
Bill Clinton entschuldigte sich für die Sklaverei, der Papst für die Kreuzzüge: Entschuldigungen,
Schuldeingeständnisse, Reparationsforderungen und -zahlungen sind seit den Neunzigern en vogue,
stellt David Lowenthal angesichts von zwei neuen Büchern zum Thema fest. Dabei dienen offizielle Zerknirschungsadressen seiner Ansicht nach oft lediglich dazu, sich narzisstisch in Szene zu setzen und den Problemen der Gegenwart auszuweichen. "Die wenigsten erinnern sich, dass in den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts, als das aufgeklärte Großbritannien die Sklaverei in seinen westindischen Kolonien abschaffte, nicht den
Ex-Sklaven eine Entschädigung wegen Freiheitsberabung bezahlt wurde, sondern den Sklavenhaltern als Ausgleich für finanzielle Nachteile. Wir können zwar Verfehlungen der Vergangenheit beklagen, aber unsere heutige Moral kann nicht dazu herhalten, deren Täter anachronistisch zu diffamieren, haben sie doch der Moral ihrer eigenen Zeit gemäß gehandelt."
Die
Dichterin Lavinia Greenlaw,
blättert ganz hingerissen in einer neuen, von James Fenton herausgegebenen Liebesgedicht-Anthologie ("The New Faber Book of Love Poems") und erkennt dabei: "Das
Liebesgedicht hat den Vorzug, dass es sich selten mit Beschreibung um der Beschreibung Willen zufrieden gibt. Das Liebesgedicht hat eine
Mission." Und diese Mission erfülle es am besten, wenn die beschreibende Kraft der Sprache hinter ihre rhytmischen und melodischen Aspekte zurückfällt: "Wenn es um Liebe geht, tun sich klaffende Lücken auf, wo Sprache und Erfahrung versuchen zur Deckung zu kommen. James Fenton scheint zu suggerieren, dass diese Lücke am ehesten vom Nicht-Lexikalischen oder, wie er ... sagt, vom
Lied überbrückt werden kann:
Down in the valley, walking between,
Telling our story, here?s what it sings.
Here?s what it sings, dear, here?s what it
sings,
Telling our story, here?s what it sings."