein Interesse an Sexszenen im Kino mehr zu haben, gehen nun andererseits ausgerechnet die transgressivenDrastiken aus dem aktuellen Amazon-Hit "Saltburn" auf TikTok steil, stellt Andrey Arnold in der Presse überrascht fest. Urs Bühler porträtiert in der NZZ die Schauspielerin CarmenJaquier. Matthias Kalle resümiert für Zeit Online die EmmyAwards. Heide Rampetzreiter wagt für die Presse einen Ausblick aufs Serienjahr2024.
Besprochen werden RomanPolanskis Farce "The Palace" ("nichts als ein schlechter Witz", ärgert sich Gunda Bartels im Tsp), die vierte Staffel von "True Detective" mit JodieFoster (Presse, mehr dazu hier), Ayşe Polats Thriller "Im toten Winkel" (Zeit), LauraKaehrs Dokumentarfilm "Becoming Giulia" über die Tänzerin GiuliaTonelli (FD, SZ) und GarethEdwards' auf Disney gezeigter SF-Film "The Creator" (FAZ).
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Mokhtar Amoudi: Ein ziemlich anderes Leben Aus dem Französischen von Alexandra Baisch. Es gibt Entscheidungen, die ein Leben auf den Kopf stellen. Als Skander aus dem Sommerferienlager zurückkehrt, erfährt er, dass…
Tom Kummer: Freiwürfe mit einem Diktator Es ist ein offenes Geheimnis, dass Kim Jong-un in Bern zur Schule gegangen ist. Jahrzehnte später erhält sein Basketball-Coach Frank eine Einladung aus Pjöngjang - und steht…
Betsy Lerner: Meine goldene Schwester Aus dem amerikanischen Englisch von Cornelia Holfelder-von der Tann. Es heißt, wenn eine Person in einer Familie instabil ist, bringt das die ganze Familie aus dem Gleichgewicht.…
Richard Mabey: Uneigentliche Landschaft Herausgegeben von Judith Schalansky. Aus dem Englischen von Michael Kleeberg. In den frühen 1970er Jahren begab sich Richard Mabey auf eine Expedition, die das Genre des…
Alle aktuellen BuchLink-Leseproben finden Sie
hier