
Für die erste
Ausgabe des
New Yorker im neuen Jahr
reist Evan Osnos nach
China, um zu
ermessen, inwieweit Xi Jinping Amerikas Rückzug aus der Weltpolitik für sich nutzbar machen könnte: "In den vergangenen Jahren hat China seine Macht ausgeweitet wie keine andere Nation seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Investitionen sind vergleichbar denjenigen, mit denen die USA ihre Autorität im letzten Jahrhundert festigen konnte:
Auslandshilfe,
Sicherheits- und Interessenpolitik in Übersee und
neue Technologien wie Künstliche Intelligenz. China wurde einer der
maßgeblichen Geldgeber für die UN und seine Friedenstruppen, und es beteiligt sich an der Diskussion globaler Probleme wie Terrorismus, Piraterie und Verbreitung von Kernwaffen. Außerdem beteiligt sich China an dem bisher teuersten
Auslands-Infrastruktur-Plan, baut Brücken, Eisenbahnstrecken und Häfen in Asien, Afrika und anderswo. Wenn die Kosten dafür eine Billion Dollar erreichen wie angenommen, wird der finanzielle Rahmen den des
Marshall-Plans um das Siebenfache übersteigen. China nutzt auch ganz unmittelbar die Möglichkeiten, die ihnen Trumps Politik bietet. Kurz vor dem Rückzug der USA aus der Transatlantischen Partnerschaft, sprach Xi Jinping auf dem World Economic Forum in Davos, bekräftigte seine Unterstützung des
Klimaabkommens und erklärte den Protektionismus für aussichtslos. Nach Jahrzehnten des Protektionismus ein Auftritt mit Symbolcharakter. China ist in Verhandlung mit
16 Staaten aus der 'Regional Comprehensive Economic Partnership', einer riesigen Freihandelszone,
ohne die USA. Andere Teile von Chinas neuer Größe sind nicht ohne weiteres sichtbar. So besuchten chinesische Delegierte nahezu jede Sitzung des WTO-Treffens in Marrakesch vergangenen Oktober. Der Vertreter der Trump-Regierung dagegen reiste gleich nach seiner Rede wieder ab."
Dana Goodyear
überlegt, ob es
Hollywood nach den jüngsten Skandalen gelingen wird, sich neu auszurichten. Die Ausgrenzungspraktiken gegenüber Frauen, die sie beschreibt, lassen das kaum vermuten. Und doch - es hat sich was verändert: "'Die ganze Stadt spricht
nur darüber', sagte mir eine altgediente Fernsehautorin. 'Bei jedem Meeting, jedem Mittagessen, wo man auch hingeht. Ich war auf einer Geburtstagsparty im schicken Haus eines angesagten Serienautors, und ging in die Küche, wo
sechs weiße Kerle - Drehbuchautoren, Schauspieler, Agenten - in einem Kreis standen und einen Saulus-Moment hatten, wie in: Ich blickte in meine Seele und fragte mich, ob ich
etwas falsch gemacht hatte?' ... Niemand weiß mehr, wie er sich verhalten soll. Die Regeln haben sich verändert."
Außerdem:
Siddhartha Mukherjee berichtet über den körperlichen Verfall seines Vaters. Anthony Lane
sah Paul Thomas Andersons Film "Phantom Thread" mit Daniel Day Lewis in seiner angeblich letzten Rolle. Louis Menand liest Bücher zu den amerikanischen
Wahlkämpfen 1968. Und Carrie Battan
hört traurigen Rap von Lil Xan und anderen.