E. L. James

Shades of Grey

Band 1: Geheimes Verlangen
Cover: Shades of Grey
Goldmann Verlag, München 2012
ISBN 9783442478958
Taschenbuch, 608 Seiten, 12,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andrea Brandl und Sonja Hauser. Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe - in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.07.2012

Ina Hartwig staunt nicht schlecht: Ein Porno, in dem kein einziges obszönes Wort fällt? In dem "eine Erektion zum Vorschein kommt"? In dem der S/M-Sex per Vertrag abgesichert wird und der Geruch nach Duschgel nie verschwindet? So einen biederen Schmöker hat Hartwig lange nicht gelesen. Eigentlich bräuchte sie zu der Geschichte von der unschuldigen Studentin, die in den Bann eines superreichen, supergutaussehenden und überhaupt supercoolen Geschäftsmanns mit Sadomaso-Neigung gerät, nicht mehr viel dazu sagen, aber sie möchte doch belegen, wie simpel die Prosa dieser Autorin ist, die mit ihren Frauenporno-Bestsellern zur Multimillionärin geworden ist. Schlimm findet die Rezensentin auch den Werbebroschüren-Duktus ("Im Geschäftsleben geht es um Menschen, Miss Steele, und ich bin ein guter Menschenkenner"), die ganze bunte Warenwelt und das "kindische Verhältnis zum Konsum". Für Hartwig nur Schmerz, keine Lust.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2012

Im Vorfeld der Veröffentlichung von E.L. James' "Shades of Grey", das in den USA dabei ist, so ziemlich alle Verkaufsrekorde zu brechen, war allgemein die Rede davon, das Buch bediene einen Zeitgeist, demgemäß sich erfolgreiche, selbstbewusste Frauen nach Unterwerfung und Erniedrigung sehnen, berichtet Julia Encke. Umso überraschter ist sie, als sie bei der Lektüre feststellt, dass "Shades of Grey" überhaupt nicht von einer selbstbewussten, erfolgreichen Frau handelt, sondern von einem ehrgeizlosen "Bewunderungsgirl". Dass sich dieses einem dominanten Multimillionär unterwirft, ist nicht mutig und modern, sondern im Gegenteil reaktionär, meint die Rezensentin. Und der medienwirksam skandalisierte Sadomaso-Gehalt erweise sich bei näherer Betrachtung als "Vanilla-Latte-Sadomasochismus". So hat dieses "in atemberaubend unbeholfener Sprache" verfasste Buch für die Rezensentin mehr mit "Twilight" als der "Geschichte der O" zu tun.
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