
Die Schriftstellerin
Dina Nayeri, selbst als Tochter einer evangelikalen Christin im Iran aufgewachsen,
beschreibt, wie apokalyptisches Denken und
politischer Nihilismus das Land untergraben. Wer seine Zukunft kennt, braucht sie nicht zu gestalten: "Es gibt keinen Grund, vorzusorgen, den Klimawandel aufzuhalten, Frieden zu zu sichern - denn Kriege, Hunger und Katastrophen sind vorherbestimmt und daher unvermeidbar. Wenn Statistiken zeigen, dass die Gewalt in den USA abnimmt, dann sagen sie: 'Ja, aber nur pro Kopf!' Insgesamt geht sie rauf, wie es die Bibel vorhersagt.' Wenn ein Politiker zu geschickt agiert, zu freundlich gegenüber den Liberalen, dann ist er ein Kandidat für den
Antichrist - den Herrscher der gottlosen Welt nach der Entrückung. König Juan Carlos von Spanien war ein Kandidat, wie es auch JFK und sogar Ronald Reagan waren. In ihren Gesprächen zählten die Leute die Zeichen und wurden umso atemloser, je mehr die Liste anwuchs: Der Golfkrieg, Hurrikan Andrew, das Erdbeben in Kobe, der Monsun in Pakistan, Fluten in China, Tornados in Oklahoma, Blizzards in Boston. Sie redeten über den Niedergang der Familienwerte und des 'natürlichen' Lebens: Abtreibung, schwule Soldaten und den Hang junger Leute, in Sünde zu leben - alles waren Zeichen für das Nahen der
Großen Trübsal."
Die
Schriftstellerin Rebecca Solnit hängt in einem Essay dem Gedanken nach, wie es wäre,
ein Mann zu sein. Wie kann man als Mann die Erwartung, die an einen gerichtet sind, erfüllen? Oder besser noch: unterlaufen? "Es gibt so viele Dinge, die Männer
nicht sagen,
fühlen oder tun sollen; immer wird darauf geachtet, dass gerade Jungen nichts tun, was gegen die Gepflogenheiten der heterosexuellen Männlichkeit verstößt; für die pubertären Jungen, für die es immer noch die schlimmste aller Beleidigungen ist, schwul oder verweichlicht zu sein - also nicht heterosexuell oder männlich. In den siebziger Jahren dachten einige Männer darüber nach, wie ihre eigene Befreiung parallel zu jener der Frauen aussehen könnte. Es gab eine Demonstration, auf der Typen ein Schild hochhielten mit der Aufschrift: Männer sind
mehr als bloße Erfolgsobjekte."
Und Autor
Stuart Kells freut sich zudem, dass er jetzt auch in den ehrwürdigsten Bibliotheken Pulp zu lesen bekommt.