
Beim
Internet der Dinge geht es nicht um Dinge, sondern um
billige Daten,
schreibt Sue Halpern und warnt davor, diese Entwicklung weiter zu ignorieren, nur weil so vieles davon gruselig oder überflüssig erscheint: "Jüngste Enthüllungen von Glenn Greenwald bezifferten die von der Regierung
überwachten Amerikaner auf sagenhafte 1,2 Millionen. Wenn das Internet der Dinge erst einmal installiert ist, könnte sich diese Zahl leicht auf alle anderen ausweiten, denn ein System, das den Menschen daran erinnert, im Supermarkt noch Joghurt zu kaufen, weiß auch,
wer und wo er ist und und mit wem er gerade was getan hat. Diese Informationen geben wir dann unwissentlich oder freiwillig heraus, meist ohne zu fragen oder zu klagen, aus reiner Bequemlichkeit. Mit anderen Worten: Wenn menschliches Verhalten nachverfolgt und in gewaltigem Maße vermarktet wird, dann schafft das Internet der Dinge die perfekten Bedingungen für die Ausweitung und
Stärkung des Überwachungsstaats. In der Welt des Internets der Dinge können das Auto, die Heizung, der Kühlschrank, die Fitness-App, die Kreditkarte, der Fernseher, die Jalousie, die Medikamente, die Kamera, das EKG, die elektrische Zahnbürste und die Waschmaschine - vom Telefon ganz zu schweigen - einen kontinuierlichen Datenstrom erzeugen, über den
die Individuen keine Kontrolle mehr haben, dafür aber diejenigen, die dafür bezahlen oder ihn sich in anderer Weise aneignen."
Außerdem: Jed S. Rakoff
beschreibt in einem interessanten Hintergrundartikel, wie die starke Position der Staatsanwaltschaft und ein System von
drakonischen Mindeststrafen in den USA dazu geführt hat, dass nur noch drei Prozent der Fälle tatsächlich vor Gericht verhandelt werden, in 97 Prozent werden
Absprachen getroffen: Rund zehn Prozent der Angeklagten, die sich bei solchen forcierten Deals schuldig bekannt haben, waren
tatsächlich unschuldig. David Shulman
blickt auf den
Gaza-Krieg dieses Sommers zurück, der Israel keinen Schritt weit aus seinem militärischen, politischen und moralischen Dilemma herausgeführt habe.