Tom Bissell hat
Neal Stephensons neuen Roman "Reamde" gelesen. Der Plot ist, wie Bissell
versichert, komplett absurd und es kommen Online-Rollenspiele, eine afrikanische Waise, ein
chinesischer Hacker, ein britischer Dschihadist und manches mehr darin vor. Höchst unterhaltsam und informativ findet Bissell das, manchen Schwächen zum Trotz. Am schönsten ist aber seine grundsätzliche Beschreibung des Romanciers Stephenson: "Sagen wir, Romanautoren sind wie
unangekündigte Besucher. Während Norman Mailer und Saul Bellow männlich an der Tür pochen, klopfen Jonathan Franzen und Zadie Smith recht höflich... Neal Stephenson allerdings umweht ein vager Marihuana-Duft, und er hat eine Menge Koffer dabei. Vielleicht kann er ein paar wenige Tage Unterschlupf finden? Zwei Wochen später ist er immer noch da. Und du wirst ihn nicht los. Nicht, weil er unangenehm wäre, sondern weil er so interessant ist. Dann wachst du eines Morgens auf und er ist weg. Du bist ein bisschen erleichtert, aber du vermisst ihn auch. Und du wünschtest, er hätte
das Zeug, das er raucht, zurückgelassen, denn alles, was einem Menschen erlaubt, sechs 1000-Seiten-Romane in zwölf Jahren zu schreiben, ist das Gesundheits- und Knastrisiko wert."
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schreibt sehr freundlich über
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bespricht Christopher Turners
Wilhelm-Reich-Buch "Adventures in the Orgasmotron". In seiner "Reading Life"-Kolumne
widmet sich Geoff Dyer der Kunst des
Signierens von Büchern.

Fürs Magazine
schickt Robert F. Worth eine lange Reportage
aus Libyen, in dem sich die Überzeugungen nach der Niederlage Gaddafis verdächtig schnell ändern: "In allen Militärlagern, die ich besuchte, fand ich Uniformen und Stiefel der Soldaten, die sie in dem Moment von sich geworfen hatten, in dem sie ihre Sandalen und Dschellabas überstreiften und in ihre Privatwohnungen flüchteten. Sogar die
Gefangenen der Rebellen, mit denen ich in den improvisierten Gefängnissen sprach, hatten ihre alte Identität aufgegeben oder sie jedenfalls modifiziert: 'Ich habe mein Gewehr kein einziges Mal abgefeuert', sagten sie. 'Ich habe es
nur des Geldes wegen getan'. 'Ich habe für sie gekämpft, weil ich ihren Lügen geglaubt habe.'"
Und online ist ein ellenlanges, unbearbeitetes
Interview zu lesen, in dem
Nicholas Kristof versucht, Irans Präsidenten
Mahmud Achmadinedschad zu konkreten Aussagen zu bewegen.