Sascha Lobo
wendet sich in seiner
Spiegel-Online-Kolumne direkt an seine Leser, um sie dringlich vor der von SPD-Justiziminister Heiko Maas betriebenen neuen
Vorratsdatenspeicherung zu warnen: "Sie erlaubt offiziell, Unverdächtige zu überwachen... Wie problematisch das ist, erkennt man an einem Satz, den Sie eventuell selbst schon gedacht haben: "Ich habe doch nichts zu verbergen." Die Schriftstellerin
Juli Zeh hat übersetzt, was dieser Gedanke bedeutet: "Ich tue, was
von mir verlangt wird." Wer einverstanden ist, überwacht zu werden, ist mit allem einverstanden."
Dabei ist die Vorratsdatenspeicherung den Beweis für ihre
Relevanz für die innere Sicherheit bislang schuldig geblieben,
meint Nico Lumma, der Vorsitzende des SPD-nahen Datenschutz-Vereins D64, im Interview mit Tobias Schulze in der
taz: "Weder hier noch im Ausland hat sie irgendwelche Erfolge gebracht. Man will dem Volk nur zeigen: Wir sorgen uns um die innere Sicherheit, wir machen etwas. Ein
reines Placebo-Thema. Stattdessen müssten die Ermittlungsbehörden in die Lage versetzt werden, auch im digitalen Raum zu ermitteln. Da fehlt es an allen Ecken und Enden, selbst bei
schwersten Straftaten sind nicht genügend Ermittler zu digitalen Ermittlungen in der Lage."