Magazinrundschau - Archiv

The Guardian

443 Presseschau-Absätze - Seite 18 von 45

Magazinrundschau vom 20.12.2016 - Guardian

Der Guardian rekapituliert noch einmal ausführlich die NSU-Morde und hält drei Dinge fest: Der selbsterklärte Nationalsozialistische Untergrund war keineswegs "Untergrund", sondern offene Zwickauer Neonazi-Idylle. Der Verfassungsschutz droht trotz seiner Verwicklung ungeschoren davonzukommen, obwohl Uwe Mundlos und Beate Zschäpe für den Zwickauer Obernazi und V-Mann Ralph Marschner gearbeitet haben, der allerdings nicht als Zeuge vernommen wird. Und ein Ende des Prozesses ist auch nach drei Jahren nicht absehbar. Gewissenhaftigkeit der Richter lassen die ungehaltenen Autoren als Grund aber nicht gelten: "Es gibt einen bemerkenswerten Kontrast zwischen der Laxheit in Zschäpes Prozess und der Professionalität in der Verfolgung des sogenannten letzten Nazis, Reinhold Hanning, eines 94-jährigen früheren Auschwitz-Wächters. Hannings Prozess war zügig in vier Monaten abgewickelt, er wurde wegen Beihilfe zum Mord zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Offenbar tut sich Deutschland leichter, frühere Nazis zu verurteilen als die gegenwärtigen. Nach drei Jahren Prozess gegen Zschäpe scheinen die Richter gelangweilt, sie nehmen häufige Sitzungspausen und scheinen jedes Interesse an entscheidenden Zeugen verloren zu haben."

Ewen MacAskill und Jonathan Franklin erzählen die Geschichte des argentinischen Diplomaten Roberto Kozak, der aus Pinochets Chile 25.000 bis 30.000 politische Gefangene herausholte. "Kozak hatte sich seinen Weg in die inneren Zirkel von Pinochets Regime gebahnt, hohe Militärs ebenso hofiert wie Politiker, Beamte und Geheimdienstler. Er setzte eine Mischung aus diplomatischem Charme, Geduld und kistenweise importiertem Whisky ein, um die Freilassung von Häftlingen zu verhandeln, die meisten davon waren chilenische Linke."

Magazinrundschau vom 29.11.2016 - Guardian

Kaum ein Gericht in den USA verhängt so oft die Todesstrafe wie das Bundesgericht von Missouri. David Rose hat herausgefunden, dass dies auch dem Anwalt Frederick Duchardt zu verdanken ist, der vom Gericht immer wieder als Verteidiger berufen wird, obwohl er bisher alle ihm anvertrauten Fälle verloren hat. Oder gerade deswegen. Mal verlegt sich Durchardt auf hanebüchene Strategien (und beschuldigt einfach den Bruder seiner Mandantin) oder er vergisst zu erwähnen, dass sein Mandant (mit einem IQ von 68) als Kind regelmäßig sexuell missbraucht und halbtot geprügelt wurde: "Durchardt mangelt es nicht an Vertrauen in seine Fähigkeiten. Er ist stolz darauf, zur 'alten Schule' zu gehören, wie er mehrmal wiederholt. Er behauptet auch, dass seine Kritiker mit ihren versponnen modernen Theorien längst nicht so gut wüssten wie er, wie man Jurys beeindruckt - besonders wenn es darum geht, das Strafmaß zu bestimmen. Er ist stolz darauf, ein Einzelgänger zu sein. Die amerikanische Anwaltsvereinigung könne so oft sagen wie sie wolle, dass jedes Verteidiger-Team in Todesstrafen-Fällen einen Spezialisten für mildernde Umstände bräuchte, seiner Ansicht nach sind sie von geringem Wert. 'Ich bin unorthodox', sagt er. Seine Stimme wird spöttisch: Solche Spezialisten seien fokussiert auf 'Sozialarbeiter-Zeug'."

Weiteres: Amy Woolard berichtet von den fliegenden Kliniken in den USA, die sich wie sonst nur in Drittwelt-Ländern um Millionen von unversorgten Patienten kümmern, die zu arm für eine private Krankenversicherung sind, aber nicht arm genug für die staatliche Medicaid-Absicherung. Und jetzt erst entdeckt: Dave Eggers Streifzug durch die Trumplands kurz vor und nach der Wahl.

Magazinrundschau vom 08.11.2016 - Guardian

Eine sehr interessante Reportage über den Mord an einer Politikerin, der viel über das heutige Spanien erzählt, schickt Giles Tremlett aus Leon. Dort wurde im Mai 2014 auf offener Straße die Politikerin Isabel Carrasco erschossen. Der Mörder, stellte sich heraus, war eine Frau, die Carrasco dafür bestrafen wollte, dass diese ihrer Tochter keine schöne Position im Staatsdienst zugeschustert hatte: "Carrascos Architektenfreund Jesús Ramos reflektiert die vergiftete Atmosphäre in Leon, was er Spaniens 'familistische' Gesellschaft nennt - wo ein schwacher Wohlfahrtsstaat kein wirkliches Sicherheitsnetz bietet. 'Hier kümmert sich die Familie um dich', sagt er. Das macht Vetternwirtschaft unvermeidbar, sogar tugendhaft. In diesem Fall stiftete sie eine Mutter zum Mord an. Die Frau, die den Abzug drückte, tat dies jedoch nicht aus moralischer oder politischer Empörung. Schließlich war der Wunsch ihrer Tochter, mittels eines manipulierten Examens einen unkündbaren, vom Steuerzahler finanzierten Job zu ergattern, ein weiteres Beispiel für Korruption. Eine Attentäterin, die Mercedes fährt und Hugo Boss trägt, repräsentiert nicht die wütenden arbeitslosen Armen Spaniens. Sie repräsentiert eine Gesellschaft, in der die korrupte Verteilung von Steuergeldern so verbreitet ist, dass einige glauben, sie hätten ein Recht auf ihren Anteil und - in diesem Fall - ein Recht, dafür zu töten, wenn sie ihn nicht bekommen."

Arifa Akbar stellt den britischen Historiker David Olusoga vor, der in seinem Buch "Black and British: A Forgotten History" die weißen Briten daran erinnert, dass sie ihre Geschichte nicht unabhängig von der Geschichte ihres Empires und ihres Sklavenhandels sehen können: In Olusogas geht es nicht um Sklaverei als solche, so Akbar. "Es ist vielmehr eine radikale Neubewertung der Parameter der Geschichte, indem es die Leerstellen in der britischen Geschichtserzählung aufdeckt. Heimische Geschichte kann nicht getrennt werden vom Aufbau des riesigen ehemaligen Empires, meint er, das unauflösbar mit der Ökonomie der globalen Sklaverei verbunden war. Die Geschichte daheim mit der im Ausland zu verknüpfen, macht es viel schwerer, Britanniens Anteil am Sklavenhandel zu beschönigen."

Außerdem besprochen wird Alex Bellos' Band "Can You Solve My Problems?", eine Anthologie und Geschichte des Puzzles, dem Simon Singh größtes Vergnügen und eine verpasste Haltestelle verdankt.

Magazinrundschau vom 01.11.2016 - Guardian

Als Papier-Tiger und Relikte der analogen Zeit waren die britischen Boulevard-Blätter schon verspottet worden, die Financial Times erklärte vor zwei Jahren, man könne im digitalen Zeitalter nicht mehr auf eine "durch Klasse, Beruf und soziale Verhalten beschränkte Leserschaft" setzen. Nichts konnte falscher sein, stellt Andy Beckett fest: Der Boulevard hat Rache an seinen Verächtern Rache genommen, und nicht nur Labour bekommt dies zu spüren: "David Cameron machte eine ähnliche Erfahrung. Als neuer Tory-Führer entschied er zunächst - unter Einfluss seines Beraters Steve Hilton, der glaubte, in der digitalen Zeit seien die Ansichten der Zeitungen weniger wichtig -, dass er den Boulevard lieber auf Abstand halten wollte und aufs Fernsehen setzen, als, wie es ein Mitarbeiter sagte, 'Murdoch in den Arsch zu kriechen'. Doch als Camerons Führungsstil in Zweifel gezogen wurde - nicht zuletzt von Murdochs-Zeitungen - änderte er schnell seinen Ansatz. Er heuerte den früheren Redakteur der News of the World, Andy Coulson, als Kommunikationschef und pflegte auf höchster politischer Ebene die Freundschaft zur Sun-Chefin Rebekah Brooks. 2009 wechselte die Sun von Labour zurück zu den Konservativen... Doch als Cameron schließlich mit dem EU-Referendum die Weltsicht des Boulevards herausforderte, ging er ihn brutal an und sorgte für das Ende seiner Regierung."

Lisa Appignanesi liest Elena Ferrantes autobiografischen Band "Frantumaglia" als eine Art Notration zwischen zwei Romanen: "Am Ende hatte ich kein Verlangen zu wissen, wer sie nun wirklich ist. Ich weiß es längst. 'Frantumaglia' hat dem ein bisschen hinzugefügt und einige unerwartete Perlen geboten. Mit Freude habe ich erfahren, dass sie sich lange für Verkündigungsszenen in der Malerei interessierte, wie sich ein Künstler den Moment vorstellte, in dem Maria das Buch beiseitelegt, das sie gerade liest. 'Wenn sie es das nächste Mal aufschlägt, kommentiert Ferrante trocken, 'wird ihr Sohn ihr sagen, wie sie zu lesen hat'."

Magazinrundschau vom 18.10.2016 - Guardian

Populismus ist keine politische Richtung, sondern eine politische Logik, hält John B. Judis fest und stützt sich dabei auf eine Definition von Michael Kazin: Populismus nobilitiere die einfachen Menschen zum Volk und mobilisiere sie gegen eine angeblich eigennützige Elite. Es gibt ihn von Links (Judis zählt Podemos und Bernie Sanders dazu) und von Rechts (Trump, Le Pen): "Linker Populismus kämpft für das Volk gegen die Elite oder das Establishment. Seine Politik ist vertikal und bringt Unten gegen Oben in Stellung. Rechter Populismus kämpft für das Volk gegen die Elite, die er beschuldigt, eine dritte Gruppe zu bevorzugen, zum Beispiel Einwanderer, Islamisten, militante Schwarze. Rechter Populismus ist ein Dreieck: Er sieht nach oben, aber auch nach unten auf eine Gruppe von Außenseitern."

Weiteres: William Boyd stellt nach Lektüre von John Le Carrés Memoiren "Taubentunnel" fest, dass der Altmeister sein Leben einfach sehr vergnüglich, elegant und relativ zuverlässig erzählt, was er auch für ein Verdienst des Biografen Adam Siswell hält. John Banville streift durch Dublin und seine Erinnerungen.

Magazinrundschau vom 11.10.2016 - Guardian

Die Angst der Eliten vor den Armen und Ungebildeten ist so alt wie die Demokratie. Doch seit dem Brexit und Donald Trump findet Donald Runciman es wieder an der Zeit, die wachsende Bildungskluft in den Blick zu nehmen, die in Europa immer mehr auch eine politische Kluft wird: "In den europäischen Ländern mit ihrem Verhältniswahlrecht können kleinere Parteien bestimmten Teilen der Bevölkerung eine politische Heimat geben, einschließlich der beiden Enden der Bildungsskala. In Europa stützen sich viele rechtspopulistische Parteien auf die weniger gebildeten Wähler. Dagegen rekurrieren grüne und liberale Parteien, vor allem die mit Sympathien für Einwanderer, Hochschulabsolventen als Anhänger ... Die Bildungskluft wird niemals die traditionelle Rechts-Links-Unterscheidung ersetzen. Die Akademiker-Partei wird nicht gegen die Partei der Schulabbrecher antreten. Die Kluft geht noch einmal durch rechts und Links, deswegen erschüttert sie die heutige Politik so heftig: Die Volkspartei können ihre zerbrochenen Wählerkoalitionen kaum noch zusammenhalten."

Als das Belfaster Merchant Hotel Wasser vom kanadischen Eisberg für 26 Pfund die Flasche anbot, war es den Leuten zuviel, aber im Bioladen in Notting Hill lassen sich die meisten noch ganz schön viel Unsinn gefallen: Kokosnuss-Wasser direkt aus der Frucht, das Lebenselixier gegen Zellulitis oder das um vierzig Prozent Flüssigkeit reduzierte Wasser. In Los Angeles verkaufen Wasser-Sommeliers ihr 90H20 in Diamant-Editionen für 100.000 Dollar. Sophie Elmhirst weiß in ihrem großen Report über die Branche nicht, ob sie über soviel Einfallsreichtum weinen oder lachen soll: "Wasser ist nicht mehr nur Wasser, es ist die leere Leinwand, auf die alle möglichen und unmöglichen Versprechen zur Lebensverbesserung projiziert werden. Und es wirkt. In den vergangenen zehn Jahren wuchs auf dem Getränkemarkt kein Segment so schnell wie Wasser in Flaschen. 2013 wurde der Markt auf einen Wert von 157 Pfund geschätzt, 2020 soll er 280 Pfund erreichen. Allein in Britannien wuchs der Konsum von abgefülltem Wasser um 8,2 Prozent, das entspricht einem Verkaufswert von über 2,5 Milliarden Pfund. Heute wird 100 Mal mehr Wasser verlauft als 1980: Wasser, das in entwickelten Länder umsonst aus dem Hahn kommt."

Außerdem: Jonathan Ree liest Anthony Gottliebs "The Dream of Enlightenment". Joshua Kurlantzick empfiehlt Christopher Goschas "The Penguin History of Modern Vietnam" als ausgezeichnete Geschichte Vietnams.

Magazinrundschau vom 04.10.2016 - Guardian

Die Klassengesellschaft in Britannien ist so lebendig wie eh und je. Und sie wird geleugnet wie eh und je. Von rechts wie links, erklärt Lynsey Hanley in einem Auszug aus ihrem Buch "Respectable: The Experience of Class", den der Guardian abdruckt. Heute ist alles Mittelklasse. Arbeiterklasse gibt's nicht mehr, statt dessen gibt es jetzt die "weiße Arbeiterklasse", die sich angeblich um ihre Identität sorgt: "Betrachtet man die Berichterstattung über die Brexit-Abstimmung, so wird der Eindruck erweckt, man könne die Bevölkerung Britanniens leicht in Stämme einteilen. Die Stämme, zu denen die Journalisten gehören, müssen nicht benannt werden. Sie sind einfach 'Leute'. Jeder andere, der aus dem urbanen Mittelklassestamm herausfällt, ist eine 'community' - üblicherweise definiert durch Rasse und Religion. Menschen aus dieser Gruppe müssen 'verstanden' werden, statt dass sie sich selbst vertreten können."

Außerdem: Sam Knight porträtiert den britischen Politiker Daniel Hannan, der seit 20 Jahren für den Austritt seines Landes aus der EU arbeitet. Und Alexander Stille lässt in seiner Reportage keinen Zweifel daran, dass die ägyptische Regierung entgegen aller Beteuerungen verantwortlich ist für den Mord an dem italienischen Forscher Giulio Regeni.

Magazinrundschau vom 06.09.2016 - Guardian

In einem langen Artikel rekapituliert Christopher de Bellaigue, wie Tayyip Erdogan mit seiner Variante der autoritär-nationalistischen Demokratie in der Türkei immer populärer wurde. Auf der großen Kundgebung nach dem Putsch erlebte de Bellaigue Erdogans demokrasi in Reinform: "'Der Friedhof der Märtyrer ist nicht leer, die Helden sehnen sich nach der Erde, wie die Flagge nach dem Wehen des Windes.' Um die Bewunderung seiner Zuhörer zu quittieren, unterbrach er sich selbst: 'Was für ein glückliches, gesegnetes Volk wir sind. Es gibt auf der ganzen Welt nicht Euresgleichen.' Eine Nation ist nichts ohne ihre Feinde, und Erdogan zufolge offenbarte der gescheiterte Putsch nicht nur einen, sondern etliche. Nach den verquälten Reaktionen der einstigen Verbündeten im Westen fragte er: 'Sind wir überrascht?', und antwortete sich selbst mit einem Nein. 'Sind wir enttäuscht? Ja, wir sind menschlich.' Aber das, was er die Wiedergeburt vom 15. Juli nennt, habe den Türken gezeigt, 'dass sie weder Gerechtigkeit noch Hilfe, weder Unterstützung noch Verständnis von irgendjemandem erwarten können ... Was immer wir tun, wir sind auf uns selbst gestellt.' Indem er die Themen Glauben, Nation und Tod verbindet, versetzt er seine Anhänger in einen Zustand jubelnd weinerlicher Hilflosigkeit."

Außerdem: Sehr beeindruckt ist David Runciman von Yuval Noah Hararis Buch "Homo Deus", das ausmalt, wozu Algorithmen fähig sein werden, da Intelligenz und Bewusstsein voneinander getrennt wurden. Cathy O'Neil ahnt allerdings schon, was die Algorithmen für unser Berufsleben bedeuten.

Magazinrundschau vom 30.08.2016 - Guardian

Ian McEwan erzählt seinen neuen Roman Nutshell" aus der Perspektive eines Fötus. Im Interview mit Decca Aitkenhead bemüht er sich sichtlich, aber ohne Erfolg, nicht anzuecken: "McEwan legt Wert drauf, dass er kein Problem mit Gender-Politik hat. 'Mich stört es nur, wenn alle Politik um das Selbst kreist, und das in einer Welt, in der wir so viele Probleme wie keine andere Zeit, an die ich mich erinnern kann.' "Hält er Identitätspolitik für dekadenten Narzissmus? 'Manchmal hat es den Anschein, zumindest an den Universitäten. Diese Kinder sind alle in einer Zeit des Friedens und des Wohlstands aufgewachsen, um nichts müssen sie sich Sorgen machen. In diese Sphäre  wirkt die Vorstellung hinein, dass es bei der Campus-Politik nur um einen selbst geht, nicht um Einkommensunterschiede, Atomwaffen, Klimawandel und all die andere Dinge, von denen man glaubt, dass Studenten dazu etwas sagen wollen, das Schicksal unser Mitmenschen, Flüchtlinge, die im Meer ertrinken. Alles, was die jungen Leute interessieren könnte, ist dem Wunsch gewichen, von der Autorität den Segen zu bekommen, anstatt ihr zu trotzen."

In einem weiteren Text preist Kate Clanchy McEwans Roman "Nutshell" als "elegisches Meisterwerk".

Magazinrundschau vom 23.08.2016 - Guardian

Luiz Eduardo Soares, Autor eines Buch über "Rio de Janeiro", bedauert die Brasilianer für den Kater, mit dem sie nach den Olympischen Spielen aufgewacht sein dürften. Noch schlimmer findet er im Guardian allerdings die neue Frömmigkeit, die in der Stadt herrscht: "Die wunderbare Postkarten-Stadt, in der Literatur als Paradies des tropischen Hedonismus, der Schönheit und der Sinnlichkeit gefeiert, knöpft sich züchtig den Kragen zu. Für viele ist der Sonntag nicht mehr ein Tag, um zu feiern und an den Strand zu gehen; die neuen Missionare übernehmen die Plätze, die Bibel unterm Arm und Bekehrungseifer im Herzen."

Weiteres: Marc Perry erzählt noch einmal ausführlich, wie die amerikanische Historikerin Caroline Elkins mit ihrem Buch "Britain's Gulag" dazu beitrug, vor Gerichten Wiedergutmachung für die kenianischen Kämpfer des Mau-Mau-Aufstands zu erstreiten.