Große Wissenschaftler sind entweder Füchse oder Igel,
erklärt uns Freeman Dyson in seinem Ruhmesgesang auf seinen Lehrer, den
Physiker Richard Feynman, dessen Briefe
"Perfectly Reasonable Deviations from the Beaten Track" er wärmstens empfiehlt. "
Füchse sind an vielem interessiert und bewegen sich locker von einem Problem zum anderen.
Igel kümmern sich nur um wenige Probleme, die sie für fundamental halten, und an denen bleiben sie für Dekaden kleben. Die meisten der großen Entdeckungen werden von Igeln gemacht, die meisten kleinen von Füchsen. Die Wissenschaft braucht aber beide, Igel und Füchse für ihr Voranschreiten - Igel, um sich tief in die Natur der Dinge zu versenken, Füchse um die komplizierten Details unseres wunderbaren Universums zu erkunden. Albert Einstein war ein Igel, Richard Feynman ein Fuchs." Und was macht aus einem großen Wissenschaftler eine Ikone? "Feynman war nicht nur ein
berühmter Komiker und ein
berühmtes Genie, sondern auch ein weiser Mensch, dessen Antworten auf ernsthafte Fragen
wirklich Sinn ergaben."
Im zweiten Teil (hier der
erste) ihrer Reportage aus dem Venezuela des
Hugo Chavez besucht Alma Guillermoprieto das
Armenviertel Petare, eine Hochburg des Präsidenten: "Geführt wurde ich von Maria Milagros Reyes, einer resoluten, enthusiastischen Frau von den oberen Hügeln des Barrios. Reyes leitet die
Abteilung für Ideologiefragen beim
Kommando Maisanta in Petare, einer Organisation, die im vorigen Jahr gegründet wurde, um Stimmen für das Referendum über Chavez' Verbleib im Amt zu sammeln. Reyes nimmt einen recht hohen Rang ein und ich war besorgt, dass in ihrer Anwesenheit die Leute vielleicht nicht die Zweifel und Vorbehalte gegenüber Chavez äußern würden, die ich bei den Mittelschichten selbst unter Chavez-Anhängern mitbekommen habe. Aber in Petare schien überhaupt niemand irgendwelche Zweifel zu hegen - weder der junge Mann, der in einem
von der Regierung mit fünf Computern ausgestatteten Geschäft kostenlos beigebracht bekam, wie man mit dem Internet umgeht und online-Bewerbungen abschickt, noch die arbeitenden Frauen, die in einem kleinen Büro anstanden, um ihre Kinder in chavistischen
Betreuungskooperativen unterzubringen."
Weiteres: Ergriffen
schreibt John Leonard zu
Joan Didions Buch über den Tod ihres Mannes, die Krankheit ihrer Tochter und ihren eigenen Wahnsinn
"The Year of Magical Thinking": "Ich kann mir nicht vorstellen ohne dieses Buch zu sterben." (Hier ein
Vorabdruck aus dem Guardian.) Sträflich versagt,
meint Ronald Dworkin, hat der Justizausschuss des Senats bei seiner Anhörung zu
John Roberts' Nominierung zum Obersten Richter. Viel genauer hätte Roberts Versprechen auf den Zahn gefühlt werden müssen, in seinem neuen Amt keine Politik zu betreiben. Außerdem besprochen werden
zwei Bücher über den leidigen Streit zwischen
Darwinisten und
Kreationisten sowie
Cormac McCarthys Roman "No Country for Old Men" (mehr
hier).