Das
Börsenblatt berichtet vom Verkauf des neuen
"Harry Potter". Hierzulande sorge
ein bislang unbekannter Preiskampf für Aufregung. "Zunächst hatten Online-Anbieter wie
Amazon.de und
Booxtra mit immer neuen Tiefpreisen um die Kunden geworben, doch in letzter Sekunde schoss
Hugendubel den Vogel ab: Mit dem Dumpingpreis von 14,80 Euro und einer bundesweiten Anzeigenkampagne sorgte der Filialist für Aufsehen und Unmut unter Kollegen." In der Anzeige hieß es: "Lieber zu Hugendubel als zu teuer!" "
Peter Hinke (Connewitzer Verlagsbuchhandlung), der 'Harry' V in England eingekauft hatte und daher flexibler kalkulieren konnte, hängte noch am Samstag zähneknirschend die aus der
Leipziger Volkszeitung ausgerissene Hugendubel-Anzeige mit modifiziertem Text ins Schaufenster:
'Lieber zu uns als zu Hugendubel'. Binnen weniger Stunden waren die 30 'Potter'-Exemplare der ersten Staffel zu 14 Euro (!) ausverkauft; so recht freuen konnten sich die Connewitzer darüber nicht."
Mit ihrem fünften
"Harry Potter" habe
Joanne K. Rowling es Zweiflern und Nörglern gezeigt, schreibt
Nicola Bardola in einer Rezension. "Phantasie und Fabulierlust sind so
ungezügelt und frisch wie ehedem. Trotzdem schießt Rowling nicht übers Ziel hinaus: Der bisher umfangreichste 'Potter' hat keine Längen, ist genau so sorgfältig strukturiert wie die Vorgänger und hält sich an den gewohnten Ablauf - von
Ligusterweg-Qualen bis zum Showdown zwischen Lord Voldemort und Harry." Das Buch weise allerdings eine Eigentümlichkeit auf: "Harry ist
nervöser, reizbarer, verzweifelter, ja jähzorniger" - eben in der Pubertät.
Russland schickt sich an, Rekorde zu brechen, meldet das
Börsenblatt. "Rund
100 Autoren und
120 Verlage kommen (zur Buchmesse) nach Frankfurt. Die Russen präsentieren sich in verschiedenen Ausstellungen vom 8. bis 13. Oktober im Forum-Pavillon und haben zudem
2.500 Quadratmeter in Halle 5 gemietet. (...) Der Autor
Viktor Jerofejew sprach von
'Landungstruppen', die zur Messe kommen. Jerofejew zufolge gibt es eine ganze Reihe 'russischer Literaturen'. Jede einzelne Richtung sei autonom, untereinander gebe es kaum Verbindungen."
Nach der Kooperation mit der
Münchner Pinakothek nimmt
DuMont nun auch die Zusammenarbeit mit den
Staatlichen Museen zu Berlin (SMB). "Unter dem Namen
SMB-DuMont werden die Partner künftig in geteilter Verantwortung sämtliche Publikationsobjekte gemeinsam erstellen und vertreiben. Die Bücher werden - wie auch beim Label
Pinakothek-DuMont - in den Museen und im Buchhandel in gleicher Ausstattung und zum gleichen Preis angeboten."
Nach 14 Monaten Pause hat
Oprah Winfrey ihren
Bücherclub mit einem neuen Konzept wiederbelebt; sie empfiehlt nun
keine Neuerscheinungen mehr, sondern
Klassiker. In der Auftaktsendung ging es um "Jenseits von Eden" von
John Steinbeck. "Nur wenige Stunden nach der Sendung war das Taschenbuch bei
Amazon.com auf Verkaufsrang 10 geschnellt. Wie
Publishers Weekly berichtet, hatte der Verlag
Penguin vorab von der Empfehlung erfahren und
600.000 Exemplare nachdrucken lassen. Für gewöhnlich verkauft Penguin von dem Titel 40.000 bis 50.000 Exemplare pro Jahr."
Skonto bei preisgebundenen
Schulbüchern ist unzulässig. Das entschied der Bundesgerichtshof in einem
Grundsatzurteil zur Buchpreisbindung. "Die Richter haben damit der umstrittenen Praxis von Berliner Behörden, bei Aufträgen über preisgebundene Schulbücher Skonto zu beanspruchen, eine Absage erteilt". Geklagt hatten die Verlage
Paetec und
Cornelsen sowie die
Bücherstube Marga Schoeller.
Weitere Meldungen:
Elke Heidenreichs Büchersendung
"Lesen!" beeinflusst auch die Bestsellerliste des
Focus.
Edith Karos verlässt den Börsenverein.
Gemstar beendet nach dem Abzug aus Europa das Geschäft mit E-Book-Lesegeräten komplett; der Verkauf von Content läuft noch bis 16. Juli mit einem Rabatt von bis zu 40 Prozent. Die Bildungsmesse
Didacta findet 2005 in Stuttgart statt.
Klett entlässt die Geschäftsführer der
ÖBV-Holding,
Walter Amon und
Robert Sedlaczek. Der
Börsenverein weiß noch nicht, ob er umziehen will. Nach einer Untersuchung von
Publishers Weekly kommen die fünf größten US-Verlagsgruppen auf einen Umsatz von 4,1 Mrd. Dollar - dies entspreche bei Kinderbüchern und allgemeiner Literatur für Erwachsene einem Marktanteil von 45 Prozent (die fünf Größten sind Random House, HarperCollins, Penguin Group, Simon & Schuster sowie AOL Time Warner). Und die französische Medienkette
Fnac hat Umsatz und Verkaufsfläche gesteigert.
Außerdem liefert Christina Busse einen
Lagebericht zum Lehrstellenmangel im Buchhandel: "An den Berufsschulen müssen bereits die ersten Fachklassen schließen. Dreht sich die Spirale weiter, fehlen der Branche bald gelernte Sortimenter." Stefan Brecht spricht mit
Langenscheidt-Chef
Rolf Müller über Wörterbücher für Schüler, E-Learning und die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Sybille Fuhrmann berichtet von dem Plan,
Ullstein Heyne List zu zerlegen und scheibchenweise der Verlagsgruppe
Random House einzugliedern. Managementberater
Klaus Doppler empfiehlt Unternehmen Anpassungsfähigkeit.
Hardy Haimann beschäftigt sich mit
Zwitter-Titeln - Bücher, die sich nicht eindeutig einer Warengruppe zuordnen lassen und daher in Buchhandlungen möglicherweise weniger erfolgreich sind; einfach, weil sie seltener entdeckt werden. Horst Cremer-Gast und Thomas Blume stellen
vier Frankfurter Buchhandlungen vor, die gemeinsam 100 Jahre alt sind (Berger Bücherstube, Land in Sicht, Tatzelwurm, Ypsilon). Sybille Fuhrmann porträtiert den Zwischenbuchhändler
Umbreit, der im Konzert der Großen hörbar mitspielen will. Uwe Ebbinghaus stellt
Sachbücher aus den Herbst-Programmen vor (mal wieder ziemlich viel über die USA dabei). Nicola Bardola stellt
Corinne Hofmann vor, "die weiße Massai", deren nächstes Buch am 17. August erscheint: "Zurück aus Afrika". Holger Heimann hat
Lothar Wekel besucht, den Inhaber des MA-Verlags
Fourier, Volkhard Bode schreibt über
Elke Adam, Inhaberin der Berliner Buchhandlung
Thaer, und Claudia Schülke über
Karin Kintler, Chefin der Bad Nauheimer Antiquariatsbuchhandlung
Deutsches Buch-Kontor. Ferner bringt das
Börsenblatt einen Nachruf von Ex-
Teubner-Verleger
Heinrich Krämer auf den Hamburger Verleger
Richard Meiner.
Und schließlich kündigt das
Börsenblatt an, dass ab dem 3. Juli auf der
Website der Zeitschrift
die beste Anzeige aus dem jeweils aktuellen Heft gewählt werden kann.
In einem Extra-Teil geht es um
Schaufenster-Dekoration.