Bücherbrief

Tag für Tag sichtet der Perlentaucher die Buchkritiken der wichtigen Medien und fasst sie in seiner täglichen Bücher-Presseschau zusammen. Einmal im Monat verschicken wir einen Bücherbrief - hier präsentieren wir die Bücher, die in der Presse besonders gut besprochen wurden und die wir selbst am liebsten mochten. Der Bücherbrief bildet auch die Basis für unser Podcast "Bücherbrief live".
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Taumel im Tiefwasser

Bücherbrief 12.12.2022 Zum Ende nimmt das Bücherjahr nochmal ordentlich Fahrt auf: Mohamed Mbougar Sarr schreibt eine funkelnd poetische Satire über Identität und den französischen Literaturbetrieb, Alexei Salnikow taumelt fiebernd durch das postsowjetische Jekaterinburg, Mariette Navarro verliert die Kontrolle auf hoher See, und Chelsea Manning erzählt in ihrer Autobiografie von einer doppelten Befreiung. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Dezember.

So schmetterlingshaft schön

Bücherbrief 10.10.2022 Behzad Karim Khani jagt uns von der Iranischen Revolution ins koksverseuchte Neukölln der Neunziger, Juri Andruchowytsch lässt einen Radiomoderator und Ex-Revolutionär durch die Karpaten fliehen, der am Anschlag auf den "Vorletzten Diktator"  beteiligt gewesen sein soll. Sabine Adler beschreibt das deutsche Versagen in der Russlandpolitik und Giles Milton das Inferno von Smyrna. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Oktober.

Dieses Denken ist schön

Bücherbrief 04.06.2022 Yade Yasemin Önder erzählt verblüffend lustig, rotzig und ein bisschen morbide von Gewalt, Selbstoptimierung und dem Aufeinandertreffen der Kulturen, Juhani Karila lässt riesenhafte Rabbatze in der finnischen Pampa ihr Unwesen treiben, Wole Soyinka wütet beißend, scharfsinnig und ungebändigt gegen die mächtigen Dynastien in Nigeria und die Historikerinnen Franziska Davies und Katja Makhotina reisen zu osteuropäischen Erinnerungsorten des Zweiten Weltkriegs. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Juni.

Liebessurrogate

Bücherbrief 09.05.2022 Eckhart Nickel flirtet mit dem Biedermeier, Karl Ove Knausgard verhandelt große Fragen zu Verheißung und Apokalypse, Asako Yuzuki führt uns in die skurrile Lebenschule einer japanischen Serienmörderin und Gourmande,  Sudhir Hazareesingh erzählt vom Sklavenbefreier Toussaint Louverture, Ulinka Rublack beschreibt die Geburt der Mode in der Renaissance, und Sven Hanuschek liefert eine große Arno-Schmidt-Biografie. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai.

Odyssee der Zeitgenossenschaft

Bücherbrief 11.04.2022 Die Leipziger Buchmesse wurde zum dritten Mal abgesagt, der Bücherfrühling fällt dennoch reichhaltig aus: Mit Joyce'scher Wucht stemmt sich Joshua Cohen in "Witz" gegen die Verflachung der deutschen Erinnerungskultur, Szczepan Twardoch lässt uns in "Demut" die schweißtreibende Angst im Ersten Weltkrieg hautnah spüren, Tove Ditlevsen lässt in "Gesichter" präszise und menschlich Wahn und Realität verschwimmen und Stanislaw Assejew schickt anthropologisch präzise Texte aus dem Donbass. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats April.

Zwischen Paradies und Katastrophe

Bücherbrief 07.03.2022 Ein Bücherbrief unter besonderen Vorzeichen: Wie immer haben wir die am besten oder besonders kontrovers besprochenen Bücher ausgewählt, aber auch auf die traurige Aktualität in der Ukraine reagiert: Karl Schlögels sieben Jahre alter Essayband "Entscheidung in Kiew" ist das Buch der Stunde.  Catherine Belton blickt in "Putins Netz" in das mafiöse System früherer KGB-Agenten, Katerina Poladjan schildert den Alltag in der späten Sowjetunion zwischen bleierner Schwere und Aufbruch, und Vladimir Vertlib liefert in "Zebra im Krieg" auch eine Erklärung dafür, warum so viele russischsprachige Menschen der Propaganda Putins glauben. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats März.

Wahre Dichtung

Bücherbrief 07.02.2022 Liao Yiwu fügt der chinesischen Geschichtsschreibung mit seinem wüst-witzigen Dokumentarroman über den Wahnsinn in Wuhan ein inoffzielles Kapitel hinzu, Yasmina Reza führt uns mit Komik und Taktgefühl die Absurdität der irdischen Existenz vor Augen, Anar Ali erzählt uns poetisch und intensiv von einer ismailitischen Familie in Kanada, und David Graeber und David Wengrow schreiben die Geschichte der Menschheit ganz neu. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Februar.

Von Shakespeare'scher Art

Bücherbrief 10.01.2022 Dalmon Galgut erzählt mit satirischem Humor vom Ende der Apartheid in Südafrika, Ulf Erdmann Ziegler liefert Einsichten von "Luhmann'scher Dimension" über die SPD, Michel Houellebecq schreibt sich mit "Vernichten" in die Herzen deutscher Literaturkritiker, Joshua Yaffa porträtiert in "bester Reportagekunst" russische Überlebenskünstler und Helmut Böttiger stürzt sich in die wilde Literatur der Siebziger. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Januar.
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