Magazinrundschau - Archiv

The New Yorker

855 Presseschau-Absätze - Seite 63 von 86

Magazinrundschau vom 31.07.2007 - New Yorker

Wie haben Anfang des 21. Jahrhunderts eigentlich Redaktionen auszusehen?, fragt sich Paul Goldberger und sah sich die entsprechenden Räume im von Renzo Piano gebauten New-York-Times-Gebäude und in der Bloomberg-Zentrale um. "Während die Times-Redaktion ein biederer, in einem architektonisch bedeutenden Gebäude versteckter Raum ist, ist die von Bloomberg das Gegenteil: eine glanzvolle Arbeitsumgebung in einem edlen, aber konventionellen Wolkenkratzer von Cesar Pelli. Zusammen mit Studios Architecture und der Design-Firma Pentagram hat Bloomberg einen Arbeitsraum geschaffen, der vor zehn Jahren nicht möglich gewesen wäre. Niemand, weder der Vorstand noch der CEO, haben ein privates Büro. Stattdessen sitzen viertausend Mitarbeiter in einheitlichen Reihen an identischen weißen Tischen mit eigens für Bloomberg gebauten Flachbildschirmen. Wenn auch der etwas größere Tisch des CEO Lex Fenwick ein wenig abseits steht, sitzt er doch nur wenige Fuß von den jungen Angestellten entfernt, die Kundenanfragen und Beschwerden handhaben."

Weiteres: Michael Specter berichtet über den "verlorenen Krieg" gegen Spam-Mails. Jeffrey Toobin schreibt über den noch immer ungeklärten Mord an dem Assistant U.S. Attorney Tom Wales 2001, der sich für eine Kontrolle des Schusswaffenverkaufs einsetzte. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "So It Is in Life" von Daniil Charms und Lyrik von D. Nurkse und Jorie Graham.

Louis Menand rezensiert zwei Bücher über das Schreiben von Biografien: "Shoot the Widow", die Erinnerungen von Meryle Secrest, der Biografin unter anderem von Frank Lloyd Wright und Leonard Bernstein, sowie "Biography: A Brief History" von Nigel Hamilton. Benjamin Kunkel porträtiert Robert Walser anlässlich dessen erst kürzlich übersetztem Roman "Der Gehülfe" ("The Assistant"). Und David Denby sah im Kino den dritten Teil des Bourne-Zyklus mit Matt Damon "The Bourne Ultimatum" und Charles Fergusons Dokumentarfilm "No End in Sight" über die amerikanische Besetzung des Irak.

Nur im Print: Berichte über den rätselhaften Rückgang an Bienen in Nordamerika und ein ziemlich hartes Golfturnier.

Magazinrundschau vom 24.07.2007 - New Yorker

David Remnick porträtiert den ehemaligen Knesset-Präsidenten und Chef der Jewish Agency, Avraham Burg, der mit seinem jüngsten Buch "Hitler besiegen" und einem Interview in der Haaretz gewaltiges Entsetzen ausgelöst hat. Ausführlich zitiert Remnick, wie Burg das Ende des Zionismus konstatiert: "'Die Menschen wollen es noch nicht zugeben, aber Israel hat die Grenze erreicht. Fragen Sie Ihre Freunde, ob sie sicher sind, dass ihre Kinder hier noch leben werden. Wie viele werden ja sagen? Höchstens 50 Prozent. Die israelische Elite hat doch längst mit diesem Ort abgeschlossen. Und ohne Elite gibt es keine Nation... Wir sind schon tot. Wir haben es nur noch nicht in den Nachrichten gehört, aber wir sind tot. Es funktioniert nicht mehr.'"

Weiteres: Ian Parker geht der Frage nach, ob die Bonobos wirklich so friedliebend sind, wie alle denken. Zu lesen sind außerdem eine Erzählung von A.L. Kennedy und Lyrik von Vera Pavlova und Glyn Maxwell.

Angenehm "entzaubert" findet Schjeldahl die kunsthistorische Studie über Gustave Courbet "The Most Arrogant Man in France". Jeffrey Frank stellt den Roman "The Exception" des dänischen Autors Christian Jungersen vor, in dem Behördenpolitik mörderisch wird. "Drahtseilakt" überschreibt Sasha Frere-Jones seinen Bericht über den Genrewechsel von Damon Albarn, Sänger der Band Blur, der die Musik für die in Manchester uraufgeführte Oper "Monkey: Journey to the West" geschrieben hat. Alex Ross berichtet von den Münchner Opernfestspielen und Aufführungen von Unsuk Chins Oper "Alice im Wunderland" und Wolfgang Riehms Einakter "Das Gehege". Anthony Lane sah im Kino den Science-Fiction-Thriller "Sunshine" von Danny Boyle und "Moliere" von Laurent Tirard.

Nur im Print: ein Artikel über eine neue Generation bionischer Prothesen und das Porträt eines Beamten im Todestrakt von San Quentin.

Magazinrundschau vom 17.07.2007 - New Yorker

In einem Brief aus Pakistan beschreibt William Dalrymple die drei Kräfte, die General Musharraf in die Zange nehmen: die bürgerliche Opposition, die ihrem Ärger über die Militärregierung im März bei einer Demonstration von mit Regenschirmen bewaffneten Anwälten Luft machte. Dann die Religiösen, die Pakistan auf politischem Weg in ein "System des Propheten" verwandeln wollen. Und drittens die Islamisten, die bis vor ein paar Tagen die Rote Moschee besetzt hielten. Spielen die Bürgerlichen, zu denen auch die Anwältin Asma Jahangir gehört, den Islamisten in die Hände? Dazu meint ein Redakteur der Post in Lahore: "Jahangir ist tapfer und furchtlos. Sie ist immer für die richtige Sache aufgestanden... Aber ihr politisches Urteil ist eine andere Sache. Sie ist ein Verfechter der Demokratie, im guten wie im bösen, und die Situation in Pakistan ist im Augenblick extrem komplex. Wird es eine islamische Revolution geben? Ich persönlich glaube nicht, dass die Islamisten kurz vor der Machtergreifung stehen, aber wir können die wachsende Macht der Militanten nicht ignorieren. Asma ist eine Idealistin und manchmal ist es in diesem Teil der Welt besser, ein Realist zu sein." Am Ende des Artikels erinnert die Herausgeberin der Friday Times allerdings an einige berühmte Idealisten, die die Realisten ihrer Zeit glatt widerlegten.

David Denby untersucht die Entwicklung der romantischen Komödie seit Capras "It happened one night". Anlass für diesen Essay ist Judd Apatows Film "Knocked Up", den Denby als "Schlüsselfilm" unserer Zeit, "ein rohes, misstönendes Äquivalent zu 'Die Reifeprüfung'" bezeichnet: "Gab es jemals zuvor einen Filmhelden, der absolut keine Sehnsucht hatte, die Welt zu beeindrucken und trotzdem das Mädchen kriegte? Und die Frauen in den früheren romantischen Komödien - sie waren vielleicht verrückt oder hart oder übermütig, aber sie waren nie ausdruckslos."

Weitere Artikel: Atul Gawande kommentiert die gegenwärtige Debatte über das amerikanische Gesundheitssystem uind kommt dabei noch einmal auf Michael Moores Film "Sicko" zurück. David Denby sah im Kino die Verfilmung des Broadway-Musicals "Hairspray" mit Nikki Blonsky, Christopher Walken und John Travolta sowie den Pixar-Zeichentrickfilm "Ratatouille". Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Shauntrelle" von Antonya Nelson und Lyrik von Rachel Hadas und David Ferry. Nur im Print: Oliver Sacks über die Mysterien der musicophilia und ein Porträt des amerikanischen Zeitschriftenmilliardärs Mortimer Benjamin "Mort" Zuckerman.

Magazinrundschau vom 03.07.2007 - New Yorker

In einem lesenswerten Essay porträtiert Alex Ross den finnischen Komponisten Jean Sibelius und seine Musik. "Komponieren ist vermutlich die einsamste aller künstlerischen Beschäftigungen. (...) Namenlose Schrecken schleichen sich in den Schwebezustand zwischen Komposition und Aufführung, solange eine Partitur stumm auf dem Tisch liegt. Hans Pfitzner hat diesen Moment der Panik und des Zweifels 1917 in seiner 'musikalischen Legende' über den italienischen Renaissancemeister 'Palestrina' dramatisiert. Die Figur des Palestrina spricht für Kollegen quer durch alle Jahrhunderte, wenn er seine Arbeit unterbricht, um zu schreien: 'Was soll das alles? Ach, wozu nur?' Jean Sibelius hat sich diese Frage womöglich einmal zu oft gestellt.?

Weiteres: In einer ausführlichen Reportage berichtet Jon Lee Anderson über den Opiumkrieg der Taliban in Afghanistan. David Sedaris räsoniert über ein Leben in einer Welt voller Antiquitäten. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "If I Vanished" von Stuart Dybek und Lyrik von Clive James und Jean Sprackland. Louis Menand rezensiert eine Studie über das Wahlverhalten "The Myth of the Rational Voter: Why Democracies Choose Bad Politics" (Princeton). Tim Parks bespricht die Biografie "Garibaldi: The Invention of a Hero" von Lucy Riall (Yale). Anthony Lane sah im Kino den Science-Fiction-Film "Transformers" von Michael Bay und Werner Herzogs "Rescue Dawn", eine fiktionale Fortsetzung seines Dokumentarfilms "Little Dieter Needs to Fly" über den deutsch-amerikanischen Kampfpiloten Dieter Dengler.

Nur im Print: ein Text von Orhan Pamuk über die Ankunft des Hot Dog in der Türkei und ein Bericht über einen rätselhaften Meteoriten in New Jersey.

Magazinrundschau vom 26.06.2007 - New Yorker

Ken Auletta schreibt über die Bemühungen des britischen Medienmoguls Rupert Murdoch, das Wall Street Journal unter seine Fuchtel zu bekommen und untersucht, was in diesem Fall aus der renommierten Zeitung werden würde. "Was Murdoch nicht freiwillig sagte, sind die anderen Gründe, weshalb er das Journal besitzen möchte. Trotz seines wirtschaftlichen Erfolgs hat er nie eine bedeutende Zeitung herausgebracht, und er scheint eine Besitztrophäe wie die Londoner Times weniger wegen ihres Prestiges als wegen ihres Einflusses zu schätzen - seine Macht, Wahlen zu beeinflussen, seine politischen Vorstellungen zu fördern und seine Konzerninteressen zu schützen."

Weiteres: John Cassidy schreibt über Hedgefonds beziehungsweise den Versuch, auf billige Art reich zu werden. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "The Mahogany Elephant" von Maxim Biller und Lyrik von C.D. Wright und James Longenbach.

Joan Acocella rezensiert ein Buch von Alexander Waugh, Enkel von Evelyn Waugh, über die Vater-Sohn-Beziehungen in fünf Generationen seiner Familie: "Fathers and Sons" (Nan A. Talese). Joyce Carol Oates bespricht den ehrgeizigen Roman "New England White" (Knopf) von Stephen L. Carter. John Updike las eine "revisionistische" Studie über die amerikanische Wirtschaftskrise in den Dreißigern: "The Forgotten Man: A New History of the Great Depression" von Amity Shlaes (Harper Collins). Und David Denby sah im Kino Michael Moores neuen Dokumentarfilm "Sicko" über das amerikanische Gesundheitssystem und das Drama "Evening" von Lajos Koltai mit Vanessa Redgrave.

Magazinrundschau vom 19.06.2007 - New Yorker

Seymour M. Hersh, der 2004 den Folterskandal im irakischen Gefängnis Abu Ghraib öffentlich gemacht hatte, beschreibt nun, wie der amerikanische General Antonio M. Taguba, nachdem er seinen Bericht über das Gefängnis vorgelegt hatte, von Militärkollegen gemieden und selbst zu einem Opfer des Skandals wurde. In Hershs Bericht geht es auch um die Frage, was Rumsfeld und das Pentagon wussten, und was sie, als sie es wussten, unter Verschluss hielten. Hersh zitiert Taguba: "Der Überbringer der Nachricht wird immer erschossen. Ich wurde dafür geächtet, dass ich getan habe, was man mir aufgetragen hat. Ich hatte keinerlei Zweifel, dass das Zeug [die Bilder von Folterszenen] in den oberen Führungsebenen zirkulierte. Es war Standardvorgehen vorauszusetzen, dass es nach oben weitergereicht werden würde. Der Präsident musste das wissen. (...) Meine Armeekollegen werden sauer sein, dass ich es ausspreche, aber es ist eine Tatsache, dass wir in Abu Ghraib die Gesetze zur Landeskriegsführung gebrochen haben. Wir haben die Genfer Konvention verletzt."

Ansonsten Besprechungen: John Lanchester rezensiert das Buch über Lady Di von Tina Brown, die unter anderem auch mal Chefredakteurin des New Yorker war ("The Diana Chronicles", Doubleday; deutsch: "Diana - Die Biografie", Droemer). Alex Ross hat sich Konzerte der Symphonischen "Provinz"-Orchester von Indianapolis, Alabama und Nashville angehört und kommt zum Schluss, dass der Begriff der "stratosphärischen Elite" für die nobleren und bekannteren amerikanischen Großorchester "illusionär" ist. Peter Schjeldahl berichtet von der Biennale in Venedig. Anthony Lane sah im Kino Angelina Jolie als Mariane Pearl in Michael Winterbottoms "A Mighty Heart" und die Verfilmung einer Teeniekrimiserie aus den 30er Jahren "Nancy Drew" von Andrew Fleming.

Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Homework" von Helen Simpson und Lyrik von Robert Mazzocco, Louise Glück und Lawrence Raab. Nur im Print: ein Porträt der "Anti-Schwerkraft-Ingenieure" des Architekturbüros Arup.

Magazinrundschau vom 05.06.2007 - New Yorker

In dieser Ausgabe sind sieben Texte von Schriftstellern über Sommerfilme zu lesen. Dabei geht es um Filme, die im Sommer spielen, oder um Erinnerungen an ein Kinoerlebnis im Sommer. Jeffrey Eugenides schreibt über einen australischen Film mit dem Titel "Walkabout", den er im Yachtklub von Detroit sah. Eugenides beginnt mit der Überlegung: "Irgendwie komisch, dass es so was wie 'den Sommerfilm' geben soll. Die temperaturgesteuerte Zeitlosigkeit von Kinos spricht eigentlich gegen jahreszeitliche Kategorien. In den Tage des Autokinos, als man noch das Fenster runterkurbelte, um den krächzenden Lautsprecher in den Wagen zu hängen, konnte man die Luftfeuchtigkeit spüren. Außerdem kroch unweigerlich ein Insekt über die Projektorlinse und erschien vergrößert auf der Leinwand. Ein derartig großer Käfer erinnerte einen daran, dass Sommer war. Aber in einem Kino konnte jede Jahreszeit sein."
Die anderen Sommerfilm-Beiträge stammen von Dave Eggers, Marisa Silver, Gary Shteyngart, Roger Angell, Charles D?Ambrosio und Miranda July.

Weiteres: D.T. Max stellt das Harry Ransom Humanities Research Center, das literarische Archiv der University of Texas in Austin und seinen findigen Direktor Thomas Staley vor und geht der Frage nach, weshalb die Archive so vieler berühmter Schriftsteller ausgerechnet dort landen. Edwidge Danticat erzählt die Geschichte von Marie Micheline, die elternlos in Haiti aufwuchs und 1988 dort in einer Auseinandersetzung gegnerischer Militärtruppen erschossen wurde. Zu lesen ist außerdem die Debüterzählung "Sweetheart Sorrow" von David Hoon Kim und Lyrik von Dana Goodyear und Yehuda Amichai.

Elizabeth Kolbert rezensiert zwei neue Biografien, die nach der "wahren" Hillary Clinton suchen: "A Woman in Charge" von Carl Bernstein (Knopf) und "Her Way: The Hopes and Ambitions of Hillary Rodham Clinton" von Jeff Gerth und Don Van Natta Jr. (Little, Brown). Dan Chiasson porträtiert den Lyriker Les Murray. Peter Schjeldahl führt durch die große Ausstellung von Richard Serra im MoMA. Sasha Frere-Jones stellt das "pingelige" neue Album der Band Spoon vor. Hilton Als bespricht das autobiografische Musical "Passing Strange" des Musikers und Sängers Stew über Migration. Und David Denby sah im Kino den Thriller "Mr. Brooks" von Bruce A. Evans mit einem ausgezeichneten Kevin Costner, den Dokumentarfilm "Crazy Love" von Dan Klores und das Sequel "Ocean?s Thirteen" von Steven Soderbergh.

Magazinrundschau vom 29.05.2007 - New Yorker

Peter Schjeldahl hat sich die Neo-Rauch-Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum of Art angesehen und versucht, aus den Bildern schlau zu werden. Meisterlich gemalt, gewiss. Aber gibt es irgendeine Bedeutung? "Die stilistischen Echos in den Bildern zu entziffern, bringt nicht viel. Je näher man die gelehrten Anspielungen in der Ausstellung betrachtet (zum Beispiel die Attitüden und Dresscodes aus der deutschen Romantik des 19. Jahrhunderts, die einige Figuren in den Gemälden an den Tag legen), desto tiefer die Enttäuschung beim Versuch, ihnen Sinn abzugewinnen. Wenn Rauchs Werk alptraumhaft ist, wie manche Kritiker behaupten, dann nicht wegen der Dramen, die es erzählt, sondern weil es sich über jede Art des Verstehens lustig macht. Es ist nicht rätselhaft, denn Rätsel implizieren Lösungen. Eher sagt es, dass wir vieles wissen, aber dass dieses Wissen fruchtlos ist. In diesem Sinne versetzt dieses Werk uns einen sehr zeitgenössischen Stich." Viel Rauch um nichts, sozusagen?

Weitere Artikel: Jeffrey Gobin beschreibt die Verwirrung bei den Republikanern im Weißen Haus. Zu lesen sind unter der Überschrift "Wie ich den Krieg verbrachte. Ein Rekrut in der Waffen-SS" 13 Seiten Günter Grass. Gary Giddins porträtiert den Jazz-Pianisten Hank Jones. Louis Menand bespricht Michael Ondaatjes Roman "Divisadero". Anthony Lane sah im Kino "Knocked Up" von Judd Apatow und befindet, dass die beste Vorstellung im dritten Teil der Piraten-Serie "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" ein Affe gibt. Lesen dürfen wir außerdem die Erzählung "Faith" von William Trevor und Lyrik von David Baker, Elizabeth Macklin und Marvin Bell.

Magazinrundschau vom 22.05.2007 - New Yorker

Zum vierzigsten Jahrestag des Sechstagekriegs sind mehrerer Bücher israelischer Historiker erschienen, darunter Tom Segevs "1967 - Israel, the War, and the Year that Transformed the Middle East" (deutsche Ausgabe) und Michael Orens "Six Days of War: June 1967 and the Making of the Modern Middle East" (Auszug), die David Remnick zu einem größeren Essay über die Ereignisse inspirieren. Letztlich aber empfiehlt er ein drittes Buch: "Das vollständigste Buch über den 'siebten Tag' ist Gershom Gorenbergs fesselnde und zutiefst deprimierende Studie 'The Accidental Empire' (Auszug), die beschreibt, wie die Regierungen der Arbeiterpartei - von Levi Eshkol, Golda Meir und Yitzhak Rabin - in den zehn Jahren nach dem Krieg die wachsenden Siedlungen in den besetzten Gebieten entweder geflissentlich ingorierten oder sogar ermutigten und wie sie damit die Siedler-Ideologie ihrer rechten Nachfolger Menachem Begin, Benjamin Netanyahu und Ariel Sharon legitimierten."

Außerdem porträtiert Alec Wilkinson den exzentrischen Microsoft-Programmierer Gordon Bell. Nicholas Lemann liest die als Buch herausgebrachten Tagebücher von Ronald Reagan. Und George Saunders (mehr hier) publiziert seine Erzählung "Puppy".

Magazinrundschau vom 15.05.2007 - New Yorker

"Was haben sie nur alle gegen Ihn?" überschreibt Economist-Redakteur Anthony Gottlieb seine Kritik zu Christopher Hitchens' neuem Buch "God Is Not Great: How Religion Poisons Everything" (Auszug), das er in eine ganze Reihe gegen Gott gerichteter Bestseller der letzten Jahre einreiht. Gottlieb nimmt sich viel Raum für Exkurse durch die Geschichte der Aufklärung, um in seiner ungnädigen Kritik Hitchens' Position zu den Weltreligionen folgendermaßen zu resümieren: "Kreationisten sind 'Tölpel', Pascals Theologie ist 'im Grunde schäbig', das Denken des christlichen Autors C.S. Lewis 'von kaum zu beschreibender Erbärmlichkeit'. Calvin war ein 'Sadist und Folterknecht und Mörder', buddhistische Sprüche sind 'dann doch allzu leicht zu parodieren', der geistliche Diskurs östlicher Religionen ist 'nicht mal falsch'. Der Islam ist 'eine ziemlich offensichtliche und schlecht zusammen gezimmerte Ansammlung von Plagiaten', Hanukkah ist ein 'fader und langweiliger Feiertag', und König David war ein 'skrupelloser Bandit'."

Weitere Artikel im neuen Heft: Jeffrey Goldberg schreibt in einem Brief aus Washington über Bob Woodwards Kritik am ehemaligen CIA-Chef George Tenet und dessen Antwort in einem eigenen Buch (Auszug). Anthony Lane schreibt in seiner Filmkolumne über den neuen Film von Hal Hartley. Judith Thurman bespricht eine Ausstellung mit Kleidern von Paul Poiret im Met - gezeigt werden hier auch einige Kleider, die das Museum jüngst ersteigerte und die seit hundert Jahren nicht mehr zu sehen waren (Bilder). Außerdem bringt das Magazin eine neue Erzählung von Nadine Gordimer.