In einem faktenreichen
Essay geht John Cassidy der Frage nach, wie
Armut in Amerika berechnet wird. Dabei werde noch immer auf eine
Formel zurückgegriffen, die 1958 von der Statistikerin Mollie Orhansky entwickelt wurde, die sich gegen Kinderarmut engagierte. Sie unterschied zwischen "
preiswerter"
und "
sparsamer"
Lebensführung und rechnete aus, dass Familien damals für ersteres ein Jahreseinkommen von 3955 Dollar und für letzteres von 3165 Dollar erwirtschaften müssten. Das Büro für Bevölkerungsstatistik passte in den vergangenen zehn Jahren lediglich alle zwölf Monate die Obergrenze der Einkommen an die Inflation an. Diese Methode habe, so Cassidy, einige "
offenkundige Defizite". So hätten sich etwa die finanziellen Belastungen in Form von Einkommenssteuer und Krankenversicherung für Familien doch erheblich verändert. "Ein weiteres Problem besteht darin, dass die
Armutsgrenze für das gesamte Land gleich hoch angesetzt wird. Im vergangenen Jahr betrug die Obergrenze des Bruttoeinkommens für eine
Familie mit zwei Kindern 19806 Dollar. Das mag ausreichen, um eine Familie im ländlichen Arkansas oder in Tennessee zu ernähren, nicht jedoch in San Francisco, Boston oder New York, wo die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt erschwinglichen Wohnraum verknappt hat."
Es erscheint unglaublich, dass jemand ohne eine Spur von Häme über
Mariah Carey schreiben kann. Sasha Frere-Jones
schafft es und zaubert ein paar Fakten aus dem Hut, "Sie war die bestverkaufende weibliche Künstlerin in den Neunzigern und die erste Frau, die drei Studioalben herausbrachte, von denen sich jedes
mehr als acht Millionen mal in den USA verkaufte. Sie hat
sechzehn ihrer
siebzehn Nr. 1 Hits selbst geschrieben oder daran mitgeschrieben, mehr als jede andere weibliche Komponistin, und sie hat
zwölf ihrer Nr. 1 Songs selbst
produziert, mehr als jede andere Frau."
Weiteres: Paul Rudnik
glossiert den Umgang mit
hochbegabten Kindern. Zu
lesen ist außerdem die
Erzählung "A Better Angel" von Chris Adrian. Joan Acocella
bespricht den zweiten Roman der in Brooklyn lebenden Schriftstellerin
Emily Barton "Brookland" (Farrar, Straus & Giroux), und H. Allen Orr
stellt eine Studie zur
Entwicklung von Religionen vor: "
Breaking the Spell: Religion as a Natural Phenomenon" (Viking) von
Daniel Dennett. Peter Schjeldahl führt durch die Ausstellung "
Hatshepsut: From Queen to Pharao" im
Metropolitan Musem, in der fast 300 Objekte zu sehen sind. Und David Denby
sah im
Kino "Thank You for Smoking" von Jason Reitman und die Low-budget-Produktion
"Brick" von Rian Johnson.
Nur in der
Printausgabe: ein Bericht über den Umgang mit
radikalen Muslimen in den Niederlanden von Jane Kramer, ein Porträt des Schauspielers
Sean Penn, ein Artikel zur Frage, ob Angehörige etwas in der
Notaufnahme zu suchen haben, und
Lyrik von Elizabeth Macklin und C.K. Williams.