Kann
Arthur Sulzberger Jr., seit 1992
Herausgeber der
New York Times, die Zeitung und sich selbst retten,
fragt Ken Auletta in einer sehr langen und sehr informierten Reportage über die angesehenste Zeitung der Vereinigten Staaten. "Zweimal in den letzten drei Jahren erlitt der Nachrichtenraum der
Times das Aquivalent zu einem
Nervenzusammenbruch. Kritiker sagen, Sulzberger sei mit der letzten Krise (um Judith Miller) so schlecht umgegangen wie mit der Episode um Jayson Blair, die 2003 die Entlassung des Chefredakteurs Howell Raines
zur Folge hatte. Die Krisen im Nachrichtenraum haben die
Times zum schlechtest möglichen Zeitpunkt erwischt - während einer Periode der technologischen und wirtschaftlichen Unsicherheit, die die ganze Industrie betrifft."
(Nachtrag vom
15. Dezember.) Der
New Yorker brachte zuerst den
historischen Text, den
Orhan Pamuk unmittelbar vor seinem Prozess geschrieben hat. Wir zitieren aus der Übersetzung, die am 15. Dezember in der
FAZ erschien: Pamuk reflektiert seine Situation vor dem Prozess, spricht in glasklaren Worten nochmals den Völkermord an den
Armeniern an, schildert das zwiespältige Verhältnis seines Landes zu
Europa (und umgekehrt) und erweitert seine Reflexion auf eine größere Gruppe aufsteigender Länder: "Das bemerkenswerte Wirtschaftswachstum, das wir in Ländern wie
China und Indien erleben, hat dort zur Herausbildung einer
neuen Mittelschicht geführt, deren spezifische Eigenschaften sich wohl am besten durch Romane beschreiben ließen. Ob man sie nun als
nichtwestliche Bourgeoisie oder als neureiche Bürokratie bezeichnet, auf jeden Fall stehen diese neuen Eliten genau wie die westlich geprägte Elite meiner Heimat vor dem Dilemma, dass sie sich bemüßigt fühlen, zur Legitimierung ihrer Macht und ihres Wohlstandes
zwei Haltungen an den Tag zu legen, die miteinander im Widerspruch stehen. Zum einen möchten sie beweisen, dass sie selbst sich die Sprache und die Gepflogenheiten des Westens angeeignet haben, und möchten, dass ihr gesamtes Volk es ihnen am besten gleichtut. Zum anderen aber müssen sie sich der Kritik erwehren, nicht mehr genug
'Stallgeruch' zu haben, und suchen daher ihr Heil in einem militanten,
intoleranten Nationalismus."
Außerdem zu lesen: Daniel Radosh
besichtigt ein neues
Computerspiel, in dem es um
Straßenkriminalität geht. Caitlin Flanagan
porträtiert Pamela L. Travers, die mit
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bejubelt den neuen
Hearst-Tower von
Norman Foster in Manhattan ("Foster ist der
Mozart des Modernismus.") Und Sasha Frere-Jones
meldet den Siegeszug von
reggaeton, einer Mischung aus spanischem Rap und jamaikanischen Rhythmen.