
Nachdem der ehemalige nigerianische Präsident
Mohammedu Buhari per Dekret verfügt hatte, dass die
Benin-
Bronzen an
Oba Ewuare II übergeben werden sollen, entbrannte erneut der Kampf zwischen dem Königspalast und der Nationalen Kommission für Museen und Denkmäler (NCMM), die für die Bewahrung, Förderung und Entwicklung des kulturellen Erbes Nigerias verantwortlich ist. (
Unsere Resümees) Seit Buharis Aussagen wurden von den verunsicherten europäischen Museen
keine Bronzen mehr an Nigeria zurückgegeben und auch über den Verbleib der bisher restituierten Bronzen ist nichts bekannt,
weiß Noah Anthony Enahoro. Auch die nigerianische Kulturwelt ist in der Frage über den rechtmäßigen Besitz gespalten, große Hoffnungen werden in die lang ersehnte Eröffnung des
Edo Museum of West African Art in Benin City gesetzt, das mit der Ernennung der in London lebenden Künstlerin und Schriftstellerin Aindrea Emelife zur Kuratorin für moderne und zeitgenössische Kunst zur Heimat von Artefakten aus dem Königreich Benin werden soll: "Im Gespräch mit
The Art Newspaper betonte Emelife, dass die Zusammenarbeit mit westlichen Museen von entscheidender Bedeutung ist, insbesondere wenn es um die Rückgabe von Kunstwerken geht. 'Auf dem Weg zu einem wirklich globalen Kunst-Ökosystem könnte man sich eine echte und
gleichberechtigte Zirkulation der Kulturen vorstellen', sagte sie. 'Wenn Kunstwerke, egal ob italienische oder nigerianische, große kulturelle Botschafter sind, sollten diese Werke und der in sie eingebettete Dialog und die Geschichte weltweit zirkulieren, auch in afrikanischen Institutionen.'" Außerdem ernannte Präsident Bola Tinubu
Yusuf Tuggar, "der als Botschafter in Deutschland dazu beigetragen hatte, die Übertragung des Eigentums an mehr als 1.000 Bronzen aus Benin im Jahr 2022 auszuhandeln - zum Außenminister. Dies deutet darauf hin, dass sich die neue Regierung darauf vorbereitet, bei der Restitution weiter zu gehen als ihre Vorgänger."
Das
Streiten über den Ramadan hat in Tunesien mehr oder weniger Tradition,
erklärt Ahmed Nadhif, und verschafft uns einen geschichtlichen Überblick über die tunesische
Debatte des Fastenbrechens. Es war der tunesische Präsident
Habib Bourguiba, der den Stein ins Rollen brachte, indem er während der Fastenzeit im Jahr 1962 demonstrativ
ein Glas Orangensaft trank und seine Mitmenschen aufforderte, es ihm gleich zu tun, erzählt Nadhif. Bourguiba bekam für seinen progressiven Anlauf nicht die Unterstützung, die er sich erhofft hatte - vielmehr forcierte er die Spaltung zwischen konservativen und modernistischen Kräften in Tunesien. Gleichzeitig wurde die Kontroverse um den Ramadan zum Barometer für die politische Stimmung im Land. Dieses Jahr allerdings ist der "heilige Monat seltsam ruhig", beobachtet Nadhif. Ein Grund zur Erleichterung ist das nicht. Seit Juli 2021 hat der autoritär regierende Präsident Kais Saied "sowohl die konservativen als auch die modernistischen Stimmen effektiv an den Rand gedrängt und den politischen Diskurs und die öffentliche Meinung monopolisiert. Diese Dominanz hat einen Schatten auf die
übliche Inbrunst der Ramadan-Debatten geworfen und stellt eine deutliche Abweichung von der Norm dar. Man könnte diese Ruhe den konservativen Neigungen Saieds zuschreiben, der eine eher gedämpfte öffentliche Sphäre bevorzugt. Möglicherweise ist sie aber auch auf die harte wirtschaftliche Realität zurückzuführen, mit der die Tunesier konfrontiert sind, einschließlich der steigenden Lebenshaltungskosten und der weit verbreiteten finanziellen Belastung. Während die Bürger mit wirtschaftlicher Not zu kämpfen haben, tritt der Luxus, über Ramadan-Rituale zu debattieren, hinter dringenderen Sorgen zurück. Der gedämpfte Charakter des diesjährigen Ramadan spiegelt nicht nur die
politische Stagnation wider, sondern auch die harte Realität des Alltags der Tunesier."
Im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg kämpften die
Hui-
Muslime erbittert für China, heute steht das chinesische Regime den über 8 Millionen in China lebenden Hui-Muslimen feindselig gegenüber,
schreibt Steven Zhou. "Mit Blick auf die Uiguren waren sie "zwar nicht das primäre Ziel des harten Vorgehens der Regierung gegen den Islam, aber sie werden dennoch zunehmend
misstrauisch beäugt. Dieses Misstrauen zeigt sich nun in materieller Form. Eine Analyse der
Financial Times von über
2.
300 Moscheen in ganz China ergab, dass etwa drei Viertel von ihnen entweder von 'nicht-chinesischen' Merkmalen befreit oder sogar
völlig zerstört wurden. Die islamische Symbolik wird vom derzeitigen Regime als Bedrohung für China angesehen. Die Geschichte der Hui-Integration ist jedoch eine Geschichte der
Suche nach Koexistenz durch Rechtfertigung der Loyalität gegenüber der kaiserlichen und nationalen Führung. Die muslimische Präsenz in China besteht seit etwa einem Jahrtausend - unermesslich länger als die Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas. Zu dieser Geschichte gehört auch die Aufopferung von Hui-Leben während des antijapanischen Widerstands, bei dem religiöse Argumente von chinesischen Muslimführern aggressiv eingesetzt wurden, um die Beteiligung der Hui am Kampf gegen die Japaner zu fördern. All dies scheint im heutigen China vergessen zu sein, wo ein mehrheitlicher
Ethno-
Nationalismus herrscht. Es ist noch gar nicht so lange her, dass eine starke muslimische Gemeinschaft als wichtiger Bestandteil des Aufbaus einer Nation in China angesehen wurde. Jetzt wird die Han-Mehrheit Chinas durch eine zunehmende Welle der Unterdrückung gegen die muslimischen 'Randgebiete' des Landes ausgespielt, deren Loyalität als verdächtig gilt."