Stichwort

DDR

9 Presseschau-Absätze
Efeu 20.03.2021 […] Klagenfurt für sich entscheiden konnte. Jetzt liegt ihr Erzählband "Vom Aufstehen" vor, den Stephan Wackwitz in der taz zum Anlass nimmt, über die Erfahrungswelt der DDR und die Rolle der Literatur im untergangenen Land nachzudenken: Die DDR-Obrigkeit störte an Helga Schubert vor allem, dass sie, anders als anerkannte Schriftsteller, über authentische Erfahrungen echter Menschen schrieb: Und diese waren […] Grunde immer noch als 'Ingenieure der Seele' verstand (wie die bekannte Formel des sowjetischen Diktators gelautet hatte). 31 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und dem rasenden Verschwinden der DDR sind die Innenansichten und das Selbstverständnis der im sozialistischen deutschen Staat eingesperrten Bürgerinnen und Bürger so gut wie verschwunden aus dem deutschen Wissen. Oder anders und genauer: […] Für die SZ hat Renate Meinhof die Schriftstellerin in Neu Meteln besucht. Ihr "Buch ist auch das fast tröstliche Zeugnis einer Dagebliebenen, eine Genugtuung und Ermutigung für diejenigen, die in der DDR, dem 'Zwergenland', wie sie es nennt, ausgeharrt und versucht haben, aufrecht zu bleiben, sich nicht korrumpieren, sich nicht an- oder abwerben zu lassen. Die Nachteile dafür in Kauf nahmen, dass sie […]
Efeu 13.01.2021 […] Rose-Maria Gropp durch den Prachtband "Zwischen Schein und Sein. Ostdeutsche Modegrafik 1960-1990", denn der hier gestattete "Blick auf die Vielfalt einer verschütteten Tradition der Modeillustration in der DDR ist so erhellend wie unterhaltsam. Es beginnt in den sechziger Jahren, und gar nichts ist da fremd. ... Noch sehr französisch angehaucht ist dieser Chic, elegante Köstümchen, Ensembles, spitze Pumps […] Umriss-Stil der Entwürfe wie entsprechend in den Modellen von Schlaghosen, darüber ärmellosen langen Westen, vielleicht etwas weniger Hot Pants und Miniröcke, dafür sind die Swinging Sixties nun in der DDR angekommen, ein Hauch von Hippie Fashion." […]
Efeu 10.11.2020 […] Jürgen Müller unterhält sich für die FAZ mit der DDR-Designerin Christa Petroff-Bohne, deren schlicht funktionale Edelstahl-Entwürfe immer noch zeitlos wirken und erst allmählich wieder wertgeschätzt werden. DDR-Design lehrt auch heute noch, "aus wenigem möglichst viel Sinnvolles, Haltbares und Langlebiges zu machen", sagt sie. "Es gehörte in der DDR auch eine große Bereitschaft dazu, sich mit Widrigkeiten […] Widrigkeiten auseinanderzusetzen. Da in der DDR, anders als in vielen westlichen Unternehmen, nicht der Profit die Industrieproduktion antrieb, waren die Widerstände gegen etwas Neues oft erheblich. Design bedeutet in jedem Falle eine Änderung von eingefahrenen Routinen. Da war oft viel Behäbigkeit im Raum." Im Design der Gegenwart beobachtet sie "große Verschwendung und viel Überflüssiges. Defekte Produkte […]
9punkt 05.10.2020 […] Deutschland rühmt sich, nach dem Mauerfall mit der DDR-Vergangenheit besser umgegangen zu sein als Jahrzehnte zuvor mit dem Nazierbe. Aber die Täter wurden auch nach der Wiederverinigung so gut wie nie bestraft, schreibt Hubertus Knabe in seinem Blog. Einige wenige Politiker kamen für meist kurze Zeit in Haft: "Nicht viel anders gingen die Verfahren gegen Stasi-Offiziere, Spitzel oder prügelnde Ge […] Grund für diese Bilanz war nicht, dass in der SED-Diktatur so wenig Staatsverbrechen begangen worden waren. Ursache war vielmehr, dass im Einigungsvertrag festgelegt worden war, dass diese nur nach DDR-Recht bestraft werden durften." […]
9punkt 22.07.2020 […] zusammen.    Die Autorin Jana Hensel, die in der Zeit gern für die Ossis spricht (und die Tradition der DDR-Apologie in dieser Zeitung fortführt) hatte vor einigen Wochen ein Gespräch mit dem DDR-Oppositionellen Klaus Wolfram geführt, der ein Anhänger eines "Dritten Weges" war und die DDR gern sozialistisch gehalten hätte. In dem Gespräch mit Hensel hat er glatt dahingesagt: "Die SED wurde doch […] doch nicht von der Berliner Umweltbibliothek aufgelöst, sondern von den eigenen Genossen." Auf das Interview antwortet in dem Blog globkult.de der DDR-Oppositionelle Werner Schulz, der Wolfram unter anderem vorwirft, dass er nach der Wende zu jenen gehörte, die das Hauptinteresse der Diskussion nach der Wende auf das Thema Stasi lenkte: "Die Stasi wurde zum Buhmann und Blitzableiter, damit sich die Partei […]
Efeu 23.04.2020 […] dokumentierten Beitrag zum coronabedingt lediglich digital stattfindenden Berliner Symposium "Und seitab liegt die Stadt: Herkunft" umkreist die Schriftstellerin Annett Gröschner ihre Herkunft aus der DDR und deren leicht gespaltenes Verhältnis zu Kolonialismus und Rassismus: "Ich bin mit einer Form des Internationalismus aufgewachsen, der den Kosmopolitismus in sich verleugnet hat. Solidarität mit u […] kaum jemand damit umgehen, wenn es jenseits des Theoretischen und von Spenden ablief. Auf die Vertragsarbeiter·innen war niemand vorbereitet. Da trat dann ganz schnell ein alter Rassismus zutage. Die DDR war eine so homogene Gesellschaft, dass selbst die, die aus den Ostgebieten geflohen oder vertrieben worden waren, ihre Herkunft verleugneten, meist gezwungenermaßen, um keine Nachteile zu haben. Die […]