Magazinrundschau - Archiv

The New Yorker

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Magazinrundschau vom 04.04.2017 - New Yorker

Pünktlich zum Streit über ihr Gemälde 'Open Casket' bringt Calvin Tomkins in der neuen Ausgabe des New Yorker ein ausführliches Porträt der Malerin Dana Schutz, die er als einen hochsympathischen Liebling der Kuratoren und teuersten Galeristinnen präsentiert und deren Gemälde in flacher Buntheit teils drastisch komische Szenen erzählen - bekannt wurde sie durch "Niesbilder". Ihre Bilder verkaufen sich zwischen 100.000 und 400.000 Dollar, und schon früh wurde sie von Gurus wie Klaus Biesenbach protegiert. Und nun also der von der Kollegin Hannah Black ausgelöste Streit (unsere Resümees) um ihre malerische Reflexion des Fotos von Till Emmett - eine Ikone der Bürgerrechtszeit. Die Mutter des Jungen zeigte ihn im offenen Sarg, damit die Welt zur Kenntnis, was ihm von seinen rassistischen Mördern angetan wurde. Auf die Frage, ob hier so etwas wie "kulturelle Aneignung" vorliege, geht der Artikel kaum ein - aber Schutz steht zu diesem Bild. Gegen Ende seines Artikels bringt Tomkins einen klugen Satz von dritter Seite über diesen Streit: "Die Künstlerin Kara Walker, deren Werk 'Rasse', Sexualität und Gewalt erforscht, schrieb letzte Woche einen Instagram-Post und bezog sich auf 'Open Casket', ohne Schutz oder ihre Gegnerinnen zu erwähnen. 'Die Geschichte der Malerei ist voll von drastischer Gewalt und Erzählungen, die nicht unbedingt aus dem Leben der Künstler stammen', schrieb sie. 'So wie's bei uns allen ist. Ich bin mehr als eine Frau, mehr als eine Nachfahrin Afrikas, mehr als die Tochter meines Vaters. Mehr als schwarz, mehr als die Summe meiner bisherigen Erfahrungen... Kunst hält oft länger als die Kontroversen, die sie begrüßen. Ich rufe das jedem Künstler und jedem Werk zu, das zu Stimmengeheul führt. Vielleicht entstehen so auch tiefere Fragen und bessere Kunst.'"


The history of painting is full of graphic violence and narratives that don't necessarily belong to the artists own life, or perhaps, when we are feeling generous we can ascribe the artist some human feeling, some empathy toward her subject. Perhaps, as with Gentileschi we hastily associate her work with trauma she experienced in her own life. I tend to think this unfair, as she is more than just her trauma. As are we all. I am more than a woman, more than the descendant of Africa, more than my fathers daughter. More than black more than the sum of my experiences thus far. I experience painting too as a site of potentiality, of query, a space to join physical and emotional energy, political and allegorical forms. Painting - and a lot of art often lasts longer than the controversies that greet it. I say this as a shout to every artist and artwork that gives rise to vocal outrage. Perhaps it too gives rise to deeper inquiries and better art. It can only do this when it is seen.

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Außerdem: Kelefa Sanneh porträtiert den Fox News Moderator Tucker Carlson. Ben Taub folgt einer jungen Nigerianerin auf ihrem leidvollen Weg nach Europa. Alec Wilkinson rekapituliert den gewaltsamen Tod des Filmemachers David Crowley, den einige dem Staat anlasten. Und es gibt eine Kurzgeschichte von Emma Cline.

Magazinrundschau vom 28.03.2017 - New Yorker

Die neue Ausgabe des New Yorker sorgt sich um unsere Gesundheit. Tad Friend fährt ins Silicon Valley, wo längst fleißig an unserer Unsterblichkeit gearbeitet wird, bloß, um am Ende festzustellen, dass wir gar nicht bereit für sie sind: "Nach der Aufführung einer Dokumentation über Langlebigkeit fragte der Genetiker Nir Barzilai das Publikum, ob es lieber ewig leben würde für den Preis, dass es keine Reproduktion mehr gibt, keine Schwangerschaft, keinen ersten Geburtstag, keine erste Liebe usw. oder 85 Jahre alt werden, ohne einen Tag krank zu sein, aber eines Tages einfach nicht mehr aufzuwachen. Die allermeisten entschieden sich für Letzteres. Der Wunsch, das Leben zu erhalten, wie wir es kennen, selbst um den Preis des Todes, ist zutiefst menschlich. Wir sind von der Vorstellung beseelt, dass der Tod die Mutter aller Schönheit ist, aber auch davon, dass wir so bleiben, wie wir sind, für immer oder wenigstens etwas länger, bevor wir schließlich gehen müssen."

Außerdem: David Owen berichtet über Fortschritte in der Audiologie, die Schwerhörigen das Leben erleichtern könnten. Siddhartha Mukherjee fragt sich, was geschieht, wenn medizinische Diagnostik automatisiert wird. Und Rachel Aviv dokumentiert das Trauma von Flüchtlingskindern in Schweden, die das Bewusstsein verloren, nachdem sie von ihrer Ausweisung erfuhren.

Magazinrundschau vom 14.03.2017 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker fragt sich Andrew Marantz, ob Trump und sein Pressereferent Sean Spicer gezielt die Mainstream-Presse zugunsten junger, unerfahrener rechter Journalisten ausbooten: "Traditionellerweise ging die erste Frage bei Pressekonferenzen im Weißen Haus stets an Associated Press, erste Reihe Mitte. In seiner ersten Pressekonferenz am 21. Januar, die gerade mal fünfeinhalb Minuten dauerte, gab Spicer einige klar erkennbare Unwahrheiten wie die von der Größe des Publikums bei Trumps Amtseinführung von sich und ging, ohne Fragen zu gestatten. Die erste Frage bei der zweiten Konferenz ging an den sichtlich überraschten Reporter der New York Post in Reihe fünf. Er wollte wissen, wann Trump die Grenzmauer baut. In der dritten Konferenz rief Spicer als ersten den Reporter von LifeZette auf, der fragte, wieso die Regierung bei der Einwanderung nicht härter eingreife. Spicers Pressekonferenzen sind ungewöhnlich kurz, eine halbe Stunde mit zehn Minuten vorbereiteter Anmerkungen zu Beginn. Häufig verschwindet er, ohne sich den kniffligeren Frage der Mainstream-Journalisten zu stellen."

Außerdem gibt es ein Style-Special: Gary Shteyngart erzählt aus dem Leben eines Uhrenfreaks. Emma Allen porträtiert das Fashion-Designer-Duo Opening Ceremony. Rebecca Mead stellt den Musical-Regisseur Alex Timbers vor, der zusammen mit David Byrne eine regierungskritische 'Jeanne d'Arc' auf die Bühne bringt. Lorenzo Vitturi besucht die farbenfrohen Archive italienischer Designer, die sowohl der Konservierung als auch der andauernden Inspiration dienen. Und wir lesen eine bisher unveröffentlichte Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald aus dem Jahr 1920.

Magazinrundschau vom 21.03.2017 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker porträtiert Joshua Rothman den Philosophen Daniel C. Dennett, der eine ganz eigene Theorie zur Entstehung der Seele entwickelt hat: "Dennett ist der Meinung, dass es sich wie bei der Evolution um eine graduelle Entwicklung handelt. Seine Antwort auf die Frage, ob Tiere ein Selbstbewusstsein besitzen, lautet: Sie haben quasi eines. Dieses 'quasi' passt zu Dennett. Wir müssen uns das Gehirn als eine Ansammlung von Subsystemen vorstellen, meint er, die 'quasi' wissen, denken und fühlen. Diese Schichten schließen sich letztlich zu dem echten Selbstbewusstsein zusammen. Tiere haben weniger mentale Schichten als der Mensch, sie haben keine Sprache, die Dennett für essenziell hält für die Komplexität und die Textur des menschlichen Geistes, aber deswegen sind sie noch lange keine Zombies. Es bedeutet nur, dass sie 'quasi' über ein Bewusstsein verfügen, wie wir es besitzen."

Außerdem: Michael Schulman stellt das kritische Gegenwartstheater der Dramatikerin Lynn Nottage vor. Und Jane Mayer porträtiert den steinreichen Hedgefonds-Manager Robert Mercer als Strippenzieher hinter Trumps Präsidentschaft.

Magazinrundschau vom 07.03.2017 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker erhellt Adam Davidson die sinistren Hintergründe des Trump Towers in Baku, eines Luxushotels, das nie eröffnet wurde und an dem Trump zusammen mit einer iranischen Familie beteiligt war, die Verbindungen zur Iranischen Revolutionsgarde hat: "Es liegen keine Beweise vor, dass Trump oder seine in das Geschäft involvierten Mitarbeiter aktiv an Bestechung, Geldwäsche oder anderen kriminellen Taten beteiligt waren. Aber Trumps Firma könnte das Gesetz gebrochen haben, indem sie mit der aserbaidschanischen Oligarchenfamilie der Mammadovs kooperierte (die besagte Verbindungen in den Iran pflegt, d. Red.). Ein Korruptionsgesetz von 1977 verbietet amerikanischen Unternehmen, sich an Strukturen zu beteiligen, die als Gegenleistung für materiellen Nutzen oder bevorzugte Behandlung ausländische Regierungen unterstützen. Demzufolge ist auch der unwissende Vorteil durch die korrupten Machenschaften eines Partners strafbar, sofern das betreffende Unternehmen von diesen hätte wissen können … Wenn einer der Partner bei dem Projekt in Baku in illegale Geldtransaktionen verwickelt war und Trumps Firma in irgendeiner Weise Kontrolle über das Projekt hatte, könnte Trump dafür belangt werden."

Außerdem: Alec Wilkinson berichtet, dass der Rockstar und Musikproduzent Jack White jetzt wieder in seinem alten Job arbeitet - als Polsterer. Ariel Levy stellt die US-amerikanische Fotografin Catherine Opie vor, die bevorzugt Transgender und Tätowierte porträtiert. Und Jake Halpern besucht ein Haus in Buffalo, wo Asylsuchende sich auf ihre Flucht nach Kanada vorbereiten. Amanda Petrusich porträtiert die Musikerin Maggie Rogers. Anthony Lane sah im Kino Jordan Vogt-Roberts' "Kong: Skull Island" und Julia Ducournaus Horrorfilm "Raw". Joan Acocella liest Edmund Gordons Biografie der britischen Autorin Angela Carter, "The Invention of Angela Carter" (Oxford). Lesen dürfen wir schließlich noch Anne Enrights Kurzgeschichte "Solstice".

Magazinrundschau vom 28.02.2017 - New Yorker

Evan Osnos, David Remnick und Joshua Yaffa untersuchen, was hinter Putins Eingriffen in die Präsidentschaftswahlen steckt: "Kein ernstzunehmender Beobachter glaubt, dass Russlands Aktivitäten in den USA und Europa wesentlich für Trumps Aufstieg und den nationalistischer Politiker in Euopa verantwortlich ist. Ressentiments gegen die Globalisierung und die Deindustrialisierung sind die gewichtigeren Faktoren. Doch viele Westeuropäer fürchten, dass der Westen und seine Nachkriegs-Allianzen und -Institutionen gefährdet sind und Trump, der die Nato anzweifelt und den Brexit sowie andere antieuropäische Bewegungen befürwortet, kein verlässlicher Partner ist. Trump verhält sich Putin gegenüber völlig unkritisch. 'Die Schwächung der Nato und die Entkopplung der USA von der europäischen Sicherheit ist das Schreckbild', erklärt der britische Offizier General Sir Alexander Richard David Shirreff. 'Wenn das geschieht, eröffnet das Putin alle Möglichkeiten. Er muss gar nicht die Invasion baltischer Staaten erwägen, er kann sie auch so dominieren. Was wir sehen, ist der Kollaps unserer Sicherheitsarchitektur. Ihr Ende bedeutet die Renationalisierung Europas.'"

Außerdem: Kathryn Schulz erklärt das amerikanische Bürgerrecht, den Kongress anzurufen, und warum derzeit alle Leitungen belegt sind. Sheelah Kolhatkar berichtet über die Pleite eines Hedgefonds, der gegen die Praktiken des Diätproduktehersteller Herbalife vorgehen wollte. Alexis Okeowo stellt die Musikvideoregisseurin Melina Matsoukas vor, die Stars wie Beyoncé ein neues Image verpasst. Und Zadie Smith liefert eine Kurzgeschichte.

Magazinrundschau vom 21.02.2017 - New Yorker

"Hollywood versucht sich heute, einem geteilten, verängstigten Land anzudienen, das nicht mehr von Hippies polarisiert wird, sondern von Identitätsfragen", schreibt Michael Schulman, der anlässlich der Oskar-Verleihung am 26. Februar in der neuen Ausgabe des New Yorker über Hollywoods Probleme mit der Multikulturalität nachdenkt. Das ganze Problem in einer Nussschale bekommt man in diesem kurzen Gesprächsausschnitt mit dem Produzenten Allan Glaser und seinem Lebenspartner, dem 85-jährigen Schauspieler und Academy-Mitglied Tab Hunter serviert, der mit schlecht erwogenen Worten fürchtet, "emeritiert" zu werden: "Als er erstmals die Antwort der Academy auf #OscarsSoWhite hörte, 'sagte ich nur zwei Worte', erzählt mir Hunter. 'Bull. Shit.' (Zu der Zeit erklärte er dem Hollywood Reporter: 'Es ist ein kaum verschleierter Versuch, ältere weiße Mitglieder, die das Rückgrat der Industrie sind, rauszukicken.') 'Was mich wirklich nervt', fügt Glaser hinzu, 'ist, dass das ganze Ding von Jada Pinkett angezettelt wurde. Ich meine, wer ist sie? Sie ist kein Filmstar. Als sie sagte, 'Oscars so white, da geh ich nicht hin, dachte ich, 'ok, fein'. Hunter nickt. 'Meiner Meinung nach war das eine Überreaktion', sagt er. 'Wenn es keine Rolle für einen Chinamann gibt, dann gibt es keine Rolle für einen Chinamann!'"

Außerdem: Nicholas Schmidle überlegt, was die Abdankung Michael Flynns über Trumps Stil aussagt. Lauren Collins folgt Kindern auf ihrer einsamen Flucht nach Europa. Vinson Cunningham fragt, ob ein einzelner Kongressabgeordneter Amerikas Demokraten nach links bewegen und gegen Trump positionieren kann. Alex Ross hörte Kate Sopers Oper "Ipsa Dixit", die auf der Poetik des Aristoteles beruht. Und Hilton Als spürt den Camp-Elementen in Andrew Lloyd Webbers mit Glenn Close inszenierter Musical-Adaption von "Sunset Boulevard" nach.

Magazinrundschau vom 31.01.2017 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker berichtet Jelani Cobb vom Prozess gegen den rassistischen Massenmörder Dylann Roof, der 2015 in Charleston, South Carolina neun Mitglieder der African Methodist Episcopal Church tötete. Und meditiert dabei über Todesstrafe und Rasse: "In einer landesweiten Umfrage bevorzugten zwei Drittel der Afro-Amerikaner Roofs Verurteilung zu lebenslangem Gefängnis, während vierundsechzig Prozent der Weißen glaubten, dass die Todesstrafe gerechtfertigt sei. Das Ergebnis spiegelt die allgemeine Trennung zwischen Schwarzen und Weißen in der Frage der Todesstrafe wider, die zumindest zum Teil dadurch zustande kommt, dass sie unverhältnismäßig oft gegen schwarze Angeklagte ausgesprochen wird. Es ist anzunehmen, dass Roofs Entfernung aus der Welt nur wenig an der Sicht der schwarzen Einwohner von Charleston auf das, was in der Kirche geschah, ändern wird. Ihre weißen Mitbürger waren indes darauf bedacht, Roofs Verbrüderungsversuche zurückzuweisen. Joe Riley, damaliger Bürgermeister der Stadt, betonte, der Verdächtige stamme nicht aus Charleston, was Rileys Nachfolger John Tecklenburg bestätigte, ebenso wie andere Weiße. Auch wenn Rasse eine Übereinstimmung zwischen Roof und der weißen Bevölkerung darstellte, so ermöglichte die Geografie doch eine Distanzierung. Bedeutsam war auch die Tatsache, dass in den letzten 40 Jahren 81 Prozent aller Todeskandidaten in South Carolina wegen der Tötung Weißer verurteilt wurden. Die Todesstrafe für Roof böte eine Art von ausgleichender Gerechtigkeit. Lebenslang würde bedeuten, wie auch immer die undurchsichtige Mathematik der Rasse aussehen mag: Das Leben eines Schwarzen ist weniger wert als ein Neuntel eines Weißen." Roof wurde am Ende vom Gericht achtzehnmal zum Tode verurteilt. Ob der Richter dem Urteil eine "Mathematik der Rasse" zugrunde legte oder vielleicht doch eher die Abscheulichkeit des Verbrechens, wissen wir nicht.

Außerdem: Luke Mogelson begleitet einen Trupp ehemaliger irakischer IS-Gefangener, der sich anschickt, Mosul zurückzuerobern. Und Rivka Galchen erklärt, wie der Kinderbuchautor Mo Willems Kinder mit Witz auf das Scheitern vorbereitet.

Magazinrundschau vom 24.01.2017 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker erklärt Jill Lepore die Geburt der Klimadebatte aus dem Ungeist des atomaren Zeitalters: "Trump hat sich beim Thema Atomwaffen oft widersprochen. Zu den interessanteren Dingen, die er dazu gesagt hat, gehört die Aussage, Atomwaffen seien für den Planeten weit gefährlicher als die globale Erwärmung. Ein aufschlussreicher Vergleich. Eine nukleare Explosion respektiert keine nationalen Grenzen, und dieser Schritt vom Nationalen zum Globalen war das Hauptargument für Abrüstung. Dieses Argument wurde gewonnen: Abgesehen von Trumps Aussage existiert ein überparteilicher Konsens zugunsten der Abrüstung. Kontrovers ist die Diskussion über die Zukunft des Planeten nicht betreffend die Bombe, sondern betreffend das Klima. Historisch gesehen sind beide jedoch untrennbar miteinander verbunden. Waffen und Wetter bilden die Konstanten in einer andauernden Debatte über die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft, das Schicksal der Erde und die Natur der Ungewissheit."

Weiteres: Evan Osnos berichtet über einen neuen Sport der Superreichen: Survivalism - die Vorbereitung auf die Apokalypse. Raffi Khatchadourian schreibt über interaktive Filme als Kunstform. Und Adrian Chen porträtiert den Künstler Brad Troemel, der mit seinen Internet-Kunstprojekten die Grenzen des Kunstmarktes austestet. Amanda Petrusich hört sich durch John Cale. Besprochen werden außerdem Paul Austers Roman "4 3 2 1", die Marisa-Merz-Retrospektive im Met Breuer sowie neue Filme von Asghar Farhadi und M. Night Shyamalan. Lesen dürfen wir außerdem Alix Ohlins Story "Quarantine". 

Magazinrundschau vom 17.01.2017 - New Yorker

In der neuen Ausgabe des New Yorker beklagt Atul Gawande den Verlust intensiver ärztlicher Behandlung auch über längere Zeiträume: "Wir haben heroische Erwartungen an die Medizin. Nach dem Krieg heilten Penizillin und andere Antiobotika bakterielle Erkrankungen, von denen man angenommen hatte, dass nur Gott sie beenden könnte. Polio, Diphterie, Masern wurden erfolgreich bekämpft. Die Chirurgie öffnete Herzen, verpflanzte Organe und entfernte einst als inoperabel geltende Tumore. Infarkte konnten gestoppt, Krebs gehilt werden. Eine einzige Generation erfuhr eine Verwandlung in der Behandlung menschlicher Erkrankungen wie keine andere zuvor. Es war wie die Entdeckung des Wassers als Mittel gegen Feuer. Und genauso ist unser Gesundheitssystem: Ärzte sind die Feuerwehr. Aber das Modell hat einen Fehler. Wenn eine Krankheit ein Feuer ist, so braucht es unter Umständen Monate oder Jahre, um sie zu löschen. Die Behandlung kann Nebeneffekte haben, Komplikationen, die weitere Aufmerksamkeit benötigen. Chronische Krankheiten sind heute normal, aber wir sind darauf schlecht vorbereitet. Vieles, was uns leiden lässt, braucht ein geduldigeres Können."

Außerdem: John Seabrook singt seine persönliche Ballade von der Alkoholabhängigkeit. Jonathan Blitzer berichtet über das gefährliche Leben aus den USA abgeschobener Immigranten in El Salvador. Und Sarah Stillman sorgt sich um das Fortbestehen von Obamas Verhaltenforscher-Teams unter einem wissenschaftsskeptischen Präsidenten. Benjamin Kunkel stellt den argentinischen Autor Antonio Di Benedetto vor, dessen Roman "Zama" er als Meisterwerk feiert wie vor ihm schon J.M. Coetzee in der NYRB (unser Resümee). Alex Ross feiert den "Guerilla Minimalismus" des Komponisten Julius Eastman. Lesen dürfen wir außerdem Elif Batumans Short Story "Constructed Worlds"