
Ist das ein Fake? Kann man das glauben? In einer leicht verrückt wirkenden Beichte
gesteht Kevin Kopelson,
Englisch-Professor an der University of Iowa, wie er seine kleine wissenschaftliche Karriere aufgebaut hat: mit Plagiaten. Es begann im Herbst 1968, als Kopelson in der
vierten Klasse einen Aufsatz über einen Konquistador schreiben sollte. "Ich wählte Hernando Cortez - vielleicht weil ich, wie Keats, den Namen mag. (Natürlich meinte Keats Balboa.) Aber wohl wissend, dass, was immer ich abgab, nicht wirklich zählte und auch dass Mr. X sich um diese lächerliche Situation noch weniger kümmerte als ich, schrieb ich einfach einen
Lexikoneintrag ab. Die Sache ist nur, es war weder ein normales Lexikon noch ein normaler Eintrag. Das Lexikon war etwa hundert Jahre alt und der Eintrag zu 'Cortez' ungefähr 20 Seiten lang. Es war klar, dass mein Beitrag nicht der eines Achtjährigen sein konnte. Nicht mal der eines frühreifen, nicht mal der eines altklugen. Stellen Sie sich meine - Erleichterung? Überraschung? Indifferenz? Verachtung? - vor, als dieser früheste Diebstahl zurück kam mit der Note 'A'. ('Nette Arbeit!' schrieb Mr. X. Aber natürlich, wenn der Mann nicht ironisch war, hatte er den Aufsatz schlicht nicht gelesen - der faule Bastard.)"
Adam Shatz
kommentiert die
Privatisierung von Aufenthaltslagern für Immigranten nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien. Und er schildert Fälle wie diesen: "Da ist etwa
Manuel Bravo, der als Frau verkleidet aus Angola floh, nachdem seine Eltern als Regierungsgegner ermordet worden waren. Als Bravos Anwalt bei der Anhörung vor dem Asyltribunal im Oktober 2002 einfach nicht auftauchte, musste er sich selbst verteidigen. Man versprach ihm, er würde über die Entscheidung des Tribunals innerhalb eines Monats verständigt. Er wartete
drei Jahre, dann wurden er und sein dreizehn Jahre alter Sohn Antonio eines Morgens um sechs Uhr ohne jede Vorwarnung festgenommen und ins Abschiebelager Yarl's Wood verbracht. Am nächsten Morgen erhängte sich Bravo, es war sein 35. Geburtstag, im Treppenhaus."
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besucht.