Aus dem Amerikanischen von Dirk Höfer. Nur scheinbar formuliert Timothy Morton in diesem Buch des Ecocriticism ein Paradox: Das Bild, das wir uns von der Natur machen, verhindert, dass wir der Umwelt, in der wir leben, gerecht werden können, dass wir ihre Ökologie begreifen. Stets trachtet das Schreiben über die Natur danach, eine Weltsicht zu vermitteln, die die Natur bewahrt und respektiert. Kein Wunder, dass wir uns angesichts der ökologischen Katastrophe, die wir erleben, nach einer unversehrten, wilden und 'unschuldigen' Natur sehnen. Aber die Feier der Natur, oder der Einheit mit ihr, trübt unseren Blick. Rigoros und verstörend stellt Morton unsere ökologischen Grundannahmen auf den Prüfstand und versucht, ein neues Vokabular für das Verständnis von Natur zu entwickeln.
Josef H. Reichholf erfährt beim britischen Philosophen Timothy Morton, warum wir der Umwelt nicht gerecht werden. Sowohl unser Denken als auch unser Schreiben über Natur nimmt der Autor laut Rezensent kritisch in den Blick. Das ist für Reichholf nicht leicht zu lesen. Wie sich das Spüren der Natur immer unserer Projektion verdankt, erkennt Reichholf indessen auch an Mortons eigenen Ausführungen. Obwohl der Text Längen hat, bleiben Begriffsklärungen laut Rezensent auf der Strecke. Und die Brücke zwischen Mensch, Tier und Pflanzen vermag der Autor leider nicht zu schlagen, meint er. Reizvoll findet er Mortons Ökokritik dennoch, wichtig und zeitgemäß.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016
Rezensent Christian Schwägerl kann Timothy Mortons radikalen Gedanken zu unserem Leben mit und unserem Verständnis von Natur nur als Auseinandersetzung mit Literatur und Gedanken begreifen. Die Deutung der Erde selbst möchte er Morton mit seinem Öko-Gothic, in dem sich der Autor lieber als Zombie imaginiert denn als Ökoapostel, doch besser nicht übertragen. Dass Schwägerl dennoch dankbar ist für die Übersetzung des immerhin zehn Jahre alten Textes, liegt für ihn auch nicht an der alles andere als strukturierten Argumentation des Autors gegen den Begriff Natur, sondern eher an dem polemischen Furor, mit dem er ein ökologisches Schreiben auseinander nimmt, das Natur als den Menschen nährende Mutter betrachtet. Die Kritik, er könnte zynisch wirken, nimmt der Autor laut Rezensent übrigens vorweg und entwickelt furchtlos seine alternative Ideenwelt, in der Pflanzen und Tiere nur als Selbstzweck vorkommen.
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