Malise Ruthven
beleuchtet die Affäre um den verurteilten libyschen Lockerbie-Attentäter
Ali al-Megrahi, der aus dem Gefängnis entlassen wurde, nachdem ihm drei von Libyen bezahlte Ärzte attestiert hatten, nur noch drei Monate zu leben zu haben. Doch auch wenn Premier Gordon Brown alle wirtschaftlichen Hintergedanken bestritten hat: "Auf dem Spiel standen für die Briten die 2007 geschlossenen Verträge der British Petroleum (BP) über Öl- und Gasgeschäfte im Wert von
15 Milliarden Pfund sowie die Pläne, in London ein Büro der Libyschen Investment Behörde zu eröffnen, einem eigenständigen Fonds mit 83 Milliarden Pfund Basiskapital. Libyen weigerte sich solange, die Verträge zu unterzeichnen, wie Justizminister Jack Straw darauf beharrte, Magrahi von einem Gefangenen-Transfer auszuschließen. Kurz nach Browns Äußerung, gab Straw - in offensichtlichem Widerspruch zu seinem Premier - zu, dass Öl 'eine
sehr große Rolle' in den Verhandlungen gespielt hat."
(Hinweis: In der
London Review of Books beschreibt die
Anwältin Gareth Peirce bis zu einem
Platinen-Splitter die wissenschaftlichen Untersuchungen von Beweismaterial im Lockerbie-Fall, die auf britischer wie auf amerikanischer Seite von Personen ausgeführt wurden, die inzwischen wegen mangelnder Qualifikation und
erwiesener Fehlbeurteilungen nicht mehr als Experten vor Gericht zugelassen sind.)
Andrew O'Hagan
mag kaum glauben, dass ausgerechnet die Briten, die alles "
nice" finden, einen Mann wie
Samuel Johnson hervorgebracht haben: "Er ließ jede
Delikatesse ebenso sträflich vermissen wie gute Manieren, ein einnehmendes Wesen, freundliches Aussehen, hilfreiche Art, einen offenen Geist, ein selbstloses Gen, einen gefälligen Gang oder eine generelle Bereitschaft, sich von seiner besten Seite zu zeigen."
Weiteres: Garry Wills
beobachtet befremdet, wie schnell sich Barack Obamas Leute in Washington an die Heimlichkeit und Unberechenbarkeit gewöhnt haben, mit der ihre Vorgänger unter George W. Bush agierten: "Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte zu Jane Mayer vom
New Yorker: 'Es war wie bei der
Invasion der Body Snatcher.'" Ahmed Rashid
beschreibt gewohnt hintergründig, wie sich die Situation in
Afghanistan - angesichts der wiedererstarkenden
Taliban, des Drogenanbaus und der unsauberen Wahlen - zunehmend verschlechtert.