Magazinrundschau - Archiv

The New Yorker

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Magazinrundschau vom 10.01.2017 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker stellt uns Adam Gopnik aus Anlass der englischen Übersetzung von Philippe Desans Montaigne-Biografie ("Montaigne: A Life") den Erfinder des Liberalismus und des Essays nebst seiner Motivation vor: "Der erste Mittel, um mit der Verrücktheit der Politik klarzukommen, ist sich nicht von ihr verrückt machen zu lassen. 'Wenn ich sehe, was unter Ehrlichkeit verstanden wird, dann behüte Gott, dass ich ein ehrlicher Mann werde', schrieb Montaigne … Seine Essays stellen eine unpersönliche Form der Intimität her und gehen so mit der Angst vor allzu leidenschaftlichem und politischem Engagement um. Aber jede Form der Schriftlichkeit erschafft sich ihren eigenen Leser. Ein Sonett ist an ein unspezifisches Objekt der Begierde gerichtet und ein Essay an einen unbekannten Vertrauten … Der Essayist baut auf die Illusion des intimen Bekenntnisses. 'Du bist mein bester Freund' - sagt Montaigne wie jeder ihm nachfolgende Essayist zum Leser. Durch die Dramatisierung einer Einsamkeit, die nur der Leser heilen kann, gehören die Bekenntnisse schließlich allen … Weit davon entfernt, der Isolation entsprungen zu sein, entstanden die Essays, während Montaigne sich in der Politik engagierte, reiste und schließlich Bürgermeister von Bordeaux wurde. Statt in der Bibliothek, wie der Autor poetischerweise formulierte, entstanden die meisten Essays unterwegs als Diktat."

Außerdem: Vinson Cunningham stellt Kirk Franklin, den neuen Gott des Gospels vor. Sheelah Kolhatkar untersucht den Fall des Börsenmaklers Steven A. Cohen, an dem sich US-Behörden die Zähne ausbeißen. Ian Parker berichtet über skandalöse Tötungspraktiken in dänischen Zoos. Und Rachel Aviv trifft den Ex-Black-Panther Albert Woodfox, der nach 40 Jahren Isolationshaft letztes Jahr freikam.

Magazinrundschau vom 03.01.2017 - New Yorker

In der aktuellen Ausgabe des New Yorker vermisst Kelefa Sanneh den Graben zwischen Trump und den intellektuellen Ideologen, die ihm gern zur Seite stehen würden: "Trumps Präsidentschaft könnte katastrophal werden, in einem Sinn, den die Trumpisten durchaus überschauen: Er könnte sich durch Korruption ruinieren oder durch internationale Skandale. Er könnte seine Amtszeit damit zubringen, seine Feinde zu jagen oder seine Hilfsheriffs Amoklaufen zu lassen. Es ist schwierig so etwas zu prophezeien, aber bei Trump scheint all das nur plausibel, weil er so wenig interessiert ist an den Sicherheiten, die Derartiges verhindern. Dass Trump sich so auf seine Intuition verlässt, kommt bei seinen Leuten zwar gut an, da es ihn von der Tyrannei der Bürokratie befreit, allerdings macht es ihren Job auch problematischer. Zwischen Trump und seinen intellektuellen Anhängern herrscht eine zutiefst asymmetrische Beziehung. Sie müssen die Doktrin ohne ihren Namenspatron formulieren. Trumps politisches Markenzeichen ist das eines Typen, der sich niemals vor einem Haufen Gelehrter zu erklären braucht, gleich wie wichtig diese Leute für sein Fortkommen sind." 

Weiteres: Tad Friend porträtiert den Indie-Regisseur Mike Mills und dessen Familienfilme. Nicholas Schmidle überlegt, wie sich Football mit High-Tech sicherer machen lässt. Und Ian Frazier stellt uns den Getreideanbau der Zukunft vor: urban, vertikal, ohne Licht und Scholle. Joan Acocella vertieft sich in Gregor Hens' Roman "Nikotin". Alex Ross bewundert die "monströse Technik und den strahlenden Ton" des russischen Pianisten Daniil Trifonow. Lesen dürfen wir außerdem Yiyun Lis Short Story "On the Street Where You Live".

Magazinrundschau vom 13.12.2016 - New Yorker

Immer mehr Computer übernehmen immer mehr Arbeit. Nichts scheint das verhindern zu können, auch nicht Donald Trumps Versprechen, Arbeitsplätze aus China, Mexiko und anderen aufstrebenden Staaten in die USA zurückzuholen, stellt Elizabeth Kolbert fest, die eine Reihe von Büchern zum Thema gelesen hat: "Trump hat gelobt, Nafta neu zu verhandeln, das  TPP-Abkommen aufzukündigen und gedroht, Zölle auf Waren aufzuschlagen, die amerikanische Firmen in Übersee produzieren. 'Unter einer Trump-Präsidentschaft wird der amerikanische Arbeiter endlich einen Präsidenten haben, der ihn beschützt und für ihn kämpft', erklärte er. Nach Bryjolfsson und McAfee zielt dieses Gerede am entscheidenden Punkt vorbei: Industrien in China werden genauso schnell, wenn nicht sogar schneller, automatisiert wie in den USA. Foxconn, der größte Auftragnehmer für Elektronik, der berühmt wurde für seine städtegroßen Fabriken und harten Arbeitsbedingungen, plant ein Drittel seiner Arbeitsplätze bis 2020 durch Automatisierung einzusparen. Die South China Morning Post berichtete kürzlich, dass es der Firma dank großer Investitionen in Roboter bereits gelungen ist, die Arbeitsplätze in ihrer Werkanlage in Kunshan von 110.000 Menschen auf 50.000 zu reduzieren. 'Mehr Firmen werden das bald auch tun', erklärte ein Funktionär aus Kunshan der Zeitung."

Jeffrey Toobin rollt noch einmal den Rechtsstreit auf zwischen dem Klatsch-Blog Gawker.com und dem Ex-Wrestler Hulk Hogan, über den Gawker bankrott ging: "Im Rückblick sieht der Fall Hogan vs. Gawker wie eine Kostümprobe für Trump vs. Clinton aus. In beiden Wettbewerben gerierte sich ein Star des Reality TV, der ursprünglich auf anderem Gebiet Berühmtheit erlangte, als von einer Elite bedrängter Außenseiter. In beiden Fällen spielte ein reicher, erfolgreicher Mann das Opfer und errang einen überzeugenden und folgenreichen Sieg."

Weitere Artikel: Malcolm Gladwell verschwendet viel Zeit und Druckerschwärze darauf, den guten Leaker Ellsberg gegen den schlechten Hacker Snowden abzugrenzen: Man liest das mit Bedauern, während man sich in die Zeiten zurücksehnt, in denen Seymour Hersh im New Yorker die durch Snowden gewonnenen Erkenntnisse vertieft hätte. Negar Azimi berichtet vom Kampf um Arbeiterrechte auf den gigantischen Museumsbaustellen in Abu Dhabi. Raffi Khatchadourian begleitet den Fotografen Edward Burtynsky ins Nigerdelta, wo Burtynskys verstörende Bilder katastrophaler Umweltzerstörung entstehen. Alan Burdick sucht im Schlaf nach dem Wesen der Zeit. Anthony Lane sah im Kino Mike Mills "20th Century Women" und Pedro Almodovars "Julieta" Lesen dürfen wir außerdem Mariana Enriquez' Kurzgeschichte "Spiderweb".

Magazinrundschau vom 06.12.2016 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker überlegt Robin Wright, was nach dem Islamischen Staat kommt, eine wilder Haufen rivalisierender Gruppierungen, die um die Seele des sunnitischen Dschihad kämpfen? "Im Nahen Osten dreht sich das politische Kaleidoskop mit irrwitzigem Tempo. Der IS ist Ursache und Wirkung zugleich. Kriege in Syrien, Irak, Libyen und Jemen zerstören die Region, Extremismus bedroht die anderen Staaten. Libanon, Jordanien und die Türkei erleben nie gekannte humanitäre Katastrophen. Vom Mittelmeer bis zum Golf sind die Länder zerbrechlich, unabhängig von ihrer Größe oder ihrer militärischen Stärke. Seit es Landesgrenzen als Befestigung von Macht und Politik gibt, sind unterschiedliche Formen des Arabismus, des Öl-Reichtums und des palästinensisch-israelischen Konflikts auf den Kopf gestellt worden. Die großen säkularen Ideologien, vom Nasserismus bis zum Baathismus, sind erloschen. Die Palästinenser, deren Fraktionen eine Reihe von Ideologien anboten, sind an den Rand gedrängt worden. Die restliche intellektuelle Energie wird in den Universitäten, den Parlamenten und im öffentlichen Diskurs aufgebraucht. Ein Bevölkerungsanstieg hat eine Generation mit limitierten Jobaussichten hervorgebracht; ein Drittel aller jungen Menschen in mehr als 20 arabischen Staaten ist ohne Arbeit. Die Instabilität der letzten sechs Jahre hat die Region in wirtschaftliches Elend gestürzt, das die arabischen Ökonomien über 600 Milliarden Dollar kostet. Die Stabilität einiger Staaten ist auf lange Sicht gefährdet. Warlords verlieren an Bedeutung …"

Außerdem: Jennifer Gonnerman trifft einen Stadtteilabgeordneten aus der New Yorker Bronx, der sich angesichts von Trump beherzt vor seine Leute stellt. Und Alexis Okeowo berichtet von Eritreas Fußballnationalclub, der von Spielern gern als Fluchthilfe zweckentfremdet wird.

Magazinrundschau vom 22.11.2016 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker berichtet David Remnick, der die letzten Tage vor der Wahl im Weißen Haus und in der Airforce One verbrachte, wie Obama sich auf seinen Nachfolger einstellt, gelassen: "Sogar inmitten der katastrophalen Geschichtswende behält Obama seine verblüffende Fähigkeit, Dilemmata zu handhaben, als entwürfe er eine wissenschaftliche Arbeit. 'Ein Präsident wie ich war unvermeidlich', meint er. 'Ein Obama oder Gonzales. Vielleicht war ich zwanzig Jahre zu früh, insofern war es überraschend. Das Land brauchte Zeit, sich zu gewöhnen. Es brachte mehr Angst und Reaktionen in bestimmten Teilen der Bevölkerung als es in zwanzig Jahren der Fall wäre. Das ist verständlich.' … Trump konfrontiert den scheidenden Präsidenten mit Fragen, wie: Wer führt nun die Opposition und die Demokraten? Was, wenn es rassistische Gewalt gibt? Sollte er als moralische Stimme einschreiten? Obama scheut solche Fragen, sieht seine Nachfolge aber in einem trüberen Licht: 'Wenn Hillary gewonnen hätte, hätte ich einfach die Schlüssel übergeben. Wir hätten darauf geachtet, dass die Bücher stimmen und wären raus. Jetzt fühle ich die Verantwortung, meinen Rat weiterzugeben an jene, die weitermachen.'"

Außerdem: Nicola Twilley erklärt, wie Verblutenden durch eine neue Gefriertechnik geholfen werden könnte. Daniel Zalewski staunt über die Kunst der Nachbildung von Kunst(-werken). Und Giles Harvey schreibt über die britische TV-Serie "Black Mirror", die erkundet, wie Technik die Gesellschaft beeinflusst.
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Magazinrundschau vom 15.11.2016 - New Yorker

Der New Yorker druckt sechzehn Essays von SchriftstellerInnen wie Hilary Mantel oder George Packer über Trumps Amerika. Toni Morrison fürchtet, dass amerikanisch sein für viele bedeutet, weiß zu sein, und dass Trumps Wähler einen Horror davor haben, ihre natürliche "weiße" Überlegenheit zu verlieren: "Dieser Komfort ist nur schwer aufzugeben. Die Gewissheit, in einem Geschäft nicht dauernd beobachtet zu werden, dass du der bevorzugte Gast in einem erstklassigen Restaurant bist, diese sozialen Feinheiten, die das Weißsein ausmachen, werden gehütet. Die Angst vor dem Verlust weißer Privilegien ist so groß, dass viele Amerikaner sich einer politischen Agenda zugewandt haben, die Gewalt gegen Wehrlose als Stärke verkauft. Diese Leute sind weniger wütend als verängstigt. Am Wahltag haben diese weißen Wähler die Scham und Angst umarmt, die Trump gesät hat, der Kandidat, der seine Wohnungen nicht an Schwarze vermietet, der bestritt, dass Obama in den USA geboren wurde und der vom Ku Klux Klan geschätzt wird. Faulkner illustriert diesen Gedanken, wenn er in 'Absalom, Absalom' zeigt, wie eine Upperclass-Südstaatenfamilie Inzest und Mord dem einen Tropfen schwarzen Bluts in der Familienlinie vorzieht."

Außerdem: Jill Lepore erzählt die Geschichte, wie J. D. Salinger einmal nicht Nein zur Verfilmung einer seiner Stories sagte. Elaine Blair porträtiert die Filmemacherin Chris Kraus. Adrian Chen berichtet am Beispiel der Philippinen, was geschieht, wenn ein populistischer Demagoge die Macht übernimmt. Ebenfalls im Heft zu lesen: Eine Kurzgeschichte von Lauren Groff.

Magazinrundschau vom 08.11.2016 - New Yorker

Im neuen Heft des New Yorker erklärt William Finnegan, wie aus Venezuela, einst das reichste Land Südamerikas, das Land mit der höchsten Inflation und Kriminalität werden konnte: "Der Ölpreis is Schuld, heißt es immer. Die Wahrheit stimmt noch hoffnungsloser. Venezuela verfügt über die weltgrößten Ölreserven, Öl macht 96% des Exports aus. Als der Ölpreis vor zwei Jahren fiel, entzündete das die Wirtschaftskrise. Inzwischen hat sich der Preis erholt, doch die Wirtschaft stürzt weiter ab. Die Auslandsreserven der Regierung sind seit 2009 auf ein Drittel geschrumpft. Werden die verbleibenden Dollars die Kredite bezahlen und Schulkinder ernähren können? Im Augenblick hält man den Istzustand, aber auf Kosten der Bevölkerung … Die Krise dem Versagen des Sozialismus anzulasten, wäre ahistorisch. Vor Chavez war Venezuela etatistisch. Korruption war schon immer ein Riesenproblem, Lebensmittelknappheit eine bekannte Plage. All das kommt auch im Kapitalismus vor. Der räuberische Staat, die extreme Unsicherheit, die schwache Gesetzgebung, das sind profundere Probleme, als eine traditionelle Links-Rechts-Analyse ans Licht bringt."

Außerdem: Alex Ross berichtet aus dem Death Valley, das dieses Jahr dank Überschwemmungen zu blühendem Leben erwachte. Alec MacGillis erkundet den kleinen Grenzverkehr zwischen der Politik in Washington und der Wall Street und stellt fest, dass eine neue Linke sich dagegen wehrt. Alexandra Schwartz liest Zadie Smiths Roman "Swing Time". Peter Schjeldahl schreibt zum 500. von Martin Luther.  Anthony Lane sah im Kino Denis Villeneuves "Arrival". Lesen darf man außerdem Mohsin Hamids Erzählung "Of Windows and Doors".

Magazinrundschau vom 01.11.2016 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker besucht Jiayang Fan den chinesischen Investor Liu Yiqian, der als Teil einer neuen kulturellen Revolution nicht nur Schanghais neuestes Museum eröffnet, sondern mit einem 170 Millionen teuren Modigliani auch das zweitteuerste Gemälde der Welt ersteigert hat: "Lius Kauforgie gehört zu den Entwicklungen, die das westlich orientierte Shanghai in ein globales Zentrum für die Kunst verwandeln. Aber es ist auch eine Demonstration kruder chinesischer Kaufkraft… Europäer gründeten in Schanghai die ersten Museen auf chinesischem Boden… Christliche Missionare erkannten, dass die Ausstellung von Tieren und Pflanzen die chinesische Bevölkerung für das Christentum einnahmen. In solchen Museen erkannten die Chinesen auch, dass China nicht die ganze Welt war, sondern nur ein abseits gelegenes Gebiet auf der Erdkarte. Die chinesische Elite zeigte allerdings kein Interesse daran, auf diese Weise die Massen zu unterhalten und zu erziehen. Unter den Kommunisten war Kunst dann vor allem Propagandamittel. Erst in den 1980er Jahren begann man in China, Museen als Mittel zu sehen, die Lebendigkeit chinesischer Kultur zu bewerben; die Zahl der Museen wuchs von 21 im Jahr 1949 auf 4000 im Jahr 2016."

Außerdem: Rebecca Mead stellt den neuen Film von Kenneth Lonergan vor. Dianne Belfrey erzählt ihre persönliche Lovestory, in der ein selbstgebautes Segelboot und ein Mann im gelben Poloshirt entscheidende Rollen spielen. Und T. C. Boyle schenkt uns eine Kurzgeschichte.

Magazinrundschau vom 25.10.2016 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker untersucht Joan Acocella anhand einer neuen Publikation (Esther Schor: "Bridge of Words. Esperanto and the Dream of a Universal Language"), warum das Projekt der friedenstiftenden Weltsprache Esperanto letztlich gescheitert ist, von rund 1000 Muttersprachlern weltweit abgesehen: "Die Esperanto-Geschichte war alles andere als sanft, die Bewegung von Anbeginn gespalten. Esperanto zog Linke und Freidenker aller Coleur an - Goebbels nannte es 'eine Sprache der Juden und Kommunisten', nicht ganz zu Unrecht - und der Großteil dieser Leute, wie Ludovik Zamenhof (der Schöpfer des Esperanto, d. Red.) verstanden die Sprache als ethisches Programm. Andere interessierte sie als linguistische Neuigkeit. … Wenn die Esperanto-Freunde sich nicht gegenseitig bekriegten, wurden sie von außen attackiert. Zamenhof hatte gehofft, die multiethnischen USA würden das Zentrum der Sprache werden, aber dort fühlte man sich schon multiethnisch genug oder war nationalistisch gestimmt, so wie heute. Die zwischen den Weltkriegen in Europa und der Sowjetunion verbleibenden Esperanto-Sprecher wurden verfolgt, aber überlebten. Das war die Hochzeit des Esperanto, auch wenn seine Prinzipien hart umkämpft waren … Der Fall der Sowjetunion schwächte die Bewegung, die Sprecherzahlen vielen um 60 Prozent, während Englisch als Weltsprache immer mehr expandierte. In der Internet-Ära sieht Esperanto neben Englisch winzig aus."

Außerdem: Thomas Mallon überlegt, wie ein Roman aussehen könnte, der die Wahl 2016 zum Thema hat. Alex Ross stellt die finnische Komponistin Kaija Saariaho vor.

Magazinrundschau vom 18.10.2016 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker schlägt Elizabeth Kolbert Alarm: Grönlands Eis schmilzt, und nicht nur allmählich, wie sie erfährt. "Ein Eiswürfel auf dem Gartentisch schmilzt in einer geordneten, voraussehbaren Weise. Mit einem Gletscher von der Größe Grönlands verhält es sich anders. Es gibt alle möglichen Arten von Feedback-Zirkeln, die wiederum neue Zirkel bewirken, Neben- und Unterzirkel. Wenn Wasser auf einer Eisoberfläche schmilzt, verändert sich die Reflektivität. Mehr Sonnenlicht wird absorbiert, was die Schmelze verstärkt, was wieder die Absorption befördert … Das Schmelzwasser fließt in das Gletscherbett und 'schmiert' es, was die Bewegung des Eises ins Meer beschleunigt. Ab einem gewissen Punkt werden diese Feedback-Zirkel zu Selbstläufern. Möglicherweise ist dieser Punkt bereits erreicht."

Außerdem: Evan Osnos schreibt über Tim Kaines radikalen Optimismus. John Lahr porträtiert die Theaterschauspielerin Janet McTeer. Und Stephanie Clifford berichtet über einen Detective, der strafrechtliche Fehlurteile aufspürt, auch seine eigenen.