
Die
New York Times lässt ihre Reporter fürs Magazin Schlaglichter auf die
desolate Wirtschaftslage in den verschiedenen Bundesstaaten werfen, doch ob in
New Jersey,
Nebraska oder
Texas, überall bietet sich das gleiche Bild, das Nathaniel Rich für
Louisiana so
beschreibt: "Ein Bericht der National Ocean Industries Association schätzt, dass die Region um den Golf von Mexiko in diesem Jahr
50.000 Jobs in der Ölindustrie verlieren wird, 11.000 davon in Louisiana. Zum Vergleich: Die gesamte amerikanische Kohleindustrie beschäftigte bis März 50.000 Menschen. Der Tourismus, eine der größten Branchen in New Orleans, ist auf Null gesunken, die Flüge von seinem neuen, eine Milliarde teuren Flughafen auf drei Prozent. Der Präsident der Louisiana Shrimp Association sagt, dass
fünf Prozent der Schrimps-Fischer noch den Hafen verlassen; der Vorsitzende der Louisiana Oyster Task Force schätzt, dass die
Nachfrage nach Austern 'so um 99 Prozent' gefallen ist. Im April lagen die Steuereinnahmen des Staates eine halbe Milliarde Dollar unter den Erwartungen, ein Fall, den die Finanzbehörde 'surreal' nannte."
Aus Milwaukee
ergänzt Matthew Desmond, dass in keinem Staat die
Mittelklasse so geschrumpft ist wie in
Wisconson zwischen 2000 und 2013: Vierzig Prozent der von Weißen und 51 Prozent der von Schwarzen geführten Geschäfte mussten allein nach der Finanzkrise 2008 geschlossen werden: "Die amerikanische Wirtschaft ist nicht mehr
wie eine Christbaumkugel geformt, in der Mitte dick und rund, oben und unten abgeflacht, sondern wie ein
Stundenglass ... Ökonomen beobachten das Schwinden der amerikanischen Mittelklasse seit mehreren Dekaden und verbinden sie mit stagnierenden Löhnen und der schwindenden Macht der Gewerkschaften. Zur gleichen Zeit sind aber die Kosten für Minivans, Häuser, Gesundheit und Studiengebühren gestiegen. Viele Familien stürzten sich in Folge der neuen Realität in Schulden, niemand sparte mehr, denn in Amerika wird man Mittelklasse, indem man konsumiert."