
Wir leben in einer
Kultur der Flachheit, die sich seit den siebziger Jahren ausbreitet,
fürchtet Alana Newhouse: Libertäre Republikaner und neoliberale Demokraten hätten daran ebenso mitgewirkt wie die Tech-Industrie. Sie haben die Institutionen geschleift und eine Horde von Jasagern geschaffen, die - auch oder sogar gerade in der akademischen Welt - jedes Anecken, jede kontroverse Position vermeidet, so Newhouse: "Ich will die
Uhr nicht zurückdrehen in eine Zeit, bevor wir alle E-Mails und Handys hatten. Was ich will, ist, mich von der
letzten Generation inspirieren zu lassen, die eine
neue Lebenswelt geschaffen hat - den amerikanischen Malern des abstrakten Expressionismus der
Nachkriegszeit, Jazzmusikern, Schriftstellern und Dichtern, die einen alternativen amerikanischen Modernismus schufen, der die aufstrebende kommunistische Moderne direkt herausforderte: eine Mischung aus Formen und Techniken, bei der die Betonung nicht auf der Gesichtslosigkeit der Massenproduktion lag, sondern auf
individueller Kreativität und Können."
Amerika hat ein
neues Klassensystem,
behauptet Michael Lind von der University of Texas at Austin. Und zum ersten Mal wird es nicht bestimmt von Lokalfürsten. "Erst in der letzten Generation sind diese regionalen Patrizier in einer einzigen, zunehmend
homogenen nationalen Oligarchie aufgegangen, mit demselben Akzent, denselben Umgangsformen, denselben Werten und
demselben Bildungshintergrund von Boston über Austin und San Francisco bis nach New York und Atlanta. Dies ist eine wahrhaft epochale Entwicklung. ... Immer mehr Amerikaner finden heraus, dass 'Wokeness' in der neuen, zentralisierten amerikanischen Elite als
Mittel zum Ausschluss von Amerikanern der Arbeiterklasse aller Rassen funktioniert, zusammen mit den rückständigen Überbleibseln der alten regionalen Eliten. Tatsächlich ändert die neue nationale Oligarchie die Codes und Passwörter etwa
alle sechs Monate und informiert ihre Mitglieder über die Universitäten und die Prestigemedien und Twitter. Amerikas Arbeiterklasse-Mehrheit aller Rassen schenkt den Medien weit weniger Aufmerksamkeit als die Elite und es ist höchst unwahrscheinlich, dass sie ein Kind in Harvard oder Yale hat, das sie aufklärt. Und nicht akademisch gebildete Amerikaner verbringen
sehr wenig Zeit auf Facebook und Twitter... Das ständige Ersetzen alter Begriffe durch neue Begriffe, die nur den Oligarchen bekannt sind, ist eine
brillante Strategie der sozialen Ausgrenzung."
Außerdem: Dana Kessler liest ein Buch über israelische
Lapid Keramiken (mehr dazu
auch hier).