Magazinrundschau - Archiv

The New York Review of Books

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Magazinrundschau vom 03.01.2012 - New York Review of Books

25.000 Seiten Briefe haben Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz sich zwischen 1915 und 1946 geschrieben. Eine zeitlang waren sie Eheleute in einer offenen Ehe, was in diesem Fall offenbar darauf hinauslief, dass der 24 Jahre ältere Stieglitz seine Frau gerne mit jüngeren Frauen in abhängiger Position betrog. Das hat sie zwar sehr verletzt, aber sie am Ende auch unabhängig gemacht, meint Christopher Benfey: "Es ist leicht, Stieglitz als gleichgültigen Ehemann anzuklagen. Er tat nur wenig, sein Verhalten zu rechtfertigen. Aber seine Offenheit machte es für O'Keefe einfacher, sich selbst zu erfinden. In diesem Sinne befreite er sie, wie schmerzhaft und grausam auch immer. 'Ich bin dir für alles dankbar', schrieb sie 1929 und fügte hinzu, dass ihre Erfahrung mit ihm es anderen Menschen 'sehr schwer' gemacht hätte, 'mich an irgendeinem Punkt zu berühren, der mich verletzen könnte'. Er habe ihr Herz genommen, erklärte sie ihm, 'und es mir zur gleichen Zeit in einer gebrauchsfähigen Form zurückgegeben'. Im Westen, wohin ihr Stieglitz taktvoller Weise niemals folgte, lernte O'Keefe, die Autos zu fahren, die er hasste. Sie erreichte etwas, das die Kunsthistorikerin Anne Middleton Wagner so beschrieb: eine zweckdienliche Neuerfindung als O'Keefe, die resolute Wüstenälteste, ein offenbar unbezwinglicher Charakter, der sich jenseits von Trivialitäten wie Alter und Sex bewegte."

Yasmine El Rashidi gibt einen Überblick über die nicht unkomplizierte politische Lage in Ägypten: die liberalen Kräfte, die einen säkularen Staat versprechen, schaffen es nicht, sich gegen die religiösen Kräfte durchzusetzen, die niedrige Brotpreise versprechen. Die Muslimbrüder wiederum drohen inzwischen Wähler an die von den Saudis finanzierten, fundamentalistischen Salafisten zu verlieren: "Die Muslimbrüder boykottierten den 'Tag des Zorns' am 27. Mai und die 'Zweite Revolution', was Millionen von Menschen verärgerte, die daran teilnahmen. In den letzten Monaten änderten die Führer der Muslimbrüder wieder und wieder ihre Meinung zu verschiedenen Fragen - etwa zum Status der Kopten und zu ihrem Endziel eines islamischen Staates - was ihnen den Ruf einbrachte, 'nie die ganze Wahrheit zu sprechen', wie ich oft hörte. Bei der Unterhaltung mit Wählern in armen Bezirken während der Wahlen am 28./29. November hörte ich wiederholt: 'Den Muslimbrüdern kann man nicht voll vertrauen, sie halten ihr Wort nicht. Die Salafisten sind rein.'"

Außerdem: Joshua Hammer erkundet Libyen nach der Befreiung von Gaddafi und lässt sich erklären, warum es von allen arabischen Ländern die größte Chance hat, eine prosperierende Demokratie zu werden: "Es hat eine kleine, ziemlich gebildete Bevölkerung, hunderte von Meilen Küste und große Ölreserven." Sue Halpern mag weder Walter Isaacsons Steve-Jobs-Biografie (zu hagiogafisch) noch Steve Jobs, den sie für einen besonders skrupellosen, ausbeuterischen, die Umwelt schändenden Mistkerl hält. Und Colin Thubron bespricht Simon Sebag Montefiores Jerusalem-Biografie.

Magazinrundschau vom 06.12.2011 - New York Review of Books

Freeman Dyson stellt Daniel Kahnemanns neues Buch "Thinking, Fast and Slow" vor, in dem der Psychologe erklärt, warum wir so sehr an unseren kognitiven Illusionen hängen. Kahnemann zufolge organisieren wir Erkenntnis in zwei Systemen: "System Eins ist schnell, es ermöglicht uns, Gesichter zu erkennen und Sprache im Bruchteil einer Sekunde zu verstehen. Es entstammt den ursprünglichen kleinen Hirnen, die unseren agilen Säugetiervorfahren das Überleben in einer Welt großer Reptilienjäger sicherten. ... System Zwei ist der langsame Prozess, in dem wir uns durch bewusstes Denken Urteile bilden und Aussagen kritisch prüfen. Es entwickelte sich nach System Eins, als unsere Primatenvorfahren auf die Bäume stiegen und die Muße hatten, über Dinge nachzudenken. Ein Affe auf dem Baum sorgt sich weniger um Raubtiere als um Gewinn und Verteidigung seines Reviers. System Zwei erlaubt einer Familiengruppe, Pläne zu machen und Aktivitäten zu koordinieren. Nachdem wir Menschen geworden waren, erlaubte System Zwei uns, Kunst und Kultur zu schaffen. Die Frage ist also: Warum geben wir nicht das fehlerhafte System Eins auf und lassen System Zwei unser Leben organisieren? Kahnemann gibt die einfache Antwort: System Zwei ist faul."

Yasmine El Rashidi erzählt in einem Blogbeitrag von dem Schrecken, der Ägyptens Revolutionären in die Glieder gefahren ist, als sie die Ergebnisse der ersten Wahlrunde erfuhren: Mit Ausnahme von Kairos wohlhabendem Vorort Heliopolis haben die Muslimbrüder und Salafisten in allen Teilen des Landes die Mehrheit gewonnen: "Einige Freunde haben sich bereits entschieden, das Land zu verlassen. Andere sind entschlossener denn je, für ein kosmopolitisches Ägypten zu kämpfen. Gruppen von Freunden und Bekannten produzieren eifrig Flyer, Facebook-Seiten und Rundmails, um der islamistischen Kampagne etwas entgegenzusetzen. Noch ist ein Monat Zeit."

Besprochen werden außerdem Condoleezza Rices Erinnerungen "No Higher Honor", die Joseph Lelyveld recht hölzern findet, und Robert Hughes Hymne auf Rom. Auf Jay Epsteins Recherche zum Fall DSK haben wir bereits in den Feuilletons hingewiesen. Die Printausgabe druckt einen (englischen) Auszug aus dem bewegenden Briefwechsel zwischen Joseph Roth und Stefan Zweig "Jede Freundschaft mit mir ist verderblich".

Magazinrundschau vom 22.11.2011 - New York Review of Books

Peter Brown honoriert die intellektuelle Entschlossenheit, mit der das Metropolitan Museum seine Abteilung für Islamische Kunst umgestaltet hat: "Zunächst einmal tragen die Galerien deutlich einen neuen Namen. Sie heißen jetzt New Galleries for the Art of the Arab Lands, Turkey, Iran, Central Asia and Later South Asia. Ein veritabler Brocken. Aber hinter dem Titel liegen Jahrzehnte sorgfältigen Nachdenkens über das Verhältnis zwischen dem Universalen und dem Partikularen in einem weitgestreckten Weltreich von Kulturen. Die Auffassung von der islamischen Kunst als einem einzigen uniformen System, das sich mit monotoner Beharrlichkeit über die von Muslimen beherrschten Gebiete ausdehnt, ist unbrauchbar geworden."

Michael Lewis hat seine Wirtschaftsreportagen aus Vanity Fair nun als Buch unter dem Titel "Boomerang" herausgegeben (hier kann man sie auch online lesen), John Lanchester lernt von Lewis' Reisen in "die neue Dritte Welt", also Europa, dass nichts an einer einheitlichen europäischen Finanzpolitik vorbeiführt: "Sagen Sie das den Deutschen, und alles, was sie hören, ist, dass sie gezwungen sein werden, die Schulden der anderen Länder zu zahlen. Und die schmerzhafte Wahrheit ist, ja, das werden sie."

Weiteres: Michael Greenberg berichtet von den Problemen, denen die New Yorker Occupier gegenüberstanden, bevor sie so rabiat geräumt wurden. Schriftsteller Louis Begley stellt Tom Segevs nun auch auf Englisch erschienene Biografie Simon Wiesenthals vor.

Magazinrundschau vom 08.11.2011 - New York Review of Books

Anlässlich einiger Neuerscheinungen beschreibt Eyal Press sehr anschaulich die Proteste in Israel in diesem Sommer. So wie im arabischen Frühling Israel keine Rolle spielte, so zog in Israel diesmal nicht das Sicherheits-Argument, das in der Vergangenheit Diskussionen oft abgewürgt hatte. Das führte dazu, dass sich im Laufe des Sommers immer mehr israelische Araber, die im Durchschnitt eher zur unteren Einkommensklasse zählen, unter die protestierende israelische Mittelschicht mischten: "Mitte August war es nicht mehr ungewöhnlich, bei einer Demonstration einen arabischen Sprecher über Ungerechtigkeit reden zu hören, der stürmischen Beifall von einer vorwiegend jüdischen Menge erntete. Bei einem Protestmarsch demonstrierten arme Araber aus Ajami, einem Viertel in Jaffa, zusammen mit armen Juden aus einem traditionell pro-Likud-Viertel im Süden Tel Avivs. Das hätte sich im Juni kaum jemand vorstellen können."

Cathleen Schine schreibt über Joan Didions Buch "Blue Nights" über den Tod ihrer Tochter: "Das Buch ist geprägt von unermesslicher, unerbittlicher Verzweiflung."

Magazinrundschau vom 25.10.2011 - New York Review of Books

Trocken und informativ zeichnet Michael Greenberg ein Porträt der Occupy-Wall-Street-Bewegung, deren Erfinder, die Gruppe AdBusters, sich nicht in den Vordergrund spielen, "weil 'Führungslosigkeit für sie keine Beleidigung, sondern ein Ideal ist". Ebenso offen lassen die Demonstranten, was sie eigentlich wollen, denn sonst könnten Risse in der Bewegung zutage treten. "Als ich mit Demonstranten im Zuccotti Park sprach, schienen die Leute von der Forderung nach einer Forderung genervt, das interessiert sie nicht." Manche Demonstranten schlagen zum Beispiel die Wiedereinführung des "Glass-Steagall Acts" vor, mit dem Investmentbanken einst von Geschäftsbanken getrennt wurden. "Aber für Glass-Steagall zu plädieren, hieße anzuerkennen, dass Finanzinstitute prinzipiell akzeptabel sind, während viele Mitglieder der OWS-Bewegung finden, dass gar keine Banken existieren sollten. Das gleiche gilt für die Steuerforderung: eine Steuer auf Wall Street würde an Politiker gehen, die von Wall Street kontrolliert sind."

Weiteres: Online lesen dürfen wir den zweiten Teil von Saul Bellows 1988 gehaltenem Vortrag "A Jewish Writer in America" (hier der erste Teil). Alma Guillermoprieto begibt sich in das Neue Gangland von El Salvador. Fang Lizhi bespricht Ezra F. Vogels Deng-Xiaoping-Biografie, und Martin Filler schreibt über zwei Architektur- und Designausstellungen in Frankfurt und New York.

Magazinrundschau vom 11.10.2011 - New York Review of Books

Die NYRB druckt erstmals einen - 1988 nur mündlich gehaltenen - Vortrag von Saul Bellow zum Thema "A Jewish Writer in America". Das war schon ein Problem für die amerikanischen Kritiker, und erst für die jüdischen! "In den Fünfzigern besuchte ich S. Agnon in Jerusalem. Als wir zusammen beim Tee saßen und auf Jiddisch plauderten, fragte er mich, ob ich ins Hebräische übersetzt worden sei. Bis jetzt war ich es noch nicht. Er meinte mit seiner liebenswerten Durchtriebenheit, das sei ein Unglück. 'Die Sprache der Diaspora wird nicht überleben', erklärte er mir. Ich hatte das Gefühl, die Ewigkeit schwebte über mir und fühlte mich sehr unbedeutend. Trotzdem verlor ich nicht meine Geistesgegenwart, und um seinem Witz Feuer zu geben und die Konversation aufrechtzuerhalten, fragte ich ihn: 'Was wird aus Dichtern wie dem armen Heinrich Heine?' Agnon antwortete: 'Er wurde wunderbar ins Hebräische übersetzt. Sein Überleben ist gesichert.'" Das ist tröstlich, denn im Deutschen Klassiker Verlag wurde Heine ignoriert.

Außerdem: Hugh Eakin schickt eine Reportage aus Qatar.

Magazinrundschau vom 27.09.2011 - New York Review of Books

Bisher haben die USA nach ihren Krieges immer schnell zu ihrem gewohnten Recht zurückgefunden. Warum, fragt Mark Danner, finden sie jetzt nicht aus ihrem Ausnahmezustand heraus? "Diese Jahre, während derer im Namen der Sicherheit, einige unserer alltäglichsten Rechte und Freiheiten eingeschränkt oder außer Kraft gesetzt wurden, diese Jahre, in denen wir in einer anderen Zeit leben. Diese andere Zeiten umfasst mittlerweile zehn Jahre - in der amerikanischen Geschichte bisher die längste - und ein Ende ist nicht absehbar. Tatsächlich gehört genau die Endlosigkeit dieses Zustands - ein Merkmal, das bei seiner Verhängung besonders betont wurde - und die breite Akzeptanz dieser Endlosigkeit, die zunehmende Normalisierung des Ausnahmezustands, zu seinen besonderen Kennzeichen."

Max Rodenbeck berichtet in einer Reportage aus Libyen über die offenbar recht gute Behandlung, die Gaddafis gefangene Offiziere durch die Rebellen erfahren. Der selbst unter Gaddafi gefolterte Fathy Sherif erklärt das so: "'Genau wegen ihrer eigenen Grausamkeit werden wir ihnen einen absolut fairen Prozess machen', sagt Sherif und fügt hinzu, dass jedes Gericht sie sowieso zum Tode verurteilen wird."

Besprochen werden außerdem Pauls Hendricksons Porträt "Hemingway?s Boat" und Jonathan Rabans Buch "Driving Home". Auf George Soros' Artikel zur Eurokrise haben wir ja schon in der Feuilletonrundschau verwiesen.

Magazinrundschau vom 13.09.2011 - New York Review of Books

Das erste, was Revolutionären nach ihrem Sieg passiert, ist, dass sie kalt gestellt werden. Und genau das wird in der arabischen Welt geschehen, prophezeien Hussein Agha und Robert Malley den jugendlichen Revolutionären in Ägypten und Tunesien in einem ziemlich grimmigen Text. "Die unmittelbare Zukunft der arabischen Welt wird sich voraussichtlich aus einem komplizierten Kampf zwischen der Armee, Anhängern der alten Regime und den Islamisten entfalten. Diese drei haben Wurzeln und Resourcen und außerdem die Fähigkeit und Willensstärke, die Ereignisse zu formen. Regionale Parteien werden Einfluss nehmen und ausländische Mächte werden sich nicht heraushalten. Es gibt viele mögliche Ergebnisse - von der Restauration der alten Kräfte bis hin zur Machtübernahme der Militärs, von der unruhigen Fragmentierung und dem Bürgerkrieg bis hin zur schleichenden Islamisierung. Aber das Ergebnis, auf das so viele Außenstehende gehofft haben - der Sieg der ursprünglichen Demonstranten - ist fast sicher ausgeschlossen."

Außerdem: Mohsin Hamid liest zwei Bücher über Pakistan, die ihn auch nicht gerade optimistisch stimmen. Nicholson Bakers "House of Holes" ist genau der Roman, den Teenager lesen sollten, ermuntert Elaine Blair ängstliche Eltern: "Sie können sicher sein, egal zu welcher Szene Ihre Kinder masturbieren, sie werden Frauen nicht als Objekte sehen."

Magazinrundschau vom 02.08.2011 - New York Review of Books

Elizabeth Drews Artikel zu den Verhandlungen von Republikanern und Demokraten über die Erhöhung der Schuldengrenze war zwar vor der gestrigen Einigung geschrieben, aber am Ansehensverlust Barack Obamas dürfte der Kompromiss kaum etwas geändert haben: "Anfang Juli, als Obama plötzlich Medicare, Sozialversicherung und Medicaid in die Verhandlungen einbrachte, waren viele, vielleicht sogar die meisten Demokraten bestürzt. Sie glaubten, der Präsident benutze die Armen und Bedürftigen als Einsatz im Verhandlungspoker... Eine fassungslose Nancy Pelosi sagte nach diesem Treffen: 'Das nennt er einen Großartigen Deal?' [...] Abgesehen davon, dass Obama ständig die Republikaner die Agenda und sogar die Terminologie definieren lässt (das abschätzige 'Obamacare' wird jetzt sogar von Radiosprechern benutzt), stellt sich die Frage, warum er sich in einer Zeit, in der Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu den dringendsten Bedürfnissen des Landes zählen, so endgültig auf die Seite der Defizitreduzierer schlägt."

Außerdem: H. Allen Orr schickt einen freundlichen Verriss von David Brooks Buch "The Social Animal" (Leseprobe). James Gleick hat einige neue Bücher über Google gelesen, erzählt aber wenig Neues. Stephen Kinzer skizziert die Lage in der Türkei nach dem dritten Wahlsieg Erdogans. Diane Johnson findet die "Tiger Mom" Amy Chua klüger als ihre Kritiker. Und die Autorin Lorrie Moore outet sich als Fan von "Friday Night Lights", einer NBC-Fernsehserie über ein High-School-Football-Team in Texas (mehr auf Deutsch hier).

Magazinrundschau vom 07.06.2011 - New York Review of Books

Sue Halpern hat drei Bücher gelesen, die ihr, zusammen betrachtet, Angst und Bange vor der digitalen Zukunft machen: Eli Pariser beschreibt in "The Filter Bubble", wie Googles Suche durch ihre Personalisierung zunehmend die Realität verzerrt, Jaron Lanier fürchtet in "You Are Not a Gadget", dass wir alle nur noch Zielscheiben von Werbung werden. Michael Chorost preist dagegen in "World Wide Mind" unsere Zukunft als Cyborgs. Demnach sind Gehirn-Computer-Schnittstellen das nächste große Ding, was sie selbst schrecklich findet, offenbar aber nicht die Ingenieure dieser Welt: "Vor einigen Jahren stellte sich Stuart Wolf (einer der Erfinder des magnetischen Speichers bei DARPA, der Militärbehörde, die den Internet-Vorgänger Arpanet erfand), die digitale Zukunft so vor, dass wir alle ein Stirnband tragen, dass direkt ins Gehirn führt und uns unter anderem ermöglicht, zu sprechen, ohne zu reden, um die Ecke zu sehen und allein durch Gedanken ein Auto zu lenken. Ein anderer Zweig von Darpa schwemmt Millionen von Dollar in die Entwicklung eines militärischen Gedankenhelms, der Soldaten im Feld miteinander wortlos kommunizieren lässt, indem er Gedankenwellen überträgt, die dann von Sensoren im Helm gelesen und in Radiobotschaften umgewandelt werden. Bereits 2000 begann Sony an einem patentierten Weg zu arbeiten, Videospiele direkt ins Gehirn zu beamen, wobei sie Ultraschall-Impulse benutzen, um sensorische Bilder für ganzheitliche und unentrinnbare Spielerlebnisse zu schaffen. Erst kürzlich haben sich Wissenschaftler an der FU in Berlin an Wolfs Vision eines Autos gemacht, das allein durch Gedanken gesteuert wird."

Weiteres: Daniel Wilkinson kennt den Preis, den Kolumbien für seinen erfolgreichen Kampf gegen die linke Drogenmafiaguerilla FARC zu zahlen hat: den Aufstieg der rechten Drogenmafiaparamilitärs AUC. Adam Thirwell stellt den ukrainischen Schriftsteller Sigizmund Krzhizhanovsky vor, der gerade wiederentdeckt wird.