Ein Wald aus Verboten

Von Thierry Chervel
29.01.2015. Der erste Schock ist verflogen, die edle Wallung der Solidarität mit den Franzosen erstirbt, die Liveticker sind abgestellt. Hinter den Schwaden der Erregung zeichnen sich neue Strukturen ab: Der öffentliche Raum schrumpft. Neue Barrieren richten sich auf. Zum Teil waren diese Strukturen schon da, und wir hatten es nur noch nicht gemerkt.Natürlich kursierten in den Tagen nach dem Massaker überall die Zeichnungen von Charlie Hebdo. Selbst in der SZ, dem schüchternsten Institut in diesen Dingen in Deutschland, waren meiner Erinnerung nach in den Tagen des Massakers ein oder zwei Mohammed-Karikaturen verstreut. Glücklicherweise leben wir im Internetzeitalter, so dass die Zeichnungen für jedermann, der sucht, zu finden sind. Die andere Frage aber wird sein, ob sie von Medien im Rahmen der Berichterstattung noch eine Chance haben, gezeigt zu werden. Und ob solche Karikaturen noch neu entstehen werden.