Redaktionsblog - Im Ententeich

Aktualität: 01.01.2010 bis 31.01.2010

Found Footage: Sundance.

Redaktionsblog - Im Ententeich 25.01.2010 Als "middlebrow-Festival" ist das derzeit stattfindende Sundance Festival zwar nicht unumstritten, sehr schön ist deren Onlinepolitik aber doch: Neben viel Unerheblichem (ein Gitarrespieler in einem Café? Also gut.) und üblichem Festival-Chitchat (wichtig aussehende Leute sagen wichtig Klingendes in wichtig aussehende Kameras) finden sich im YouTube-Channel des Festivals auch Beiträge aus dessen Kurzfilmprogramm. Zwar muss man dabei ein bisschen Rosinen-Picken spielen (warum das Festival sich nicht auf einen tag einigt, der einem auf einen Blick alle Filme präsentiert, ist schon schleierhaft), doch zeigt dieser Testballon auch die ungefähre Richtung an, die internationale Filmfestivals im Zeitalter von Digitalisierung und Medienkonvergenz einschlagen könnten. Ich für meinen Teil hoffe, dass z.B. die Berlinale solche Möglichkeiten ebenfalls in Betracht zieht (oder aber vielleicht sogar über eine Art "Online-Festivalsektion" nachdenkt, die von und für das Netz produzierte Filme unter einem entsprechenden Label kuratiert). Von Thomas Groh

Zu Hilal Sezgins Vorwürfen gegen den Perlentaucher

Redaktionsblog - Im Ententeich 20.01.2010 Hilal Sezgin beschwert sich heute in der Zeit unter der Überschrift "Ihr Feiglinge" unter anderem darüber, dass die Feuilletonrundschau des Perlentauchers nicht namentlich gezeichnet ist und wir gewissermaßen nur rudelartig und anonym auftreten. Dazu folgendes: Die Feuilletonrundschau wird jeden morgen von den drei Perlentaucherredakteuren und einem freien Autor erstellt. Die einzelnen Beiträge sind nicht namentlich gekennzeichnet, weil die Feuilletonrundschau buchstäblich ein Gemeinschaftsprojekt ist. Von Anja Seeliger

Found Footage: A Letter to Uncle Boonmee - und anderes.

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.01.2010 Zwar kann man das Video nicht einbetten und eine (ratzfatz erledigte) Registrierung bei der Online-Cinémathèque "The Auteurs" ist obendrein nötig (so ganz im übrigen: die schlechteste Sache nicht), einen Hinweis aber ist dies unbedingt wert: Dort, bei "The Auteurs", kann man sich derzeit A Letter to Uncle Boonmee, den neuen Kurzfilm des thailändischen Regisseurs Apichatpong Weerasethakul, anschauen - weltweit ohne Geoblocking, kostenfrei und in hervorragender Qualität. Nehmen Sie sich die 17 Minuten Zeit! Von Thomas Groh

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 Henryk Broder ist ein Riese! Ganz allein ist er in der Mehrheit gegenüber all den kleinen Feuilletons. Die tapfere kleinere Minderheit aus Freitag, taz, Zeit, Süddeutsche, FAZ und FAS hat in den letzten Wochen ihren ganzen Mut zusammengenommen, um hinter dem anarchistischen Witz Broders den dunkel schimmernden "Fundamentalismus der Aufklärung" bloßzulegen. In einer ganzen Flut von Artikeln zurren sie ihn fest und pieken ihn, wie das Zwergenvölkchen bei Swift. Broder, schrieb Thomas Assheuer in der Zeit, "gibt sich stets Mühe, lustig zu schreiben, aber er meint es bitterernst". Das ist der Unterschied: Seine Gegner sind nicht mal lustig. Von Thierry Chervel