Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Film

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.01.2023 - Film

Porträt einer Freundschaft: "Close"

Lukas Dhont schildert in seinem Oscar-nominierten Drama "Close", wie eine unbeschwerte Freundschaft zweier Jungs am Vorabend der Pubertät von einer unbedachten Frage ("Seid ihr ein Paar?") zerrissen wird. Wie das erzählt und inszeniert ist, damit hat Tagesspiegel-Kritiker Jan Künemund durchaus Probleme: Er vermisst einen "kritischen, systemischen Ansatz, mit dem man zeigen könnte, wie Männlichkeit in Familien und auf Schulhöfen sozial konstruiert wird; wie Normen über das Näheverhältnis von zwei Jungen entstehen und vermittelt werden; wie die normative Fremdwahrnehmung plötzlich das eigene Erleben dominiert. Aktuelle Untersuchungen aus Deutschland zum Beispiel zeigen, dass fast die Hälfte aller queeren Jugendlichen an Schulen gemobbt wird, sie kaum Hilfe von Eltern und Lehrer:innen erhalten, ein viel größeres Suizid-Risiko tragen. 'Close' schaut nicht da so genau hin. ... Aus queerer Perspektive wären da noch andere Geschichten zu erzählen." Zufriedener ist Perlentaucher Jochen Werner: Dhont "widmet sich einer kindlichen Trauerarbeit. Getragen wird das vor allem von seinem großartigen jungen Hauptdarsteller Eden Dambrine, in dessen großen Augen sich Zuneigung und Vertrautheit ebenso wie Zweifel und Verzweiflung spiegeln. Überhaupt ist dies - nicht nur inhaltlich, sondern auch formal - ein Film der Blicke mehr als einer der Dialoge."

Daniel Kothenschulte von der FR hält den Film für ein Meisterwerk des Coming-of-Age-Films. Mit psychologischem Realismus darf man hier zwar nicht rechnen, "doch hier gilt das Gesetz der Kunst: Dhont, ein Virtuose seines Handwerks, arbeitet mit sinnlichen Ereignissen, die in anderen Händen leicht ins Geschmäcklerische abgleiten würden - schwelgerischen Landschaftsbildern, wie von dem Blumenfeld, auf dem Léo arbeitet, oder einer zwar minimalistischen, aber doch hochemotionalen Filmmusik (Valentin Hadjadj). Nichts aber ist so eindringlich wie das Spiel des Hauptdarstellers Eden Dambrine in seiner ersten Rolle." Auch Standard-Kritikerin Susanne Gottlieb hat nichts als Lob für die beiden Kinderdarsteller Eden Dambrine und Gustav de Waele, denen es gelingt, "diese herzzerreißende Entfremdung mit sparsamen Emotionen umzusetzen".

In der FAZ ärgert sich Andreas Kilb über den erstaunlichen Erfolg von Edward Bergers deutscher Netflix-Produktion "Im Westen nichts Neues" bei den Oscar-Nominierungen (unser Resümee): Der Regisseur "biegt die Geschichte so zurecht, dass man sie wie einen Tornado hinter Glas schaudernd genießen kann. Er macht aus einem Buch, das die Nationalsozialisten verdammten und die Kommunisten verhöhnten, weil es ihre Ideologien ad absurdum führte, ein Spektakel. ... Das Kino kann auch eine Kunst sein. Sie sieht anders aus." Und überhaupt: das deutsche Kino. Neun Oscarnominierungen und fünf deutsche Produktionen im Berlinale-Wettbewerb (unser Resümee). Das "klingt schon recht selbstbewusst für ein Filmland, das in den letzten Jahren kaum international wahrgenommen worden ist", kommentiert Daniel Kothenschulte in der FR. "Da darf man schon erwarten, dass die Beiträge diese Überrepräsentanz in einem internationalen Wettbewerb durch ihre Qualität rechtfertigen."

Außerdem melden die Agenturen, dass der Schauspieler und Sprecher Wolfgang Draeger, die deutsche Stimme von Woody Allen, gestorben ist. Besprochen werden Davy Chous Adoptionsdrama "Return to Seoul" (Perlentaucher, taz), Kirill Serebrennikows Groteske "Petrov's Flu" (taz), Tine Kuglers und Günther Kurths Langzeit-Dokumentarfilm "Kalle Kosmonaut" über eine Jugend in Berlin-Hellersdorf (Freitag), die Komödie "Caveman" mit Moritz Bleibtreu (Standard), Chinonye Chukwus Lynchdrama "Till - Kampf um die Wahrheit" über die Ermordung Emmett Tills (taz) und Florian Zellers Depressionsdrama "The Son" (SZ). Außerdem weiß die SZ, welche Filme sich lohnen und welche nicht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.01.2023 - Film

Plötzlich Oscar-Favorit: Edward Bergers "Im Westen Nichts Neues"

Aus dem Westen gibts Neues: Edward Bergers von der hiesigen Kritik beim Erscheinen eher abgetaner deutscher Netflix-Kriegsfilm "Im Westen nichts Neues" ist nach seinem erstaunlichen BAFTA-Erfolg vor wenigen Tagen nun auch bei den Oscars mit satten neun Nominierungen vertreten. Drei Nominierungen gibt es in den Hauptkategorien (bester Film, beste Kamera, bestes adaptiertes Drehbuch) und eine für die prestigereiche Kategorie "bester internationaler Film". Der eigentliche Hauptfavorit der Oscars mit elf Nominierungen ist aber Daniel Kwans und Daniel Scheinerts "Everything Everywhere All at Once", schreibt Hanns-Georg Rodek in der Welt. Auch Andreas Busche im Tagesspiegel hält es für "eher unwahrscheinlich", dass Bergers Film, wie einst Bong Joon-hos "Parasite" (unsere Kritik) zweimal als bester Film des Jahres ausgezeichnet wird. Die Oscars, traditionellerweise sehr auf Hollywood bedacht, sind internationaler geworden, stellt Tobias Kniebe in der SZ fest. Auch der Durchmarsch von "Everything Everywhere All at Once" ist eine Überraschung: "Der Film, der im März 2022 mit fast lächerlichen zehn Kopien in den USA gestartet ist, erwarb sich eine stetig größere Fangemeinde, obwohl Hollywood ihn nicht wirklich auf der Rechnung hatte."

Nicht nominiert wurde Marie Kreutzers "Corsage" (unsere Kritik), auf den zuletzt der Schatten des Kinderpornografie-Skandals rund um den Nebendarsteller Florian Teichtmeister fiel. Sollte man sich den Film überhaupt noch ansehen? Wenig überraschend bejahte die Regisseurin diese Frage in einem SZ-Gespräch (unser Resümee). Anderenfalls verleihe man einem Nebendarsteller zu viel Macht darüber. "Nur dass das Kino eben so nicht funktioniert", hält Claudius Seidl dem in der FAZ entgegen: "Mit einem Als-ob bewältigt man keine Rolle, mit Mimikry allein lässt sich kein Zuschauer gewinnen. Es ist ein Spiel auf Gegenseitigkeit: Die Zuschauer wagen sich aus der Deckung, die Schauspieler erst recht. Die ambivalente Präsenz von Florian Teichtmeister in 'Corsage' hat, für Frauen wie für Männer, etwas Verführerisches. Es ist deshalb das gute Recht des Publikums, sich jetzt, da alles bekannt ist, um seine Emotionen betrogen zu fühlen. Wäre Teichtmeister nicht so gut, dann wäre er auch nicht so gefährlich. So leid es einem also tun muss für das ganze Team - der Film 'Corsage' ist verloren."

Weitere Artikel: Thomas Abeltshauser unterhält sich für die taz mit dem Regisseur Lukas Dhont über dessen oscarnominiertes Drama "Close". Bert Rebhandl schreibt im Standard über die Filme von Ulrich Seidl, dem das Filmarchiv Austria jetzt eine Retrospektive widmet.

Besprochen werden Volker Heises von Arte online gestellte Doku "Berlin 1933 - Tagebuch einer Großstadt" (FAZ), Dominik Molls "In der Nacht des 12." (Standard) und Chinonye Chukwus "Till - Kampf um die Wahrheit" (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.01.2023 - Film

Vicky Krieps als Ingeborg Bachmann in Margarethe von Trottas "Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste" (Wolfgang Ennenbach)

Carlo Chatrian hat sein Wettbewerbsprogramm für die Berlinale bekannt gegeben: 18 Filme gehen auf Bärenjagd, fünf davon sind deutsche Filme - Rekord! Mit den Filmen von Margarethe von Trotta, Emily Atef, Christian Petzold, Christoph Hochhäusler und Angela Schanelec hat das deutsche Segment des Wettbewerbs eine deutliche Schlagseite zur "Berliner Schule". Allein schon diese Filme "versprechen einen abwechslungsreichen und qualitativ hochwertigen Wettbewerb", glaubt Andreas Busche im Tagesspiegel. Außerdem "gibt es quer durch die Sektionen eine Reihe von Filmen aus der Ukraine und dem Iran beziehungsweise zur aktuellen Situation in beiden Ländern", berichtet tazler Tim Caspar Boehme von der Pressekonferenz.

Chatrian versprach bei der Pressekonferenz in Anlehnung an Pasolini ein "Kino der Poesie", berichtet Thomas Hummitzsch in seinem Intellectures-Blog. Der künstlerische Leiter des Festivals rückt dieses weiter Richung cinephile Kunst, gestaltet sie um "zu einem Liebhaber-Festival, bei dem Filmemacher:innen eine große Bühne bekommen, die unter Cineast:innen einen Ruf genießen, aber nicht zur ersten Garde gehören. Matt Johnson, Giacomo Abbruzzeze, Ivan Sen, John Trengove und Philippe Garrel gehören schon zu den großen internationalen Namen im 18 Filme umfassenden Line-Up."

Außerdem: Valerie Dirk berichtet im Standard vom anhaltenden Streit in der österreichischen Filmszene um Marie Kreutzers "Corsage" (unsere Kritik), seit bekannt wurde, dass der Nebendarsteller Florian Teichtmeister kinderpornografisches Material hortete. Besprochen werden Volker Heises von Arte online gestellte Doku "Berlin 1933 - Tagebuch einer Großstadt" (taz) und die Sitcom "Die wilden Neunziger" (ZeitOnline).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.01.2023 - Film

Wie geht es weiter mit "Corsage", Marie Kreutzers Sisi-Film (unsere Kritik), in dem Florian Teichtmeister in einer Nebenrolle mitspielt. Teichtmeister hat sich schuldig bekannt, in rauen Mengen kinderpornografisches Material besessen zu haben. Gerüchten zufolge soll dies in der Filmbranche seit langem bekannt gewesen sein. Sie selbst habe von diesen, von Teichtmeister zunächst dementierten Vorwürfen aber erst nach dem Dreh erfahren, beteuert die Regisseurin im SZ-Gespräch. Zurückziehen will sie den klar feministischen Film nicht: "Er ist nicht der Produzent des Films, nicht der Hauptdarsteller, nicht der Regisseur; Teichtmeister ist einer von mehreren 100 Mitarbeitern. Wir würden ihm eine ungeheure Macht geben, wenn wir sagen, man kann diesen Film nicht mehr sehen. Dazu bin ich nicht bereit ... In 'Corsage' stecken jahrelange Arbeit und viel Liebe von vielen Menschen. Deshalb tut es ja auch so weh, dass der Film immer mit diesen grauenvollen Taten behaftet sein wird."

Neuköllner Gangster-Märchen, hardboiled Style: "Asbest" (ARD)

In der ARD-Mediathek
ist die Berliner Gangster-Knast-Serie "Asbest" angelaufen. Fürs authentische Kolorit sorgt als Showrunner und Darsteller der allseits beliebte Kida Khodr Ramadan. Auch die deutschen Stars reichen sich hier die Gitterstäbe in die Hände. Um so etwas auf die Beine zu stellen, braucht es viel "Knastauthentizität", schreibt Oliver Jungen in der FAZ: "Raue Charaktere, rohe Sprache, gnadenlose Handlung. Dass die ARD auf diesem Feld reüssieren will, ist mutig, ihr Einsatz beachtlich." Hier gibt es "Revierkämpfe, Koks, Nutten, Familienehre, Rache, verschwitzte Männerbünde, Jagd auf eine goldene Uhr: Juri Sternburg und Katja Eichinger haben sich zwar von Gerhard Mewes' Knastkicker-Buch 'Fair Play mit Mördern' inspirieren lassen, aber dann doch ein Gangstermärchen im Neuköllner Hardboiled-Stil geschrieben." Die Serie "soll samt Begleitdokumentation und Making-of zum großen Aufschlag der ARD-Mediathek werden. Mehr als Mittelmaß erreicht sie trotz des Aufwands nicht." Zu sehen sind "massenhaft Klischees, eine unoriginelle Handlung und regelrecht alberne Szenen". Die Berliner Zeitung plaudert mit Showrunner Kida Khodr Ramadan, der sich auch zu Menschen äußert, zu denen er aufblickt: "Ein großes Vorbild ist Angela Merkel. Und dann noch Klaus Lemke, Manfred Krug, Klaus Kinski und Harald Juhnke. Das waren Männer mit Eiern."

Außerdem: Die iranischen Behörden wollen bis Freitag darüber beratschlagen, ob Jafar Panahi freigelassen wird, meldet unter anderem die Wiener Presse. David Pfeifer erzählt in der SZ den unwahrscheinlichen Erfolg von Daniel Kwans und Daniel Scheinerts "Everything Everywhere All At Once", der mit wenigen Kopien in die Kinos kam, einen Internethype auslöste und damit richtig Kasse machte - und nun im Streaming zu sehen ist. In seiner Zeit-Kolumne über Serien erinnert Matthias Kalle an "The Americans". Der Regisseur Florian Gallenberger schreibt in der Welt zum Tod der Casterin Simone Bär.

Besprochen werden Damien Chazelles "Babylon" (critic.de, unsere Kritik), Volker Sattels und Francesca Bertins "Tara" (Tsp), Park Chan-wooks "Decision to Leave" (NZZ),

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.01.2023 - Film

Beim von der Branchenverband Deutsche Filmakademie vergebenen Deutschen Filmpreis, dessen Vorauswahl für dieses Jahr gerade bekannt gegeben wurde, werden selten die besten Filme, sondern meist doch nur "der netteste oder anständigste Film" ausgezeichnet, muss Andreas Kilb in der FAS feststellen. "Und unter denen, die nichts oder wenig gewinnen, sind auffällig häufig zwei Regisseure, die aus ihrem Misstrauen gegenüber der Akademie und dem in deutschen Filmen vorherrschenden Fernsehrealismus nie ein Hehl gemacht haben: Dominik Graf und Christian Petzold. Im europäischen Kino haben beide einen großen Namen. Eine Filmpreisjury alten Stils hätte es nicht gewagt, ihre Arbeiten zu ignorieren. ... Der Mantel der Unparteilichkeit, den der Preis sich umhängt, ist durch Seilschaften, Geschäftsinteressen, Sympathien und Animositäten ebenso durchlöchert wie der jeder anderen Auszeichnung eines deutschen Branchenverbands. Deshalb sollte er, wenn seine Regularien nicht geändert werden, wenigstens einen neuen Namen bekommen."

Außerdem: Kurt Sagatz zieht im Tagesspiegel seinen Hut vor Netflix-Gründer Reed Hastings, der seinen Chefsessel räumt und nun Verwaltungsratsvorsitzender der Online-Videothek wird. Alec Baldwin wird sich wegen der unabsichtlich von ihm bei einem Dreh erschossenen Kamerafrau nun vor Gericht verantworten müssen, meldet David Steinitz in der SZ. Jim Jarmusch wird 70 - Sofia Glasl (SZ) und Andreas Kilb (FAZ) gratulieren. In der FAS trauert der ukrainische Schriftsteller Oleksandr Mykhed um seinen Freund Viktor Onysko, der zahlreiche ukrainische Publikumsfilme geschnitten hat und kurz vor Jahreswechsel im Krieg gefallen ist.

Besprochen werden Kida Khodr Ramadans ARD-Gangsterserie "Asbest" (ZeitOnline), Damien Chazelles "Hollywood Babylon" (NZZ, unsere Kritik), Elwira Niewieras und Piotr Rogolowskis Dokumentarfilm "Das Hamlet-Syndrom" (Tsp, mehr dazu hier) und die Serie "The Last of Us" (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.01.2023 - Film

Filmkunst trifft Porno: "Change pas de Main" von Paul Vecchiali

Der französische Autorenfilmer Paul Vecchiali ist bereits am 17. Januar gestorben. Cargo hat daher einen Text von Ekkehard Knörer aus dem Jahr 2011 über diesen großen Eigensinnigen online gestellt: "Alles hat Platz in Vecchialis Filmen. Es steht sich großartigerweise dabei nichts im Weg. Gerät nur aneinander auf der fröhlich-vergeblich unverdrossenen Suche nach der Dialektik des Heterogenen. Die Figuren und Szenen fallen sich in den Arm, manches fällt dem Zuschauer auf die Nerven, man singt melancholische Lieder, Verhältnisse werden zum Tanzen gebracht, was nicht gesagt werden kann, wird gesungen, die Dinge nehmen brutal unerwartet eine Wendung, Szenen und auch die Musik beginnen plötzlich und enden abrupt. Wie schlug das jetzt nochmal um? Wie sind wir hierhin geraten? Wo das Disruptive Gesetz ist, ist erst einmal kein Element per se fremd. Das ist vielleicht die entscheidende innere Ökonomie dieses Werks: Es geht alles. Was auch heißt: Man fliegt immer wieder raus, aus der Stimmung, die eben noch herrschte, aus der Geschichte, auf die diese Szene noch zulief, denn die nächste will schon wieder anderswo hin."

Verzerrender Spiegel: "German True Crime: Gefesselt" (Amazon)

Mit "German Crime Story: Gefesselt" buttert nun auch das deutsche Amazon ins True-Crime-Geschäft und erzählt die Geschichte des realen Serienmörders Lutz Reinstrom, der in den Achtzigern mehrere Frauen ermordete - wenngleich die Geschichte im Zugriff aufs Material sehr frei erzählt ist, wie Elmar Krekeler in der Welt anmerkt. "Was die beiden Grimme-Preis-gekrönten Head-Autoren Michael Proehl und Dirk Morgenstern mit dem Fall gemacht haben, kann man vielleicht mit einem verzerrenden Spiegel vergleichen, den sie vor Reinstroms Mordgeschichte gehalten, dann fallen gelassen und kunstvoll versetzt neu zusammengebaut haben." Die Rechnung geht aber offenbar nicht auf: "Zusammen mit dem völlig unnötigen exzessiven Austeilen dessen", was den Frauen angetan wurde, "stellt sich ein ganz horrendes Gefühl ein: dass hier nämlich zur Herstellung von billigem Horror Opfer zur höheren Ehre der Quote erneut erniedrigt werden."

Weitere Artikel: Fatal und frustrierend findet es Roland Teichmann, Leiter des Österreichischen Filminstituts, im Standard-Gespräch, dass mit dem Fall Teichtmeister und dessen als Verdacht im Raum stehende Deckung durch die Filmbranche "für die Verfehlungen einiger weniger eine ganze Branche in Misskredit gerät". Die Welt plaudert mit Charlotte Gainsbourg. Der Tagesspiegel plaudert mit Fahri Yardım. In der FAZ gratuliert Freddy Langer der Schauspielerin Marita Breuer zum 70. Geburtstag.

Besprochen werden Damien Chazelles "Babylon" (Standard, Welt, Artechock, unsere Kritik) und Andrea Davids Buch "Szene für Szene die Welt entdecken" über ihre Reisen zu Drehorten (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.01.2023 - Film

Konflikte auf der Bühne: "Das Hamlet-Syndrom"

Elwira Niewieras und Piotr Rosołowskis Dokumentarfilm "Das Hamlet-Syndrom" wirft einen Blick zurück auf den Sommer 2021 in der Ukraine, genauer: auf fünf junge Menschen der Generation "Maidan", die eine Aufführung von "Hamlet" proben, um sich mit der Inszenierung auch ein Stück weit über sich selbst im Klaren zu werden. Es ist der letzte Sommer vor dem russischen Einmarsch. "Auf der Theaterbühne stellen die jungen Menschen Fragen, die sonst nicht gestellt werden", schreibt Nicolas Freund in der SZ: "Was ist das, ein Krieg? Ein Körper? Was ist überhaupt die Ukraine? ... . Sie versuchen zu verstehen, was los ist in ihrem Land, das es zu zerreißen droht zwischen Russland und Europa, zwischen der alten Generation, die noch die Sowjetzeit kennt, und den Jüngeren, die vom Westen träumen und doch etwas eigenes sein möchten, weil sie wissen, dass Europa für sie am Ende auch nur der Gegenentwurf zur Sowjetunion ist. Man spürt die Enge und die Angst, wenn diese jungen Menschen vor der Kamera und auf der Bühne versuchen, einen Ausdruck für das zu finden, was ihnen geschehen ist und was in ihnen vorgeht." Entsprechend "vermittelt der Film mit großen Bildern das Gefühl einer Ohnmacht, eines Schreckens", schreibt Anna Flörchinger in der FAZ. "Zwar spielt der Film größtenteils auf der Bühne dieses kleinen Theaters in Kiew, aber immer wieder gibt es starke Einblendungen: Von den Protesten auf dem Euromaidan 2013 und 2014, von der Gefangennahme eines Protagonisten, von Kiew, von der Lebenswelt der jungen Menschen, emotionalen Gesprächen mit ihren Eltern."

Der Film handelt auch von schweren Konflikten innerhalb der Theatergruppe, sagt Piotr Rosołowski im taz-Gespräch: "Manche Konflikte waren fast schon vorprogrammiert. Die Bühnensituation bot aber den verschiedenen Sichtweisen Platz und ermöglichte eine Konfliktbewältigung. Das beste Beispiel: Rodion, LGBTQ-angehörig, aus Donezk und Slavik, der in der Armee gekämpft hat. So unterschiedlich die beiden sind - auf der Bühne werden sie zu Freunden. Oder auch die Schauspielerin Oxana. Sie ist in der Ukraine bekannt für ihr kritisches Theater. Bei ihren Aussagen kam es zu großen Konflikten in der Gruppe. Was sich aber gesellschaftlich schwierig darstellt, ist auf der Bühne möglich: bei allen Unterschieden auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen."

Ein offener Brief verteidigt Marie Kreutzers "Corsage" (unsere Kritik) mit einem offenen Brief gegen Gerüchte, dass die pädosexuellen Neigungen des Darstellers Florian Teichtmeister in der Filmszene bereits seit längerem bekannt gewesen und vertuscht worden seien. Den Film aus den Kinos zu nehmen, gewähre einem Täter "Macht" über einen "feministischen Film", der ja gerade dazu beitrage, sich mit bestehenden Strukturen kritisch auseinanderzusetzen. Simon Strauß findet diese Initiative im FAZ-Kommentar eher ärgerlich: "Der Feminismus als letztes Bollwerk gegen die Cancel-Welle? Ein Sisi-Film als Aufklärungsmittel gegen Kinderpornografie? So ganz traut man dem unter anderem von Elfriede Jelinek, Arno Geiger und Eva Menasse gezeichneten Brief nicht - ganz unabhängig davon, ob man einer Ächtung des Films zustimmen mag oder nicht."

Hanns-Georg Rodek ärgert sich in der Welt immer noch darüber, dass Chantal Akermans "Jeanne Dielman" nach der jüngsten Filmkritiker-Umfrage von Sight & Sound zum besten Film gekürt wurde. Zwar hat er für seine Vermutung "keine belastbaren  Beweise", doch könnte er sich gut vorstellen, dass hinter diesem überraschenden Ergebnis "eine gezielte feministische Verabredung" steckt. Anders als bei der letzten Abstimmung vor zehn Jahren sind die Einzel-Einreichungen der abstimmenden Kritiker dieses Mal auch nicht online einsehbar. "Eine Bekanntgabe der Stimmverhältnisse würde mehr Klarheit schaffen", findet er. Sein Hinweis, "kein deutsches Kunstkino" habe "den Film ins Programm genommen" und auch via Streaming sei "Jeanne Dielman" nicht greifbar, womit der Film also de facto "weiterhin unsichtbar" sei, ist allerdings falsch: Beim Kino Arsenal ist Akermans Film zum kleinen Preis online abrufbar.

Weitere Artikel: Timo Posselt stimmt in der Zeit auf die Solothurner Filmtage ein. Rembert Hüser erinnert mit einem großen Text im Filmdienst an den im November verstorbenen Autorenfilmer Jean-Marie Straub. FR-Kritiker Daniel Kothenschulte legt den Frankfurtern das "Film Preservation Weekend" (Motto: "Filmerbe - digital") im Filmmuseum ans Herz. Tobias Kniebe schreibt in der SZ einen Nachruf auf die überraschend verstorbene Casting-Agentin Simone Bär, die für Christian Petzold, Quentin Tarantino und Steven Spielberg gearbeitet hat.

Besprochen werden Damien Chazelles "Babylon" (FR, epdFilm, unsere Kritik), Claire Denis' "Mit Liebe und Entschlossenheit" (Perlentaucher), die DVD von Kevin Kopackas Horrorfilm deutschem Horrorfilm "Hinter den Augen die Dämmerung" ("aufs Angenehmste beknackt", freut sich Ekkehard Knörer in der taz), Cristian Mungius "R.N.M." (NZZ), Nicolas Windig Refns Netflix-Serie "Copenhagen Cowboys" (Filmfilter, critic.de), Gerard Johnstones Horrorfilm "M3gan" (critic.de, Filmfilter), Jason Moores Action-B-Movie "Shotgun Wedding" mit Jennifer Lopez (ZeitOnline), Jens Meurers Dokumentarfilm "Seaside Special" über Großbritannien kurz vor dem Brexit (taz), die neue Staffel der Serie "Atlanta" (Welt), die Netflix-Serie "Bernie Madoff: Das Monster der Wall Street" (TA) und die von der ARD online gestellte Mini-Serie "Bonn" (FAZ). Außerdem weiß die SZ, welche Filme sich in dieser Woche lohnen und welche nicht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.01.2023 - Film

Schweiß, Blut, Drogen: Mehr braucht es nicht für Kinomagie, sagt "Babylon" von Damien Chazelle

Damien Chazelles Ensemblefilm "Babylon" feiert die letzten Tage des Stummfilmkinos in Hollywood als exzessiven Rausch zwischen Partys, Sex und Dreharbeiten - und das bittere Erwachen im Tonfilmkino danach als langen, tragischen Kater. Eine ganze Gruppe versprengter Wahnsinniger will in diesem Sud den großen Sprung zum Star schaffen. "Kinomagie wird aus Schweiß, Blut und Drogen gemacht", nimmt Gunda Bartels vom Tagesspiegel aus dieser Tour de Körpersaft-Force von einem Film als Erkenntnis mit: "Von der unerhört freizügigen Eingangsparty an, die die regellose, nackte Dekadenz inklusive Natursekt und Drogentoter zelebriert, regieren in der kalifornischen Wüstenstadt L.A. die Überzeichnung, das Pathos, die Farce. Alles ist 'bigger than life', auch die Armut und der Absturz." Denn "mit Schauder und Faszination zeigt Chazelle die totale schöpferische - also auch: unmoralische, kriminelle - Anarchie der frühen Filmproduktionen, ihr zerstörerisches, selbstzerstörerisches Potenzial", schreibt Fritz Göttler in der SZ. "Die Luftschlangen in den vollgepackten Ballsälen sind ein Netz, das die Tanzenden, Völlenden, Kotzenden festhält. Die Arbeit, die hier in die (stummen) Filme gesteckt wird, wird schnell manisch."

"So viel inbrünstige Sehnsucht nach dem alten Hollywood gab es lange nicht mehr im Kino", schreibt Andreas Kilb in der FAZ. "Am Ende schickt Chazelle seinen Helden ... in Stanley Donens 'Singin' in the Rain'. Während Gene Kelly auf der Leinwand tanzt, sieht der gerührte Manny vor seinem inneren Auge das Kino der Zukunft: Filmbilder von Bergman bis Godard, von Kubrick bis Scorsese. Die bittere Pointe der Szene liegt darin, dass diese Zukunft unsere Vergangenheit ist. Vielleicht, scheint 'Babylon' sagen zu wollen, ist die Party ja wirklich vorbei." Perlentaucherin Katrin Doerksen hat sich dennoch gerne "dieser gigantischen dreistündigen Verdauungsmaschine" ausgesetzt, "die sich die Filmgeschichte erst einverleiben und sie dann wieder ausspucken muss, bevor die umfassende Bewusstwerdung einsetzen kann und in der Reaktion kulminiert, für die der Kinosessel gemacht ist: eine Träne und ein Lächeln, gleichzeitig." Michael Meyns bleibt in der taz skeptisch: "Kann das Kino wirklich gerettet werden, indem seine Vergangenheit beschworen wird?"

Weitere Artikel: In einem ZeitOnline-Essay kritisiert Julian Dörr die großen Blockbuster-Franchises dafür, in ihren fantastisch-überbordenden Welt doch nichts anderes als gähnende Leere zu zeigen. Fabian Tietke empfiehlt im Tagesspiegel die Werkschau Jonas Mekas im Berliner Kino Arsenal. Die WamS hat Hanns-Georg Rodeks Porträt des Schauspielers Kida Ramadan online nachgereicht. Valerie Direk und Olga Kronsteiner berichten im Standard von Auseinandersetzungen in der österreichischen Filmszene um den Umgang mit dem Fall Florian Teichtmeister, nachdem herausgekommen ist, dass der wegen Besitzes pädosexuellen Materials angeklagte Schauspieler bei einem Dreh Minderjährige heimlich fotografiert hat. David Steinitz kann in der SZ nur mit dem Kopf darüber schütteln, dass Kevin Spacey vom Filmmuseum in Turin für sein Lebenswerk geehrt wurde. In der FAZ gratuliert Claudius Seidl dem Regisseur John Boorman zum 90. Geburtstag.

Besprochen werden die Netflix-Serie "Das lügenhafte Leben der Erwachsenen" nach dem gleichnamigen Roman von Elena Ferrante (SZ), die Serie "The Last of Us" (ZeitOnline), die indische Netflix-Serie "Trial By Fire" (Dlf Kultur) und die Berliner Ausstellung zu "100 Jahre Nosferatu" (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.01.2023 - Film

La Lollo als Bersagliera in "Pane, Amore, Fantasia"

Sie nannten sie "la Lollo": Die große Gina Lollobrigida ist tot. Sie "war neben Sophia Loren und Monica Vitti, vielleicht auch noch Claudia Cardinale, einer der größten weiblichen Filmstars ihrer Generation in Italien", schreibt Carolin Gasteiger in der SZ. Lollobrigida drehte nicht nur in Italien, sondern auch in Hollywood - und dort mit den erlesensten Stars und Regisseuren: Mit ihrem Erfolg "stand sie für ein aufstrebendes, erfolgreiches Nachkriegsitalien". Der italienische "Divenkult" der damaligen Zeit war auch maßgeblich ihrem Erfolg zu verdanken, schreibt Daniel Kothenschulte in der FR. In "Altri Tempi" gelang Lollobrigida 1952 mit ihrem koketten Spiel nicht nur der Durchbruch als Schauspielerin, sondern sie schuf damit auch die "vollkommene Inkarnation des aufkommenden Schönheitsideals im Italien der Nachkriegszeit, das mit dem Neologismus 'maggiorata' den passenden Ausdruck fand", schreibt Marisa Buovolo in der NZZ. Als verführerische 'fiori di carne' auf der Suche nach neuen Rollen in der sich im Umbruch befindenden Gesellschaft eroberten viele junge Italienerinnen in den späteren 1940er-Jahren die öffentliche Bühne und zugleich die Leinwand. In hautengen Blusen um die üppig schwellenden Brüste und schmal geschnittenen Bleistiftröcken steuerten sie männliche Blicke, lösten weibliche Identifikationsprozesse aus und wurden zur Projektionsfläche einer kollektiven Regeneration."

Claudia Lenssen von ZeitOnline ist bei alldem merklich zu viel Sinnlichkeit im Spiel: Trotz ihrer künstlerischen Begabungen wurde Lollobrigida "meist als Blickfang mit großem Dekolleté und naiver Ausstrahlung besetzt. Auch in ihren größten Erfolgen (...) präsentierte Lollobrigida nicht einfach nur ihr Antlitz, sondern führte anmutig und gekonnt vor, was sich die Choreografen ihrer Zeit unter einer romantisch-lasziven Tanzszene vorstellten. Stets fiel die Schauspielerin durch hautenge Kostüme und High Heels auf, selbst dann, wenn die Schauplätze ihrer Filme solidere Outfits erfordert hätten." Weitere Nachrufe schreiben Maria Wiesner (FAZ) und Christian Schröder (Tsp). Und Manuel Brug von der Welt hat sichtlich Probleme damit, seinen Blick von Lollobrigidas Dekolleté zu nehmen.

Hier kann man sie in ihrer ganzen Glorie sehen:



Von einer bitteren Posse in der türkischen Kulturpolitik erzählt Ilgaz Gökırmaklı in der taz: Der Regisseur Emin Alper soll annähernd 20 Monate nach der Bewilligung von Förderung für sein in Cannes gezeigtes Drama "Kurak Dünler" die zur Verfügung gestellten Mittel plus Zinsen zurückzahlen, weil er angeblich eine Drehbuchänderung nicht gemeldet habe - vermutlich aber wohl eher, weil den Behördern der Film im Nachhinein schlicht zu schwul und zu kritisch gegenüber Homophobie ist. Möglich macht diese Willkür eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2019. "Während die Nominierung von 'Kurak Günler' für die Queer Palm in der LGBTIQ*-Community in der Türkei gefeiert wurde, erschienen insbesondere in regierungsnahen Medien zunehmend Berichte darüber, dass Alper das Drehbuch geändert und so das Ministerium 'getäuscht' habe, dass es sich bei dem Film um ein 'LGBTIQ*-Projekt' handelt, das die Türkei als homophobes Land darstelle. In einem Interview mit dem Magazin Variety erläuterte Alper, warum er Homophobie thematisiert habe: 'In den letzten Jahren ist Homophobie zu einer Art Staatsräson geworden. Was mich eigentlich daran interessiert, ist, dass es sich dabei nicht um eine lokale Erscheinung handelt, sondern um ein globales Phänomen. Denken Sie an die Geschehnisse in Russland oder Ungarn. Das ist ein Teil der neopopulistischen Ära, in der wir leben.'"

Außerdem: In der Welt erzählt der Filmproduzent Sol Bondy die aufregende Geschichte, wie Ali Abbasis im Iran angesiedelter Serienkiller-Film "Holy Spider" (unsere Kritik) nach immer wieder verschobenen, sabotierten und verunfallten Planungen am Ende doch noch zustande kam und schließlich (nach einer ersten Ablehnung) auch in Cannes gezeigt wurde. Andreas Scheiner schlendert kurz vor den Filmtagen für die NZZ durch Solothurn und staunt, wie sich die kleine Schweizer Stadt als überregionaler Kultur-Hotspot fest installiert hat. Besprochen werden die RomCom "Shotgun Wedding" mit Jennifer Lopez (Standard), die von der ARD online gestellte Mini-Serie "Bonn. Alte Freunde, neue Feinde" (taz) und Jan Gassmanns Schweizer Sexfilm "99 Moons" (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.01.2023 - Film

Simon Strauß zeigt sich im kurzen FAZ-Kommentar fassungslos, dass der neue, dreineinhalbstündige Filme von Hans-Jürgen Syberberg vom Berlinale-Forum abgelehnt wurde: "Demminer Gesänge" wirft einen Blick auf das Städchen Demmin in MeckPomm, wo es 1945 angesichts der vorrückenden Russen zu Massensuiziden kam. Der Regisseur "hat die Schreckensnacht als Kind miterlebt" und fischt nun "in der Bilderflut seines visuellen Tagebuchs. Und stößt dabei auf Fotografien von NPD-Aufmärschen zum 8. Mai - dazu raunt er schüchtern: 'der Markt hat es ausgehalten', 'auch das gehört dazu'. Ist darin eine untragbare Gesinnung zu erkennen?" Strauß würde den Film auch nicht einer breiten Öffentlichkeit zeigen, aber im Rahmen einer "besonderen Vorführung" auf der Berlinale unbedingt: "Das geböte nicht nur der Respekt gegenüber einer prägenden Figur der deutschen Filmgeschichte, sondern entspräche der Eigenanzeige einer Festivalreihe, die sich angeblich für 'ästhetischen Eigensinn' interessiert."

Außerdem: In seiner Zeit-Kolumne über Serien erinnert Matthias Kalle an die britische Science-Fiction-Serie "Black Mirror". Besprochen werden Claudius Seidls Biografie über Helmut Dietl (Jungle World), Gerard Johnstones Horrorfilm "M3gan" (Standard) und die Serie "The Last of Us" nach dem gleichnamigen Computerspiel (FAZ, Tsp).