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Im Kino

Zu groß und zu kaputt

Von Lukas Foerster, Thomas Groh
04.03.2015. Neill Blomkamps "Chappie" erkundet erst wie ein junges Kätzchen die Welt, wird dann aber vom Pyro-Kasper gebissen. Eine Entdeckung aus dem französischen Kino: Virgil Verniers flowhaft-fragmentarischer "Mercuriales".


Im südafrikanischen Johannesburg bilden auf der Erde gestrandete Aliens eine Art Elendsghetto-Kolonie und sehen sich den Anfeindungen der Menschen ausgesetzt. In naher Zukunft retten sich die Wohlhabenden der Erde auf eine geleckte Trabantensiedlung im Orbit um den Heimatplaneten, während die dort verbliebenen Subalternen von einem technologisch hochgerüsteten Heer in Schach gehalten werden. Oder nochmal Johannesburg: Um die Stadt davor zu bewahren, endgültig in einem Sumpf aus Gewalt und Verbrechen zu versinken, werden agile Polizei-Roboter auf die Wahrung von Recht und Ordnung angesetzt, doch während hinter den Kulissen des mit der Herstellung dieser Armada beauftragten Konzerns der interne Konkurrenzkampf um die Projektförderung zu eskalieren droht, gerät der Prototyp eines mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Roboters in die Hände verwahrloster Gangster, die das lernfähige und erlebnishungrige Wesen für einen Coup abrichten wollen.

Kein Zweifel: Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp hat ein sicheres Gespür für atmosphärisch dichte, reizvolle Erzählszenarien, in denen ein ausgeprägter Hang zu dystopisch-grenzapokalyptischer Ästhetik eine Allianz mit zugespitzten Sozialallegorien eingeht, während - stets die eigentliche Attraktion seiner Filme - Aliens und humanoide Roboter sich auf atemberaubend lebensnahe, sprich: gelegentlich auch mal ungelenke Weise in Bewegung setzen. Dass dieses filmische Universum überdies noch das eine oder andere ästhetische Bündnis mit der Tradition der dystopischen Underground-SF-Comics eingeht - man denkt an die großen Zeiten von "Métal Hurlant" oder auch an die Werke von Enki Bilal - sowie Textur, Körperlichkeit und Materialität gegenüber der geschmeidigen Digitalästhetik deutlich privilegiert in Stellung gebracht sind, macht die ganze Sache nur noch reizvoller.



Die drei angesprochenen Szenarien sind in der Reihenfolge ihrer Nennung Blomkamps drei bisherigen Kinofilmen entnommen: "District 9" (2009, unsere Kritik), "Elysium" (2013, unsere Kritik) und jetzt eben "Chappie". Doch allem grundsätzlichen Reiz zum Trotz eint diese Film bedauerlicherweise auch, dass ihr Regisseur sich auf die Erkundung und Erprobung ihrer Reize nur sehr zu Beginn verlässt, ihn dann aber alsbald nicht nur die "Plotitis", sondern vor allem auch der Pyro-Kasper ganz außerordentlich beißt. Alle drei Filme entlassen einen mit einem äußerst schalen Nachgeschmack, gerade im Zeitalter des seit den "Sopranos" allenthalben ausgerufenen "New Golden Age of Television": Was hätten das für großartige Serien werden gönnen! Wie gerne hätte man diese Welt, ihre sozialen Mechanismen, ihre Antagonismen weiter ertastet und erkundet und dabei über unsere eigene Welt vielleicht sogar noch etwas erfahren, was über die Illustrationen von Verelendungsthesen, mit denen man sich in den fertigen Filmen zufrieden geben muss, hinausgegangen wäre! Neill Blomkamps Kino ist auch ein Kino der Frustration: Man bekommt die Karotte lange genug vor die Nase gehalten, um sich interessiert zuzuwenden - nur um am Ende doch wieder bloß Geballer geliefert zu bekommen. Nichts gegen Geballer per se - doch dann in seiner reinen, lustvollen Form und nicht als Anhängsel eines vielversprechenden world buildings, das schlussendlich nur als Legitimation für die Action herhalten muss. Damit sich am Ende sagen lässt: "War ja nicht nur Action, sondern auch klug."

In der Geschichte um den herzig treudoofen Androiden Chappie, der, entgegen dem Widerstand im Innern des Robot-Konzerns, von dessen Konstrukteur mit dem sprechenden Namen Deon (Dev Patel) mit einer künstlichen, von einer echten im Grunde genommen nicht mehr unterscheidbaren Intelligenz ausgestattet wird, punkten denn vor allem auch jene Szenen, die sich ganz auf den Lernprozess dieser liebenswerten, im Gefolge von Frankensteins Geschöpf und dem Roboter Nummer 5 auftretenden Kreatur konzentrieren. Das Motion Capturing (unter dem digitalen Mantel befindet sich Sharlto Copley, den Blomkamp in all seinen Filmen castet) leistet ganze und gelungene Arbeit, dem unglamourösen, aus Retro-Technik und viel Metall zusammengesetzten Gebilde tatsächlich glaubhaft Neugier auf die Welt ins Stahlgesicht zu zaubern. Schlicht atemberaubend, was Minimalismus und hohes handwerkliches Können hier in Gang setzen, und bestrickend, wenn Chappie etwa die Kunst für sich entdeckt und sich zur materiellen Welt ins Verhältnis setzt.



Umso bedauerlicher, dass der Mix aus "RoboCop" und "Nummer 5 lebt" vor südafrikanischer Sozialruinen-Kulisse - die beiden Obergangster werden denn auch von den White-Trash- und Bad-Taste-Spezialisten von Die Antwoord gespielt, die zudem noch den Soundtrack beisteuern - nicht nur von einem an sich wenig interessanten Story-Ungetüm überfrachtet wird: Dass der naive, eigentlich nur Gutes im Sinn habende Chappie Schritt für Schritt zum Verbrecher abgerichtet wird, wäre für einen Film schon ausreichend Stoff genug, Blomkamp aber setzt noch einen zweiten Konflikt hinzu, in dem der ballerfreudige Ex-Soldat Vincent (Hugh Jackman) als ewig gedemütigter Konstrukteur aus der zweiten Reihe zur Lancierung seines eigenen RoboCop-Projekts fahrlässige Maßnahmen ergreift. Blomkampf hat alle Hände voll zu tun, diese Konflikte miteinander in Verbindung zu bringen und am Ende keinen Faden unaufgehoben zurückzulassen, ohne dass sich dies für den Film wirklich auszahlt. Auch dass die Action nicht zu knapp kommen soll, schadet dem Film letztlich mehr als es nützt: Blomkamp will mit "Chappie" mehr von allem und alles gleichzeitig, statt sich auf seine Tugenden zu konzentrieren.

"Chappie" bleibt daher ein Stellenlektüren-Film: Man muss sich die Details aussuchen, die einem gut gefallen, beim Rest hilft nur ertragen oder bedauern. Ein weiteres, solches Detail soll allerdings nicht unerwähnt bleiben: Wie es Blomkamp gelingt, mit Sigourney Weaver (als Konzernvorstand) und Hugh Jackman zwei gestandene Hollywoodstars als Bösewichte in die zweite Reihe einer stark südafrikanisch geprägten Produktion zu bugsieren, während sein Hauptcast sich vorrangig aus der Peripherie rekrutiert, ist vor dem Hintergrund, dass im Mittelpunkt von Blomkamps Kino der Konflikt zwischen Establishment und Subalternen steht, durchaus ein gelungener, sehr trocken verabreichter Witz.

Thomas Groh

Chappie - USA 2015 - Regie: Neil Blomkamp - Darsteller: Sharlto Copley, Dev Patel, Watkin Tudor Jones, Yolandi Visser, Jose Pablo Cantillo, Sigourney Weaver, Hugh Jackman, u.a. - Laufzeit: 132 Minuten.

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Anmerkung der Redaktion: Der im Folgenden besprochene Film war bislang nur auf Festivals zu sehen. Ein deutscher Kinostart ist noch nicht in Sicht. Wir hoffen, dass sich das bald ändert!



Das Hochhausareal "Les Mercuriales" besteht hauptsächlich aus zwei ihre Umgebung weit überragenden Türmen, bei deren Anblick man sofort an die am 11.9.2001 kollabierten Türme des World Trade Center denkt. Die Mercuriales stehen im Großraum Paris, knapp außerhalb des Innenstadtrings im Vorort Bagnolet. Allzu weit entfernt ist das Zentrum der französischen Hauptstadt eigentlich nicht, und trotzdem kann man kaum glauben, dass sich dieses Paris auf demselben Planeten befindet wie das Paris der Prachtbauten, der Champs Élysées, der Museen und Straßencafés. Verniers Paris ist eine Art urbane Brachlandschaft, alles ist gleichzeitig zu groß und zu kaputt, auf eine brüchige Art monumental und wird zumeist von fahlen Neonlichtern düster artifiziell illuminiert; in einer Einstellung huschen Ratten an Obdachlosen vorbei, in der nächsten schwebt eine animierte Leuchtreklame einem Lebewesen, vielleicht einem Oktopus gleich über den Straßen.

In den beiden Türmen spiegeln sich die beiden Hauptfiguren des Films: zwei junge Frauen, die sich bei ihrem kaum näher definierten Arbeitsplatz in den Pariser Twin Towers kennenlernen, die sich anfreunden und in ihrer Freizeit gemeinsam durch die Gegend ziehen; die mal die junge Tochter einer gemeinsamen Bekannten babysitten, mal sich gegenseitig zeichnen, mal einen Club aufsuchen, der komplett aus pulsierendem Licht (und einer Live-Sexshow) zu bestehen scheint, mal gemeinsam in die Badewanne pissen. Und die zwar nicht wie die Türme identisch gebaut sind, sich aber doch sehr ähnlich sehen, insbesondere in einer Szene gegen Ende, wenn sie sich gemeinsam vor dem Spiegel zurecht machen.

Wie die beiden Türme die Stadt zwar stolz und fotogen überragen, aber den urbanen Raum deswegen noch lange nicht ordnen oder strukturieren (tatsächlich verschaffen sie noch nicht einmal denen, die sich im Turm befinden, Überblick), bleibt auch das Verhältnis der beiden - dabei stets spektakulär und glamourös inszenierten - Frauen zu ihrer Umgebung opak. Kaum eine Beziehung, weder zu einem Ort noch zu einer Person, die länger dauert als eine einzige Szene (aber das heißt nicht unbedingt, dass die beiden Frauen drifter sind; erst einmal driftet nur der Film). Und selbst die dann doch zumindest dramaturgisch etwas stabilere Beziehung der beiden zueinander: Wenn die eine die andere vermisst, schickt sie ihr eine Serie sehnsüchtiger, Mal für Mal drängenderer Textnachrichten, und eilt ihr schließlich freudig erregt entgegen; als sie dann vor ihrer Freundin steht, bleibt es beim keuschen, fast verlegenen Kuss auf die Wange.



Einerseits gibt es eine diskontinuierliche Abfolge in sich äußerst konkreter Einzelszenen, deren Abfolge weitgehend willkürlich erscheint, die zumindest kein kausales Ordnungsprinzip, noch nicht einmal ein temporales "und dann, und dann, und dann" impliziert, sich eher einer Gedächtnisfunktion angleicht, ohne dass es allerdings ein einzelnes, sich erinnerndes Subjekt geben würde. Manches mutet dokumentarisch an: Einmal beobachtet der Film minutenlang eine Gruppe spielender Kinder, vor allem die Mädchen (die am Ende vor den Jungs einen Tanz aufführen, dessen aggressiver Körpersprache die passiv bleibenden Zuschauer offensichtlich eher über- als herausfordert) wirken derart enthemmt, dass da wenig Inszenierung im Spiel sein kann. Andererseits und gleichzeitig entsteht über alle Brüche hinweg ein hypnotischer Bilder-und-Musik-Fluss, der sich zu einem abstrakten Erfahrungsstrom formt. Dafür sorgen einerseits die körnigen, sinnlichen 16mm-Aufnahmen und die assoziative, gewissermaßen verflüssigte Montage, die stets eher auf Stimmung als auf Handlung schneidet; andererseits die ziemlich geniale Musikuntermalung, die vor allem aus einem in ihrem etwas kaputt anmutenden Melodiebögen an alte Horrorfilmsoundtracks erinnernden Synthesizer-Teppich besteht, der aber von treibenden Beats unterlegt ist.

Was fehlt (beziehungsweise: was ganz und gar nicht fehlt, was es aber eben in fast allen anderen Filmen gibt), ist die Vermittlung von beidem: all jene narrativen, alltagspsychologischen, dramaturgischen Hilfskonstruktionen, die das Konkrete ins Abstrakte einfügen würden. Weil das nicht geschieht, weil der Film sich konsequent weigert, seine eigenen Bilder gemäß geläufiger Regeln in sich selbst zu integrieren, erinnert "Mercuriales" ein wenig an die in ähnlicher Weise flowhaft fragmentarischen neuen Filme Terrence Malicks - passend dazu: ein mystisierender Voice-Over, der den Film gelegentlich ins Science-Fiction-hafte kippen lässt. Oder auch, motivisch naheliegender, an die Regiearbeiten Isild le Bescos, die allerdings insofern leichter lesbar sind, als es in ihnen stets um einen klar abgegrenzten Raum geht, den sich junge Menschen gegen die erwachsene Umgebung erkämpfen - und nur innerhalb dieses Raums sind dann die Regeln der Restwelt und auch der Restfilmwelt außer Kraft gesetzt.



Man könnte denken, dass Vernier etwas Ähnliches in größerem Maßstab versucht. Schließlich geht es in "Mercuriales" deutlich auch darum, Paris nicht vom Zentrum, sondern vom Rand, von der Peripherie, von den banlieus her zu denken - wie das zum Beispiel seit den 1980er Jahren das cinéma beur macht. Tatsächlich ist eine der beiden zentralen Protagonistinnen eine Migrantin aus Osteuropa, einige andere Figuren haben afrikanische Wurzeln; der Islam, ein zentrales Thema des cinéma beur, ist zwar nicht allzu präsent, aber einmal schaut ein lächerlicher, Verzicht predigender Konvertit vorbei, der von einer der Hauptfiguren schroff zurechtgewiesen wird.

Aber das bleiben Splitter - und die wenigen Momente, in denen sich die latente Aggressivität, die die dargestellte Welt durchwirkt, zu Bildern sozialer Gewalt, zu raunenden Vorankündigungen eines kommenden Aufstands vereindeutigen, sind die schwächsten des Films. Wenn Vernier von einer Peripherie erzählt, dann von einer, die sich nicht mehr durch ihr Verhältnis zu einem Zentrum definiert. Stattdessen behauptet er die Zwillingstürme (tatsächlich beginnt der Film mit dem leinwandfüllenden Bild des Elektronengehirns in der Schaltzentrale der "Mercuriales") und die beiden jungen, schlaksigen Mädchen als das Doppel-, beziehungsweise Vierfachzentrum einer eigenen, anderen Welt. Aber als ein Zentrum, das keine Hierarchie mehr stiftet, keine Orientierung ermöglicht. Sondern das die Welt, die es umgibt, in eine permanente und ziemlich an,-, auf-, erregende Unruhe versetzt.

Lukas Foerster

Mercuriales - Frankreich 2014 - Regie: Virgil Vernier - Darsteller: Ana Neborac, Philippine Stindel, Annabelle Lengronne, u.a. - Laufzeit: 104 Minuten.

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