
Christian Lorentzen
führt anhand von
D.
T.
Max' neuer
Biografie (die aus einem langen, im
New Yorker erschienenen
Nachruf des Biografen hervorgegangen ist) durch das Leben von
David Foster Wallace. Doch stört sich der Rezensent ziemlich an Max' Versuchen, den 2008 durch Freitod gestorbenen
Autor als
möglichst normal hinzustellen: "Es scheint so, als würde Max die 'Tugend' der 'Normalität' mit deutlicher Absicht an Wallace zu heften versuchen. Das ist insofern seltsam als Max' sorgfältiger und gewissenhafter Bericht tatsächlich einen
ziemlich wunderlichen Mann zeigt, der einen Großteil seines Lebens im quasi-klösterlichen Stil eines akademischen Lebens zubrachte, einen Raum in seinem Haus komplett schwarz gestrichen hatte und sich offenbar viele Jahre alleine von
Blondies (einer schokoladelosen
Brownie-Variante) ernährte. Max' Fixierung auf 'Normalität' ('Wallace' Kindheit war glücklich und gewöhnlich') ist Teil einer Mission zur Popularisierung. Er möchte Wallace zum
Heiligen stilisieren ... Doch um jemanden zu bewundern, ist es nicht nötig, sich mit ihm zu identifizieren. Heiligkeit, bis zu jenem Grad, den er besaß, war Wallace'
uninteressanteste Qualität. Wenigstens übertrifft Max' Faktenzusammenstellung für gewöhnlich seine Versuche, seinen Gegenstand heiligzusprechen." Beim
New Yorker finden wir nicht nur einen
Auszug aus der Biografie, sondern auch einige, die Buchveröffentlichung
flankierende Blogposts, sowie die
Aufnahme eines Gesprächs mit D. T. Max über sein Buch.
Weitere Artikel: Tom Carver
schreibt Tagebuch in
Beirut. Adam Smyth
erinnert die Lektüre von
Tom Phillips'
Roman "A Humument" daran, "dass Bücher unausweichlich intertextuell sind (...) und dass alles Schreiben darauf fußt, aus einem endlichen Pool an Wörtern zu wählen." Anders als die anderen Besucher im Kinosaal hat ein recht ratloser Michael Wood "The Master" (
Pressespiegel), den neuen Film von
Paul Thomas Anderson über Scientology-Gründer
L.
Ron Hubbard, zwar tapfer durchgehalten, nur um sich am Ende doch zu
fragen, ob er "weniger verwirrt oder vielleicht sogar weniger gelangweilt" war als die anderen Zuschauer. James Wood
liest mit Freuden
Michael Gorras ausführliches Buch über
Henry James'
Roman "Portrait of a Lady". Der guten Besetzung (unter anderem mit "Sherlock"
Benedict Cumberbatch) zum Trotz
findet Christopher Tayler die
BBC/HBO-Produktion "Parade's End" (nach
Ford M. Fords gleichnamigem
Romanzyklus) auf "unschreckliche Art und Weise" ziemlich durchwachsen. Chimamanda Adichie
liest Chinua Achebes "persönliche
Geschichte von Biafra". James Davidson
schlendert durch die
Bronze-
Ausstellung in der
Royal Academy.