Lawblogger Thomas Stadler
benennt ein ungemütliches Problem, das sich aus den jüngsten
SZ-
Enthüllungen über die Auslieferung von Telekommunikationsdaten durch den
BND an die NSA ergibt. Sie ist nämlich gesetzlich ausdrücklich untersagt: "Es zeigt sich also, dass die Bundesregierung
nicht zur Aufklärung der mit großer Sicherheit rechtswidrigen Aktivitäten des BND im Bereich der TK-Überwachung beitragen wird, weil der BND ja gerade mit Wissen und Zustimmung der Bundesregierung gehandelt hat. Die Bundesregierung ist mithin
Teil des Problems."
Die
SZ meldet, dass
CDU und SPD jetzt gemeinsam beschlossen haben, dass der Untersuchungssausschuss
Edward Snowden nicht in Deutschland befragt, sondern in Moskau. Snowden hatte dies schon abgelehnt, was im Klartext bedeutet: Snowden wird
überhaupt nicht befragt.
Patrick Beuth
prüft für
Zeit online nach den Enthüllungen über die Kooperation zwischen BND und NSA in den Jahren 2004 und 2007 die Aussagen der damaligen rot-grünen Regierungspolitiker, und vor allem des damaligen Kanzleramtsministers
Frank-Walter Steinmeier. Gelogen habe er nicht, stellt Beuth fest: "Aber er hat auch
nicht alles gesagt, was er wusste, um zur selbst geforderten Aufklärung beizutragen. Ein solcher Vorwurf trifft natürlich auf alle ehemaligen und aktuellen Regierungsmitglieder zu." Und dann stellt sich noch die Frage des
Ringtauschs: Selbst wenn der BND deutsche Daten herausgefiltert hätte, hätte er dann nicht die
Daten von Amerikanern an die NSA weitegereicht? Und verfährt diese ebenso mit deutschen Daten?
Lisa Caspari
berichtet unterdessen ebenfalls für
Zeit online über die Aussage von IT-Experten vor dem NSA-Ausschuss, die eine stärkere Verschlüsselung der Kommunikation und eine
Abkoppelung der Netze fordern.
Die Stadt
Chicago wird an Straßenlaternen Sensoren installieren, die nicht nur Wind und Wetter, sondern auch
Bewegungsprofile von Handynutzern aufzeichnen werden - angeblich anonymisiert,
berichtet Jacob Kastrenakes in
The Verge, aber im Prinzip sei es möglich, "dass polizeilich die Verfolgung des Wegs
einer einzelnen Person durch die Stadt möglich wird, eine höchst effiziente Fähigkeit, wenn sie außerdem mit den Überwachungskameras von Chicago verbunden wird. Eine Londoner Firma hat dies letztes Jahr mit Sensoren in Mülleimern versucht, wurde aber nach einigen Tagen gestoppt. Es heißt, die Sensoren in Chicago erlaubten solche Identifizierungen von Einzelpersonen nicht, was Bedenken beruhigen mag."