
Es passt,
findet Adam Shatz, dass Algeriens bekanntester Schriftsteller der letzten zehn Jahre
Kriminalromane schreibt - und dazu noch unter dem lange Zeit mysteriösen weiblichen Pseudonym
Yasmina Khadra. Denn eigentlich sei das
Algerien des letzten Jahrzehnts, mit all seinen Ermordeten und Vermissten, mit einem einzigen großen "murdery mystery" vergleichbar. Shatz interessiert aber in erster Linie, was Khadra zum
islamistischen Terrorismus zu sagen hat. "'Binnen kurzem', schreibt Khadra, 'begannen die Leute zu glauben, spektaktuläre Attacken hätten
Klasse und die Mörder eine geradezu
aufregende Rücksichtslosigkeit.' Religiöse Prinzipien oder Ideologien sind nicht die treibende Kraft. Hier geht es um das Begleichen einer Rechnung und eine berauschende Ödipale Wut - um
die Rache der Unterdrückten. In Ghachimat, wo 'das kollektive Gedächtnis den Groll nährt', sind die glühendsten Befürworter der islamischen Aufrührer entweder die
Söhne der Harkis (Algerier, die im Unabhängigkeitskrieg auf der Seite der französischen Armee kämpften), die die Verfolgung ihrer Eltern rächen, oder einfach junge Männer, die gegen die Älteren, die '
das Gesicht verloren haben' aufbegehren."
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