
In einem
Brief aus Pakistan beschreibt William Dalrymple die drei Kräfte, die
General Musharraf in die Zange nehmen: die bürgerliche Opposition, die ihrem Ärger über die Militärregierung im März bei einer Demonstration von mit Regenschirmen bewaffneten
Anwälten Luft machte. Dann die Religiösen, die Pakistan auf politischem Weg in ein "System des Propheten" verwandeln wollen. Und drittens die Islamisten, die bis vor ein paar Tagen die Rote Moschee besetzt hielten. Spielen die
Bürgerlichen, zu denen auch die
Anwältin Asma Jahangir gehört, den Islamisten in die Hände? Dazu meint ein Redakteur der
Post in Lahore: "Jahangir ist tapfer und furchtlos. Sie ist immer für die richtige Sache aufgestanden... Aber ihr politisches Urteil ist eine andere Sache. Sie ist ein Verfechter der Demokratie, im guten wie im bösen, und die Situation in Pakistan ist im Augenblick extrem komplex. Wird es eine
islamische Revolution geben? Ich persönlich glaube nicht, dass die Islamisten kurz vor der Machtergreifung stehen, aber wir können die wachsende Macht der Militanten nicht ignorieren. Asma ist eine Idealistin und manchmal ist es in diesem Teil der Welt besser, ein Realist zu sein." Am Ende des Artikels erinnert die Herausgeberin der
Friday Times allerdings an einige
berühmte Idealisten, die die Realisten ihrer Zeit glatt widerlegten.
David Denby
untersucht die Entwicklung der
romantischen Komödie seit Capras "It happened one night". Anlass für diesen Essay ist
Judd Apatows Film
"Knocked Up", den Denby als "Schlüsselfilm" unserer Zeit, "ein rohes, misstönendes Äquivalent zu 'Die Reifeprüfung'" bezeichnet: "Gab es jemals zuvor einen Filmhelden, der absolut keine Sehnsucht hatte, die Welt zu beeindrucken und trotzdem das Mädchen kriegte? Und die Frauen in den früheren romantischen Komödien - sie waren vielleicht verrückt oder hart oder übermütig, aber sie waren nie ausdruckslos."
Weitere Artikel: Atul Gawande
kommentiert die gegenwärtige Debatte über das amerikanische
Gesundheitssystem uind kommt dabei noch einmal auf
Michael Moores Film
"Sicko" zurück. David Denby
sah im Kino die Verfilmung des Broadway-Musicals
"Hairspray" mit Nikki Blonsky, Christopher Walken und John Travolta sowie den Pixar-Zeichentrickfilm
"Ratatouille". Zu lesen ist außerdem die
Erzählung "Shauntrelle" von
Antonya Nelson und Lyrik von
Rachel Hadas und
David Ferry. Nur im Print:
Oliver Sacks über die Mysterien der
musicophilia und ein Porträt des amerikanischen Zeitschriftenmilliardärs Mortimer Benjamin "
Mort"
Zuckerman.