Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 10.11.2015 - New York Times

Das Magazin der New York Times ist den Flüchtlingen gewidmet. Allein 30 Millionen Kinder sind derzeit kriegsbedingt auf der Flucht, erklärt Jake Silverstein im Editorial. Unter anderem der neunjährige Sudanese Choul (mehr), der mutterseelenallein in Kenia festsitzt, der elfjährige Ostukrainer Oleg (mehr), und Hana, zwölf Jahre alt, aus Syrien, die in den Libanon geflüchtet ist und der Susan Dominus einen längeren Artikel widmet: "Die meisten Kinder aus Syrien harren mit ihren Familien im Libanon, in der Türkei oder Jordanien in einem zermürbenden Schwebezustand aus. Während die Türkei und Jordanien Camps errichtet haben, weigert sich der Libanon aus Angst, die Syrer könnten sich im Land dauerhaft niederlassen. Die betroffenen Familien bauen Behelfsunterkünfte auf Feldern, an Straßen oder in verlassenen Gebäuden. In den Städten verkaufen die Kinder Papierblumen oder betteln … Anders als die Kinder, die nach Europa unterwegs sind, müssen Hana und ihre Leidensgenossen warten. Hanas Hoffnung, irgendwann nach Hause zurückzukehren und all das Aufgegebene wiederzufinden, schwindet. Sie ahnt, wie viel von ihrem jungen Leben bereits für immer verloren ist."

Auch die NYT widmet sich dem molekularen Werkzeugkasten Crispr: Jennifer Kahn porträtiert eine der Entdeckerinnen, die Biochemikerin Jennifer Doudna.

Magazinrundschau vom 03.11.2015 - New York Times

Das Magazin der New York Times widmet sich dem Essen und seinem Wandel. Ferris Jabr erkundet jüngste Bemühungen, das gute alte Weizenkorn wiederzubeleben. Dazu gehört die Reversion moderner Mahltechniken: "Die Stahlwalzenmühle von 1839 brachte einen einschneidenden Wandel, da sie den Kern des Weizens ausschied. Ein Weizenkern besteht aus drei Hauptkomponenten: einem faserigen, nährstoffreichen äußeren Mantel, der Kleie; dem geschmackvollen, aromatischen Keim und einem Körper aus Stärke, dem Endosperm, das den größten Teil des Kerns ausmacht. Vor der Verwendung der Walzenmühle wurden alle drei Teile zusammengemischt, das Mehl war nicht weiß wie heute, sondern kräftig und golden gesprenkelt, weil es Keimöle und Kleieanteile enthielt. Wegen des Öls war das Mehl allerdings leicht verderblich. Die Walzenmühle löste dieses Problem. Ihre rotierenden Zylinder sondern die Kleie und den Keim vom Endosperm ab und produzieren reinweißes Mehl aus nichts als Stärke. Für die Mehlindustrie war es ein Segen. Sie konnte nun Mehl aus verschiedenen Quellen miteinander mischen und es durchs Land schicken, ohne sich um Haltbarkeit zu sorgen. Eine Haltbarkeit, deren Kosten allerdings enorm waren, weil sie den Geschmack und den Nährwert des Korns opferte. Seit den 1940ern wird dem Mehl daher Eisen und Vitamin B zugesetzt. Der Siegeszug der Walzenmühle und der industriellen Brotfertigung setzte außerdem die Pflanzenzüchter unter Druck, den Weizen den neuen Technologien noch besser anzupassen. Reinheit, Härte und Einförmigkeit siegten über Geschmack und Nährwert."

Außerdem: Tamar Adler erinnert an die Küche des Atomzeitalters, bestens repräsentiert in Betty Crockers legendärer "Recipe Card Library" mit ihren anämischen Fotos. Und Francis Lam sucht nach den schwarzen Wurzeln amerikanischer Kochkultur. Und Karl-Ove Knausgard widmet in der Sunday Book Review Michel Houellebecqs "Unterwerfung" eine epische Besprechung.

Magazinrundschau vom 27.10.2015 - New York Times

Im aktuellen Magazin der New York Times stellt Mattathias Schwartz eine neue und eher fragwürdige Form des Investments vor: Prozess-Investitionen. "Sie liegen am Schnittpunkt zweier anglo-amerikanischer Steckenpferde - dem Gerichtswesen und dem Unternehmergeist, der alles, von der Kirchenkollekte bis zur Hypothek handelsfähig macht. Wie die Celebrity-Anleihen, abgesichert durch Tantiemen und bekannt geworden durch David Bowie in den 1990ern, repräsentiert Prozess-Investment die Ausweitung des Verbriefungsgeschäfts auf jungfräuliches Gebiet. Prozess-Investoren argumentieren, dass es kleineren Unternehmen erlaubt zu prozessieren. Kritiker befürchten eine Art Prozess-Wettrüsten, bei dem spekulatives Geld die ohnehin schon hohen Kosten des amerikanischen Justizsystems weiter in die Höhe treibt. Während die von externen Finanziers gestützten Gerichtsverfahren sich zahlenmäßig derzeit noch in Grenzen halten, wächst der Industriezweig, der bis in die 2000er Jahre quasi nur Prozesse um Körperverletzung betraf, rapide. Begünstigt wird dies durch liberale Gesetze, hohe Gewinnversprechen und Anwaltshonorare von 500 Dollar pro Stunde und mehr. Zwischen 2013 und 2014 konnte die britische Firma Burford Capital seine Prozess-Investments von 150 Millionen Dollar auf 500 Millionen steigern. In der gleichen Zeit stiegen ihre Profite um 89 Prozent. Einer der jüngsten Fonds der neuen Industrie, der zwei Jahre alte Gerchen Keller Fonds verfügt über ein Kapital von mehr als 840 Millionen Dollar. Mit diesem Kapital im Rücken suchen Kläger international und mitunter mit Hilfe ausländischer Regierungen nach lukrativen Prozessen. Wie Aktien und Hypotheken verwandeln sich Gerichtsverfahren von einer Privatangelegenheit zum voll monetarisierten Anlagegegenstand."

Magazinrundschau vom 20.10.2015 - New York Times

Im aktuellen Magazin der New York Times erklärt Jonathan Mahler, warum die Geschichte von Obamas wichtigstem außenpolitischem Sieg, der Tötung Bin Ladens, noch immer nicht geschrieben ist. Er stellt die Version des Weißen Hauses, derzufolge eine SEAL-Eliteeinheit den Job alleine erledigt hatte, neben die des Investigativjournalisten Seymour Hersh, der in der London Review of Books die Mitarbeit des pakistanischen Geheimdienstes vermutet hatte. "Die offizielle Fassung liegt irgendwo zwischen Fakten und Mythologie. Geschichtsschreibung ist ein Prozess, und es wird noch lange dauern, bis die offizielle Version der Regierung sich als richtig oder falsch erweist … Nicht dass die Wahrheit über Bin Ladens Tod nicht erfahrbar wäre, wir kennen sie nur nicht. Und nichts deutet darauf hin, dass wir bald Genaueres wissen. Die Geschehnisse in der Schweinebucht sind bis heute nicht geklärt, und das ist mehr als ein halbes Jahrhundert her. Es gibt verschiedene Wege, ein Narrativ zu kontrollieren, den altmodischen Weg: Halte die entscheidenden Dokumente unter Verschluss. Und den moderneren, mit allen Wassern der sozialen Medien gewaschenen Weg: Erzähl die Geschichte, die sie glauben sollen. Schweigen ist ein Weg, ein Geheimnis zu bewahren, Reden ein anderer. Und sie schließen einander nicht unbedingt aus." Ein säuerlicher Mark Bowden, der ein Buch über die Ereignisse geschrieben hat, das der Regierungserzählung recht nahe ist, nennt Mahlers Artikel in Vanity Fair "ein großartiges Geschenk für Verschwörungstheoretiker".

Außerdem: Ganz erstaunlich, wie viele Menschen sich mit einem beschäftigen, nachdem man einsam und unbemerkt in seiner Wohnung gestorben ist, lernt Reporter N. R. Kleinfield während seiner Reportage über den langen Weg des Körpers von George Bell in sein Grab. Katie Benner und Conor Dougherty beschreiben, wie journalistische Medien zerrieben werden zwischen Apples App-Welt und Googles Webwelt. Elisabeth Weil trifft San Franciscos reuigen Untergrund-Boss Nr. 1. Rivka Galchen schreibt über die bindende Kraft des Schlaflieds.

In der Sunday Book Review bespricht Laila Lalami Riad Sattoufs Graphic Novel "The Arab of the Future" und Touré liest John Seabrooks Buch "Inside the Hit Factory" über die Musikindustrie und stellt dabei fest, dass die neuen Streamingdienste den Löwenanteil der Einnahmen an die Labels und ihre Superstars zahlen, während unbekanntere Künstler und vor allem Songwriter fast leer ausgehen.

Magazinrundschau vom 13.10.2015 - New York Times

Die weißrussische Dichterin Valzhyna Mort porträtiert die Trägerin des diesjährigen Literaturnobelpreises, Swetlana Alexijewitsch und ihr Werk: "Zusammengenommen sind ihre Bücher ein sehr ambitioniertes Projekt - der Versuch die gesamte Sowjetgeschichte aufzuschreiben - Revolution, Gulag, Zweiter Weltkrieg, Afghanistan, Tschernobyl, der Kollaps des Kommunismus. Alles durch die Stimmen von Menschen, die kein Historiker jemals gefragt hat. "Eine Straße ist für mich wie ein Chor, eine Symphonie", so die Autorin. "Eine Schande, dass so viel in die Dunkelheit gesagt, geflüstert und geschrien wird. Für einen Moment scheint es auf und ist weg, heutzutage umso schneller." Sowjetgeschichte hat sich immer als Ideenroman begriffen. Alexijewitsch dagegen befasst sich mit den flüchtigen Details, dem Schock angesichts so vieler geheimer Leben: Dem Ratschlag eines fast verhungerten Mädchens, Pferdemist zu essen (halbgefroren, sagt sie, geht es und riecht nach Heu), dem Geruch des Zweiten Weltkriegs (Traubenkirsche, es war Juli). Ihre Bücher vermessen, wie viel menschliches ein Menschenleben enthält, und erklären: nicht viel. Unter einer dünnen Schicht Kultur, kommt das Animalische zum Vorschein … Alexijewitschs Hauptinteresse gilt dem Homo Sovieticus, der dazu verdammt ist, immer rückwärts zu schauen und seine Vergangenheit als Zukunft zu sehen. Eine, in der er zugleich sein eigenes Opfer und sein eigener Peiniger ist."

Weitere Artikel: Miranda July macht ein schönes, nicht zu langes und verliebtes Interview mit Rihanna (und ihrem Uber-Fahrer Oumarou Idrissa). A.O. Scott unterhält sich mit Elvis Costello. Vanessa Grigoriadis porträtiert Nicki Minaj. Und Wesley Morris denkt über Identitäten im 21. Jahrhundert nach.

Magazinrundschau vom 06.10.2015 - New York Times

Im neuen Magazin der New York Times gibt sich Mark Leibovich 24 Stunden mit "The Trump" und stellt fest, dass die Kandidatur Trump eigentlich kaum schaden kann, während sie die Medien vor ein Dilemma stellt: Sollen sie im Politikteil über ihn berichten oder unter Entertainment? "Der Kern des Phänomens Trump ist seine eigene Berühmtheit, die heute tatsächlich so populistisch ist wie sie nur sein kann … Zwischen dem Unternehmer und dem Präsidentschaftskandidaten Trump gibt es keinen Unterschied, außer dass letzterer noch häufiger öffentlich auftritt. In beiden Fällen ist es der grob dreiste, großspurige Showman, den wir kennen. Und aus irgendeinem Grund bildet dieser Charakter mit dem politischen Zeitgeist ein treffliches Paar … Ist Trump das Nebenprodukt eines Systems, das Amerika in einen Goldrausch aus billiger Berühmtheit, Reichtumsvermehrung und narzisstischer Selbstvermarktung gestürzt hat? Oder hat Trump nur sein Geld, seine Berühmtheit und seine Mediendominanz gegen die Kräfte gewendet, die den Ekel an diesem System ursprünglich hervorgerufen haben?"

Außerdem: Jennifer Percy trifft in Syrien Soldaten aus Europa und den USA, die gegen den IS kämpfen. Und Sam Anderson berichtet, wie die Schauspielerin Ellen Page Hollywood entkommen ist und lieber für Menschenrechte eintritt. In der Book Review bespricht Jonathan Franzen begeistert Sherry Turkles technologiekritisches Buch "Reclaiming Conversation". Etwas weniger enthusiastisch liest Tim Parks Sven Birkerts ebenfalls sehr technologiekritisches Buch "Changing the Subject". Marcel Theroux bespricht den neuen Rushdie. Und Ann Marie Cox stellt John Norris" Biografie "Mary McGrory. Die erste Königin des Journalismus" vor.

Magazinrundschau vom 29.09.2015 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des Magazins der New York Times denkt Susan Dominus über Eltern mit Smartphones nach: "Ich gebe zu, Twitter bietet mitunter bessere Unterhaltung als das Gespräch mit einem Sechsjährigen, und ja, es gibt immer eine Entschuldigung, um aufs Telefon zu schauen, und sei es nur, um dem Gamaule des Kindes wegen einem Erdnussbutterbrot aus dem Weg zu gehen. Wahr ist auch, dass die Produktivität, die das Telefon suggeriert, genauso süchtig macht wie sie falsch ist. Zwar haben unsere Eltern den vielen kleinen Alltagsbeschäftigungen wahrscheinlich auch mehr Aufmerksamkeit geschenkt als ihren Kindern. Ich sehe z. B. meine Mutter mit ihrem Notizbuch, wie sie eine Telefonnummer nachschlägt oder etwas Wichtiges notiert … Der Unterschied ist, dass diese Beschäftigungen nicht alle auf demselben undurchschaubaren Gerät ausgeführt wurden, sondern konkret und nachvollziehbar waren und sich daher legitim anfühlten. Ich war stets ungeduldig, wenn meine Mutter beschäftigt war. Aber wenn meine eigenen Kinder mich mit dem Smartphone sehen, empfinden sie etwas intensiveres, etwas, das an Empörung grenzt. Sie fühlen sich doppelt ausgeschlossen: Sie sehen, dass ich beschäftigt bin, aber sie sehen nicht womit."

Außerdem: Teju Cole denkt über die Tücken der Reisefotografie nach. Und Marcela Valdes lässt den Journalisten Jorge Ramos, der in den USA die erfolgreichsten spanischsprachigen Newssendungen leitet, laut über Donald Trump nachdenken.

Magazinrundschau vom 22.09.2015 - New York Times

Das aktuelle Magazin der New York Times stellt die neue Barbie-Generation vor. Mattels "Hello Barbie" hat Grips und will eine echte Freundin sein. Spooky? James Vlahos hat Barbies künstliche intelligenz im Gespräch getestet: "Nach der von Barbie gestellten Frage "Wie geht"s?" achtet das System auf Schlüsselwörter wie "gut", "wunderbar" oder "nicht schlecht". Positive Reaktionen kontert Barbie mit: "Klasse! Mir auch", negative mit "Das tut mir leid". Jede von Barbies Gesprächen verästelt sich wie ein Baum durch Fragen und eine Liste von möglichen Antworten, die Barbies nächste Reaktion bedingen. Im Fall einer unvorhergesehenen Antwort, reagiert die Puppe mit einem Trick, den ein Mensch etwa in einer lauten Umgebung anwenden würde: "Wirklich? Nicht möglich!" Es ist wie Improvisationstheater mit einem unkalkulierbaren Partner … Barbie kann Kinder nach ihrer Lieblingsmusik fragen und hat über 200 Antworten parat: "Taylor Swift? Ist eine meiner Superfavoriten! My Bloody Valentine? Die sind soo emo". Während Barbies Lernprozess wurden wichtige Fragen markiert. Das ermöglicht Barbie Superpower: Sie kann sich an Antworten erinnern und sie Tage und Wochen später als Gesprächsaufhänger verwenden …Was genau Kinder mit all dem anfangen können, wird sich zeigen, Tests haben ergeben, dass sie Spielzeug mit künstlicher Intelligenz nicht für im biologischen Sinn lebendig halten. Aber sie behandeln es auch nicht wie eine Sache. Sie begreifen es als eine dritte ontologische Kategorie - ein Wesen, weniger als ein Mensch, aber mehr als eine Maschine."

Außerdem: Jay Caspian Kang trifft den schweigsamen Ex-Basketballstar Kareem Abdul-Jabbar. Und Rachel Donadio berichtet über ihre Erfahrungen als Vatikankorrespondentin und über den neuen Wind im Allerheiligsten.

Magazinrundschau vom 01.09.2015 - New York Times

Im Magazin der New York Times überlegt Scott Shane, welche Alternativen es zur Ermordung des extremistischen Imams Anwar al-Awlaki gegeben hätte, der heute so populär scheint wie nie. Der aus New Mexico stammende, streng religiöse Awlaki, eine durchaus respektierte Persönlichkeit, in dessen Moschee jedoch einige der Attentäter des 11. September verkehrten, hatte regelmäßig Kontakt zu Prostituierten, das FBI wusste davon: "Awlakis Handeln scheint nicht von der Feindschaft der Amerikaner gegen Muslime nach 9/11 bestimmt gewesen zu sein. Vielmehr scheint er realisiert zu haben, dass sein eigener unislamischer Lebenswandel seine Karriere in Gefahr brachte. Wenn das FBI ihn angeklagt oder seine Akte veröffentlicht hätte, wären seine moralische Autorität und seine Argumentation gegen den Afghanistankrieg und Guantanamo in sich zusammengebrochen. Hätte das FBI nur mit einer Veröffentlichung gedroht, um ihn auf seine Seite zu ziehen - umso schlimmer. Binnen weniger Tage wäre er verschwunden und nicht wieder in die USA zurückkehrt. Trotz der Gefahr, die von dem FBI-Dossier ausging, wollte Awlaki die Möglichkeit, sein amerikanisches Leben wieder aufzunehmen, nicht gleich aufgeben." Hätte es da nicht Anknüpfungsmöglichkeiten gegeben? Was ist überhaupt mit der Soft Power der USA, fragt sich Shane.

Magazinrundschau vom 25.08.2015 - New York Times

Ein bisschen trocken und doch faszinierend liest sich in der New York Times Steven Johnsons Bestandsaufnahme der Kulturindustrien in Zeiten der Digitalisierung. Alle pessimistischen Prognosen wischt er vom Tisch - und benutzt dafür statistisches Material, etwa aus amerikanischen Ämtern. So gibt es mehr Musiker als vor zwanzig Jahren, und sie verdienen besser - während die Majors tatsächlich in die Knie gingen. Einer der Gründe dafür ist bekannt: Live-Musik bringt mehr Geld als vorher. Ein anderer Faktor ist ebenso wichtig: "Der größte Wandel ist vielleicht die Leichtigkeit, mit der Kunst heute gemacht und vertrieben werden kann. Die Kosten für den Konsum von Kunst mögen gesunken sein, wenn auch nicht so stark wie befürchtet. Aber die Kosten für die Produktion sind weit drastischer gesunken. Autoren können schreiben und ein Publikum erreichen, ohne dafür eine Druckerpresse oder internationale Agenten zu brauchen. Unabhängige Filmemacher, die für Luftaufnahmen früher einen Helikopter und Tausende Dollar gebraucht hätten, benutzen heute eine GoPro-Kamera und eine Drohne für weniger als tausend Dollar."