"Gegenkultur" ist in Russland durch Putins Krieg noch weiter in die Ecke gedrängt worden, sagt die Autorin Norma Schneider, die gerade ein Buch zum Thema vorlegt, im Gespräch mit Gregor Kessler in der taz. Ohnehin ist der Begriff unscharf, warnt sie: "Es gibt in Russland viele Beispiele von Kunstformen, die rein formell häufig der Gegenkultur zugeschrieben werden - etwa Aktionskunst, experimentelle Musik und Graffiti - die inhaltlich aber auf Linie mit dem Regime sind. Was auch daran liegt, dass die russische Politik sich aktiv um diese Kulturformen mit ihrem jüngeren Publikum bemüht und diese patriotisch auflädt."
Zum Teil sind "extremistische Ideen und Verschwörungsmythen bis in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen …, auch bis in die bürgerliche Mitte", sagt die Journalistin Julia Ebner, die für ihr Buch "Massenradikalisierung" in der rechtsextremen Szene recherchiert hat, im Tsp-Gespräch: "Die Gesellschaft spaltet sich immer stärker in identitätsbasierte Lager auf: Das radiert die Mitte graduell aus und macht uns alle anfälliger für extreme Ideologien. In den USA sieht man die ersten Anzeichen von einer Massenradikalisierung vor allem durch den Sturm auf das Kapitol. Studien der University of Chicago, haben gezeigt, dass über 20 MillionenUS-Amerikaner damit sympathisiert haben. Das ist eine Masse. Schon die genannten reichsbürgeraffinen fünf Prozent definiere ich als Masse. Das ist ein Anteil, der signifikant genug ist, Wahlen zu beeinflussen und in Politik und Behörden einen gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben."
Mit der Binarität kam nicht nur die Herrschaft des Menschen über den Menschen qua Geschlecht, sondern auch Antijudaismus, Kolonialismus, Rassismus, Islamophobie und Antisemitismus, wie in der FAZ die Bayreuther Literaturwissenschaftlerin Tina Hartmann bei einem Galopp durch die Welt- und Kulturgeschichte herausfindet. Da hilft nur als radikale Kehrtwende - die Abschaffung der Frau: "Tatsächlich skandalös ist, dass wir statt über Unterdrückung qua Geschlecht schon wieder über die Kategorie Frau diskutieren. Alt- und Neufrauen sollten sich stattdessen dringend damit auseinandersetzen, dass der überwiegende Teil weiblicher Identität männergemacht ist. 'Frau' ist ein misogyner Begriff. Den Rückweg ins nonbinäre Paradies verstellt fast die gesamte Kulturgeschichte. Uns bleibt nur der steinige Weg nach vorn. Die gute Nachricht ist, auch wir stehen in einer starken Tradition - der nonbinären Aufklärung, deren Geschichte freilich noch zu schreiben ist. Transbewegungen kannte sie noch nicht. Sie könnten einen entscheidenden Beitrag leisten, wenn es ihnen gelänge, statt 'Frau' zu diskutieren, einen gesellschaftlichen Raum des Nonbinären zu etablieren. Wenn das dazu führte, dass der binäre Teil des Abendlandes untergeht, wäre das unsere größte soziale Chance."
Ebenfalls in der FAZ kann Nina Rehfeld nur hoffen, das sich die Schüler in den USA irgendwie aus dem Schraubstock befreien können, in den sie von beiden Seiten im amerikanischen Kulturkampf gepresst werden. Während das woke Lager vor allem daran arbeitet, missliebige Bücher aus dem Verkehr zu ziehen, setzt das recht Lager auf Bevormundung im Schulunterricht, wie der Fall der Lehrerin zeigt, die gehen musste, weil sie ihren Schüler Michelangelos nackten David zutraute: "Selbstverständlich zeige man den Schülern die Kunst der Renaissance, sagte der Leiter des Schulrats, Barney Bishop, in Interviews. Aber die Eltern müssten darüber informiert werden, damit sie entscheiden könnten, ob das für ihre Kinder angebracht sei. Die Rechte von Eltern stünden über den Rechten der Kinder, und es sei hanebüchen, zu unterstellen, dass Lehrer die Autoritäten seien, wenn es um den Unterricht geht. Den Eltern die Entscheidung über die Bildung ihrer Kinder allein zu überlassen und das Lehrpersonal zu Erfüllungsgehilfen zu degradieren ist ein Prinzip im konservativen Kulturkampf an amerikanischen Bildungseinrichtungen. Und es ist eine Vernebelungstaktik. Tatsächlich geht es darum, unangenehme Themen, etwa die Geschichte des Rassismus in Amerika, aber auch Sexualität, auszuklammern oder streng zu reglementieren."
In der SZ berichtet Ronen Steinke von der Klage eines Vaters gegen ein Gymnasium, das seine Kinder durch das Gendern indoktriniere. Das Gericht stellte allerdings fest, dass sich die alle beteiligten Lehrpersonen strikt an die Vorgaben hielten, Gendersterne in Klassenarbeiten als Fehler zu bewerten. Für Steinke die eigentliche Form des "Sprachzwangs".
An den ersten Juden-Boykottder Nazis am 1. April 1933 erinnernd, kann sich der Historiker Nobert Frei in der SZ "nur wundern, wie unbekümmert auch hierzulande, besonders in den Universitäten, manche das B-Wort im Munde führen, wenn es um Israel geht. Die BDS-Bewegung (…) wird nicht akzeptabler, nur weil jeder Widerspruch und jede Form zivilen Ungehorsams gegen die verheerende Politik der Netanjahu-Regierung dringend geboten ist. Boykott ist auch deshalb das völlig falsche Mittel, weil er am meisten jene träfe, die sich in den Straßen von Tel Aviv gegen die Abschaffung der Gewaltenteilung stemmen, ja gegen das Ende der Demokratie: Wissenschaftler, Kulturschaffende und all jene, die immer schon gegen die Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten und für die vollen, gelebten Bürgerrechte der arabischen Israelis eintreten."
Während die Israelis zu zehntausenden gegen ihre Regierung protestieren, bleibt es im Gazastreifen stumm, obwohl sich auch dort viel Frust über die alles kontrollierende Hamas gebildet hat, berichtet Andreas Scheiner in der NZZ. Erfahren hat er das aus 25 kurzen, rund zweiminütigen Animationsfilmen die das Center for Peace Communications in New York realisiert hat, weil sich die Palästinenser zumeist nicht trauen selbst offen vor einer Kamera zu sprechen. Das Center ist "eine Non-Profit-Organisation, die es sich laut ihrer Website zur Aufgabe gemacht hat, 'spaltende Ideologien zurückzudrängen und eine Mentalität der Integration und des Engagements zu fördern'." Gründer und Präsident ist Joseph Braude, "ein Amerikaner mit, wie er sagt, 'hybridem' jüdisch-irakischem Hintergrund". "In der Auswahl der Interviewpartner sei ein möglichst breiter Querschnitt der Gesellschaft gefragt gewesen, auch politisch. Einzig Hamas-Sympathisanten habe man nicht gewollt, sagt Braude. 'Die haben schon eine Plattform, die brauchen uns nicht.' ... Wer den Videos eine proisraelische Schlagseite unterstellt, hat sie nicht gesehen. Sie geben den unterschiedlichsten Standpunkten Raum. Da ist jemand wie Iyad: Er ist weder apolitisch noch apathisch: Palästina sei eine gerechte Sache, sagt er. Aber dass dafür Menschen sterben müssen, will er nicht akzeptieren."
Die Institution der Ehe produziert die "Ungleichheit und Unterrepräsentation von Frauen in vielen Sphären der Macht", sagt die Autorin Emilia Roig, die in ihrem aktuellen Buch die Ehe ganz abschaffen will, im Welt-Gespräch mit Ute Cohen: "Das Problem mit der Ehe ist, dass sie einen ausschließenden und hierarchisierenden Effekt hat. Menschen, die nicht in dieses Konstrukt passen, werden benachteiligt, und zwar nicht nur steuerrechtlich. Eine Abschaffung der Ehe würde diese Koexistenz unterschiedlicher Systeme auf Augenhöhe erlauben."
"Die Mehrheit der Frauen fühlt sich nicht als Opfer. Wenn Sie statistisch repräsentativ Frauen befragen, dann sehen die meisten nicht weniger Aufstiegschancen als Männer im Beruf", sagt indes der Soziologe Martin Schröder, dessen Buch "Wann sind Frauen wirklich zufrieden?" auf einer Langzeitstudie mit 700.000 Befragten basiert, im NZZ-Gespräch mit Birgit Schmid: "Die Frauenbewegung hatte einst zum Ziel, dass jede Frau so leben soll, wie sie will. Inzwischen dominiert ein Opferfeminismus, der moralisch aufgeladen ist und etwas Bevormundendes hat. Es ist ein illiberaler Feminismus, der anderen vorschreibt, wie sie zu leben haben. Einer Frau, die sich nicht benachteiligt fühle, sei etwas entgangen, so wird gemutmaßt. Das postuliert die Theoretikerin Judith Butler: Frauen hätten sich so sehr an ihre Unterdrückung gewöhnt, dass sie sich ein freies Leben gar nicht mehr vorstellen könnten."
In seinem aktuellen Buch "Der Osten: eine westdeutsche Erfindung" fordert der Germanist Dirk Oschmann eine Abschaffung des Ostbeauftragten. Den empfindet er nämlich wie einen "wenn man so sagen darf, 'Indianerbeauftragten'" in den USA, erklärt er im Streitgespräch, zu dem ihn die Zeit mit eben jenem Ostbeauftragten Carsten Scheider (SPD) geladen hat. Nach wie vor gelte: "Sobald ein junger Mensch aus Ostdeutschland in den Westen geht, macht er bestimmte Fremdheitserfahrungen. Und andersherum ist es auch so. Die jungen Leute tragen das Problem weiter", meint er, worauf ihm Schneider antwortet: "Man darf nicht darauf warten, dass sich Unterschiede einfach auswachsen. Sonst wartet man im Zweifel Jahrzehnte oder vergeblich. Die neue Ost-Identität in der Literatur stimmt mich hoffnungsvoll. Es entsteht daraus aber leider kein Dialog mit dem Westen, weil die Antwort oder auch schlicht das Interesse fehlt. Trotzdem gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von jungen Schriftstellern, die sich mit ihrer Herkunft auseinandersetzen - allerdings nicht so defätistisch, wie Sie das tun, Herr Oschmann."
Minitta Kandlbauer, Herausgeberin des Antirassismus-Handbuchs "War das jetzt rassistisch?", hat eine weiße österreichische Mutter und einen nigerianischen Vater. Über ihre Hautfarbe machte sie sich nie Gedanken, bis sie in Österreich schwarz und in den USA als Latina wahrgenommen wurde, erzählt sie auf ZeitOnline: "Als mixed Person sammelt man im Laufe des Lebens eine Liste von Ethnien, für die man gehalten wird. Wie ein Chamäleon können wir uns scheinbar an ethnische Gruppen anpassen. Fürs falsche Raten schämt sich keiner, denn meine Identität darf in der Gesellschaft immer wieder neu verhandelt werden. Wer ich bin, entscheide nicht ich selbst. Ich erfahre es immer wieder von Neuem. Mal bin ich schwarz in Österreich und weiß in Nigeria, dann wieder eine Latina oder doch arabisch. Ich habe keine Lust mehr darauf, mir sagen zu lassen, wer ich bin und woher ich angeblich komme. Dieses identity policing von multiethnischen Menschen ist eine rassistische Tradition, die vor nicht allzu langer Zeit in vielen Ländern noch in Gesetze gegossen wurde."
1989 träumte die unter dem Pseudonym schreibende Psychotherapeutin Katrin Grosse, die in der Berliner Zeitung doch lieber anonym bleiben möchte, noch von einer "neuen DDR". Dann aber fielen die "Rattenfänger um Kohl und Konsorten" in ihr Land ein, schreibt sie. "In Krisenzeiten wie diesen (Ukraine- Krieg, Militarisierung, Inflation) brechen auch die ideologischen Unterschiede der beiden deutschen Staaten wieder mit voller Wucht auf. Es war eben nicht ein Deutschland. Es waren zwei völlig gegensätzliche Gesellschaftssysteme. Das eine ein bunter Absatzmarkt für Amerika, schön von dort gepampert, Schonraum für Kriegsgewinnler und Nazigrößen, die weiter in Amt und Würden bleiben konnten. Das andere, brachial 'entnazifiziert', zahlte allein die Reparationen an das mit Vernichtungsabsicht überfallene Volk der Sowjetunion (27 Millionen Tote) und ließ sich als Besatzungszone - bis Gorbatschow kam - politisch- ideologisch knechten. Und dann wird in Siegermanier gerätselt, was mit dieser seltsamen Spezies Ossi nur los ist."
Frauenfreundlich und gar nicht transfeindlich findettaz-Autor Jan Feddersen die Entscheidung des Leichtathletik-Verbandes, Transfrauen nicht am Frauensport teilnehmen zu lassen, wenn sie eine männliche Pubertät durchlaufen haben. "Frauensport, der weltweit immer populärer wird, würde durch dominierende Trans*athletinnen delegitimiert. Denn: Trans*frauen in der Leichtathletik, die erst am Ende der Pubertät in den Frauensport einsteigen, könnten auf Anhieb alles gewinnen, was es zu gewinnen ist. Ein durchschnittlicher Kugelstoßer würde als Frau zur überragenden Stoßerin - allein schon ihrer männlichen Muskularität und der Lungenkraft wegen."
Der Volksentscheid für ein klimaneutrales Berlin im Jahr 2030 ist gescheitert. Im Interview mit der taz macht Luisa Neubauer die CDU, SPD, FDP, Wirtschaft und Presse dafür verantwortlich. "Wir werden den Übergang in eine klimaneutrale Gesellschaft nicht erreichen, wenn wir Klimaschutz so absolut setzen, dass er keine Rücksicht mehr nimmt auf die Lebensrealität der Mehrheit und auf wirtschaftliche und soziale Faktoren", räumt dagegen der Grünen-Politiker Ralf Fücks im Tagesspiegel-Gespräch ein: Die Initiatoren des Volksentscheids Klimaneustart "nicht verstanden, dass nicht nur das Klima ein sehr fragiles System ist, sondern auch die Gesellschaft. In ihr kann man nicht beliebig herumfuhrwerken, ohne dass es zu massiven Verwerfungen kommt. In den Tabellen der Klimaforscher finden sie keine Antwort darauf, wie man die Energieversorgung, die Mobilität und die Gebäudesubstanz einer Millionenstadt und die dahinterstehenden Produktionsprozesse klimaneutral gestalten kann."
Auch die Klimawahl zeigt die Teilung Berlins in Innen und Außen, bemerkt Johannes Schneider auf ZeitOnline: "So wie außerhalb des berüchtigten S-Bahn-Rings der Hauptstadt vor sechs Wochen bei der Wiederholung der Berliner Landtagswahl die CDU fast alle Direktmandate gewonnen hat, so stimmte diesmal etwa in den Außenbezirken Spandau, Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf und Marzahn-Hellersdorf jeweils die Mehrheit der Wenigen, die überhaupt ihre Stimme abgaben, mit Nein und damit gegen die vorgezogene Klimaneutralität; und so wie vor sechs Wochen die Grünen den Innenstadtbereich gewannen und trotzdem die Wahl verloren, so wird auch das mehrheitliche Votum für den Volksentscheid dort diesmal wirkungslos bleiben."
In der Welt kritisiert die Volkswirtin Rebecca Schönenbach, selbst im Vorstand von Frauen für Freiheit, die deutsche feministische Außenpolitik, die sie in Teilen rassistisch findet, weil sie für muslimische Frauen nicht zu gelten scheine. Frauen im Islam müssten ihrer Kultur gemäß leben können, sei ihr erklärt worden. "Die Verletzung von grundlegenden Menschenrechten ist niemals Kultur. Daraus folgt keineswegs, dass deutsche Truppen im Iran eingreifen sollten, sondern zunächst, dass Verbrechen an Frauen als Verbrechen benannt werden, egal wo und durch wen sie verübt werden. Im zweiten Schritt müsste eine tatsächliche feministische Außenpolitik auf die Menschenrechtsverletzungen reagieren, indem sie den Tätern die Unterstützung entzieht, also im Falle des Iran die diplomatischen Beziehungen auf Geschäftsebene herunterstuft und internationale Abkommen wie den nicht funktionierenden Atomdeal aufkündigt. Bedenklich ist, dass ausgerechnet das Auswärtige Amt der demokratiefeindlichen Propaganda Vorschub leistet. In den Leitlinien feministischer Außenpolitik wird Gleichberechtigung lediglich drei Mal erwähnt. Dafür wird unter dem Schlagwort auf über 80 Seiten eine politische Agenda von Friedensförderung über Klimapolitik bis hin zu 'marginalisierten Gruppen in Wirtschaftsprozessen' ausgewalzt."
In einem Punkt hat Dirk Oschmann mit seinem Buch "Der Osten: eine westdeutsche Erfindung" auf jeden Fall recht, meint der Historiker Rainer Eckert in der Berliner Zeitung: "unser Land braucht eine gleichmäßige Verteilung der Herkunft seiner Eliten, Ostdeutsche sind nicht zweitklassig". Aber Klagen hilft nicht weiter, Eckert ermuntert statt dessen zu einem offensiveren Umgang mit der Ostherkunft: "Nie habe ich verschwiegen, Ostdeutscher zu sein, und nie hatte ich dadurch Nachteile. Ganz im Gegenteil erwies es sich für einen Historiker und Politikwissenschaftler als Vorteil, in zwei Gesellschaftssystemen gelebt zu haben - man musste daraus aber die richtigen Schlüsse ziehen. Selbstmitleid und Klagen über das Verlorene waren nicht hilfreich, sondern es ging darum, den westlichen wissenschaftlichen Diskurs zu verstehen, mitzugestalten und eigene Ideen einzubringen. Wichtig war es für mich, auf andere Menschen offen zuzugehen und auch Konflikte zu bestehen."
Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach bereitet für die FAZ die jüngste Umfrage zur Einwanderung in Deutschland auf. Was sie gelernt hat, ist, dass "sich die Überzeugung durchgesetzt, dass die Kapazitäten für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgeschöpft sind". Das verändert auch die Einstellung zum Asylrecht: "Die Bevölkerung stand mehrheitlich hinter dem Asylrecht, auch nach 2015. Noch 2017 hielten es 52 Prozent für richtig, dass Deutschland Flüchtlingen, die in ihrer Heimat verfolgt werden, Asyl gewährt, 39 Prozent forderten eine Einschränkung. Seither ist die Unterstützung jedoch erodiert: Aktuell unterstützen nur noch 39 Prozent das geltende Asylrecht, 49 Prozent fordern Einschränkungen. ... Qualifikation, Integrationsfähigkeit und eine an diesen Kriterien orientierte Zuwanderungspolitik sind die Schlüssel zur Akzeptanz von Zuwanderung. Die Mehrheit zieht zwar eine negative Bilanz der bisherigen Zuwanderung, unterstützt aber Regelungen, die qualifizierte Zuwanderung fördern."
Erst die Rechtschreibreform und nun noch Gendern, kein Wunder, dass die Schreibkultur in diesem Land vor die Hunde geht, stöhnt Dankwart Guratzsch in der Welt und zitiert zustimmend den Vorsitzenden des Rats für deutsche Rechtschreibung, Josef Lange: "Für ein Land, in dem 12 Prozent der über 18-jährigen Deutschsprechenden nicht in der Lage sind, auch nur einfache Texte zu lesen und zu schreiben, ein Drittel der zehnjährigen Schüler nicht den orthographischen Mindeststandard erreicht (in Berlin 45 Prozent), und 20 Prozent der Migranten keinen Schulabschluss haben - für ein solches Land müsse das Erlernen der Sprache Priorität haben, nicht dessen Erschwerung. Das 'Grundrecht auf Verständlichkeit' dürfe nicht verletzt werden."
Das Demokratiefördergesetz soll einige "zivilgesellschaftliche" Akteure auf Dauer auf Staatsfinanzierung stellen, ohne dass sie alle drei Jahre mit einer störenden Evaluation rechnen müssen - die "Zivilgesellschaft" wird dadurch sozusagen verbeamtet. Wer sich dagegen stellt, wie jetzt in der Ampelkoalition die FDP, muss sich von taz-Autor Aziz Bozkurt vorwerfen lassen, dass er dem Rechtsextremismus in die Hände arbeitet: "In Zeiten, da Reichsbürger Umstürze planen, Bundeswehr wie Polizei immer wieder Skandale um rechtsgerichtete Demokratiefeinde entfachen, in manchen Regionen im Osten der Republik rechte Parteien mit Fake News Oberwasser erlangen, ist es höchste Zeit, den Initiativen die notwendige Wertschätzung entgegenzubringen."
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