
Rachel Cooke besucht den Künstler
Olafur Eliasson in seinem Berliner Atelier in Berlin und
unterhält sich mit ihm unter anderem über sein visuelles Konzept für
Wayne McGregors Choreografie "Tree of Codes". Das Stück basiert auf einem Buch von
Jonathan Safran Foer, der einzelne Sätze und Wörter aus den Seiten der "Zimtläden" von
Bruno Schulz so ausgeschnitten hat, dass ein
neuer Text und gleichzeitig eine Art Buchskulptur daraus entstanden ist (siehe Bild). Die Musik zu dem Ballett, das in Manchester
uraufgeführt wird, hat
DJ Jamie xx beigesteuert. "Die Arbeit an "Tree of Codes" war wundervoll", sagt Eliasson. "Ich war sehr aufgeregt. Und wir hatten Glück, dass Jamie xx zugesagt hat. Er kombiniert populäre mit experimenteller Musik. Dies schuf das erste architektonische Raster, über das Wayne und ich diskutierten. Ich kenne Jonathan [Foers] ziemlich gut, wir interessieren uns beide für
Bücher als Objekte. Indem er die Geschichte aus dem Buch herausschnitt, schuf er einen neuen Raum und Wayne reagierte darauf: seine Arbeit basiert oft darauf, Bewegungen wegzunehmen statt hinzuzufügen. Die Menschen sehen Raum als ein Übereinanderfügen von Schichten. Aber man kann auch Raum schaffen, indem man etwas wegnimmt und guckt, was übrig bleibt. In Äthiopien werden koptische Kirchen aus Bergen herausgemeißelt."
Politico.eu mischt die europäische Politik- und Medienszene ganz schön klug und virtuos auf und gestattet dem Miteigentümer
Springer so, Einfluss in Brüssel zu gewinnen - bis man das Haus in Brüssel fürchtet wie in Berlin. Gideon Lewis-Kraus
berichtet recht launig über das Magazin, stellt einige der Journalisten vor und lässt nebenbei ein paar britisch-herablassende (und letztlich dann doch ungerechte) Sätze über die
deutschen Medien fallen: "Deutschland hat wie die meisten Länder Europas die Realitäten des digitalen Journalismus
sehr langsam akzeptiert und genutzt. Wenige seiner Medien haben - mit Ausnahme der der
Zeit - größere Anstrengungen in eine robuste Online-Präsenz gesteckt." Aus dem Mund eines
Financial Times-Kollegen fällt dann noch der Satz: "Die
FAZ hatte neulich einen riesigen Scoop über Griechenland, und sie hat ihn
nicht mal online gestellt."
Und: "Es ist wie eine Krankheit, ich spreche ständig über Dinge, über die man nicht sprechen soll. Es fing an
mit Homosexualität und dann wollte ich
jedes Tabu brechen", sagt
Charles Aznavour im
Gespräch mit Angelique Chrisafis, die den Chansonier anlässlich seines neuen Albums besucht hat.