
Frankreichs Intervention in
Mali gegen islamistische Gruppierungen
deutet Stephen W. Smith nicht, wie einige Linke, als neo-imperialistische Einmischung und auch alte Schlagworte wie
la francafrique hält er "für ein Gespenst, das man heute stillschweigend zu Grabe tragen sollte". Ungleich bemerkenswerter findet er nämlich, dass Frankreich sich zu dieser Maßnahme entschlossen hat, die
USA hingegen nicht. Kriegsmüdigkeit lässt er nicht gelten: "Warum sollte Obama
mehr Drohnenangriffe gegen die Führer von Somalias al-Shabaab anordnen als seine Vorgänger, obwohl die Gruppe nur lose Verbindungen zum internationalen Terrorismus hat, aber keinen Finger rühren, um die [Terrorgruppe] AQIM von einer Übernahme Malis abzuhalten? Weil er natürlich - neben einer Arbeitsteilung mit den Franzosen - die verschiedenen terroristischen Bedrohungen in Afrika
trennen und jede individuell behandeln will statt als Einheit, um so den Dschihadisten die Möglichkeit zu nehmen zu koalieren. In dieser Hinsicht bleibt
Nigeria, selbst wenn die Franzosen im Treibsand Malis versinken, der Schwerpunkt für die USA in der Region: Mit 150 Millionen Einwohnern ist es der bevölkerungsreichste Staat und der größte Ölproduzent südlich der Sahara. Und er hat eine hausgemachte Salafisten-Dschihad-Gruppe, Boko Haram ('Verwestlichung ist sündhaft')." Ein Mitarbeiter des amerikanischen Militärs beschreibt die Herangehensweise seiner Chefs Smith gegenüber dann sehr viel nüchterner: "'Was wir hier machen ist sowas wie
Schlag-
den-
Maulwurf' - eine Anspielung auf einen
Spielhallenautomat, bei dem die Spieler Maulwürfe mit einem Holzhammer in ihre Höhlen zurückschleudern." Aber immer nur für Sekunden.

Außerdem: Rebecca Solnit
denkt in ihrem Tagebuch darüber nach, ob sich der lokale Boom, den heutige
IT-
Konzerne wie
Google oder
Apple an ihren Standorten auslösen, wirklich so ohne weiteres mit dem das Städtewachstum befeuerndem
Goldrausch des 19. Jahrhunderts vergleichen lässt. Tariq Ali
schaut auf die anstehenden Wahlen in Pakistan. Robert J. Evans
liest neue Bücher über
Mussolini und die Faschisten, die im heutigen Italien ungestraft gelobt werden können. Und Hal Foster
besucht die Ausstellung "
Inventing Abstraction 1910-25" im MoMA, für die sich das Museum eine auch zum Stöbern ausgesprochen
schöne Website eingerichtet hat (Bild: eine unbenannte Bildkomposition von
Sophie Taeuber-
Arp von 1918).