Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Kunst, Ausstellungen, Architektur

3770 Presseschau-Absätze - Seite 131 von 377

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.03.2022 - Kunst

Bild: Ingeborg Lüscher. Verstummelung 72/14 (Fenster geschlossen, herausquellende Stummel), 1972, Fenster (Holz, Glas), Zigarettenstummel, Polyester, Nitrolack.

So umfassend wie jetzt im Bochumer Museum unter Tage wurde das Werk der Schweizer Künstlerin Ingeborg Lüscher bisher noch nicht gewürdigt, freut sich Nicola Kuhn im Tagesspiegel. Grund für die Werkschau mit dem Titel "Spuren vom Dasein" ist die Schenkung der Künstlerin an die Stiftung Situation Kunst, weiß Kuhn, die die "Experimentierfreude" der Künstlerin bewundert: "Lüscher nahm sich, was kam, als da wären für eine starke Raucherin zunächst Zigarettenstummel. Die Künstlerin hat sie fotografiert, als wären es Individuen, Sinnbilder gemeinsam verbrachter Zeit, oder in Massen zu Assemblagen verarbeitet. Wie eine Woge kippen sie aus den drei Fensterrahmen, die den Ausstellungsparcours eröffnen. Das Motiv überbordender Fülle eines nichtigen Materials kehrt am Ende der Ausstellung noch einmal wieder, nun allerdings mit leuchtend gelben Kunststoffbändern, die ansonsten in der Landwirtschaft zur Vertreibung räuberischer Vögel dienen. Geflochten und als Kaskade inszeniert, die sich von der Decke bis zum Boden ergießt, bilden die Plastikschlaufen nun die 'Hängenden Gärten der Seramis'. In Lüschers Werk geht alles stufenlos ineinander über: antike Weltwunder, mythische Frauenfiguren und Recycling."

Bild: Franz Wiegele, Justa (Studie zu "Akte im Wald"), um 1910 © Privatbesitz, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

Einem "Gesamtkunstwerk" sieht sich Stefan Trinks (FAZ) im Wiener Museum Leopold gegenüber stehen, das nun erstmals die Sammlung Schedlmayer zeigt: "Spitzenwerke des Expressionismus wie das 1913 entstandene große Pastell 'Sitzende Frau vor einem Ofen (Erna)' Ernst Ludwig Kirchners oder Badende von dessen Kollegen Erich Heckel und Otto Mueller gibt es hier. Das eigentlich Spannende sind jedoch für deutsche Augen die auszumachenden Entdeckungen innerhalb der österreichischen Moderne. Für austriakische Verhältnisse mag die Sammlung stilistisch moderat sein, gewissermaßen eine Kompromiss-Moderne: Immer ist die menschliche Gestalt noch zu erkennen, gelten Kompositionsgesetze fort. Die erstaunlichen Freiheiten nehmen sich Maler wie der Kärntner Franz Wiegele in den Farben, wenn er seiner 'Justa' 1920 drei Streifen Rot auf Grün an die Schulter zaubert und so das Sujet Akt modernisiert."

Alles halb so wild, meint Benedict Neff in der NZZ zum Fall um die Bührle-Sammlung im Zürcher Kunsthaus (Unsere Resümees). Dass Bührle ein den Nazis verbundener "skrupelloser Kunstsammler und Waffenlieferant" war, sei längst bekannt - zudem seien die Werke der Sammlung samt Angaben zur ihrer Herkunft seit 2010 auf der Website der Bührle-Sammlung einsehbar. Ein jeder hätte längst forschen können. "Es ist die Diskussion von einigen Historikern, Politikern, Journalisten, Kunstinteressierten und Zugewandten. Es ist eine Blasendiskussion, man versucht sich gegenseitig zu belasten und zu schützen. Die meisten, die sich mit der Sammlung wissenschaftlich beschäftigt haben, gehen mittlerweile auch prophylaktisch auf Distanz zu ihr. Man möchte schließlich nicht selbst noch verstrahlt werden." Ebenfalls in der NZZ berichtet Thomas Ribi, dass der neue Subventionsvertrag der Stadt Zürich vorsieht, dass die Provenienzforschung Sache des Kunsthauses ist und nicht der Stiftung.

Außerdem: Das russische Kulturministerium hat seine Institutionen aufgefordert, alle Leihgaben aus dem Ausland zurückzuholen, meldet der Standard: Die Eremitage will etwa vom Mailänder Palazzo Reale 25 Werke zurückerhalten, die bei der bis zum 5. Juni laufenden Ausstellung "Tizian und das Frauenbild im Venedig des 16. Jahrhunderts" zu sehen sind.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.03.2022 - Kunst

Bild: Vincent van Gogh. Selbstporträt mit grauem Filzhut 1887. Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Foundation)

Selten ist Marion Löhndorf (NZZ) Vincent van Gogh so nahe gekommen, wie jetzt in der Londoner Courtauld Gallery, die derzeit fünfzehn Selbstporträts ausstellt. Bei allen Verletzungen stellte sich Van Gogh nie als Opfer dar, erkennt sie: "Meistens sieht er uns seitlich im Dreiviertelprofil an, denn ihm fehlten so viele Backenzähne - zehn -, dass er die Frontalansicht mied, die seine eingefallenen Wangen deutlich zutage treten ließ. Sein 'Selbstporträt mit grauem Filzhut' (Paris, Frühling 1887) gehört zu den Ausnahmen. Hohlwangig starrt er mehr in sich hinein als aus dem Bild, die Brauen leicht zusammengezogen. Aber es ist doch unverkennbar van Gogh. Alles an ihm besitzt Wiedererkennungswert, der Bart (der manchmal fehlt, aber man bemerkt es kaum), die Hakennase, die kurzen roten Haare. Und da ist die Alterslosigkeit: Da die Selbstbilder in kurzer zeitlicher Abfolge entstanden und mit seinem Tod endeten, bleibt van Gogh für die Nachwelt ein Mann Mitte dreißig."

Prag hat jetzt auch eine Kunsthalle, eine private, gegründet von der Stiftung des Ehepaares Pavlina und Peter Pudil, freut sich Noemi Smolik in der FAZ. Und weil sich die Kunsthalle Praha in einem ehemaligen Umspannwerk befindet, eröffnet sie mit einer Ausstellung über Elektrizität mit "ikonischen Werken der kinetischen und kinematographischen Kunst. Von Naum Gabos 1919/20 entstandenem Metallstab, der, von einem elektrischen Motor angetrieben, sich um die eigene Achse dreht, den Titel 'Kinetische Konstruktion' trägt und das überhaupt erste kinetische Kunstwerk ist. Von Marcel Duchamps 1926 entstandenen Anémic cinéma und dem Rotorelief von 1935, das eine Überlagerung der mechanischen Drehung eines Kreises mit der kinematographischen Illusion einer Drehbewegung ist, sowie von dem filmischen Experiment 'Lichtspiel Schwarz-Weiss-Grau' von 1930 des aus Ungarn stammenden Künstlers László Moholy-Nagy. Nur um diese Werke, die Kunstgeschichte geschrieben haben, zu sehen, lohnt sich schon der Besuch dieser Ausstellung, ganz zu schweigen von den späteren Werken etwa eines Woody Vašulka, Gyula Kosice, Christina Kubisch, Heinz Mack oder auch von Peter Weibel selbst."

Der Kulturmanager Walter Smerling, gerade erst in der Kritik wegen seiner privaten "Kunsthalle Berlin" (Unsere Resümees), organisierte in Moskau und Berlin auch die Ausstellung "Diversity United", gesponsert unter anderem von Daimler, unterstützt von Frank Walter Steinmeier - und unter der Schirmherrschaft von Waldimir Putin. "Warum hat die Regierung, warum hat der Bundespräsident diese Veranstaltung überhaupt unterstützt? Wer sollte von dieser Ausstellung profitieren?", fragt Tobias Timm in der Zeit und berichtet: "In einem Protestschreiben wandten sich kürzlich Hunderte Künstlerinnen, Museumsdirektoren und Kuratorinnen gegen die fehlgeleitete 'Kulturdiplomatie' Smerlings: 'Walter Smerling betreibt ein Programm, in dem Kunst instrumentalisiert wird, um öffentliche Gelder in private Anlässe für das Networking von Unternehmern und Politikern umzumünzen.' Das unter anderem von der Künstlerin Hito Steyerl verfasste Schreiben prangerte die 'Reputationswäsche dubioser Firmengeflechte' und die 'Aufwertung autoritärer Regime' an."

Besprochen wird die Ausstellung "Nicht-Orte" in der Galerie im Tempelhof Museum (taz), die Ausstellung "Blitzsymbol und Schlangentanz. Aby Wartburg und die Pueblo-Kunst" im Hamburger Museum am Rothenbaum, die der Frage nachgeht, ob Warburg die Kunst indigener Gesellschaften aus kolonialem Interesse studierte (taz), die Ausstellung "100 Jahre Paul Flora. Von bitterbös bis augenzwinkernd" im Karikaturenmuseum in Krems an der Donau (Standard) und der Auftakt der Foto Wien (Standard) und und die Ausstellung "Dalí - Freud. Eine Obsession" im Unteren Belvedere in Wien (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.03.2022 - Kunst

In der Pariser Fondation Louis Vuitton ist noch bis April die megalomane Schau mit mehr als 200 Kunstwerken aus der Sammlung Morosow zu sehen. Die aus Meisterwerken der europäischen Avantgarde bestehende Privatkollektion der Brüder Morosow wurde 1918 auf Befehl von Lenin verstaatlicht. Im Zuge der Sanktionen gegen Russland wird nun in Frankreich diskutiert, die Sammlung zu beschlagnahmen, berichtet Jan Küveler in der Welt: "Der Wert ist unvorstellbar. Allein die Versicherungssumme soll rund zwei Milliarden Euro betragen. Arnaults Berater Jean-Paul Claverie beschwichtigte gegenüber dem Figaro, bislang gebe es keine Rückforderung seitens der russischen Museen oder der Botschaft. Wie vereinbart fühle man sich verpflichtet, die Werke zurück zu bringen. Er betonte allerdings auch die Verantwortung der Fondation für ihren Schutz. (...) Seit dem Frühjahr 2021 gibt es in Frankreich einen Erlass, der speziell für die Fondation Louis Vuitton verlängert wurde. Er besagt, dass Werke für die Dauer ihrer Ausstellung vom Staat nicht konfisziert werden dürfen. Was heißt das aber für das Limbo danach, wenn die Ausstellung geendet hat, die Bilder allerdings zu ihrem eigenen Schutz vor dem Nebel des Krieges in Paris bleiben? Könnte der französische Staat dann zugreifen?"

Die UNESCO hat dazu aufgerufen, das ukrainische Kulturerbe zu schützen - besonders die sieben Welterbestätten und die 5000 Museen, berichtet Kevin Hanschke in der FAZ. Aber es mangelt an Lastwagen, zudem sind viele Museumsmitarbeiter sind auf der Flucht: "Auch Peter Keller, Generaldirektor des ICOM, sorgt sich. 'Die Evakuierung der Sammlungen ist eine Option, aber in Städten wie Charkiw ist es wahrscheinlich zu spät', sagt der Kunsthistoriker. Trotz des Überraschungsangriffs hätten Museumsmitarbeiter versucht, 'die Sammlungen in Sicherheit zu bringen, ins Untergeschoss des Museums oder sie mit Stacheldraht zu sichern'. Eine Evakuierung der Sammlungen vor Kriegsbeginn sei daran gescheitert, dass eine Genehmigung nötig gewesen wäre, für die sich die ukrainischen Kollegen vergeblich einsetzten. Auf internationaler Ebene wird nun überlegt, wie auf den Krieg in der Ukraine zu reagieren ist. Es stehen Pläne zur Debatte, trotz aller logistischen und rechtlichen Schwierigkeiten ukrainische Sammlungen in die Nachbarstaaten zu retten."

Außerdem: In der taz schildert Katharina J. Cichosch, wie der Sohn des ukrainischen Avantgarde-Künstlers Fedir Tetianych versucht, das umfangreiche Werk seines Vaters aus Kiew zu retten. Aber: "'Wir sehen leider momentan überhaupt keine Möglichkeit, Kunstwerke aus der Ukraine sicher zu transportieren oder sicher in der Ukraine zu lagern', sagt Rainald Schumacher, der die Art Collection der Deutschen Telekom kuratiert, die sich osteuropäischen Perspektiven verschrieben hat. Eine Ausfuhr - falls sie überhaupt gelänge unter den gegebenen Umständen - sei mit hohem organisatorischen Aufwand und strengen Zollkontrollen verbunden, um Kunstraub vorzubeugen." Die deutsche Künstlerin Katarina Fritsch und die Chilenin Cecilia Vicuña erhalten am 23. April den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig für ihr Lebenswerk, meldet der Standard. Im Fotolot des Perlentauchers empfiehlt Peter Truschner dringend, noch bis zum 13. März die erste Retrospektive der südafrikanischen Künstlerin und Aktivistin Zanele Muholi im Berliner Gropiusbau zu besuchen.

Besprochen wird eine Ausstellung mit Werken des Fotografen Martin A. Völker in der Berliner Galerie Nüüd (Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.03.2022 - Kunst

Bild: Marta Hoepffner, Selbstbildnis, 1935. Zeppelin Museum Friedrichshafen, © Zeppelin Museum Friedrichshafen / Estate Marta Hoepffner.

Mit einem Gefühl von Unbehagen angesichts der Aktualität kommt Stefan Trinks (FAZ) aus der Ausstellung "Kunst für Keinen" in der Frankfurter Schirn, die derzeit Werke von KünstlerInnen zeigt, die sich während des Zweiten Weltkriegs in innere Emigration zurückzogen. Ein "zersplittertes Kaleidoskop" eröffnet sich Trinks hier: "Während Abstraktion bisweilen Aussageverweigerung und Schutz sein kann, wundert man sich im Raum mit Edmund Kestings unmissverständlich anklagenden Fotocollagen wie 'Trümmerstätte an der Dresdener Frauenkirche', auf der ein großes Skelett an einer Balustrade auf die völlig in Ruinen gefallene Stadt blickt, wie Bilder wie dieses Krieg und Zensur überleben konnten - fanden doch bereits 1933 erste Hausdurchsuchungen bei Kesting statt und wurde dieser später als 'Entarteter Künstler' verfemt, woraufhin er einige seiner Werke vernichtete und nur noch nachts fotografierte, während er tagsüber die Objekte des Grünen Gewölbes dokumentierte. Der ausgebildete Maler und Bildhauer Kesting entwickelte sich in den Jahren bis 1945 zum Fotochronisten aller Surrealismen des Weltkriegs."

Außerdem: Unter dem Titel "Heroes and Monsters" zeigt das Orlando-Museum in Florida derzeit 25 Werke, die angeblich von Jean-Michel Basquiat gemalt worden sein sollen. Zwei selbst ernannte Schatzsucher wollen sie in einem Lagerraum gefunden haben, die Echtheit der Gemälde ist allerdings zweifelhaft, berichtet Sebastian Moll in der SZ. Sehr zufrieden von der "Transparenzoffensive" der Ethnologischen Sammlung des Leipziger Grassi Museums zeigt sich auch Marlen Hobrack bei Monopol: "Immer wieder betonen die Direktorinnen, dass die Ausstellung auch den Communitys, die etwa Anspruch auf die Objekte erheben oder mit dem Museum über Eigentumsverhältnisse verhandeln, offensteht. Im neugeschaffenen 'Raum der Erinnerung' können endlich pietätvoll Ahnenzeremonien abgehalten werden. Diese Rituale finden im Kontext der Repatriierung von human remains an Herkunftsgesellschaften statt."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.03.2022 - Kunst

Louise Bourgeois, The Destruction of the Father. 1974-2017. Foto: Johee Kim

Darf man Louise Bourgeois' Kunst mit Freud psychologisch deuten? Sie selbst hat es dem Betrachter freigestellt, erklärt NZZ-Kritiker Philipp Meier, der sich in der von Jenny Holzer kuratierten Ausstellung im Kunstmuseum Basel lustvoll auf die Hassliebe der Bourgeois zu ihrem Vater und die tröstliche Beziehung zu ihrer Mutter wirft: "Louise Bourgeois, das ist Angst- und Erregungs-Chaos in einem, von der Künstlerin messerscharf zugerüstet, damit es Form und Gestalt annehme und schließlich zu Kunst werde. Selber beschwört sie dieses Chaos in zahllosen Tagebuchnotaten, von welchen die Text-affine Konzeptkünstlerin Jenny Holzer eine große Auswahl präsentiert: 'Ich habe Angst vor der Stille, vor der Dunkelheit, vor dem Fallen, vor der Schlaflosigkeit, vor der Leere.' Da spricht es wieder, das ewige Mädchen. ... Kunstschaffende seien gesegnet mit einer Macht der Sublimation, notierte sie einmal. Mit ihrem Geflecht aus lauter künstlerischen Sublimationsakten vermochte Louise Bourgeois das Chaos ihrer Ängste zu bändigen. Wo 'es' war, so würde Sigmund Freud sagen, wurde im Fall von Louise Bourgeois Kunst. Auf einem ihrer Stickerei-Bilder in Basel ist zu lesen: 'I have been to hell and back. And let me tell you, it was wonderful.'"

Weiteres: Birgit Rieger denkt im Tagesspiegel über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten kulturellen Austauschs in Zeiten des Krieges nach. Besprochen wird außerdem Peter Friedls Ausstellung "Report 1964-2022" in den Berliner Kunst-Werken (FR)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.03.2022 - Kunst

Marta Hoepffner, Selbstbildnis, 1935, Fotomontage, © Zeppelin Museum Friedrichshafen / Estate Marta Hoepffner


Warum sind einige Künstler, die ins Ausland hätten gehen können, darunter Willi Baumeister, Otto Dix, Jeanne Mammen oder Hannah Höch, dennoch zwischen 1933 und 1945 in Deutschland geblieben - oder sogar dorthin zurückgekehrt -, obwohl sie keine Nazis waren und ihre Kunst verborgen halten mussten? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung "Kunst für Keinen" in der Frankfurter Schirn. Eindeutige Antworten gibt sie nicht, warnt Hans-Joachim Müller in der Welt, dafür viel Stoff zum Nachdenken: "Es ist verwirrend. Franz Radziwill, NSDAP-Mitglied, macht Karriere, bis man sein expressionistisches Frühwerk entdeckt. Er zieht sich zurück und beginnt, die Sinnbilder, die er für die Partei geschaffen hat, in verhalten regimekritischer Manier zu übermalen. Karl Hofer lässt sich von seiner jüdischen Frau scheiden. Sie kommt in Auschwitz um, er wird wieder in die Reichskammer aufgenommen. Als sein Berliner Atelier 1943 zerstört wird, beantragt er beim Kriegsschädenamt einen Kredit, der trotz Bedenken bezüglich künstlerischer Verlässlichkeit genehmigt wird. 'Einzelkämpfer im Widerstand gegen den totalitären Ungeist'? Ach, Haftmann Werner ..." Zu sehen sind "vereinzelte Bilder, viele grafische Mappenwerke, die sich am ehesten verbergen ließen. Schweigsame Arbeiten, Schreie hinter vorgehaltenen Händen, unauflösbare Chiffren. Verraten wird kaum etwas. Was in den Notlebensräumen wirklich geschah, bleibt eingeschlossen in Köpfen, Herzen, Seelen."

Einen ostdeutschen Blick gibt es nicht unbedingt, meint in einem sehr schönen, langen Interview mit der taz die Fotografin Ute Mahler. "Aber es gibt eine ostdeutsche Fotografie. Es gab eine große Gruppe von Fotografinnen und Fotografen in der DDR, die ganz bewusst versucht haben, das Land abzubilden, so wie sie es erlebt haben. Im Verband Bildender Künstler gab es in der Sektion Fotografie verschiedene Strömungen. Einige haben angestellt journalistisch gearbeitet, andere künstlerisch frei und wieder andere haben freischaffend dokumentarisch fotografiert, wie unter anderem Arno Fischer, Sibylle Bergmann, Roger Melis, Werner Mahler und ich. Uns alle hat verbunden, dass wir etwas abbilden wollten, was sich vom offiziellen Bild unterscheidet. Es gab eine reichhaltige, wirklich gute DDR-Fotografie. Nach 1990 lässt sich das nicht mehr so genau sagen. Die Themen und die Ästhetik veränderten sich. Die Gesellschaft war eine andere mit anderen Problematiken, da reagiert man anders."

Außerdem: Im Interview mit dem Standard hat die ukrainische Künstlerin Dariia Kuzmych wenig Hoffnung, dass die Ukraine dauerhaft gegen russische Angriffe verteidigt werden kann: "Dafür fehlt es an Hilfe des Westens. Es gibt genügend Soldaten, aber zu wenig Ausrüstung. Vor allem im Osten ist die Situation problematisch, dieser ist von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Und die kann seitens der Ukraine nicht geleistet werden, weil das russische Truppen verhindern." Susanne Messmer besucht für die taz das Leipziger Grassi Museum, dessen Projekt "Berge versetzen" einen ersten Hinweis gibt auf die Neuausrichtung des Völkerkundemuseums.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.03.2022 - Kunst

In der SZ spürt Peter Richter die Aufbruchsstimmung am Hamburger Bahnhof mit dem neuen Leiter-Duo Sam Bardaouil und Till Fellrath, die sich und ihre Pläne diese Woche den Berlinern vorstellten. Auch an der hochtrabenden Sprache hat er seine helle Freude: "Dass das Haus in den nächsten Jahren erst einmal grundlegend saniert werden muss, wirkte wie eine Nebensächlichkeit gegen die Ankündigung, den 'Bahnhof als Metapher' zu aktivieren. Und in dem Haus zukünftig seine eigene Geschichte, seine Architektur und seine Lage zu thematisieren. Und die 'Diversity', die sich aus dieser 'Locality' ergebe. Denn mit all dem Englisch verhält sich das ja nicht anders: 'Mirroring Berlin' steht für die Spiegelung eines Standorts, an dem Deutsch nur eine Sprache unter vielen ist, 'Addressing Nowness' meint Aufnahme aktueller Debatten. Und 'Portraying Artistic Evolution' ist das, was mal Kunstgeschichte genannt wurde, nur jetziger. Auch keine Rede mehr davon, dass die Rieck-Hallen als Ausstellungsfläche bis eben noch abrissbedroht waren."

Außerdem soll die Berlin-Biennale in den Rieckhallen stattfinden, ergänzt Hans-Jürgen Hafner in der taz. Aber: "Nach wie vor ist die Zukunft des Hamburger Bahnhofs unsicher. Eigentümer von Grundstück und Gebäuden ist nicht die SPK, sondern die österreichische CA Immo. Ein zwischen dem Konzern und dem Land Berlin ausgehandeltes 'Memorandum of Understanding' hat im Herbst 2021 zwar den drohenden Abriss der Rieckhallen verhindert. Doch endet der verlängerte Mietvertrag Ende 2022, heißt es aus der SPK. Der avisierte Grundstückstausch, der den Standort dauerhaft sichern würde, steht noch aus."

Im Monopol-Gespräch mit Elke Buhr konkretisiert Till Fellrath, was es mit dem "Museum als Archiv der Zukunft" auf sich hat: "Wir sind überzeugt, dass es die Aufgabe des Hamburger Bahnhofs und der Nationalgalerie ist, vielleicht rückwirkend seit der Wiedervereinigung oder seit der Jahrtausendwende, die Kunst in Berlin zu dokumentieren, so dass man sich hier eines Tages einen Überblick darüber verschaffen kann. In dem Zusammenhang werden wir auch bei der Präsentation der Sammlung stärker auf Berlin achten - was nicht zwingend heißt, dass es Berliner Künstlerinnen und Künstler sein müssen, aber einen Bezug sollte es geben. Außerdem wollen wir sehr stark auf zeitgenössische Kunstpraktiken achten und zeigen, wie sich die Kunst entwickelt."

Außerdem: 25 Werke der ukrainischen Volkskünstlerin Marija Prymatschenko wurden am Montag beim Angriff auf das Museum in Iwankiw zerstört, meldet Catrin Lorch in der SZ.

Besprochen wird die Ausstellung "Still Life" mit Werken von Siggi Hofer in der Wiener Secession (Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.03.2022 - Kunst

Das Leipziger Grassi-Museum hat zur Neueröffnung mit dem Projekt "Reinventing Grassi.SKD" seine ethnologischen Sammlungen umgekrempelt und macht es dabei allemal besser als das Humboldt Forum, findet Nicola Kuhn im Tagesspiegel. Die Sammlung wird transparenter, auch didaktischer - und jene Objekte, über deren Restitution noch verhandelt wird, werden nicht ausgestellt: "Statt die Bronzen zu zeigen, wird in den Vitrinen die Geschichte ihres Raubs und die Bedeutung der Stücke für das Museum dargestellt. Und der nigerianische Künstler Emeka Ogboh, der schon 2020 mit einer Plakataktion in Dresden auf die Bedeutung des Verlusts für ihr Herkunftsland aufmerksam machte, widmet ihnen gleich daneben eine Installation. 'An der Schwelle' heißt sie. In einem abgedunkelten Raum treten die abfotografierten Konterfeis der Obaköpfe zwischen Vorhängen hervor. Es bleibt unklar, ob sie kommen oder gehen."

In der SZ berichtet Peter Richter indes von der Aktion der Künstlergruppe Para, die die obersten sechs Zentimeter des Kilimandscharo abgetragen hat - und diese als Geisel nimmt, bis jene Hälfte des Gipfelsteins, die einst von dem Kolonialgeografen und Grassi-Gönner Hans Meyer vom Kilimandscharo mitgebracht wurde und die sich heute im Handel befindet, nach Tansania zurückkehrt: "Zuvor hatten die Deutschen die tansanischen Behörden von der Sache in Kenntnis gesetzt. Während die Regierung von Tansania bisher wenig Interesse daran gezeigt und jedenfalls kein offizielles Rückgabeersuchen gestellt hat, haben sich nach Angaben von Para aber lokale Stellen in der Kilimandscharo-Region bereits für die Rückführung des Steins ausgesprochen."

Vergeblich hatte der ukrainische Kunsthistoriker, Journalist und Kurator Konstantin Akinsha bereits Mitte Februar dazu aufgerufen, die Sammlungen in den ukrainischen Museen zu evakuieren, Bestände wurden nun zum Teil in Kellern versteckt, berichtet Olga Kronsteiner im Standard: "Die internationale Organisation forderte dieser Tage ebenso wie die Unesco die Einhaltung der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut ein. Das internationale Abkommen war 1954 eigens aufgrund der Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs verabschiedet worden. Es sieht nicht nur die Respektierung des eigenen, sondern im Konfliktfall explizit auch jene des fremden Kulturguts vor. Allerdings werden sich Aggressoren, die selbst das Völkerrecht ignorieren, wenig um Vereinbarungen zum Erhalt von Kulturgut kümmern. Eher ist vom Gegenteil auszugehen. Angesichts der Entwicklungen in den vergangenen Tagen befürchtet Akinsha auch im Hinblick auf die Zerstörung historischer Bausubstanz und wichtiger Architekturmonumente nicht weniger als 'die größte kulturelle Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg.'"

Selten wurde den Werken von Maria Lassnig so viel Raum gegeben wie jetzt in der Ausstellung "Wach bleiben" im Kunstmuseum Bonn, freut sich Patrick Bahners in der FAZ und verliert sich ganz in den Bildern: "Im 'Selbstporträt mit Stab' (1971) presst die Malerin die Lippen zusammen, als wollte sie darüber schweigen, dass sie auf die Leinwand hinter ihr den Umriss der Mutter gezeichnet hat, die ihre Hände aus dem Bild im Bild gespenstisch herausstreckt, um die Schultern der Tochter zu umklammern. Leistet Maria Lassnig in der Pose eines heroischen Dulders dem Sprechzwang der psychoanalytischen Situation Widerstand? Aber verbündet sich der Analytiker des Bildes nicht mit der Mutter, wenn er es in dieser Weise zum Sprechen bringen will?"

Außerdem: Im taz-Interview mit Falk Schreiber spricht der Fotograf Andrzej Steinbach über seine Ausstellung "Modelle und Verfahren" im Hamburger Kunstverein.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.03.2022 - Kunst

Szene aus Burkhard Schittnys Videoarbeit "Dignity". Bild: Burkhard Schittny

Nach Stationen in Belgrad, Novi Sad, Tirana, Podgorica und Augsburg ist die vom Goethe Institut Serbien initiierte Ausstellung "Missing Stories" über Zwangsarbeit unter der NS-Herrschaft nun im Berliner Willy-Brandt-Haus zu sehen, berichtet Hanno Rehlinger im Tagesspiegel. Die "Ungreifbarkeit der Wirklichkeit" werde in den künstlerischen Positionen deutlich, meint er: "So auch '186 Breaths' von dem Künstlerduo Milica Milićević und Milan Bosnić. Bosnićs Großvater war Zwangsarbeiter im Steinbruch des österreichischen KZs Mauthausen. Die 186 Steinstufen der sogenannten 'Todesstiege' rieb das Duo mit Bleistift auf Papier. Durch diese 186 Frottagen wird die Treppe, die sich die ZwangsarbeiterInnen mit bis zu 50 Kilogramm Steinen beladen hochkämpfen mussten, im Willy-Brandt-Haus unmittelbar anschaulich. Bosnić Großvater verstarb kurz nachdem die beiden mit ihm über seine Erfahrung gesprochen hatten."

"Das denkende und kritische Russland ist … auf dem Weg in die völlige Dunkelheit", schreibt Herwig G. Höller im Standard mit Blick auf die beginnenden Sperrungen sozialer Netzwerke und die mutmaßliche Zerschlagung der letzten freien Medien in Russland. Die Staatlichen Museen in Russland machen derweil Dienst nach Vorschrift, einige Künstler unterzeichneten eine vom Moskauer Kurator Andrej Jerofejew initiierten Erklärung: "Es reiche nicht, 'Kein Krieg!' zu proklamieren. 'Wir treten für einen sofortigen Rücktritt von Wladimir Putin als Präsident der Russischen Föderation ein: Geht Putin, hört der Krieg auf. Bleibt Putin, geht die Abschlachterei weiter', heißt es."

"Meine russischen Freunde baten: Bitte schneidet uns nicht ab", sagt im SZ-Gespräch mit Catrin Lorch die ukrainische Künstlerin Alevtina Kakhidze zur Überlegung, das kulturelle Leben aller Russen zu boykottieren. Sie berichtet aus der Ukraine: "Der Grad an Patriotismus ist gerade verrückt. Es ist wie damals auf dem Maidan während der Proteste: Alle teilen die gleiche Gefühlslage, fühlen sich vereint. Wir Ukrainer haben jetzt in 30 Jahren drei Revolutionen erlebt, der Angriff ist wie ein Update. Die Annexion der Krim, die Kämpfe in der Ostukraine, das ist alles miteinander verbunden - das geht bereits seit Jahren so."

Außerdem: Im Tagesspiegel erfährt Birgit Rieger von den neuen Chefs des Hamburger Bahnhofs, Sam Bardaouil und Till Fellrath, was sie planen: "Man will als Institution der Nationalgalerie auch stark mit den anderen Häusern der Nationalgalerie kooperieren, dabei den Schwerpunkt auf das Zeitgenössische, Fluide, Entdeckerische setzen." Ebenfalls im Tagesspiegel blickt Bernhard Schulz auf "100 Jahre Elektrizität" in der Ausstellung "Kinetismus" in der neu eröffneten Prager Kunsthalle. In der SZ erinnert Till Briegleb an das von Judy Chicago und Miriam Shapiro vor fünfzig Jahren "Womanhouse", das heute als "Urquelle feministischer Kunst und weiblicher Selbstermutigung" gilt.

Besprochen werden die Ausstellung "Alte Neue Welt" mit Fotografien von Andreas Feininger im Städtischen Museum Braunschweig (taz), die Ausstellung "Walk"! in der Frankfurter Schirn (FR) und die Ausstellung "Renoir - Rococo Revival. Der Impressionismus und die französische Kunst des 18. Jahrhunderts" im Frankfurter Städel (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.03.2022 - Kunst

Bild: Paul Gauguin. Bretonische Tangsammlerinnen (II), 1889

Das Essener Folkwang Museum feiert mit der Ausstellung "Renoir, Monet, Gauguin. Bilder einer fließenden Welt" sein hundertjähriges Bestehen und stellt der impressionistischen Sammlung von Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus Werke aus der Sammlung des japanischen Unternehmers Kojiro Matsukata gegenüber, der mit Osthaus nicht nur die Vorliebe für Impressionisten, sondern auch die Idee der kulturellen Teilhabe teilte, weiß Regine Müller in der taz, die die "sinnliche", "erhellende" Schau unbedingt empfiehlt: "Rund 120 Gemälde, Plastiken, japanische Drucke sowie eigens in Auftrag gegebene Installationen der japanischen Gegenwartskünstlerinnen Chiharu Shiota und Tabaimo bilden einen dichten Parcours, der die Entwicklung beider Sammlungen durch thematische Gegenüberstellungen nachvollziehen lässt. Während Osthaus etwa von Paul Gauguin Bilder aus der Reihe der späten, ikonischen Südseebilder sammelte, bevorzugte Matsukata das Frühwerk Gauguins, das in erdigen Tönen in der rauen Bretagne entstand. Schon allein für die große Zahl an Werken der im Ausstellungstitel genannten drei Künstler Renoir, Monet und Gauguin, die aus Japan kommen und für die europäischen Augen sozusagen 'neu' sind - wie etwa Monets großformatiges, fulminantes Ölbild 'Sur le bateau' - lohnt der Weg nach Essen." In der FR kann Ingeborg Ruthe ihren Blick vor allem kaum von Renoirs Bildnis der Lise Tréhot lösen.

Bild: Francis Bacon, Study for Chimpanzee, 1957.  Peggy Guggenheim Collection, Venice Solomon R. Guggenheim Foundation, New York Photo © David Heald (NYC) © The Estate of Francis Bacon. All rights reserved. DACS 2022. 

So überwältigt wie beklommen kommt Alexander Menden (SZ) aus der Francis-Bacon-Ausstellung "Man and Beast" in der Londoner Royal Academy of Arts, in der ihm "schiere Fleischlichkeit" und "zähnefletschende Zombies" in den zwischen Mensch und Tier mäandernden Werken begegnen. Etwa in der "Gestalt eines sich auf allen vieren fortbewegenden 'gelähmten Kindes'. Das Unbehagen, das den Betrachter angesichts dieser Animalisierung eines als beschädigt und offenkundig minderwertig angesehenen Körpers überkommt, war womöglich ausnahmsweise keine der typischen Bacon-Provokationen. Es geht vielmehr einher mit dem Wandel der Sicht auf die Hierarchisierung und Stigmatisierung von Körpern, die bis in das 20. Jahrhundert hinein Standard war. Anders verhält es sich mit 'Mann, der im Gras kniet' (1952), einer Leihgabe der Münchner Pinakothek der Moderne. Bacon hatte gerade eine Reise nach Südafrika unternommen. Er war fasziniert von den trockenen, kargen Grasflächen und begeistert von den Tieren, die sich auf ihnen bewegten. Der nackte Mann im Gras, bar allen zivilisatorischen Schutzes, wird auf die Verletzlichkeit und Offenheit eines Tieres reduziert."

Außerdem: Der russische Pavillon soll bei der Biennale in Venedig geschlossen werden, meldet Birgit Rieger im Tagesspiegel. Die Künstler Kirill Savchenkov und Alexandra Sukhareva sagten ihre Teilnahme ab, der litauische Kurator Raimundas Malasauskas trat von seiner Aufgabe zurück: "Der Krieg sei politisch und emotional unerträglich, schreibt der Litauer. Er habe das Leben unter dem Sowjetregime in der Zeit vor 1989 erlebt. Der Gedanke unter russischer Herrschaft oder unter irgendeiner anderen Macht leben zu müssen, sei schlicht unakzeptabel." Die mit insgesamt 60.000 Euro dotierten Kunstpreise der Stiftung Preußische Seehandlung gehen in diesem Jahr an den Autoren Steffen Mensching, die Theaterintendantin Amelie Deuflhard und den Schriftsteller und Schauspieler Hanns Zischler, meldet der Tagesspiegel. Im Standard berichtet Olga Kronsteiner vom Restitutionsstreit um Gustav Klimts Gemälde "Apfelbaum II", auf das zwei Erbengemeinschaften Anspruch erheben.

Besprochen wird die Christoph-Hänsli-Ausstellung "Panikbeleuchtung" in der Berliner Galerie Judin (taz) und die Ausstellung "Eine neue Kunst - Photographie und Impressionismus" im Potsdamer Museum Barberini, die Karlheinz Lüdeking in der FAZ zum grundsätzlichen Nachdenken über beide Medien anregt.