
David Wootton
preist Hugh Trevor-Ropers postum herausgegebene Biografie
"Europe's Physician" des calvinistischen Arztes
Theodore De Mayerne, den die katholischen Häscher von Genf über Paris nach London jagten. Für Wootton ist es eines der düstersten und pessimistischsten Geschichtsbücher, die je geschrieben wurden: "Trevor-Roper glaubte nicht, dass sich Ideen ihren Weg in der Welt bahnen würden. Dies ist das zentrale Thema seines letzten Buches. Die hugenottischen Ärzte im Paris des
Henri IV. hatten im Streit mit der Medizinischen Fakultät die besseren Argumente, aber der Disput war am Ende nichts anderes als ein Kräftemessen, und die Fakultät war stärker. Dasselbe gilt für
Kardinal du Perrons Erfolg, die Protestanten zum Katholizismus zu bekehren, nachdem Henri IV. entschieden hatte, dass Paris durchaus eine Messe wert wäre: Perron hatte nicht die besseren Argumente, er zahlte gut. Am Ende überlebte das protestantische Genf nicht wegen d'Aubignes Beredsamkeit oder Mut, sondern wegen
Richelieus zynischer Realpolitik."
Bee Wilson hat
Andrew F. Smith' "Encyclopedia of Junk Food and Fast Food" gelesen und
stellt nun fest: "Der größte Reiz am
Junk Food besteht darin, dass er von der erdrückenden Kontrolle eines Küchenhaushalts befreit. Es braucht kein Besteck und kein Geschirr, keine festen Essenszeiten,
kein Bitte und Danke. Junk Food ist die Antithese zu 'Iss Deinen Spinat.'"
Weiteres: Stephen Abell
attestiert Norman Mailer angesichts seines Hitler-Romans "The Castle in the Forest" eine "
Analität des Bösen". Besprochen werden zwei
Neuerscheinungen zum Kampf um die Abschaffung der Sklaverei (
David S. Reynolds' "John Brown, Abolitionist" und
Nicholas Lemanns "Redemption") sowie
Briefe von
Jessica Mitfords.