Timothy Morton

Ökologie ohne Natur

Eine neue Sicht der Umwelt
Cover: Ökologie ohne Natur
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783957572554
Gebunden, 351 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dirk Höfer. Nur scheinbar formuliert Timothy Morton in diesem Buch des Ecocriticism ein Paradox: Das Bild, das wir uns von der Natur machen, verhindert, dass wir der Umwelt, in der wir leben, gerecht werden können, dass wir ihre Ökologie begreifen. Stets trachtet das Schreiben über die Natur danach, eine Weltsicht zu vermitteln, die die Natur bewahrt und respektiert. Kein Wunder, dass wir uns angesichts der ökologischen Katastrophe, die wir erleben, nach einer unversehrten, wilden und 'unschuldigen' Natur sehnen. Aber die Feier der Natur, oder der Einheit mit ihr, trübt unseren Blick. Rigoros und verstörend stellt Morton unsere ökologischen Grundannahmen auf den Prüfstand und versucht, ein neues Vokabular für das Verständnis von Natur zu entwickeln.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016

Rezensent Christian Schwägerl kann Timothy Mortons radikalen Gedanken zu unserem Leben mit und unserem Verständnis von Natur nur als Auseinandersetzung mit Literatur und Gedanken begreifen. Die Deutung der Erde selbst möchte er Morton mit seinem Öko-Gothic, in dem sich der Autor lieber als Zombie imaginiert denn als Ökoapostel, doch besser nicht übertragen. Dass Schwägerl dennoch dankbar ist für die Übersetzung des immerhin zehn Jahre alten Textes, liegt für ihn auch nicht an der alles andere als strukturierten Argumentation des Autors gegen den Begriff Natur, sondern eher an dem polemischen Furor, mit dem er ein ökologisches Schreiben auseinander nimmt, das Natur als den Menschen nährende Mutter betrachtet. Die Kritik, er könnte zynisch wirken, nimmt der Autor laut Rezensent übrigens vorweg und entwickelt furchtlos seine alternative Ideenwelt, in der Pflanzen und Tiere nur als Selbstzweck vorkommen.
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