Im Interview mit Joachim Frank in der
FR moniert der Medienwissenschaftler Pörksen eine
maximale Fehlerintoleranz in öffentlichen Debatten, die einen Großteil der Gesellschaft in die
Diskursresignation treibe: "Die gesellschaftliche Mitte darf sich durch die Fixierung auf die kleine, radikalisierte Minderheit der Hassenden nicht entmutigen lassen. Und wir leben gegenwärtig in drei Kommunikationswelten. Die erste Welt bestimmt die öffentliche Wahrnehmung:
Wut, Hetze, furchtbare Attacken auf Andersdenkende und Andersaussehende. Die zweite Welt, die medial kaum vorkommt: eine Sphäre echter Wertschätzung und respektvoller Kommunikation - in Unternehmen, Universitäten, Schulen, Redaktionen. Und die dritte, gegenwärtig massiv beachtete Welt: eine manchmal übertriebene
Betulichkeit und Hypersensibilität, die schon
minimale Grenzüberschreitungen mit maximalem Furor verfolgt."
"
Vernetzung verstört",
meint Pörksen in einem weiteren Interview in der
taz, weil uns auf demselben Kanal simultan Banales, Bestialisches und Berührendes zugleich erreiche: "Wir, die Bewohner einer privilegierten Welt, sind in eine Atmosphäre der totalen Gleichzeitigkeit eingetreten, sehen alles, leiden unter einer
Überdosis Weltgeschehen, schwanken zwischen Erregungserschöpfung, Panikschüben, Mitgefühl, Ignoranz-Sehnsucht."
Auf
Politico berichtet Mark Scott allerdings von einer Studie der New York University, derzufolge
Facebook mit spalterischer oder ominöser Politwerbung weiterhin beste Geschäfte macht: Die Hälfte der in den USA gezeigten politischen Werbung in den USA stammt von unbekannten Urhebern: "Facebook hat nach eigenen Angaben seit Mai 2018 mehr als sieben Millionen politische Anzeigen in den USA bekommen, mit einem Wert von
1,1 Milliarden Dollar und lässt damit
Google und YouTube weit hinter sich, die auf
216 Millionen Dollar kommen."