Die Buchmacher - Archiv

Börsenblatt

328 Presseschau-Absätze - Seite 20 von 33

Die Buchmacher vom 23.02.2004 - Börsenblatt

Die Leipziger Buchmesse kopiert den Flop der Frankfurter Buchmesse und lässt erstmals einen zeitlich begrenzten Buchverkauf direkt am Messestand zu. Der Direktverkauf werde in diesem Jahr testweise durchgeführt, erfolge nur zum festen Ladenpreis und beschränke sich auf die letzten beiden Stunden vor Messeschluss, meldet das Börsenblatt. Der Schritt sei in Abstimmung mit der Messebuchhandlung erfolgt und komme vor allem kleineren und Kleinstverlagen entgegen.

Individualität schafft Erfolg, glaubt Unternehmensberater Jörg Winter. Auf den Sortimentsbuchhandel bezogen, werde dies oft verkannt. Inhabergeführten Buchhandlungen rät Winter, den Fokus zu verengen, sich auf eine Hauptkundengruppe zu spezialisieren und diese optimal und mit hohen Umsatzanteilen zu bedienen. Qualität entstehe durch Beschränkung. Das Einkaufen nach Reihen oder Verlagen sei dem titelbezogene Einkaufen ganz klar vorzuziehen.

Der Kölner Autor Frank Schätzing hat lange Zeit gespannt auf den heutigen Tag gewartet. Denn heute, am Rosenmontag, erscheint der 1000 Seiten fassende Endzeit-Thriller "Der Schwarm" (mehr) mit einer Startauflage von 100.000 Exemplaren bei KiWi. Für eine sechsstellige Summe soll sich Fischer die Taschenbuchrechte gesichert haben. Während der Recherche für sein neuestes Buch habe er auch viele Experten, Politiker und Forscher, interviewt, erzählte Schätzing dem Börsenblatt. Nach anfänglicher Skepsis hätten sich viele einen halben oder ganzen Tag Zeit für ihn genommen, denn "meine Welt ist für diese Leute genauso faszinierend wie deren Welt für mich."

Random House hat mit einer Reihe personeller Veränderungen die Integration des Heyne Verlags abgeschlossen. Die neue Organisation beruhe auf einer Unterteilung der Programmebene in vier größere Einheiten, erläutert das Börsenblatt. Zur Random House Verlagsgruppe gehörten einschließlich der Imprints 25 Verlage. Die 14 Verlagsteams sollten auch untereinander konkurrieren. Den Heyne Verlag (mit Diana, Ansata und Integral) leitet künftig Ulrich Genzler. Bei Blanvalet (mit Limes und Random House Entertainment) ist Silvia Kuttny an der Spitze. Für die Gruppe btb/Goldmann (mit Manhattan, Arkana und Mosaik) zeichnet Georg Reuchlein verantwortlich. Die Zuständigkeit für C. Bertelsmann Jugendbuch, Random House Audio und Gütersloher Verlagshaus liegt bei Klaus Eck.

Weitere Personalien aus der Buchbranche.

Meldungen: Der mit 26.000 dotierte Kurt-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an den Hamburger Verlag Edition Nautilus. Die Gerüchte, dass Autor Martin Walser Suhrkamp-Geschäftsführer Günter Berg, der zu Hoffmann und Campe wechselt, folgt, halten sich hartnäckig. Der Ulrike Helmer Verlag setzt seine Porträtsammlung von "Bücherfrauen" fort.

Die Buchmacher vom 16.02.2004 - Börsenblatt

Die neue Rechtschreibung wird bis August 2005 erneut modifiziert - so sieht's nach ersten Gesprächen der Kultusministerkonferenz aus. Die endgültige Abstimmung ist im März (siehe auch Archiv). "Eine zweite Rechtschreibreform (und sei es eine schleichende) ist den Kinder- und Jugendbuchverlagen nicht zuzumuten", klagt Beltz-Verleger Ulrich Störiko-Blume auf der Meinungsseite des Börsenblatts. Selbiges gelte für die Schulbuchverlage, die ebenfalls Bücher neu setzen müssten. "Geradezu unseriös ist die immer wieder aufgewärmte Legende, dergemäß ?die Verlage' eine Art permanenter Rechtschreibrevolution befürworten, weil sie daran verdienten", ärgert sich Störiko-Blume.

Kaum ist Ullstein Econ List unter dem Dach von Bonnier und der schwedische Medienkonzern drittgrößte Kraft am deutschen Buchmarkt, denkt Geschäftsführer Viktor Niemann im Börsenblatt laut über Synergien nach. Zwar sollten die Verlage so viel Spielraum wie möglich haben, an verschiedenen Standorten selbstständig agieren und auch ein gemeinsamer Vertrieb komme nicht in Frage, doch würden Teile der Verwaltung künftig zentral angesiedelt und die Verlage nur noch mit einer Auslieferung zusammenarbeiten. Ebenso sei denkbar, sich, was die Druckereien betreffe, zusammenzutun.

Leipziger Buchmesse-Splitter: Rund vier Prozent Ausstellerzuwachs nach den Erwartungen von Buchmesse-Chef Oliver Zille. Erstmals mitwirkend beim Programm: das Kuratorium Haus des Buches (Leipzig) und Der Spiegel. Der ungenierteste Autor, der sich zum Signieren seines "Tagebuchs" angekündigt hat: Altkanzler Kohl. Etwa 1.200 weitere Veranstaltungen im Rahmen des parallel zur Messe laufenden Lesefestivals "Leipzig liest", ein Novum: Live-Performances beim Hörbuch. Hier alle Termine und Teilnehmer.

Die Buchbranche hat sich im Januar erneut gegen den Abwärtstrend im Einzelhandel gestemmt, ein zweistelliges Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat konnten die Hörbücher verbuchen. Ausführlichere Informationen verschickt der Börsenverein monatlich im E-Mail-Newsletter "Branchen-Monitor Buch".

Personalien: Peter Handke wird mit dem ersten, mit 50.000 Euro dotierten Siegfried Unseld-Preis ausgezeichnet. Geehrt werde ein literarischer Nomade, heißt es in der Begründung der Stiftung. Weitere Personalien aus der Buchbranche.

Meldungen: "Literatur & Musik" ist das Motto der Internationalen Frühjahrsbuchwoche, die vom 7. bis zum 15. März in München stattfindet (mehr). Nachdem das Bundeskartellamt Holtzbrinck die Übernahme des Berliner Verlags (u. a. Berliner Zeitung) untersagt hat, legt die Verlagsgruppe Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf ein.

Die Buchmacher vom 09.02.2004 - Börsenblatt

Romane stehen auf der Beliebtheitsskala der Kunden ganz oben. Nach einer vom Börsenverein in Auftrag gegebenen Studie gaben 47 Prozent (von 2000 Befragten) an, Belletristik-Titel zu kaufen (vor fünf Jahren waren's übrigens noch 60 Prozent). Heitere Romane führten das Ranking an, gefolgt von Krimis und Historischen Romanen, berichtet das Börsenblatt. Gedruckte Romane würden lieber als Hörbücher konsumiert, 88 Prozent der Befragten hätten noch nie ein Hörbuch gekauft. Und: Taschenbücher seien ob des Preises deutlich beliebter als Hardcover.

Marken spielen in der Wirtschaft und Gesellschaft eine immer größere Rolle. In der Buchbranche fällt es schwer, Marken zu etablieren, so das Fazit eines Kolloquiums von Marketinexperten. "Verlagen wie auch Buchhandlungen fehlt oft der Mut zum eigenen Profil", kritisierte Georg Rieppel, Vertriebschef bei C.H. Beck. Eine Grundvoraussetzung auf dem langen Weg zur Marke sei die Definition einer klaren Zielgruppe für die eigenen Produkte oder das eigene Sortiment, erläutert das Börsenblatt. Die Kunst liege vor allem in der Beschränkung und der langfristigen Profilpflege.

Ab August 2005 ist die Neue Rechtschreibung verbindlich. Nun berät die Kultusministerkonferenz noch schnell über Änderungen, bevor das modifizierte Regelwerk - frühestens im März - endgültig beschlossen wird. Die Kritik habe sich seit dem Inkrafttreten im August 1998 hauptsächlich auf Teilbereiche der Getrennt- und Zusammenschreibung und auf grammatikalische Sonderfälle bezogen, schreibt das Börsenblatt. Eine grundsätzliche Revision der Regeln sei nicht nötig.

Die jüdische Autorin und Übersetzerin Mirjam Pressler (mehr im Perlentaucher-Archiv) wird mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. Es freue sie, solch einen wichtigen Preis nicht schon mit 30 Jahren bekommen zu haben, sonst wäre sie vielleicht hochmütig geworden, gab sich Pressler bescheiden im Börsenblatt-Interview. Beim Schreiben sei sie keine Kompromisse eingegangen: "Man muss den Mut haben, abseits der flächendeckenden Medienteppiche Eigenes zu weben, auf dem Eigenen zu bestehen und nicht im Mainstream mitzuschwimmen."

Weitere Personalien aus der Buchbranche.

Meldungen: Halleluja! Elke Heidenreich wird am Dienstag in ihrer "Lesen!"-Sendung acht Titel besprechen - welche, hier.

Die Buchmacher vom 02.02.2004 - Börsenblatt

Die Reisen der Verlagsvertreter sind noch nicht abgeschlossen und bisher nur einige wenige Novitäten ausgeliefert, schon macht das Börsenblatt im "Thema der Woche" erste Trends für das Frühjahrsprogramm aus. Durch vorsichtiges Ordern bescheinige das Sortiment den Verlagen einen schwachen Bücherfrühling. Die Buchhändler hofften diesmal auf Überraschungserfolge. Insbesondere Bücher aus der zweiten Reihe hätten die Vertreter schwer schmackhaft machen können.

Chancen für beide Seiten - Buchhändler und Verlage - sieht Georg Rieppel, Vetriebschef des C.H. Beck Verlags, im Streit um angemessene Konditionen. Voraussetzung sei die Rationalisierung auf allen Ebenen. Genau überlegt werden müsse, welcher Partner wann der rentabelste sei (bei Kleinbestellungen das Barsortiment). Rieppel spricht sich für eine konsequentere Honorierung der Leistungen der Sortimenter aus, die aber nicht "zu einseitig an der absoluten Umsatzgröße" ausgerichtet sein sollte.

Unter das Motto "Mein Buch Nr. 1" hat der Börsenverein den Welttag des Buches 2004 gestellt. Die Bücher Nr. 1 der vom Börsenblatt vorab befragten Prominenten lassen an Vielfältigkeit nicht zu wünschen übrig: Börsenvereins-Vorsteher Dieter Schormann favorisiert "Kai aus der Kiste", Literaturkritiker Denis Scheck findet Erika Fuchs' Übersetzungen von "Donald Duck" "genial", Peter Härtling steht auf Rilke-Gedichte und Fernsehjournalist Wolfgang Herles hält Karl Poppers "Offene Gesellschaft und ihre Feinde" für "unübertrefflich".

Seit 1972 ist D. B. Blettenburg für den Deutschen Entwicklungsdienst in Dritte-Welt-Ländern tätig. Für seinen zweiten Job, den des Krimiautoren, wurde er im Januar zum dritten Mal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Zum Schreiben habe ihn tatsächlich sein Interesse an fremden Ländern und Völkern gebracht, erzählte Blettenburg dem Börsenblatt. "Zur Spannungsliteratur bin ich gekommen, weil mich anspruchsvolle Unterhaltung als populäres Transportmittel für Sachthemen überzeugt. Qualitativ gute Unterhaltung hat vor allem etwas mit Haltung zu tun."

Personalien aus der Buchbranche.

Meldungen: Eichborn dementierte Gerüchte, wonach der Autor von "Manieren" nicht der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Asserate, sondern der deutsche Schriftsteller Martin Mosebach sei - Mosebach habe dem befreundeten Autor lediglich Korrekturvorschläge gemacht. Die Else-Lasker-Schüler-Stiftung hat ein elektronisches Lexikon verfolgter Künstler ins Netz gestellt.

Die Buchmacher vom 27.01.2004 - Börsenblatt

Der Bertelsmann Club beschäftigt mit seinen Parallelausgaben weiterhin die Branche. Die einst festgelegten Kriterien für das Preisbindungsgesetz (auf Grundlage des Potsdamer Protokolls, mehr) müssten eingehalten werden. Dafür sprechen sich gleich zwei Interessenvertretungen im aktuellen Börsenblatt nachdrücklich aus: die AG Publikumsverlage im Börsenverein und Preisbindungstreuhänder Dieter Wallenfels. Der mahnt, dass eine für den Buchkäufer verwirrende Vielfalt paralleler Buchausgaben zu unterschiedlichen Preisen die Preisbindung unglaubwürdig mache.

Im Rechtsstreit um auskömmliche Konditionen (siehe auch Archiv) zieht Gerald Unger seine im Alleingang angestrebte Musterklage gegen den Ernst Klett Verlag zurück. Er habe zwar den Eindruck, dass sich das Gericht um Objektivität bemühe, aber mit den Problemen des Buchhandels nicht vertraut sei, wird der Frankenthaler Buchhändler im Börsenblatt zitiert.

Knapp 1000 Bücher hat der Goldmann Verlag zu verschenken. In einer einmaligen Aktion legt er dieser Tage Mark Costellos Roman "Paranoia" (offizielle Auslieferung: 17. Februar) bundesweit in Cafes, an Autobanhnraststätten und in U-Bahnen aus. Der Finder sollte dem Verlag nach der Lektüre idealerweise seine Leseerfahrung auf einer eigens dafür eingerichteten Homepage mitteilen und das Buch dann wieder in die Freiheit entlassen. Scheint jetzt schon ein voller Erfolg, denn egal zu welcher Uhrzeit, ins Paranoia-Leseforum kommt man nicht auf dieser Seite "Sorry, too many clients..."

DuMont hat's mit den Partnerschaften zu Berliner und Münchener Museen vorgemacht. In Zukunft kooperiert Weltkunst mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Münchener Verlagsgruppe möchte elf Museumsführer zu den Dresdener Sammlungen herausbringen, ergänzt durch die Serie "Meisterwerke" mit Highlights aus den Beständen.

Personalien: Offiziell bestätigt ist jetzt, dass Jakob Augstein, Johanna Rauch und Konstantin Richter Nachfolger der geschäftsführenden Gesellschafterin von Rogner & Bernhard, Antje Landshoff-Ellermann, werden - weiterer Gesellschafter ist Marebuch-Verleger Nikolaus Hansen. Mehr Personalien aus der Buchbranche.

Meldungen: 3sat startet am 28. März das Sachbuchmagazin "Bookmark", moderiert von Focus-Chefredakteur Helmut Markwort. Der von Andreas Bethmann im gleichnamigen Verlag herausgegebene Titel "Deep Wet Torture Handbook" ist von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt worden, freigegeben wurde Band 57 der Heftroman-Serie "Lassiter" (Bastei Verlag). Branchenprimus Thalia hat die Nürnberger Großflächenbuchhandlung Campe übernommen, jedoch - laut eigenen Angaben - keine Ambitionen, die insolvente Schrobsdorff'sche Buchhandlung in Düsseldorf weiterzuführen. E-Book-Spezialist Ciando baut seine Zusammenarbeit mit Verlagen und Fachsortimenten aus. Der Historiker Götz Aly hat den im "Internationalen Germanistenlexikon 1800-1950" (mehr) aufgeführten Vorwurf einer NSDAP-Mitgliedschaft von Walter Jens entkräftet. Tagebuch-Experte Walter Kempowski ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die anonymen Aufzeichnungen "Eine Frau in Berlin" (mehr) authentisch sind - dem Eichborn Verlag war vorgeworfen worden, dass der Originaltext möglicherweise geglättet und ergänzt worden sei.

Die Buchmacher vom 19.01.2004 - Börsenblatt

Nach der Heyne-Übernahme durch Random House geht der Verteilungskampf beim Taschenbuch in eine neue Runde. Das Börsenblatt prognostiziert in seinem "Thema der Woche", dass "die Marktmacht des neuen Taschenbuchriesen Konkurrenten wie Handelspartner vor allem bei Vertrieb und Marketing zu spüren bekommen werden". Auch beim Poker um lukrative Lizenzen könnte manchem Mitbewerber die Luft ausgehen. Kleinen Buchhändlern dürfte die Ankündigung von Random House, den Nebenmarkt-Vertrieb in die eigene Hand zu nehmen und die Konditionen stärker an den "Leistungen des Buchhändlers" zu orientieren, Sorgen bereiten.

Mit den Goliaths der Branche nimmt es Tanja Graf gern auf, auch in Zeiten der Krise. Die Mitbegründerin des literarischen Schirmer Graf Verlags (sechs Titel im ersten Programm) schreibt in einem "Standpunkt", dass ein Buch sowohl Kunstwerk als auch Industrieprodukt sei und daher mehrdimensionale Betreuung brauche. "In letzter Zeit scheinen kleinere, unabhängige Verlage, die keiner Konzernzentrale Rechenschaft ablegen müssen, für diese Aufgabe besser gerüstet zu sein." Das belege auch die Tatsache, dass sich in den vergangenen Monaten Belletristik mehr denn je aus unabhängigen (Klein-)Verlagen auf den Bestsellerlisten gefunden habe.

Auf dem Markt zurückgemeldet hat sich der auf jüdische Themen spezialisierte Abraham Melzer Verlag, indem er nach jahrzehntelanger Pause eine Frühjahrsvorschau mit fünf Titeln vorlegt. Vorab erschienen war 2003 Ted Honderichs "Nach dem Terror", das letzten Sommer bei Suhrkamp wegen Antisemitismus-Vorwürfen für Wirbel gesorgt hatte (mehr im Perlentaucher-Archiv).

Der Kindler Verlag stoppte die Auslieferung von Nima Zamars "Ich musste auch töten", nachdem massive Zweifel am Wahrheitsgehalt des Buches nicht ausgeräumt werden konnten. Die Autorin beschreibt darin ihre Zeit als Spezialagentin beim israelischen Geheimdienst. (Auf der Kindler-Homepage wird das Buch übrigens weiterhin als "atemberaubendes Dokument" und "Highlight aus dem Winter 2004" gepriesen).

Mehr Markttransparenz soll die monatliche Analyse "Branchen-Monitor Buch" schaffen, die der Börsenverein in Kooperation mit einem Marktforschungsunternehmen erstellt und ab 11. Februar als E-Mail-Newsletter an Interessierte verschickt.

Personalien: Dr. Julia Schade, zurzeit Verlagsleiterin Buch bei Lübbe, wird zum 1. Juli Programmleiterin Unterhaltung / Belletristik bei den S. Fischer Verlagen. Mehr Personalien aus der Buchbranche hier.

Meldungen: Der promovierte Philologe und Menschenrechtsaktivist Rupert Neudeck hält die Laudatio auf den bosnischen Schriftsteller Dzevad Karahasan, der am 28. März mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet wird. Diplomatisch, ohne Zahlen zu nennen, kommentiert Bertelsmann Club-Sprecher Rocco Thiede die Bilanz nach zwei Wochen Bücher-Bestelldienst (siehe Archiv): "Unsere Erwartungen sind übertroffen worden." Nach Amazons umstrittenem "Search inside the Book"-Service hat jetzt auch Google eine Buchinhaltssuche (die im Börsenblatt angegebene Web-Adresse ist allerdings noch eine Baustelle). Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes baut eine eigene Buchreihe in Deutschland auf. K. P. Herbach, Initiator und Leiter des Berliner Buchhändlerkellers, ist im Alter von 59 Jahren an akutem Herzversagen gestorben.

Die Buchmacher vom 12.01.2004 - Börsenblatt

Der Markt wird immer enger, das dürfte jedem klar sein. Doch wie schlimm ist es wirklich um die Buchbranche bestellt? Die Verfasser der Studie "Brennpunkt Verlage", Medienberater Andreas Becker und Marc Ziegler, prognostizieren bis zum Jahr 2008 Umsatzeinbußen von 800 bis 900 Millionen Euro gegenüber 2002. Außerdem werde es am Ende der Dekade knapp 1600 weniger deutsche Buchverlage geben. Die Verlagsindustrie stehe vor einem längst überfälligen Strukturwandel, erklären Becker und Ziegler im Börsenblatt. Die Verlage hätten versäumt, ihre Unternehmen strikt nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten auszurichten, das Produktmanagement zu straffen und innovative Martketing- und Vertriebskonzepte zu entwickeln.

Während sich viele in der Branche in 2003 sorgen mussten, dürften beim S. Fischer Verlag zum Jahresende die Sektkorken richtig doll geknallt haben: Die Frankfurter erzielten das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Die Titelzahl dürfe nicht zu groß sein, für jedes einzelne Buch müsse man Kraft und Ideen haben und keines könne ohne Assistenz gelassen werden, erläutert Programmgeschäftsführer Jörg Bong sein Erfolgskonzept im Börsenblatt-Interview.

Das Gebrauchtbuch boomt. Auf vier Prozent jährlich schätzt Boris Werts, Chief Operating Officer bei Abebooks, das Wachstum auf diesem Sektor. Der Online-Anteil sei mit 14 Prozent doppelt so hoch wie der des Internethandels mit neuen Büchern, 2006 solle dieser Anteil auf fast 17 Prozent steigen. Bei Gebrauchtbüchern lägen Potenziale brach, davon ist Werts überzeugt. "Für die Buchbranche sollten sie kein Stein des Anstoßes, sondern Anlass zum Ansporn sein - vorausgesetzt die Spielregeln der Preisbindung werden befolgt."

T.C. Boyle will erst mit 95 Jahren in Rente gehen. Das erzählte der 55-jährige Bestseller-Autor und promovierte Literaturwissenschaftler dem Börsenblatt. Schreiben sei eine Form der Abhängigkeit. "Wenn man etwas zu Ende gebracht hat, löst das ein Glücksgefühl aus, das einem Drogenrausch ähnelt. Diese Erfüllung und tiefe Zufriedenheit möchte man immer wieder erleben."

Personalien: Gunnar Schmidt übernimmt ab Februar die Leitung von Rowohlt Berlin. Möglicherweise steht dem Hamburger Verlag Rogner & Bernhard ein Eigentümerwechsel bevor - Jakob Augstein, Sohn des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, soll Interesse bekundet haben. Kerstin Gleba hat seit Januar Prokura und wird Mitglied der Geschäftsleitung von Kiepenheuer & Witsch. Jens Marquardt ist zum Geschäftsführer der Aufbau-Buchverlage ernannt worden. Mehr.

Meldungen: Börsenvereinsvorsteher Dieter Schormann rechnet für 2004 mit einem leichten Umsatzplus, zwischen einem und drei Prozent, im Vergleich zum vergangenen Jahr. Unter dem Dach von Springer Science + Business Media sind der Westdeutsche Verlag und der Verlag Leske + Budrich zum VS - Verlag für Sozialwissenschaften verschmolzen. VS plant jährlich mehr als 500 Novitäten.

Die Buchmacher vom 22.12.2003 - Börsenblatt

Für die Buchbranche werden bessere Zeiten anbrechen. Damit rechnet Börsenvereinsvorsteher Dieter Schormann aufgrund der allgemein positiven konjunkturellen Stimmung in Deutschland. Schormann geht persönlich von einer schwarzen Null am Jahresende aus, wie er dem Börsenblatt erklärte, "denn: Deutschland liest, das zeigt auch das Phänomen 'Harry Potter'."

Der Buchhandel sollte selbstbewusster auftreten. Das rät der Pressesprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, den Sortimentern in einem Börsenblatt-Interview zur Einzelhandelskrise. Buchhändler haben das Problem, dass sie gleiche Produkte zu gleichen Preisen anbieten. Deshalb, meint Pellengahr, müsse der Buchverkauf inszeniert und Buchhandlungen stärker zu Begegnungsstätten, zu Unterhaltungstempeln werden. Ein eigenes Profil zu schaffen, sei ein wesentlicher Faktor.

Nach den Club-Ausgaben unterzieht der Sortimenter-Ausschuss des Börsenvereins jetzt auch die Reader-Ausgaben einer genauen Prüfung. Im Dezember-Katalog der Verlagsgruppe Weltbild habe er bei Readern Preisdifferenzen von 50 bis 60 Prozent zur Originalausgabe festgestellt. Erlaubt sind maximal 40 Prozent. "Die Reader sind durchaus von ähnlicher Brisanz wie der Konflikt mit dem Club", zitiert das Börsenblatt den Ausschuss-Vorsitzenden Rudolph Braun-Elwert.

Personalien: Dr. Mathilde Fischer übernimmt ab Januar die Progammleitung für Artemis & Winkler, Walter und Patmos Geschenkbuch (alle Patmos Verlagshaus). Weitere Personalien aus der Buchbranche.

Meldungen: Die seit kurzem zur Bonnier-Gruppe gehörenden Ullstein Buchverlage (Econ, Claassen, List, Marion von Schröder und Ullstein) ziehen Ende April 2004 von München nach Berlin um - die übrigen Verlage, Piper (München), Carlsen (Hamburg) und Thienemann (Stuttgart), sollen nicht in die Hauptstadt mitkommen. In Klütz (Mecklenburg-Vorpommern) ist die Einrichtung eines Uwe Johnson-Literaturhauses geplant. B.I. / Brockhaus übernimmt zum 1. Januar 2004 den Harenberg Lexikonverlag und den Harenberg Kalenderverlag - Verleger Bodo Harenberg will sich künftig ganz auf das Branchenmagazin Buchreport konzentrieren.

Die Buchmacher vom 16.12.2003 - Börsenblatt

Suhrkamp steht vor dem Neuanfang. Nachdem Geschäftsführer Günter Berg das Unternehmen verlässt, ist der fünfköpfige Stiftungsrat - Hans Magnus Enzensberger, Jürgen Habermas, Alexander Kluge, Adolf Muschg und Wolf Singer - geschlossen zurückgetreten. Die Mitglieder begründeten ihren Rücktritt damit, dass die Entscheidung über die künftige Leitungsstruktur bei Suhrkamp ohne ihre Mitwirkung und ohne ihren Rat gefallen sei. Zum Hintergrund: Ulla Unseld-Berkewicz ist als Stiftungsratsvorsitzende nicht auf ein mehrheitliches Votum des Rats angewiesen, außerdem ist sie seit dem 20. Oktober alleinige Geschäftsführerin der Verlagsleitung GmbH. "Ulla Unseld-Berkewicz kann sich selbst kontrollieren", erläutert das Börsenblatt. Hier ihre Reaktion auf den Rücktritt.

Ein Etappensieg nicht nur für den Sortimenterausschuss: Das Wiesbadener Landgericht hat die einstweilige Verfügung für zwei Titel (von Dieter Bohlen und "Super-Star" Alexander), die vor Ablauf von sechs Monaten im Bertelsmann Club erschienen sind, bestätigt. Für das dritte Buch, "Die Gefangenen" von Guido Knopp, wurde die EV aufgehoben. Es handele sich um ein Begleitbuch zu einer Fernsehserie, ein so genanntes Steckdosenbuch von kurzer Aktualität. Rudolph Braun-Elwert, Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses, begrüßte das Urteil als "richtungsweisend". Für den Club sind die nächsten Instanzen, das Oberlandesgericht und schließlich der Bundesgerichtshof, schon vorprogrammiert. Mehr.

Bei der Auseinandersetzung um die Vergütungsansprüche von Autoren und Verlagen, die von der VG Wort bisher im Verhältnis 50:50 bedacht wurden, ist ein Kompromiss in Sicht. "Die im Verwaltungsrat der VG Wort vertretenen Verlage haben ihre Bereitschaft signalisiert, den Verteilungsschlüssel der VG Wort bei Fachzeitschriften zu Gunsten der Autoren zu verändern", weiß das Börsenblatt. Am 17. Januar werde darüber endgültig entschieden. Bis 2005 soll die Regelung gelten.

Für sein Werk, in dem "Poesie und Philosophie, Tradition und Moderne, Ost und West kunstvoll verwoben" sind, erhält Dzevad Karahasan (mehr hier) den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2004. Hier gibt es weitere Personalien aus der Buchbranche.

Meldungen: Der erst im Oktober gegründete Verlag Schwartzkopff Buchwerke will die von der Einstellung bedrohte Zeitschrift "neue deutsche literatur" übernehmen. Trotz der offiziellen Absage der Bundesregierung werden an der Internationalen Buchmesse Havanna im Februar rund 30 deutsche Verlage und die Stiftung Buchkunst teilnehmen. Um mehr als 50 Prozent ist nach Verlagsangaben die Zahl der Vorbestellungen des Internationalen Germanistenlexikons (de Gruyter) gestiegen - der Spiegel hatte über eine NS-Vergangenheit bekannter Germanisten wie Walter Jens spekuliert.

Die Buchmacher vom 08.12.2003 - Börsenblatt

Über die Integration des Heyne Verlags hat das Börsenblatt mit Random House-Führungskräften gesprochen. Der Erfolg des Unternehmens basiere auf der Unabhängigkeit der einzelnen Verlage innerhalb der Verlagsgruppe, erläutert Geschäftsführer Jörg Pfuhl. Die (Goldmann- und Heyne-Verleger) Georg Reuchlein und Ulrich Genzler hätten bisher miteinander konkurriert und würden das auch in Zukunft tun.

Die "Rückkehr zum Bücher-TÜV" fordert Ulrich Huse, Dozent für Verlagswirtschaft an der Stuttgarter Hochschule der Medien, auf der Meinungsseite des Börsenblatts. Gründe für Qualitätsverluste seien unter anderem die Gier nach Sensationen, Zeitdruck und der zunehmende Verzicht auf Kontrollinstanzen. Dies würde von den Verlagen billigend in Kauf genommen, klagt Huse. Ein Beispiel aus jüngster Zeit: Ulla Ackermanns erfundene Kriegsreportagen (mehr) aus Ostafrika. Huse hält ein neues Qualitätsbewusstsein durch ein starkes Lektorat in Zusammenarbeit mit der Herstellung für dringend notwendig.

Den Schriftsteller, Carl Hanser-Verleger und Akzente-Herausgeber Michael Krüger (mehr im Perlentaucher-Archiv) hat das Börsenblatt anlässlich seines 60. Geburtstags getroffen. Um anspruchsvolle Bücher zu finanzieren, müsse man kaufmännisch denken, ist Krügers Maxime als Verleger. Er selbst beginne den Tag im Verlag mit dem Studium der Zahlen. Auch dies ein Grund dafür, dass der literarische Verlag nie in eine Krise geraten sei, seine, wie er selbst urteilt, "größte verlegerische Leistung". Risikofreudig sei er nicht, ihm fehle der Expansionsdrang, den (sein eigener Verleger) Unseld hatte. Doch Krüger hat "behutsam" angebaut: mit Nagel & Kimche und Paul Zsolnay.

Die Stiftung Buchkunst kürte in einem Jury-Marathon in Frankfurt die "Schönsten deutschen Bücher 2003": Nicht nur Bildbände, auch Romane und Schulbücher überzeugten. Hier eine Liste der prämierten Bücher.
Personalien aus der Buchbranche.

Meldungen: Die gesetzlichen Regelungen für die Anwendbarkeit des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf Kombiprodukte (Bücher mit CDs oder Spielwaren) bleiben erhalten. Der Dresdner Gebrauchtwarenhändler Elbeteam, der mit Amazon, Libri, ZVAB, Abebooks, Antiquario, eXtrabooks, Anto und Antiqbook zusammen arbeitet, eröffnet erste Filialen - auch außerhalb der sächsischen Landesgrenzen. 2004 wird die Anzahl der Insolvenzen nicht zurückgehen, prophezeit die Creditreform und rechnet für dieses Jahr mit rund 40.000 Firmenpleiten.