Warum gibt es kein deutsches Magazin, dass die Reportagen von
Seymour M. Hersh übersetzt? In dieser Ausgabe
beschreibt Hersh die Neuausrichtung der amerikanischen Politik im Nahen Osten. "Um den vorherrschend
schiitischen Iran zu untergraben, hat die Bush-Regierung beschlossen, ihre Prioritäten im Mittleren Osten neu zu konfigurieren. Im Libanon kooperierte sie in Geheimaktionen mit der - sunnitischen - saudi-arabischen Regierung, um die schiitische Hisbollah zu schwächen, die vom Iran gestützt wird. Sie hat auch an Geheimoperationen teilgenommen, die auf den Iran und seinen Verbündeten Syrien abzielten. Ein Nebenprodukt
dieser Aktivitäten war eine
Ermutigung sunnitischer Extremistengruppen, die eine militante Vision des Islam unterstützen, Amerika feindlich gegenüberstehen und mit Al Qaeda sympathisieren. Und ein widersprüchlicher Aspekt der neuen Strategie besteht darin, dass ein Großteil der aufständischen Gewalt von sunnitischen Kräften ausgeht, nicht von schiitischen. Doch aus Perspektive der Bush-Regierung ist die schwerwiegendste - und gänzlich unbeabsichtigte - strategische Folge des Irakkriegs die Stärkung des Iran." Es gibt auch bereits amerikanische Pläne für eine
Bombardierung des Iran. Sehr
unangenehm für die Saudis, die bereits als zu amerikafreundlich angesehen werden. "'Wir haben zwei Albträume', erklärte mir ein ehemaliger Diplomat. 'Dass der Iran die Bombe haben könnte und dass die Vereinigten Staaten den Iran angreifen. Ich wünschte, die
Israelis würden Iran bombardieren, so dass wir sie beschuldigen können. Wenn Amerika angreift, wird man uns beschuldigen."
In einem Essay
fragt sich David Denby, warum Filme eigentlich immer komplizierter werden. "Einige Regisseure spielen vielleicht nur mit uns, indem sie uns ihre Gelangweiltheit über diese
Hollywood-Plage namens '
Handlungsbogen' vorführen. Andere mögen uns vielleicht
aufrütteln und zu einem neuen Verständnis von Kunst oder sogar des Lebens bringen wollen. In der Vergangenheit hat sich das Mainstream-Publikum allerdings beharrlich dagegen gewehrt, aufgerüttelt zu werden."
Weiteres: David Remnick
porträtiert den ehemaligen Vizepräsidenten
Al Gore, der es immer noch zum Präsidenten bringen könnte, derzeit aber hinter anderen demokratischen Kandidaten
in der zweiten Reihe bleibt. Zu
lesen ist außerdem die
Erzählung "History of a Disturbance" von Steven Millhauser. Peter Schjeldahl
führt durch eine Retrospektive mit Arbeiten des kanadischen Forografen
Jeff Walls im
Museum of Modern Art. David Denby
sah im Kino das Historiendrama
"Amazing Grace" über das Ende des Sklavenhandels im Britischen Empire von
Michael Apted.