
Alice Albinia ist nach Kaschgar
gereist, in die Haupstadt der hauptsächlich von muslimischen
Uiguren bewohnten chinesischen Provinz Xingjian. Friedliches Zusammenleben ist hier reine Propaganda: "Wenn man heute die Id-Kah-Mosche besichtigt, sieht man ein großes Plakat, das in gebrochenem Englisch die staatliche Politik vorgibt: 'Alle ethnischen Gruppen leben friedlich zusammen hier. Sie
arbeiten gemeinsam, um ein
schönes Heimatland aufzubauen und lehnen ethnische Trennung und illegale religiöse Aktivitäten ab.' Wenig überraschend lehnen viele Uiguren die Chinesen als Invasoren ab, die ihre Kultur und Religion bedrohen. Während Peking weiter darauf abzielt, Han-Chinesen und Handel nach Xinjiang zu bringen, gibt es noch stillen Widerstand in den Straßen nördlich der Moschee. Hier, wo alte Männer in Teehäusern Schach spielen und Läden ihre plombenziehenden Süßigkeiten aus gehackten Walnüssen verkaufen, trifft man alte Frauen, die kein Mandarin sprechen, Handwerker, die China für ein anderes Land halten und Händler, die nicht der Pekinger Zeit folgen." Und Männer, die sich darüber beklagen, dass den Frauen verboten wird, in der Schule oder im Staatsdienst
Kopftücher zu tragen.
Gegen
"Hunger",
Steve McQueens Film über den im Hungerstreik gestorbenen IRA-Mann
Bobby Sands (
mehr hier und
hier), sieht
Marc Fosters James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" ganz schön alt aus,
befindet Ryan Gilbey: "McQueen beherrscht
Tempo und Kontrast: er wechsel ernsthafte Ruhe mit beklemmendem Lärm ab; Bilder des körperlichen Zerfalls mit Andeutungen spiritueller Schwerelosigkeit; geduldige, endlose Einstellungen mit rasanten Bildern, die den Eindruck erwecken, die Kamera wäre an ein
Feuerrad gebunden gewesen. Dieser überwältigende Sturm lässt all die Extra-Tricks und Innovationen ganz schön mickrig erscheinen, die sich frühere Filmemacher ausgedacht haben, um uns stärker in ihre Welt zu ziehen."