Magazinrundschau - Archiv

The New Yorker

855 Presseschau-Absätze - Seite 62 von 86

Magazinrundschau vom 06.11.2007 - New Yorker

Connie Bruck porträtiert den Milliardär und Immobilientycoon Samuel "Sam" Zell, seit März Besitzer der Tribune Company, die unter anderem die Los Angeles Times verlegt. Der Artikel zeichnet im Detail komplizierte Geschäftsabschlüsse nach, deren Anbahnung man sich so nicht vorgestellt hätte: "Dear Stevie: / Roses are red / Violets are blue / I heard a rumor / Is it true? / Love and kisses, / Sam." Die Antwort: "Sam, how are you / The rumor is true / I do love you / And the price is $52."

Weiteres: Malcolm Gladwell widmet sich in einem spannenden Beitrag der mythenumrankten Erstellung von Täterprofilen durch das F.B.I.. Peter Schjeldahl führt durch eine Retrospektive des Bildhauers Martin Puryear am MoMA und eine Ausstellung mit Zeichnungen von Georges Seurat, ebenfalls dort. John Lahr bespricht eine Inszenierung von Edmond Rostands Theaterstück "Cyrano de Bergerac" mit Kevin Kline in der Hauptrolle. Und Anthony Lane sah im Kino den Thriller "No Country for Old Men" der Coen-Brüder und "Von Löwen und Lämmern" von Robert Redford. Online lesen dürfen wir außerdem die Erzählung "Brooklyn Circle" von Alice Mattison und Lyrik von Yusef Komunyakaa und Jean Valentine.

Nur im Print: eine Reportage über den kanadischen Teersand-Boom und ein Porträt des amerikanischen Galeristen und Kunstberaters Jeffrey Deitch.

Magazinrundschau vom 30.10.2007 - New Yorker

Anthony Grafton denkt intensiv und weit ausholend über die Vor- und Nachteile einer digitalen Universalbibliothek nach. Dabei macht er uns mit ein paar frühen Perlentauchern bekannt: "Die Renaissance, in der die Menge an neuen Texten überwältigend zu werden drohte, war das große Zeitalter der systematischen Notizen. Handbücher wie Jeremias Drexels 'Goldmine' - das Frontispiz zeigte einen Gelehrten, der Notizen schrieb, vis-a-vis einem Bergarbeiter, der nach echtem Gold grub - lehrten die Studenten, wie man den Inhalt von Literatur durch Überschriften komprimierte und arrangierte. Forscher, die auf diesem Gebiet geübt waren, wie Isaac Casaubon, entwarfen grobe, effiziente Netze aus Notizen über die Texte ihrer Bücher in ihren Notizbüchern - hunderte von Casaubons Büchern überlebten - und benutzten sie, um Informationen über praktisch alles wiederzufinden - von der Religion der griechischen Tragödie bis zu jüdischen Begräbnispraktiken. Jacques Cujas, ein Rechtsgelehrter aus dem sechzehnten Jahrhundert, verblüffte Besucher seines Studierzimmers, wenn er ihnen einen rotierenden Barbierstuhl und seinen beweglichen Bücherstand zeigte. Beide erlaubten es ihm viele Bücher gleichzeitig im Blick zu haben. Thomas Harrison, ein englischer Erfinder des 17. Jahrhunderts, erfand ein Kabinett, das er die Arche des Studierens nannte: Leser konnten Bücher zusammenfassen oder Auszüge erstellen und ihre Notizen auf einer Reihe beschrifteter Metallhaken nach Themen sortieren, wie eine Art Kartenindex. Der deutsche Philosoph Leibniz erwarb so ein Kabinett und benutzte es für seine Forschung."

Weiteres: Raffi Khatchadourian informiert über die umstrittenen Aktivitäten der Sea Shepherd Conservation Society, die sich den Schutz der Meere vor menschlichen Begehrlichkeiten und Zerstörung zur Aufgabe gemacht hat. Elizabeth Kolbert bespricht ein Buch über das Auto der Zukunft und die Zukunft des Autos: "Zoom: The Global Race to Fuel the Car of the Future" (Twelfe). Peter Schjeldahl führt durch eine Frieda-Kahlo-Retrospektive im Walker Art Center in Minneapolis. Joan Acocella schreibt über das Debüt der neuen Ballettkompanie Morphoses von Christopher Wheeldon im New Yorker City Center. David Denby sah im Kino Ridley Scotts Thriller "American Gangster" mit Denzel Washington und Russel Crowe. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "The Dog" von Roddy Doyle und Lyrik von Rosanna Warren, Michael Ryan und Robert Bly.

Nur im Print: ein Porträt des englischen Schauspielers und Komikers Steve Coogan.

Magazinrundschau vom 16.10.2007 - New Yorker

Unter der schönen Überschrift "Das wohltemperierte Internet" erklärt Alex Ross, warum das Internet vielleicht die Pop-CD erledigt, aber sehr gut für die klassische Musik ist: er stellt einige ausgezeichnete Blogs und Musiker-Homepages für klassische Musik vor. Und dann ist da natürlich iTunes. "Als Apple 2003 seinen iTunes Musikladen startete, hob es auf seiner Homepage Künstler wie Esa-Pekka Salonen und Anna Nebtrebko hervor; als Resultat stiegen die Verkäufe von klassischer Musik sprunghaft. Ähnliche Aufwärtstrends gab es bei Amazon und ArkivMusik. Die Anonymität des Internets hat klassische Musik für Nichtfanatiker zugänglicher gemacht. Ersthörer können Kritiken lesen, Audiosamples vergleichen und sich dann zum Beispiel für eine Beethoven-Aufnahmen von Wilhelm Furtwängler entscheiden, ohne die Demütigung zu riskieren, unter dem säuerlichen Blick eines Verkäufers den Namen des Dirigenten falsch ausgesprochen zu haben." Zu den besten Adressen gehören für Ross die Website des Arnold Schönberg Centers in Wien, das Blog "Think Denk" des Pianisten Jeremy Denk und Keeping Score, eine Website des San Francisco Symphonie Orchesters, auf der einzelne Musikstücke wie zum Beispiel Beethovens "Eroica" erklärt werden. Ross hat natürlich auch selbst ein Blog.

Margaret Talbot porträtiert ausführlichst David Simon, den Schöpfer der HBO-Serie "The Wire", der - kann man es anders sagen? - besten Krimiserie aller Zeiten: "Rafael Alvarez, ein früherer Reporter der Baltimore Sun, den Simon als einen Autor fürs Drehbuch angeheuert hat, sagte: 'In einem russischen Roman, arbeitet sich der Leser durch die ersten hundert Seiten. Dann wendet sich das Blatt und man versinkt in dem Roman. Bei 'The Wire' könnte es gut bis zur sechsten Folge dauern, bis man drin ist.'"Die Schöpfer von 'The Wire' würden niemals behaupten, dass ihre Arbeit so gut wie die von Tolstoi oder Dickens sein, aber so ganz können sie dem Vergleich auch nicht widerstehen."

Weiteres: John Updike bespricht eine Biografie von David Michaelis über Charles Schulz, Schöpfer der "Peanuts" (Harper Collins). Thomas Mallon rezensiert eine Studie über Wernher von Braun: "Von Braun: Dreamer of Space, Engineer of War" (Knopf). Paul Goldberg stellt die "spielerische" Architektur von Will Alsop vor. Sasha Frere-Jones fragt sich in einem längeren Artikel, warum Indie-Rock "so weiß" und langweilig geworden ist. Und Anthony Lane sah im Kino "We own the Night" von James Gray und "Lust, Caution" von Ang Lee. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Among Animals and Plants" von Andrei Platonov und Lyrik von Louise Glück, Franz Wright und Jack Gilbert.

Nur im Print: Porträts der iranischen Videokünstlerin Shirin Neshat, des Geschäftsführers der Metropolitan Opera Peter Gelb und des amerikanischen Historikers Jacques Barzun, der 100 Jahre alt wird, sowie eine Betrachtung über entzauberte Filmstars.

Magazinrundschau vom 02.10.2007 - New Yorker

Unter der Überschrift "Wechselnde Ziele" beschreibt Seymour M. Hersh die jüngste Umdefinierung der Bedrohung durch den Iran durch die Bush-Administration zu einem strategischen Kampf zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. "Was ursprünglich als Eindämmungsmission präsentiert wurde, wird nun als Terrorismusbekämpfung bewertet. Die Zielverlagerung spiegelt drei Entwicklungen: Erstens haben der Präsident und seine Berater den Schluss gezogen, dass ihre Kampagne, die amerikanische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass der Iran eine unmittelbare nukleare Bedrohung darstellt, gescheitert ist (im Gegensatz zu einer ähnlichen Kampagne vor dem Irak-Krieg), weshalb es nicht genügend öffentliche Unterstützung für einen vorrangigen Bombardierungseinsatz gibt. Zweitens stimmt das Weiße Haus im Vertrauen mit dem allgemeinen Konsens der amerikanischen Geheimdienste überein, wonach der Iran noch mindestens fünf Jahre von einer Bombe entfernt ist. Und schließlich wächst in Washington und im Mittleren Osten die Erkenntnis, dass der Iran als geopolitischer Gewinner aus dem Irak-Krieg hervorgeht."

Weitere Artikel: Rebecca Mead porträtiert den Restaurantbesitzers Robert Egan, der seit 15 Jahren als eine Art inoffizieller Botschafter für das nordkoreanische Regime Nordkoreas fungiert und als "Kim Jong Ils Kumpel in New Jersey" seine "Barbecue-Diplomatie" betreibt. Joan Acocella rezensiert die Biografie "Nurejev: The Life" (Pantheon) von Julie Kavanagh. Peter Schjeldahl berichtet über die Kunstbiennale Istanbul. Und David Denby sah im Kino den Thriller "Michael Clayton" von Tony Gilroy und das Biografie-Drama "Into the Wild" von Sean Penn nach dem Buch von Jon Krakauer. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Married Love" von Tessa Hadley und Lyrik von Adam Zagajewski und Cornelius Eady.

Nur im Print: Jane Kramer über die "Hamlet"-Inszenierung von Elizabeth LeCompte und ihrer Wooster-Group und Hilton Als über eine Kara Walker-Retrospektive im New Yorker Whitney Museum of American Art.

Magazinrundschau vom 25.09.2007 - New Yorker

In Moskau traf David Remnick den ehemaligen Schachweltmeister Garry Kasparow, der sich mit Vladimir Putin anlegt und auf dessen Macht zielt. "Kasparow ist sich den Gefahren frecher Unabhängigkeit wohl bewusst. Wenn er sich in Russland aufhält, bemüht er ein Sicherheitsaufgebot, das ihn Zehntausende Dollar im Monat kostet. (...) Als ich ihn fragte, ob er um sein Leben fürchte, nickte er ernst und sagte: ,Ja. Alles, was ich tun kann, ist zu versuchen, mein Risiko zu mindern. Ausschalten kann ich es nicht. Sie überwachen alles, was ich in Moskau tue, oder wenn ich nach Murmansk oder Woronesch reise. Ich esse und trinke nichts an Orten, die ich nicht kenne, und vermeide es, mit Aeroflot zu fliegen. Das hilft letztlich gar nichts, wenn sie wirklich hinter einem her sind. Aber wenn, wäre das wirklich schwierig, nicht nur wegen der Bodyguards. Der Kreml ginge ein gewaltiges Risiko ein, sollte mir, Gott behüte, etwas passieren. Nicht, weil sie allergisch gegen Blut wären, aber es würde ein schlechtes Image erzeugen - oder das jetzige noch weiter verschlechtern."

Weiteres: John Updike bespricht den neuen Roman "Run" von Ann Patchett. Anthony Lane sah im Kino den Thriller "The Kingdom" von Peter Berg und den Western "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" von Andrew Dominik mit Brad Pitt. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "The Insufferable Goucho" von Roberto Bolano und Lyrik von Deborah Warren und Jason Shinder.

Nur im Print: ein Bericht über das Manahatta-Projekt zur historischen Rekonstruktion der Insel von 1609 und ein Gespräch zwischen Philip Roth und Hermione Lee über das Altern.

Magazinrundschau vom 11.09.2007 - New Yorker

Unter der Überschrift "Die Niederlage planen" beschäftigt sich George Packer mit der Frage, wie und wann sich die US-Armee aus dem Irak zurückziehen könnte. Das Scheitern einer die verfeindeten Seiten versöhnenden Politik sei nicht alleine den Irakern anzulasten und entlasse die Vereinigten Staaten nicht aus der Verantwortung. "Vielmehr erheben sich eine Reihe neuer moralischer und strategischer Fragen, die auf ihre Weise viel schmerzlicher sind als in jeder anderen Phase des Krieges. Sich diesen Fragen zu stellen, verlangt von der amerikanischen Führung, zu tun, was sie bisher versäumt hat: über die nächsten drei oder sechs Monate hinaus auf die nächsten zwei oder drei Jahre zu blicken. Was können wir tun, den Schaden zu begrenzen, den wir hinterlassen, wenn sich Amerika auf den unausweichlichen Abzug vorbereitet, nicht nur für den Irak, sondern für uns selbst? Amtsträger im Weißen Haus sind entschlossen, den Vorstoß als dramatische Wendung des Kriegs zu präsentieren - als könnte der Krieg noch gewonnen werden."

Ryan Lizza schreibt über Hillary Clinton, die sich für ihre Politik aus dem politischen Vermächtnis ihres Mannes herauspickt, was sie braucht. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Mr. Bones" von Paul Theroux und Lyrik von Les Murray und Joni Mitchell.

David Owen stellt eine Geschichte des Bridge-Spiels vor: "The Backwash Squeeze & Other Improbable Feats". Jill Lepore bespricht eine Studie über den ersten Präsidenschaftswahlkampf der USA: "A Magnificent Catastrophe". Und Anthony Lane sah im Kino den Thriller "Eastern Promises" von David Cronenberg und den Dokumentarfilm "In the Shadow of the Moon" des Briten David Sington über die Apollo-Missionen der Nasa.

Und noch ein Artikel über das Rätsel Schreibabys und ein Porträt der im vergangenen Jahr gestorbenen britischen Pianistin Joyce Hatto.

Magazinrundschau vom 28.08.2007 - New Yorker

Buchstäblich viel Lesefutter in dieser Doppelnummer mit einem Ess-Special. So erforscht Adam Gopnik unter anderem mit dem Hühner-Komitee des City Chicken Project das New Yorker Agrarleben, das unter anderem Gemüsezucht und Honigproduktion auf Hausdächern vorsieht. Nach Zubereitung eines Menüs, in dessen Zentrum ein in der Bronx aufgezogenes Hühnchen - "einen Tick zäh, aber doch lecker" - stand, hatte seine Tochter "statt zu essen ziemlich professionelle Herumschiebereien auf ihrem Teller damit veranstaltet. (Siebenjährige wissen, dass man mit Essen-auf-dem-Teller-Rumschieben durchkommt, nur nicht mit Essen-Verweigern.) 'Ich hab's probiert', erklärte sie mir tags darauf. 'Das Problem war, dass es wie Taube geschmeckt hat.'"

Weiteres: Patrick Radden Keefe widmet sich dem internationalen Markt für alte Weine und geht der Frage nach, wie ein einzelner Sammler, in diesem Fall der amerikanische Tycoon Fred Koch, an so viele kostbare Raritäten in seinem Keller kam. Und in kleinen Vignetten erinnern sich Aleksandar Hemon, Gary Shteyngart, Nell Freudenberger, Chimamanda Ngozi Adichie, David Sedaris, Anthony Lane und Donald Antrim an diverse Ess-Erlebnisse. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Luda and Milena" von Lara Vapnyar und Lyrik von James Richardson und Jean Valentine.

Sasha Frere-Jones porträtiert den französischstämmigen Sänger und Gitarristen Manu Chao. Hilton Als bespricht Theaterinszenierungen von Shakespeares "A Midsummer Night's Dream" und "Iphigenie 2.0" des amerikanischen Dramatikers Charles Mee. Und David Denby sah im Kino die Bestsellerverfilmung "The Nanny Diaries" über Kinderhüten auf der Upper East Side mit Scarlett Johansson und das Western-Remake "3:10 to Yuma" mit Peter Fonda.

Die Fortsetzung des Ess-Specials in der Print-Ausgabe: Jane Kramers Porträt der international bekannten, in Kairo geborenen jüdischen Kochbuchautorin Claudia Roden, die Suche nach dem besten Imbissstand von Singapur, eine persönliche Liste schräger Gerichte und ein Erfahrungsbericht mit freiwilligem Hungern.

Magazinrundschau vom 21.08.2007 - New Yorker

Paul Goldberger schwärmt von der neuen "Retro-Opulenz" der Wohnquartiere an der Upper Westside. "Wenn man heute solchen Luxus wie hohe Räume und ein Esszimmer wünscht, ist ein altes Gebäude so ziemlich der einzige Ort, an dem man derlei findet. Vergesst Richard Meier und Jean Nouvel mit ihren schnittigen Eigentumswohnungen: Für Kenner von Wohnungen in Manhattan sind die wahren Architekturberühmtheiten stets Rosario Candela, J. E. R. Carpenter und Emery Roth gewesen, die zwischen den beiden Welkriegen die besten Gebäude entworfen haben. Diese Zeitspanne - als Roth am Central Park West das San Remo baute, während Candela die düsteren Stadtburgen 740 Park Avenue sowie 834, 960 und 1040 Fifth Avenue hinstellte - erwiesen sich als die glorreichen Jahre. Solche Gebäude bilden noch immer den Höhepunkt der New Yorker Wohnarchitektur."

Weiteres: Unter der Überschrift "Die menschliche Bombe" kommentiert Adam Gopnik Nicolas Sarkozys Pläne für Frankreich. Niall Ferguson bespricht die Studie zum Marshall-Plan "The Most Noble Adventure". Adam Kirsch stellt eine Biografie der britischen Autorin Anne Wroe über den englischen Dichter Percy Shelley. Und Anthony Lane würdigt das filmische Vermächtnis von Michelangelo Antonioni.

Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Nawabdin Electrician" von Daniyal Mueenuddin und Lyrik von Kimiko Hahn und Philip Schultz.

Nur im Print: Alex Ross über Auswirkungen des Kalten Kriegs auf den amerikanischen Komponisten Aaron Copland, ein Porträt des britischen Schauspielers Ian McKellen und eine Reportage über das Projekt einer nationalen amerikanischen Saatenbank.

Magazinrundschau vom 14.08.2007 - New Yorker

Der Science-Fiction-Schriftsteller Philip K. Dick ist zu Klassikerehren gelangt, spätestens ein sechs Romane umfassender Band der "Library of America" beweist es. Adam Gopnik würdigt den Genre-Autor und seine postume Karriere: "Von allen amerikanischen Schriftstellern, ist keiner dem vom-Genre-Schreiberling-zum-unerkannten-Genie-Prozess so gründlich unterworfen worden wie Philip K. Dick, der in Kalifornien aufwuchs und lebte und seit den fünfziger Jahren insgesamt sechsunddreißig rasante Romane schrieb, in den frühen Siebzigern verrückt wurde und 1982 im Alter von nur dreiundfünfzig Jahren starb. Sein Ruf wuchs durch die zwei Möglichkeiten, die Genre-Autoren haben, um berühmt zu werden. Zum einen wurde er zur Inspiration für unzählige Filme (...). Dick wurde aber auch der Edgar Allan Poe unserer Zeit, und zwar als das scheiternde Genie, das uns einen eigenen Stil von Schrecken und Schauder schenkte. (In beiden Fällen haben es erst die Franzosen erkannt; die ersten guten Texte über Dick, wie über Poe, kamen aus Europa, speziell aus Paris.)"

Weitere Artikel: Paul Simms erzählt in einem Text von abgeklärtem Understatement von einer ziemlich komischen, wenn auch nicht unbedingt realen Nahtoderfahrung. David Denby hat im Kino die Filme "Superbad" und "Delirious" gesehen. Roger Angell schreibt über den neuen Home-Run-Rekord des wegen mutmaßlichen Steroid-Gebrauchs ins Zwielicht geratenen Baseball-Stars Barry Bonds.

Magazinrundschau vom 07.08.2007 - New Yorker

Unter der Überschrift "Die finsteren Orte" untersucht Jane Mayer das geheime Verhörprogramm der CIA. Aufgerollt wird ihre Reportage am Fall des Al-Qaida-Führers Chalid Scheich Mohammed, der für die Ermordung des amerikanischen Journalisten Daniel Pearl in Pakistan verantwortlich gewesen sein soll. "Das Programm wurde außergewöhnlich 'abgeschottet', wie es in der Nomenklatur der Geheimdienste heißt. Es sieht vor, dass Außenstehende praktisch keinen Zugang zu den Gefangenen der CIA haben. Die vollkommene Isolierung dieser Häftlinge wurde dabei als unerlässlich für die nationale Sicherheit Amerikas bezeichnet. Dieser Punkt wurde vergangenen November vom Justizdepartment im Fall des in Baltimore ansässigen Majid Khan, den die CIA über drei Jahre lang festhielt, ausdrücklich betont. Khan, so die Regierung, habe der Zugang zu einem Anwalt besonders deshalb untersagt werden müssen, weil er die an ihm praktizierten 'alternativen Befragungsmethoden' hätte schildern können. Diese Methoden seien Staatsgeheimnis, argumentierte die Regierung, und ihre Offenlegung könne 'erwartungsgemäß extrem schweren Schaden verursachen'."

Steve Coll fragt nach der Übernahme des Wall Street Journal durch Rupert Murdoch nach dem Schicksal des Journalismus' der alten Schule. Sasha Frere-Jones porträtiert Lil Wayne aus New Orleans, nach Eigenaussage - und offenbar nicht ganz zu Unrecht - "the best rapper alive". Ausgesprochen erheiternd liest sich Oliver Sacks Beschreibung eines Ausflugs mit der amerikanischen Farngesellschaft, deren Mitglieder selbst mitten in New York mit Lupen in Pflasterritzen nach Farnen Ausschau halten. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Magda Mandela" von Hari Kunzru und Lyrik von Adam Zagajewski und Louise Glück.

Pankaj Mishra bespricht die Studie "Indian Summer" des jungen britischen Historikers Alex von Tunzelmann, in dem er die letzten Tage der britischen Herrschaft in Indien nachzeichnet. Stephen Shapin stellt eine umfassende Biografie des englischen Philosophen und Soziologen Herbert Spencer vor ("Herbert Spencer and the Invention of Modern Life"). Nancy Franklin widmet sich Serien, die auf dem Frauensender Lifetime laufen. Und Anthony Lane sah im Kino das biografische Porträt von Jane Austen "Becoming Jane" von Julian Jarrold und die Komödie "2 Tage in Paris" von und mit Julie Delpy.

Nur im Print: Artikel über ein Syndrom, das Fragen über die Freiheit des Willens aufwirft, Fallschirmspringen und den italienischen Olivenölschwindel.