Laut Spiegel Online hat die Bundesregierung in einem
Geheimpapier bestätigt, dass die NSA mindestens bis August 2013 Mail-Adressen von europäischen Politikern, Ministerien europäischer Mitgliedsstaaten, EU-Institutionen, aber auch Vertretungen deutscher Firmen ausgespäht habe: "In den Jahren 2008 und 2010 habe der BND das Bundeskanzleramt vor
Industriespionage durch die NSA gewarnt. Von einer neuen, von NSA und BND gemeinsam geplanten Abhörstation außerhalb Deutschlands gehe Gefahr aus. "Dass die NSA weiterhin gemäß US-Interessen
deutsche Ziele aufklärt, kann … nicht verhindert werden", heißt es in einer Orientierungsmappe des BND für den damaligen Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt, Günter Heiß."
Auf einem Berliner Symposium des Verfassungsschutzes über islamistischen Terrorismus hat sich BND-Chef
Gerhard Schindler offensiv gegen Anschuldigungen aus dem NSA-Untersuchungsausschuss und den Medien gewehrt,
berichten Sabine am Orde und Konrad Litschko in der
taz: ""In aller Deutlichkeit und Entschiedenheit" weise er den
Vorwurf des Landesverrats zurück. "Das ist schlechthin abwegig." Der BND, so Schindler, sei keineswegs ein "willfähriges Werkzeug" der USA. Die Zusammenarbeit mit internationalen Diensten sei aber unverzichtbar... Auch Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen, Gastgeber am Montag, wählt die Attacke. Die "fortlaufenden Unterstellungen" seien "
unerträglich und ehrabschneidend". Man müsse doch erst mal aufklären, ob überhaupt ein Fehlverhalten vorliege."
Netzpolitik hat den französischen Netzaktivisten
Jérémie Zimmermann von
La Quadrature du Net getroffen, der über die Lage in Frankreich berichtet, wo ein
Geheimdienstgesetz Massenüberwachung gestatten soll: "Das Gesetz befindet sich zwar seit gut zwei Jahren in Entwicklung, nach den Anschlägen gegen die Satirezeitschrift
Charlie Hebdo Anfang des Jahres drückt die Regierung aber auf die Tube und macht sich die "Shock Doctrine" zunutze. Das Ereignis wird instrumentalisiert, um das Gesetz
im Eilverfahren durch das Parlament durchwinken zu können, was eine breite öffentliche Debatte schwer möglich macht."
Der Begriff der
Vorratsdatenspeicherung wurde von Heiko Maas unlängst durch den der
Höchstspeicherfrist ersetzt. Sprachlich überzeugend ist für Hermann Unterstöger (
SZ) keiner der beiden Euphemismen: "In der Tat werden bei diesem Vorgang keine Vorratsdaten gespeichert, sondern Daten auf Vorrat, weswegen die Vorratsdatenspeicherung besser Datenvorratsspeicherung genannt werden sollte." Bei der Höchstspeicherfrist wiederum "handelt sich um ein
Determinativkompositum, dessen zweiter Teil durch den ersten definiert und eingeschränkt wird. Unter den vielen Fristen - der Schonfrist, der Gewährleistungsfrist, der Verjährungsfrist - wäre die Höchstspeicherfrist demnach die Frist, binnen deren Höchstspeicher sagen wir mal vom TÜV überprüft werden müssen. Doch
was sind Höchstspeicher?"