(Via
Meedia). Die
New York Times verabschiedet sich mehr oder weniger von digitaler Werbung die ihr (wie auch dem
Perlentaucher auf ein paar Werbeplätzen) von
dritten Anbietern zugespielt wird und die meist auf eine ziemlich enge Überwachung der Nutzer setzen, wie Robin Berjon in der
Times in einem
ausufernden Blogbeitrag erklärt. Im Grunde läuft's darauf hinaus, dass man wieder
selber akquiriert: "Wir verringern unsere Abhängigkeit von Dritten, indem wir unsere eigenen Fähigkeiten entwickeln, Anzeigen zu platzieren, die nicht auf der
Verfolgung der Leser über ihr gesamtes vernetztes Leben hinweg basieren. Um Anzeigen effektiv zu gestalten, ohne zu wissen, wem sie präsentiert werden, haben wir verbesserte
kontextbezogene Targeting-Funktionen entwickelt."
(Via
turi2) Und noch ein Problem, das vielleicht die
New York Times und überhaupt fast jeden betrifft, der im Internet etwas aufbauen will:
Google lenkt inzwischen
vierzig Prozent der Suchanfragen auf
eigene Seiten, wo es die Nutzer prächtig überwachen und mit eigener Werbung bombardieren kann,
berichten Adrianne Jeffries and Leon Yin in
themarkup.org und zitieren einen Betroffenen: "'Google hat mit dazu beigetragen, das freie Internet aufzubauen. Jetzt trägt es dazu bei einzureißen, was es aufbaute', sagt Chris Cummings, der Chef von Curiosity Media, dem die
Übersetzungswebsite SpanishDict.com gehört. Die Seite bietet freie Übersetzungen und Wörterbucheinträge, viele von Linguisten und Übersetzern geschrieben. Es lebt von Werbung und
braucht Traffic um zu überleben. Jahrelang, sagt er, wuchs seine Website mit Google. Aber dann war Google Translate der Top Spot bei Übersetzungssuchen..."
Marian Turski, geboren 1926, schreibt heute in der
FAZ einen offenen Brief an
Mark Zuckerberg mit der Aufforderung, Hassrede auf Facebook zu unterbinden: "Wenn auf Facebook jemand dazu anstiftete, mich, Marian Turski, umzubringen, dann glaube ich, dass Sie das sicher für unzulässig halten würden. Aber Menschen, die heute
den Holocaust leugnen, verfolgen eine Ideologie und geben sie an die junge Generation von heute weiter, die den Tod von sechs Millionen Marian Turskis verursacht hat. Deshalb appelliere ich heute an Sie, - nicht wider die Demokratie, sondern der Demokratie zuliebe - nicht zuzulassen, dass Holocaust-Leugner auf Facebook in Erscheinung treten."